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Antirassismus- und Andiskriminierungslandkarte Bayerns

Das Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern hat bis Ende 2017 sein Projekt „Bestandsaufnahme der Antirassismus- und Antidiskrimierungsstellen in Bayern“ durchgeführt und abgeschlossen. Ergebnis: Bayern ist sehr dünn versorgt…

Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern e.V.

Betroffene von Rassismen und Diskriminierungen befinden sich hinsichtlich Beratung und Hilfe in den Kommunen in einer prekären Situation: Nur 4 Kommunen haben entsprechende Angebote.

Dank der Förderung durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) konnte das Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern sein Projekt durchführen.

Im Rahmen dieses fanden 44 Besuche von Kommunen in allen 7 Regierungsbezirken des Freistaates statt, um die existierenden kommunalen und zivilgesellschaftlichen Beratungsstellen zu erfassen. Gespräche vor Ort und gemeinsame Veranstaltungen ermöglichten uns, ein Bild über die Lage von Betroffenen und Beratenden zu machen.

„Das Ergebnis zeigt, dass die Bezirke, Städte und Kommunen trotz des dramatischen Anstiegs von Rassismus, Diskriminierung und Rechtsextremismus, ihrer Aufgabe, den Betroffenen Hilfestellung zu garantieren, nicht nachgekommen sind“, so Projektleiter Hamado Dipama.

Nur in den folgenden Städten können Betroffen sich beraten lassen und Hilfe bekommen: München, Nürnberg, Erlangen und − erst ab 2018 – Regensburg. Zurzeit wird dort eine Beratungsstelle eingerichtet.

Das Projekt stellte aber auch großes zivilgesellschaftliches Interesse und Engagement an vielen Orten Bayern fest. In einigen Städten, in denen es Migranten- oder Integrationsbeiräte oder engagierte Vereine und Bürgerinitiativen existieren, gibt es Menschen, die Aufklärungsarbeit betreiben und Betroffene unterstützen. Aber die Erfahrung zeigt, dass gerade die oft sehr komplexe Beratung in diesem sensiblen Bereich professionelle und hauptamtliche Ressourcen z. T. mit juristischem Know How benötigt.

„Wir brauchen gewiss die ganze Gesellschaft, um das Gift des Rassismus, das unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zersetzt, zu neutralisieren. Und es gehört zu den Pflichten des Staates und der Kommunen, die Zivilgesellschaft zu unterstützen“, so Hamado Dipama.

Zur Veranschaulichung der Arbeit wurde eine Kartierung vorgenommen, die zwei Funktionen hat. Zum einen ermöglicht sie uns, existierende Strukturen aufzuzeigen und so den von Rassismus und Diskriminierung betroffenen Menschen in Bayern geeignete Ansprechpartner*innen bekannt zu machen, die Sie beraten und unterstützen können. Zum anderen werden die Versorgungslücken sichtbar. Es handelt sich um Orte und Regionen, an denen es keine Beratungsangebote gibt. Hier sind Bezirke, Städte und Kommunen ihrer Verantwortung nicht nachkommen und die Zivilgesellschaft hat es aus eigener Kraft noch nicht geschafft, Strukturen zu entwickeln, um Rassismus und Diskriminierung sichtbar zu machen und wirksam zu bekämpfen.

Wir sehen uns als Netzwerk verpflichtet, Betroffenen dabei zu unterstützen.

Hier können Sie die Karte aufrufen:
https://karte.rassismusfreies-bayern.net/

Ausführlicher Bericht der Bestandaufnahme:
http://www.rassismusfreies-bayern.net/wp-content/uploads/2017/12/nrdb_web.pdf

Infos über das Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern e.V.

Zum Abschluss der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2015 fand auf Inititiave der Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns (AGABY e.V.) die Versammlung zur Gründung des „Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern e.V.“ statt.
Ziele des Vereins sind insbesondere die Sichtbarmachung und Bekämpfung von Rassismus und die Unterstützung von Personen, die Rassismus und Diskriminierung erfahren. Der Auftrag des Vereins ist u.a. der strategische Informationsaustausch, die Koordination der Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit auf Landesebene sowie die Schaffung einer unabhängigen Antirassismus- und Antidiskriminierungsstelle auf Bayernebene. Der Verein strebt eine enge Kooperation mit bereits bestehenden Einrichtungen, Gruppen und Institutionen an und freut sich über weitere Mitglieder sowie Fördermitglieder. Es können Einzelpersonen und Organisationen