Gerechte unter den Völkern in Jerusalem geehrt

Am vergangenen Mittwoch (14.3.) fand in Yad Vashem in Jerusalem die posthume Ehrung des deutschen Ehepaars Arthur und Paula Schmidt als Gerechte unter den Völkern statt, die während des Nationalsozialismus sieben Kinder einer jüdischen Familie versteckten und ihnen so das Leben retteten…

An der Ehrung nahmen unter anderen der Enkel des Paars, Arthur Schmidt (benannt nach seinem Großvater), stellvertretend für die geretteten Kinder, Ginger Lane, sowie der deutsche Botschafter in Israel, Dr. Clemens von Goetze teil.

Die Rettungsgeschichte

Im Jahr 1925 konvertierte der Deutsche Alexander Weber zum Judentum und heiratete im Jahr darauf die ungarische Jüdin Lina Banda. Das Paar zog nach Berlin, wo es seine sieben Kinder großzog. Im Wohnhaus der Familie befand sich ein Laden des Bauern Arthur Schmidt, der dort das Obst und Gemüse von seinem Bauernhof in Worin in Brandenburg verkaufte.

Paula und Arthur Schmidt

Im März 1943 wurde Familie Weber verhaftet. Alexander und die Kinder wurden im Sommer freigelassen. Als Alexander Weber ein Versteck für seine Kinder suchte, boten Arthur Schmidt und seine Frau Paula an, sie auf ihrem Bauernhof unterzubringen. Fast zwei Jahre lang kümmerten sie sich um die sieben Kinder und teilten ihr Essen mit ihnen. Nur der Bürgermeister von Worin kannte ihre wahre Identität.

Lina Weber wurde im Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Nach dem Krieg zogen die Kinder der Familie Weber in die Vereinigten Staaten, wohin ihr Vater ihnen später folgte.

Yad Vashem, 14.3.2018, Newsletter der Botschaft des Staates Israel
Bild oben: Arthur Schmidt, Ginger Lane und Botschafter von Goetze (Foto: Yad Vashem)

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