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„Geschlagen, getreten und gewürgt“

Mutmaßlicher fremdenfeindlicher und rassistischer Übergriff in Köln…

Von Jennifer Marken

In Köln-Bilderstöckchen, einem auch migrantisch geprägten Stadtteil, kam es zu einem mutmaßlichen fremdenfeindlichen Überfall gegen einen 26-jährigen Afghanen. Dieser scheint von einem besonders ausgeprägten Maß von geplanter Gewalt geprägt zu sein und wird in den Kölner Tageszeitungen breit dargestellt:

Ein 26-jähriger Afghane fuhr am 16.2. gegen 19 Uhr mit seinem Fahrrad entlang einer größeren, etwas abseits gelegenen Straße – Ecke Escher Straße/Militärring – , um seine Freundin zu besuchen. Zwischen zwei Unterführungen wurde er von drei Männern unter einem Vorwand – sie bräuchten Hilfe – in ein nahegelegenes Waldstück gelockt: „Sie haben mich geschlagen und mit einem Kabel gewürgt“ schilderte er später einem Journalisten des Kölner Stadt Anzeigers die Gewalttat. Außerdem hätten sie ihn fremdenfeindlich beleidigt: Er und seine Freunde sollten sofort aus Deutschland abhauen, so ihre fremdenfeindliche Botschaft.

Hakenkreuze auf Bäume gesprüht

Sie zeigten zur zusätzlichen Einschüchterung auf drei auf Bäume gesprühte Hakenkreuze. In ihrer Presseerklärung schreibt die Kölner Polizei, das Trio „habe den Überrumpelten beleidigt, geschlagen, getreten und gewürgt.“

Später fand ein Passant den Verletzten und alarmierte den Rettungsdienst. Dieser wurde in ein Krankenhaus gebracht, welches er zwischenzeitlich aus Angst auf eigenen Wunsch wieder verlassen hat: „Ich habe es dort nicht ausgehalten, hatte zu viel Angst“, schilderte er der Redaktion. Er erstattete bei der Kölner Polizei Anzeige.

Der Kölner Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Verwendens verbotener Zeichen und sucht nach Zeugen.

Die Täter werden als etwa 40 Jahre alt und kräftig beschrieben. Einer hatte eine Glatze und ein Tattoo an der linken Halsseite. Er trug ein Basecap und einen schwarzen Pullover mit einem aufgedruckten weißen Dreieck in einem weißen Kreis. Ein weiterer Verdächtiger ist circa 1,90 Meter groß.

Verändertes gesellschaftliches Klima – auch in Köln

Solche fremdenfeindlichen, mit Symbolen des Nationalsozialismus agierenden Aktionen entstehen vor einem sich veränderndem gesellschaftlichen Klima. In Köln und der Umgebung Kölns hatte vor einem halben Jahr die fremdenfeindliche, mit verfassungsfeindlichen Gruppierungen eng verbundene Aktionsgruppe „Widerstandsteigtauf“ vor mehreren Kölner Flüchtlingsheimen auf deutsch und arabisch Hassbotschaften versprüht: „Mit unseren Sprühschablonen und -kreide ziehen wir wieder durch Köln. Unsere Botschaften ‘Kehrt nach Hause zurück! Eure Heimat braucht euch’ haben wir in Köln bereits am Kölner Hauptbahnhof, an der Großmoschee und in Köln Ostheim in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft gesprüht.“ (Schreibweise im Original) verkündete die verfassungsfeindliche Gruppierung „Widerstandsteigtauf“ auf ihrer eigenen Website und auf Facebook.

Dass solche geschilderten Gewalttaten nun nicht nur verbal popularisiert sondern nun offenkundig auch in die Tat umgesetzt worden sind dürfte nicht mehr überraschen.