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„Viele Freunde in Deutschland“

Gergely Gulyás, Fraktionsführer der ungarischen Regierungspartei Fidesz meint am Jahresanfang in der regierungsnahen Tageszeitung Magyar Idök zum Stand der ungarisch-deutschen Beziehungen: Die politischen Verbindungen mit der Christlichsozialen Union (CSU) sind ausgezeichnet, mit der Christlichdemokratischen Union (CDU) sind sie gut und ausgewogen…

Von Karl Pfeifer

„Wenn auch nicht alle uns verstehen, haben wir trotzdem viele Freunde in Deutschland.“ Wie zum Beispiel Götz Kubitschek, einer der Vor- und Nachdenker der „Neuen Rechten“, der an einem, vom ungarischen Außenministerium mitorganisierten Symposium im Januar 2018 in Budapest einen Vortrag halten soll. Gulyás weiter: „Unsere politischen Verbindungen sind unvergleichlich besser als unsere Erscheinung in den deutschen Medien.“

Und Gulyás weiß auch warum das so ist: 70-80 Prozent der deutschen Medien sind eindeutig links oder sympathisieren mit den Grünen. Sie schauen mit aufrichtigen und unverhohlenen Hass auf alle Werte, die von der ungarischen Regierung vertreten werden: die Wichtigkeit der christlichen Wurzeln, die echte konservative Politik, die Achtung und die Verteidigung des traditionellen Familienmodells, das Europa der Nationalstaaten. (…) die deutschen Medien sind nicht so vielfarbig wie die ungarischen Medien, das ist die traurige Lage.“

Die letzte Behauptung ist eine unverfrorene Lüge, denn in Ungarn sind 90 Prozent der Medien entweder in der Hand der Regierung oder in der Hand regierungsnaher Oligarchen.

Das wichtigste am Ende, Gulyás versprach auch 2018 mit der antisemitischen Kampagne gegen George Soros weiterzumachen. Denn ohne Antisemitismus geht die Chose nicht.

Als gebildete Antisemiten drücken sie sich zwar gewählter aus und vermeiden Gewaltandrohungen. Die ungarische Regierungspropaganda greift aber geistig auf dieselben uralten Muster zurück wie Neonazis und Rechtsextreme. Die Formen sind anders, die Inhalte jedoch gleich.

© Karl Pfeifer