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Beduinische Mädchen zu Besuch in Deutschland

Eine Gruppe aus 12 beduinischen Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren hat vom 5. bis 12. März mit drei Betreuerinnen Frankfurt am Main besucht. Die Schülerinnen besuchen in Israel das Jugenddorf Kochve Ha‘Midbar, das vor drei Jahren von der Abteilung Jugend-Aliyah des israelischen Erziehungsministeriums im Negev gegründet wurde und in dem erstmalig beduinische Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet werden. Beduinen stellen derzeit ein Drittel der Bevölkerung des Negev. Ihr Anteil nimmt stetig zu…

Kochve Ha‘Midbar nimmt Kinder aus unterschiedlichen, untereinander oft zerstrittenen Stammesgemeinschaften auf. Ziel des pädagogischen Konzepts ist es zum einen, die Schüler zu Mediatoren zwischen den Stämmen zu machen, und zum anderen, besonders die Mädchen in ihren sozialen und akademischen Fähigkeiten zu stärken, und damit langfristig die beduinische Gemeinschaft zu einer stabilen Bevölkerungsgruppe Israels zu machen.

Das deutsche Komitee der Kinder- und Jugend-Aliyah engagiert sich seit Jahren in den unterschiedlichsten Bereichen für Ausbildungsbesuche von Jugenddorf-Kindern in Deutschland.

Vor diesem Hintergrund trat das Erziehungsministerium an die in Frankfurt ansässige Organisation heran, für dieses Projekt einen pädagogischen Besuch in Deutschland unter dem Aspekt des Girls-Empowerment zu konzipieren. Bei der Entwicklung des Programms half unter anderem das Frauenreferat der Stadt Frankfurt. Die Mädchen besuchten beispielsweise die Opel-Produktionsstätte, die Müllverbrennungsanlage, das Flughafengelände Frankfurt und den alten jüdischen Friedhof.

Sie verbrachten das Wochenende mit einer Pfadfinderinnengruppe in der Natur, absolvierten mit einer Mädchenmannschaft von Eintracht Frankfurt ein gemeinsames Fußballtraining, nahmen an einem Workshop mit einer Steinmetz-Meisterin, einem Selbstverteidigungskurs und einem Klettertraining teil und lernten Schlittschuhlaufen.

Im Abschlussgespräch zeigte sich, dass der Besuch in Deutschland von den jungen Beduininnen als ausgesprochen wertvolle und horizonterweiternde Erfahrung empfunden wurde, der sie in ihrem Selbstverständnis prägen wird. Besonders die Erlebnisse in der fremden Kultur und die Begegnungen mit Mädchen und Frauen, die in der an starken Frauenpersönlichkeiten reichen deutschen Kultur aufgewachsen und davon geprägt sind wurden als bereichernd empfunden. Die Schülerinnen kehren als Multiplikatorinnen in das Jugenddorf zurück. Für die Eltern der Mädchen war es eine sehr couragierte Entscheidung, ihnen die Teilnahme an der Reise zu genehmigen. Das Feedback aus der beduinischen Gemeinschaft war großer Stolz und die Hoffnung, dass das für sie als so wertschätzend erlebte Projekt weitergeführt wird.

Kinder- und Jugendaliya, 19.08.18, Newsletter der Botschaft des Staates Israel

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