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Die neuen Fernsehtipps

Sonny Boy - Eine Liebe in dunkler Zeit

Vom 01. bis 15. April 2018…

So, 1. Apr · 19:15-19:28 · ZDF
Tel Aviv – Lebensfreude trotz allem

Tel Aviv, Israels Aushängeschild für Lebensfreude und Leichtigkeit, präsentiert sich als westliche Metropole im Nahen Osten, als Berlin am Mittelmeer mit orientalischer Prägung. Aufregend, chaotisch und voller Widersprüche ist Tel Aviv. Die prachtvolle Strandpromenade und die vielen stylishen Bars ziehen Einheimische und Touristen aus aller Welt an. Die Tel Avivis lieben ihre Stadt, auch wenn sie laut und dreckig ist und stinkt und oft ein rauer Ton herrscht. Auch der Schwabe Norbert Hoepfer hat sich für das Leben hier entschieden. Der Putzmeister restauriert Häuser im berühmten Bauhausviertel, der „Weißen Stadt“. Überall in Tel Aviv wird gebaut, 70 Jahre nach der Staatsgründung Israels 1948. Der Schwabe berichtet auch, was er macht, wenn in Tel Aviv wieder einmal die Sirenen heulen. Denn obwohl niemand die Realität in Israel so gut verdrängen kann wie die Tel Avivis, liegt die Stadt doch mitten im Konfliktgebiet. Und wenn die Hamas, wie zuletzt 2014, Raketen aus Gaza schießt und jeder nur 15 Sekunden hat, um in einem Bunker Schutz zu suchen, dann ist sie plötzlich auch hier spürbar, die Angst vor Terror und Krieg. In Jerusalem beten die Leute, in Haifa arbeiten sie, und in Tel Aviv wird gelebt, heißt es in Israel. Und zum guten Leben gehört Matkot, Israels heimlicher Nationalsport. Eine Art Strandtennis, laut und nervig, aber irgendwie macht es auch süchtig, sagt Amnon Nissim. Der 72-Jährige ist Matkot-König und hat sogar ein Museum, durch das er Besucher gern führt, wenn er nicht gerade am Strand ist, wo er – klar – Matkot spielt. Musik an, Kippa auf, und ab geht es mit dem Party-Bus quer durch die Stadt: Orthodoxe Hippies sind so jedes Wochenende in Tel Aviv unterwegs. Ihre Mission: Glaube durch Lebensfreude. Kaum ruhiger geht es im arabischen Stadtteil Jaffa im Laden von Rami Gilucha zu; hier ist nie ein Stuhl frei. Der Barbier ist gläubiger Jude, seine Familie stammt aus Usbekistan. In sein Geschäft dürfen nur Männer, fremde Frauen darf Rami nicht anfassen. Und doch könnte die Mischung seiner Kunden bunter nicht sein: Juden, Araber und Christen, alle schwören auf Ramis Handwerk, und alle wollen in seinem Laden die neuesten Jaffa-Gossips hören. So feiern sie das Leben in Tel Aviv, obwohl – oder gerade weil – sie von Chaos umringt sind.

So, 1. Apr · 23:50-01:35 · NDR
Die Spionin

Paris, 1938. Vera von Schalburg ist eine junge Deutsche mit besonderen Talenten. Sie ist sprachgewandt, intelligent und geistesgegenwärtig bis zur Kaltblütigkeit. Um sich und ihren kleinen Sohn über Wasser zu halten, arbeitet sie als Prostituierte in einem Pariser Edelbordell. Doch dann bekommt sie ein ungewöhnliches Angebot: Der deutsche Abwehroffizier Diercks wirbt sie als Spionin für die deutsche Abwehr an. In ihrem Wunsch nach einer besseren Zukunft siedelt Vera mit ihrem Sohn ins Deutsche Reich über. Doch bald merkt Vera, dass sie einen Pakt mit dem Teufel eingegangen ist. Paris, 1938. Vera von Schalburg, eine junge Deutsche mit russischen, dänischen und polnischen Wurzeln, ist eine ganz besondere Frau: Sie spricht mehrere Sprachen fließend, verfügt über ein fotografisches Gedächtnis, Intelligenz, ist geistesgegenwärtig und abgebrüht. Außer ihrem kleinen Sohn Christian hat sie niemanden auf der Welt. Um Christian und sich selbst über Wasser zu halten, arbeitet sie als Prostituierte in einem eleganten Bordell. Doch dann bekommt sie ein ungewöhnliches Angebot: Der deutsche Abwehroffizier Hilmar Diercks, ein ebenso faszinierender wie undurchsichtiger Mann, erkennt Veras außergewöhnliche Qualitäten und wirbt sie als Spionin für die deutsche Abwehr an. Vera nimmt das Angebot an und siedelt ins Deutsche Reich nach Hamburg über. Sie träumt von einer besseren Zukunft für sich und Christian. Moralische Bedenken kennt sie nicht, Politik ist ihr gleichgültig. Zunächst. Doch je mehr Einblick sie in die Mechanismen des Dritten Reiches gewinnt, desto unsicherer wird sie. Als Hitler Polen überfällt, will Vera aussteigen. Aber es ist zu spät. Ein Fluchtversuch nach Dänemark scheitert, Christian wird benutzt, um Vera unter Druck zu setzen und auf Linie zu halten. Es gibt niemanden, an den sie sich in ihrer Not wenden kann. Auch nicht Diercks, den sie heimlich liebt. Zwar verbindet die beiden eine leidenschaftliche Affäre, aber ob sie ihm trauen kann? Vera wird gezwungen, nach England zu gehen und militärische Geheimnisse für die Invasion Englands auszuspionieren. Doch sie wird ertappt und von einem englischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Es gibt nur eine Möglichkeit, ihr Leben zu retten, doch dafür müsste sie ihre Liebe verraten.

Mo, 2. Apr · 01:05-03:20 · Sat.1
Unbeugsam – Defiance

Der Film basiert auf dem Buch „Defiance: The Bielski Partisans“. Er schildert die Flucht polnischer Juden vor den deutschen Besatzern während des 2. Weltkriegs und deren Widerstandskampf. Die Protagonisten sind die Brüder Tuvia, Zus, Asael und Aron Bielski, deren Familie zum großen Teil durch die Deutschen getötet wurde, die eine Widerstandsgruppe aufbauen um andere Juden zu retten.

Mo, 2. Apr · 01:20-02:05 · RBB
Unser Vater Hans Rosenthal

Dass Hans Rosenthal, der beliebte Fernseh-Moderator, mal Bauer werden wollte, um Nazi-Deutschland zu entkommen, wissen wohl die wenigsten. Auch sein Sohn, Gert Rosenthal, weiß von diesem dramatischen Lebensabschnitt seines Vaters wenig. Für ihn umso mehr ein Grund auf den Spuren des Vaters nach fast Vergessenem zu forschen. Dass Hans Rosenthal, der beliebte Fernseh-Moderator, mal Bauer werden wollte, um Nazi-Deutschland zu entkommen, wissen wohl die wenigsten. Auch sein Sohn, Gert Rosenthal, weiß von diesem dramatischen Lebensabschnitt seines Vaters wenig. Für ihn umso mehr ein Grund auf den Spuren des Vaters nach fast Vergessenem zu forschen. Seine erste Station: eine Ausstellung in Neuendorf, ehemalige Hachschara-Einrichtung, in der jüdische Jugendliche in Landwirtschaft und Handwerk ausgebildet wurden, um nach Palästina zu gehen. Hier war auch sein Vater gewesen! Nie hatte er davon erzählt, höchstens auf Familienfesten hörte der Sohn Erinnerungsfetzen, die mehr Rätsel aufgaben als aufklärten. Gert, der jüngere Bruder des Vaters, dessen Namen er trägt, war deportiert worden, während der Vater untertauchen konnte. Nun beginnt eine spannende, aber auch mühsame Spurensuche entlang der Lebensstationen des Vaters in der Nazi-Zeit. Sie führt zu Zeitzeugen, Archiven, verfallenen Häusern und Ruinen. Gert Rosenthal erinnert sich, „immer wenn meine Schwester oder ich unseren Vater etwas zur Nazi-Zeit fragten, wechselte er nach zwei Sätzen das Thema, es schien mir, als wollte er uns vor diesen schrecklichen Geschichten verschonen“. Jetzt hofft der Sohn, dass durch die filmische Spurensuche ein wenig Licht in das Dunkel seiner Familiengeschichte gebracht werden kann.

Mi, 4. Apr · 00:00-01:00 · NDR
Emil Nolde – Maler und Mythos

Zum 150. Geburtstag von Emil Nolde am 7. August 2017 wirft der Film von Wilfried Hauke einen neuen Blick auf den wohl bekanntesten und beliebtesten norddeutschen Maler. Er zeigt einen Künstler in seiner bis heute faszinierenden weiten Landschaft und einen durch und durch widersprüchlichen Menschen, der keineswegs nur das „Opfer“ der NS-Zeit war, als den ihn die Menschen in der jungen Bundesrepublik nur allzu gern sehen wollten. Der Film ist keine Nacherzählung einer Biografie, sondern zunächst einmal ein Besuch in „Noldes Land“. Es wird mit Zeitzeugen gesprochen, die sich noch an ihre Kindheit erinnern, in der unter einem Reetdach in der Nachbarschaft ein alter, verschwiegener Maler lebte. Da ist die Grundschullehrerin, die aus Begeisterung für Noldes Bilder aus Berlin nach Seebüll gezogen ist und den Kindern die großartige Farbenwelt dieses Werks nahebringen will. Weitere sind der Landschaftsmaler, der sich bis heute von Nolde inspirieren lässt, und der Gärtner, der Noldes berühmte Blumenwelt hegt und pflegt. Sie alle stehen dafür, dass Nolde bis heute seine Anziehungskraft nicht verloren hat. In einem zweiten Strang spürt der Film den Widersprüchen und vor allem Selbststilisierungen dieses Künstlers nach, der eben alles andere war als nur der unpolitische, von Licht und Blumen, von Meer und Weite schwärmende Naturmaler. Durch Recherchen von Kunsthistorikern und Biografen, zum Teil aktiv (und selbstkritisch) initiiert von der Nolde-Stiftung in Seebüll, hat Noldes Lebensbild in jüngster Zeit viele dunkle Stellen bekommen. Briefe und Dokumente sind aufgetaucht, und werden erstmals in diesem Film gezeigt, in denen Noldes Nähe zum Nationalsozialismus und sein Antisemitismus überdeutlich werden. So schrieb er an Goebbels, er habe „von Beginn der Nationalsozialistischen Bewegung an als fast einzigster (sic) deutscher Künstler im offenen Kampf gegen die Überfremdung der deutschen Kunst, gegen das unsaubere Kunsthändlertum und gegen die Machenschaften der Liebermann- und Cassirerzeit (Anmerkung: jüdische Künstler und Kunsthändler) gekämpft.“ Bekenntnisse wie diese gibt es viele. Nolde bekam trotzdem Berufsverbot, weil, kurz gesagt, Hitler seinen Kunstgeschmack gegen den von Goebbels durchsetzte, nicht aber, weil er irgendeine Art von Oppositionsfigur gewesen wäre. Als Opfer der Nazis stilisierte sich Nolde nach dem Krieg. Besuche von bundesrepublikanischer Politprominenz, die Sehnsucht der Nachkriegsgesellschaft nach „sauberen“ Bildern und nicht zuletzt auch Siegfried Lenz‘ „Deutschstunde“ haben einen Nolde-Mythos entstehen lassen, der wenig mit den Widersprüchen und Abgründen dieses Malers zu tun hat. Die Zeit ist reif, das ganze Bild zu zeigen: prächtige Werke, einen großen Künstler und einen Menschen, der kein stiller Held des 20. Jahrhunderts war.

Sa, 7. Apr · 21:05-21:50 · 3sat
Yehudi Menuhin & Herbert von Karajan

In einem Konzertfilm des Filmregisseurs Henri-Georges Clouzot spielen Yehudi Menuhin und die Wiener Symphoniker unter der Leitung Herbert v. Karajans das Violinkonzert Nr. 5 A-Dur von Mozart. Der 1965 entstandene Film ist ein bedeutendes Dokument aus der Pionierzeit der Visualisierung klassischer Musik. Die Aufnahme des Mozart-Konzerts wird eingeleitet von einem Gespräch zwischen Herbert von Karajan und Yehudi Menuhin. Es folgen Probenausschnitte mit Karajan, Menuhin und den Wiener Symphonikern. Herbert von Karajan, dessen Technikbegeisterung ihn in den 1980er-Jahren zu einer Schlüsselfigur bei der Etablierung des CD-Standards machte, war wie kein anderer Dirigent seiner Zeit vom Potenzial audiovisueller Medien bei der Verbreitung klassischer Musik überzeugt. Sein Bestreben, das eigene Repertoire auch mittels bildlicher Medien festzuhalten, entwickelte sich bereits in den späten 1950er-Jahren und gipfelte 1982 in der Gründung seiner eigenen Filmfirma Telemondial. Am Anfang dieser Entwicklung stand die Zusammenarbeit mit einem Filmemacher, der als Regisseur dieselbe Kompetenz und Bedeutung besaß wie Karajan als Dirigent: Henri-Georges Clouzot, der „französische Hitchcock“, Schöpfer von stilbildenden Filmklassikern wie „Le salaire de la peur“ („Lohn der Angst“, 1953) und „Les diaboliques“ („Die Teuflischen“, 1955). Herbert von Karajan und Henri-Georges Clouzot verstanden es meisterhaft, die Dramaturgie einer musikalischen Partitur in eine adäquate Filmsprache zu übersetzen. Aufgrund des filmischen Ideenreichtums und der inszenatorischen Qualität avancierten die fünf Konzertfilme, die Karajan und Clouzot gemeinsam realisierten, zu Klassikern ihres Genres. Schon das erste Werk von Karajan und Clouzot, Mozarts Violinkonzert Nr. 5, bei Kerzenschein im Ambiente eines Barocksalons gedreht, setzte für die Verfilmung klassischer Musik neue Maßstäbe. Zugleich ist dieser Mozart-Film auch deshalb ein besonderes historisches Dokument, weil er das einzige Zeugnis der Zusammenarbeit von Herbert von Karajan und Yehudi Menuhin ist. Yehudi Menuhin, 1916 als Kind jüdischer Einwanderer in New York geboren, war nicht nur einer der bedeutendsten Geiger des vergangenen Jahrhunderts, sondern auch ein großer Botschafter der Musik in der ganzen Welt. Schon in früher Jugend gab er Konzerte und nahm Schallplatten auf. Sieben Jahrzehnte lang reiste er in Sachen Musik um den Erdball – als Geiger, als Lehrer und immer häufiger auch als Dirigent. Der engagierte Humanist und Kosmopolit war einer der ersten ausländischen Solisten, die nach 1945 in Deutschland auftraten. 1957 gründete er in Gstaad sein eigenes Musikfestival. Für seine Verdienste um die Musik und um die Völkerverständigung erhielt Yehudi Menuhin zahlreiche Auszeichnungen. Er starb im März 1999 im Alter von 82 Jahren während einer Tournee in Berlin. Der junge Wolfgang Amadeus Mozart brillierte auf seinen Konzerttourneen durch Europa nicht nur auf dem Cembalo, sondern auch auf der Geige. Seine fünf Violinkonzerte komponierte er 1775 während seiner Zeit als Konzertmeister am Salzburger Hof. Mozarts Violinkonzerte sind eine sehr persönliche Mischung der Stilrichtungen, die der junge Komponist auf seinen Konzertreisen kennengelernt hatte: ein musikalisches Spiegelbild der frühen Klassik und des Rokoko, mit Elementen der französischen, italienischen und böhmischen Geigenmusik. Dennoch besaß Mozart bereits die Eigenständigkeit, im Gegensatz zum damals beliebten Typus des Virtuosen-Konzerts Werke zu komponieren, die von Innerlichkeit und lyrischem Empfinden geprägt sind. Das letzte Konzert in A-Dur ist das beliebteste und meistgespielte von Mozarts Violinkonzerten. Es besticht durch das herrliche Adagio-Thema, das im Kopfsatz vom Solisten eingeführt wird, und durch das mitreißende Allegro „alla turca“ im abschließenden Rondo.

Sa, 7. Apr · 23:35-01:05 · MDR
Der Tel-Aviv-Krimi: Alte Freunde

In „Alte Freunde“, dem vierten Film mit Katharina Lorenz in der Rolle von Sara Stein, wird der Kommissarin bewusst, welche Traumata der dauerhafte Kriegszustand bei Israelis verursacht. Sara weiß, dass es zwischen ihrem Lebensgefährten David und ihrem Kollegen Blok seit der gemeinsamen Militärzeit ein unaussprechliches Geheimnis gibt. Doch erst jetzt erfährt sie die Wahrheit und ist zutiefst erschüttert. Sara muss sich der israelischen Realität stellen, führt ihr aktueller Fall die Neubürgerin doch in das Milieu der gefallenen Kriegshelden. Am Strand von Tel Aviv wird eine abgetrennte Hand gefunden. Sie gehörte zu Dori Meyer (Ofri Biterman), einem jungen Menschenrechtsaktivisten, der kurz zuvor von seiner Mutter Zvia (Orly Zilbershatz) als vermisst gemeldet wurde. Zunächst ist nicht klar, ob es sich um einen Unfall oder ein Verbrechen handelt. Doch dann taucht Doris Schützling Dahir (Sean Mongoza) auf, ein junger sudanesischer Flüchtling, der sich illegal in Israel aufhält. Dahirs Aussage bringt Blok (Samuel Finzi), Sara Steins (Katharina Lorenz) raubeinigen Kollegen, in einen schweren Konflikt: Blok muss in vertrauten Kreisen aus seiner Militärzeit ermitteln, in einer Gruppe Männer, die sich damals gegenseitig das Leben anvertraut haben und heute kaum noch etwas gemein haben. Dazu gehört auch Saras Lebensgefährte, David Shapiro (Itay Tiran), der damals in Bloks Einheit diente und heute kaum noch dessen Anblick ertragen kann. Oder der zwielichtige Shooting-Range-Besitzer Yoram (Jakob Daniel), dem sich Blok nach wie vor verbunden fühlt. Für Sara ist es schwer, diese für sie immer noch fremde Welt zu durchschauen, zumal sie eine Wahrheit über David erfährt, die sie zutiefst erschüttert.

So, 8. Apr · 23:30-00:00 · ZDF
ZDF-History: Jerusalem – ewiger Kampf um die Heilige Stadt

Drei Weltreligionen, zwei Völker und eine Heilige Stadt – Jerusalem. Seit Jahrtausenden ist diese Sehnsuchtsort für Pilger und Schauplatz der Geschichte. Doch wem gehört Jerusalem? Klagemauer, Grabeskirche und Al-Aqsa-Moschee: Nirgendwo liegen die heiligen Stätten von drei Weltreligionen so dicht beieinander. Früher haben Araber und Juden dort gemeinsam gebetet. Doch heute regiert der Hass. Vor 70 Jahren ruft David Ben-Gurion den Staat Israel aus. Noch in der Nacht greifen die arabischen Nachbarn an. Es ist der Anfang des Nahost-Konflikts. In der Dokumentation „Jerusalem – ewiger Kampf um die Heilige Stadt“ berichten Zeitzeugen von der Staatsgründung im Mai 1948 und den Folgen. Für das jüdische Volk geht damals der Traum vom eigenen Staat in Erfüllung. Die arabische Bevölkerung nennt den Tag bis heute „Nakba“: Katastrophe. Seitdem konkurrieren zwei Völker um Jerusalem – und kein Frieden ist in Sicht.

Mo, 9. Apr · 23:05-01:03 · MDR
Nackt unter Wölfen

Frühjahr 1945, Konzentrationslager Buchenwald. Die sich nähernde Front von Ost und West versetzt die Lagerleitung in Panik und täglich werden mehr Häftlinge in den Tod geschickt. Dagegen wächst unter Führung der Häftlingsselbstverwaltung der Widerstand der Lagerinsassen. In dieser angespannten Situation trifft im KZ ein neuer „Evakuierungstransport“ aus Auschwitz ein. Unter ihnen auch ein Pole mit einem großen, zerdrückten Koffer. Die Häftlinge Höfel (Armin Mueller-Stahl) und Pippig (Fred Delmare) erschrecken zutiefst, als sie dessen Inhalt sehen: Ein Kind. Es im Lager zu verstecken, ist schwierig und gefährlich und gefährdet gleichzeitig die Pläne einer Selbstbefreiung. Deshalb entscheidet schweren Herzens der Leiter der illegalen Widerstandsgruppe Bochow (Gerry Wolff), dass der Pole und der Junge mit dem nächsten Transport das Lager wieder verlassen müssen. Für ihn stehen 50000 Menschen gegen ein einziges Kind. Aber der Lagerälteste, Walter Krämer (Erwin Geschonneck), lässt die Abschiebung nicht zu. Bochows Befürchtungen bestätigen sich, die SS erfährt von dem Kind. Doch ihre Suche danach ist vergeblich. Unter Einsatz ihres Lebens reichen es Krämer, Pippig und Höfel und viele andere von Versteck zu Versteck. Der Junge wird für die Häftlinge zum Sinn ihres Lebens und zum Ziel des Kampfes gegen ihre Peiniger. Als am 11. April 1945 das Signal zum Aufstand ertönt, ist unter den 21000 Häftlingen aus 32 Ländern auch der kleine jüdische Junge.

Mi, 11. Apr · 12:30-14:00 · MDR
Die Zeit der Stille

In dem Film „Die Zeit der Stille“ wird die Geschichte eines Überlebenden des KZ Buchenwald erzählt, der als Spanienkämpfer von den Nazis inhaftiert wurde. Die Handlung setzt wenige Tage nach der Befreiung des KZ Buchenwald im April 1945 in Weimar ein und endet fünfzig Jahre später, als der überlebende Häftling, jetzt ein erfolgreicher Schriftsteller, das KZ Buchenwald zum ersten Mal nach seiner Befreiung wieder besucht. Manuel, den die Frage quält, warum ausgerechnet er überleben durfte, erfährt, welchem Zufall er sein Überleben verdankt. In den dazwischen liegenden fünf Jahrzehnten versucht Manuel, in der normalen Welt wieder Fuß zu fassen: Er sucht Halt in der Liebe, doch zu einer tiefen Beziehung ist der dem Tode Entkommene noch nicht in der Lage. Sein Drang schreiben zu wollen wird immer größer. Ein Drang aber, der die Erinnerung an die Vergangenheit immer wieder heraufbeschwört und ihm den Tod gefährliche nahebringt. Manuel entscheidet sich für das Leben und versucht, die Vergangenheit in die Tiefen seines Unterbewusstseins zu verbannen. Doch um weiterleben zu können, muss er sich erinnern, muss mit den Bildern seiner Vergangenheit leben. Er muss davon berichten, muss darüber schreiben.

Do, 12. Apr · 13:00-14:15 · ARD-alpha
Gespräche gegen das Vergessen

Die jährlichen „Gespräche gegen das Vergessen“ rücken in diesem Jahr ein längst abgeschlossen geglaubtes Kapitel der Nachkriegszeit ins Licht: Die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen. In welchem gesellschaftlichen Klima wurde über Schuld und Unschuld geurteilt? Wie verstrickt waren die Ämter noch Jahre nach dem Krieg in eine braune Vergangenheit? Und: Was hat das Thema noch heute mit uns zu tun? Über diese und weitere Fragen spricht Moderator Andreas Bönte mit der Zeitzeugin und Auschwitzüberlebenden Esther Bejarano und dem Oberstaatsanwalt a.D., Dr. Dietrich Kuhlbrodt. Ebenfalls zu Gast sind Kabarettist Christian Springer, der in Syrien jahrelang auf der Suche nach dem NS-Täter Alois Brunner war, sowie Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des „Fritz Bauer Instituts“ in Frankfurt. Esther Bejarano war 19 Jahre alt, als sie nach Auschwitz deportiert wird. Die Hölle des Holocaust überlebt sie als Musikerin im sogenannten „Mädchenorchester von Auschwitz“. In Zeitzeugengesprächen und mit ihrer Musik will sie vor allem die Jugend erreichen und sagt: „Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Ihr müsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah.“ Für die Veranstaltung steht die 93-jährige Menschenrechtsaktivistin auch mit der Rap-Gruppe „Microphone Mafia“ auf der Bühne. Der 85-jährige Oberstaatsanwalt a.D., Dr. Dietrich Kuhlbrodt, berichtet von den Widerständen, die ihm entgegen schlugen, während er als junger Staatsanwalt in der „Zentralen Stelle zur Verfolgung von NS-Gewaltverbrechen“ arbeitete und wie es dazu kam, dass sein wichtigster Fall „Der Alsterdorfer Massenmord“ eingestellt wurde. Und warum seiner Meinung nach nur eine geringe Anzahl an Naziverbrechern vor Gericht gebracht wurden. Zum Beispiel der NS-Täter Alois Brunner: Er wird für die Ermordung von über 120.000 Menschen verantwortlich gemacht und konnte ungesühnt zunächst jahrelang in Deutschland, später in Syrien leben. Weil die deutschen Behörden untätig blieben, machte sich der Kabarettist Christian Springer als junger Mann auf eigene Faust auf die Suche nach ihm. Er erzählt von seinen Beweggründen und unglaublichen Erlebnissen während dieser jahrzehntelangen Suche. Als wissenschaftliche Stimme kommt Frau Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt zu Wort. Hier wird die Geschichte der NS-Massenverbrechen und deren Wirkung bis in die Gegenwart erforscht und vermittelt. Dabei ist das Institut dem Andenken an Fritz Bauer verpflichtet – ohne den jüdischen Remigranten und Generalstaatsanwalt Fritz Bauer hätte es keine Auschwitz-Prozesse gegeben.

Sa, 14. Apr · 23:15-00:05 · 3sat
Visionäre und Utopien: Blaues Blut und rote Fahnen – Ruth Mayenburg

Bereits bei der Ausrufung der Ersten Republik 1918 verlangte die KPÖ, eine der ältesten kommunistischen Parteien der Welt, die Errichtung einer Räterepublik nach sowjetischem Vorbild. Ein Jahr zuvor war in Russland der Zar gestürzt und unter Lenin eine Diktatur des Proletariats begründet worden. Ihre Erfahrungen als Studentin im „Roten Wien“ machten Ruth Mayenburg zur Sozialdemokratin: „Es war natürlich, dass die jungen Leute nach links rückten!“ Wie viele Sozialdemokraten schließt sich die österreichische Publizistin, Schriftstellerin und Übersetzerin nach der Zerstörung der Demokratie und dem Bürgerkrieg 1934 dem Kommunismus an. Ihre Tochter Marina Fischer-Kowalski erinnert sich: „Für meine Mutter war die Sowjetunion das einzige Land, das dem Faschismus ernsthaft die Stirn bot!“ Ruth Mayenburg arbeitete in den 1930er-Jahren als sowjetische Spionin gegen Nazi-Deutschland, bei Kriegsbeginn als Komintern-Mitarbeiterin in Moskau, dann als Agitatorin in der deutschsprachigen Sektion von Radio Moskau, danach an der Front und in den deutschen Kriegsgefangenenlagern. 1945 kehrte sie mit der Roten Armee nach Österreich zurück. In den langen und oft blutigen Jahren des Kampfes im Widerstand und im Exil hatten viele Kommunisten auf ein vom Faschismus befreites Österreich gehofft. Die kommunistische Widerstandskämpferin Maria Cäsar erzählt im Film von der Gestapo-Haft: „Ich bin fünfzehneinhalb Monate eingesperrt gewesen im Grazer Landesgericht!“ Lisa Schüller, die spätere Russischlehrerin im ORF, erinnert sich an ihre Jugend im Hotel Lux in Moskau: „1945 war endlich der Krieg vorbei – und wir haben die Hakenkreuzfahnen auf dem Roten Platz verbrannt!“ Walter Stern aus einer Wiener jüdischen Familie war britischer Soldat und Dolmetscher in Kriegsverbrecher-Prozessen 1945: „Das Überleben hat sich gelohnt – aber das Österreich nach 1945 war auch nicht so, wie wir es uns gedacht haben.“ Elfriede Stern erzählt vom Überleben als „halbjüdisches“ Kind in Wien und von der Freude der Befreiung 1945: „Österreich ist frei! – Das haben wir Kommunisten nicht erst 1955 gesagt, sondern schon 1945!“ Es folgten lange Jahre der Diskussionen über das Ausmaß des Massenmords unter Stalin und die Menschenrechtsverletzungen der Sowjetunion bei der Niederschlagung des Ungarn-Aufstandes 1956 genauso wie des Prager Frühlings 1968. Ruth Mayenburg distanzierte sich bereits in den 1950er-Jahren vom Kommunismus sowjetischer Prägung: „Diese kritische Distanz ist immer größer geworden. Ich bin jetzt eine kritische Linke ohne Partei.“ Ihr erster Ehemann Ernst Fischer brach 1968 völlig mit der KPÖ. Viele andere verließen die Partei oder wurden ausgeschlossen. Die KPÖ selbst aber blieb Moskau-treu, bis zum Ende der Sowjetunion. In den 1970er-Jahren waren vor allem Studenten wieder fasziniert von den Schriften von Marx und Engels – ohne sich deshalb der Sowjetunion verpflichtet zu fühlen. Klaus Eberhartinger, später Sänger der österreichischen Pop-Rock-Band Erste Allgemeine Verunsicherung, wollte der teilweise rechtsradikalen Stimmung, die er während seiner Studentenzeit in Graz erlebte, etwas entgegensetzen. Bereits nach einem ersten Auftritt in der DDR ging er aber wieder auf Distanz zum Kommunismus. Wie viele andere sieht er seine jugendliche Überzeugung heute so: „Wer mit 20 nicht Kommunist ist, der hat kein Herz! Aber wer mit 40 immer noch Kommunist ist, der hat kein Hirn!“ 1981 zog Ruth Mayenburg auch öffentlich eine klare Trennlinie zum Sowjetkommunismus. Bereits schwerkrank, erlebte sie noch den Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1989, bevor sie 1993 in Wien starb.

So, 15. Apr · 23:35-01:45 · Das Erste (ARD)
Sonny Boy – Eine Liebe in dunkler Zeit

Die selbstbewusste Rika, alleinerziehende Mutter von vier Kindern, nimmt Ende der 1920er Jahre einen Untermieter in ihrer Wohnung auf: den 17 Jahre jüngeren Studenten Waldemar aus Surinam. Zum Entsetzen ihrer Verwandten und Nachbarn verlieben sich die beiden ineinander und bekommen ein Kind. Ihren Sohn nennen sie Sonny Boy – nach dem gleichnamigen Lied des Sängers Al Jolson. Als die Nationalsozialisten Holland besetzen, hilft das Paar verfolgten Juden. 1944 werden beide deswegen ins KZ deportiert. Das bewegende Epos über ein Paar mit unterschiedlicher Hautfarbe im Holland der späten 30er- und frühen 40er-Jahre, das gegen alle Konventionen verstößt, setzt der niederländischen Widerstandskämpferin Rika van der Lans ein filmisches Denkmal. Gegen Ende der 1920er-Jahre verlässt der junge Waldemar Nods (Sergio Hasselbaink) seine Heimat Surinam, um im fernen Holland sein Glück zu suchen. Leider findet der fleißige Student keine Unterkunft, denn er hat die falsche Hautfarbe. Doch dann trifft er in Den Haag die aufgeschlossene Rika van der Lans (Ricky Koole), die ihm ein Zimmer vermietet. Die Mutter von vier Kindern hat gerade ihren streng religiösen Mann Willem (Marcel Hensema) verlassen, nachdem dieser sie mit dem Dienstmädchen betrog. Obwohl Rika 17 Jahre älter ist, werden die beiden ein Paar, was ihre schwierige Situation nicht gerade einfacher macht. Rikas Gatte ist zutiefst entsetzt, dass seine Noch-Ehefrau von einem Schwarzen schwanger ist. Er entzieht ihr das Sorgerecht für die Kinder, doch damit nicht genug. Der um seinen Ruf besorgte Vermieter setzt die beiden samt Baby auf die Straße. Mit liebenswürdiger Unterstützung des jüdischen Barbesitzers Sam (Frits Lambrechts) eröffnen Rika und Waldemar im liberalen Vorort Scheveningen eine Pension. Ihr Glück währt nicht lange, denn mit dem Einmarsch der Deutschen beginnt auch in Holland der antisemitische Terror. Dass Rika auf ihrem Dachboden jüdische Flüchtlinge versteckt, bleibt den Nazis nicht lange verborgen. Die mutige Widerstandskämpferin und ihr Mann Waldemar, den sie nach der Scheidung von Willem heiratet, werden in ein Konzentrationslager deportiert. Die berührende Geschichte eines Ehepaares unterschiedlicher Hautfarbe, das in düsteren Zeiten gegen alle Konventionen verstößt, beruht auf einer wahren Begebenheit. Anhand von Originaldokumenten und Gesprächen mit Zeitzeugen rekonstruierte die Journalistin Annejet van der Zijl in ihrem Bestseller das authentische Bild einer couragierten Frau, die an der Seite eines fast 20 Jahre jüngeren Mannes um ihr Recht auf Freiheit und um das Überleben anderer kämpft. Mit ihrer stimmungsvollen Verfilmung zeichnet die Holländische Regisseurin und Produzentin Maria Peters ein eindringliches Sittenbild über ein fremdenfeindliches Holland, das bereitwillig mit den Nazis kollaborierte. „Sonny Boy – Eine Liebe in Dunkler Zeit“ ging 2012 als niederländischer Beitrag ins Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.
Bild oben: © ARD Degeto; Rika van der Lans (Ricky Koole) verliebt sich in den 17 Jahre jüngeren Studenten Waldemar Nods (Sergio Hasselbaink) aus Surinam.