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Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen

Während man von Globalisierung und internationaler Gemeinschaft spricht, werden überall in der Welt neue Grenzzäune und Mauern errichtet: um Staaten, besetzte Territorien und exklusive Wohnsiedlungen, zwischen öffentlichem und privatem Raum, Erlaubtem und Unerlaubtem. Manche dieser Grenzen sind durchlässig und andere tödlich, manche sichtbar gezogen und andere durch kulturelle Codes, Sprachtests oder biometrische Verfahren bewehrt. Grenzen entscheiden über Leben und Tod, „Identität“ und „Fremdheit“, Zugehörigkeit und Ausschluss…

„Gilead besetzte die nach Efraim führenden Übergänge des Jordan. Und wenn efraimitische Flüchtlinge (kamen und) sagten: Ich möchte hinüber!, fragten ihn die Männer aus Gilead: Bist du ein Efraimiter? Wenn er Nein sagte, forderten sie ihn auf: Sag doch einmal «Schibbolet». Sagte er dann «Sibbolet», weil er es nicht richtig aussprechen konnte, ergriffen sie ihn und machten ihn dort an den Furten des Jordan nieder.“ (Buch Richter 12,5/6)

Ausgehend von der biblischen Erzählung von der Flucht der Efraimiten vor den siegreichen Gileaditern und ihrem tödlichen Scheitern an den Ufern des Jordans, lädt das Jüdische Museum Hohenems internationale Künstler dazu ein, Grenzen in aller Welt kritisch zu betrachten – nur einen Steinwurf vom alten Rhein entfernt, an dem sich ab 1938 Flüchtlingsdramen abspielten, deren Gegenwart wir heute an den Rand unseres Bewusstseins drängen.

18. März bis 7. Oktober 2018
Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems
In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München
Kuratiert von Boaz Levin

KünstlerInnen
Ovidiu Anton (Wien), Zach Blas (London), Sophie Calle (Paris), Arno Gisinger (Paris), Vincent Grunwald (Berlin), Lawrence Abu Hamdan (London/Beirut), Ryan S. Jeffery und Quinn Slobodian (Los Angeles), Leon Kahane (Berlin/Tel Aviv), Mikael Levin (New York), Fiamma Montezemolo (San Francisco), Pīnar Öğrenci (Istanbul), Fazal Sheikh (Zürich)

Pınar Öğrenci: A Gentle Breeze Passed Over Us, 2017 (Filmstill)

Ausstellungseröffnung
Sonntag, 18. März 2018, 11 Uhr
Begrüßung
Dr. Hanno Loewy, Jüdisches Museum Hohenems
Grußworte
Dieter Egger – Bürgermeister der Stadt Hohenems
Eröffnungsrede
Najem Wali – Autor und Journalist, Berlin
Einführung
Boaz Levin – Kurator, Berlin
Eröffnung: Salomon Sulzer Saal, Schweizer Str. 21, 6845 Hohenems
Anschließend Besichtigung im Jüdischen Museum Hohenems, Schweizer Str. 5

Öffentliche Führungen
Jeden 1. Sonntag im Monat, jeweils von 11.30-12.30 Uhr
1. April | 6. Mai | 3. Juni | 1. Juli | 5. Aug | 2. Sep (Kurator)
Und jeweils von 15-16 Uhr am 21. April (Kurator) | 19. Mai | 18. Aug | 15. Sep

Adresse
Jüdisches Museum Hohenems
Schweizer Straße 5, A-6845 Hohenems
T +43(0)5576 73989, office@jm-hohenems.at, www.jm-hohenems.at

Öffnungszeiten Museum und Café
Di bis So 10–17 Uhr und an Feiertagen

Bild oben: Arno Gisinger: Schuss/Gegenschuss OE, 2017