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Kölner Ebertplatz: Reconquista finita

Das ist aber nach hinten losgegangen…

Von Tyliy Alev

Das ist ja echt nach hinten losgegangen: Seit vielen Jahren existiert am zentral gelegenen Kölner Ebertplatz – wie auch an weiteren Plätzen in Köln – eine Drogenszene mit damit einhergehender Kriminalität. Im Oktober starb dort ein 22-jähriger Nordafrikaner in Folge eines Messerangriffs. Seitdem versuchen Kölner Rechtsradikale und Hooligans, diese Situation für ihre rechtsradikale und flüchtlingsfeindliche Propaganda zu nutzen.

Die am Friesenwall gelegene Kneipe Grüneck wird immer wieder als organisatorisches Zentrum für solche Aktivitäten genannt. Das traditionsreiche „Gröneck“ gilt seit Jahren als Treffpunkt von Rockern, Neonazis und Hooligans im Umfeld rechtsextremer Fußballfans, die auch bei den Hooligan- und Ultra-Gruppen des 1. FC Köln verankert sind. 

Auch die beiden Rechtsextremen, die am 2.1.2016 einen Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Köln-Mülheim verübten, bei dem neun Kinder und drei Frauen nur mit äußerstem Glück dem Tod entgingen – sie wurden im August 2017 zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt – stammen aus diesem rechtsradikalen Kölner Umfeld.

Kürzlich verirrte sich eine kleine Gruppe der rechtsextremen, vom Verfassungsschutz beobachteten „Identitären“ zum Kölner Ebertplatz und erstellten einen sich durch unfreiwillige Komik auszeichnenden Kurzfilm. „Reconquer Ebertplatz“ schrieben die auch sprachlichen Dilettanten auf ein Transparent. Wenige Minuten später flüchteten die Hasenfüsse. Einige „Identitäre“, so ist von Insidern der Szene zu erfahren, leben in Köln-Deutz.

Die rührige Kölner Initiative Kein Veedel für Rassismus hat sich der rechtsextremen Propaganda mehrfach durch Infostände entgegen gestellt.

Vor wenigen Stunden gab eine Künstlergruppe vom Ebertplatzes den deutschtümelnden, fremdenfeindlichen Hooligan-Reconquistas eine bebilderte Grußbotschaft mit auf den Weg: Reconquista finita.

Informationen über die rechtsextremen „Identitären“ finden sich hier.