Absage an Roger Waters

Zentralrat der Juden begrüßt die Entscheidung von ARD-Anstalten auf die Präsentation von Roger-Waters-Konzert zu verzichten…

Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt die Entscheidung mehrerer öffentlich-rechtlicher Sender die Zusammenarbeit mit dem Musiker Roger Waters zu beenden. Nach der Entscheidung des WDR-Intendanten Tom Buhrow, aus der Kooperation mit dem Musiker auszusteigen, hatten sich weitere Sendeanstalten entschieden, dem Beispiel zu folgen. Neben dem WDR erklärten auch der Bayerische Rundfunk, der Südwestrundfunk, der Norddeutsche Rundfunk und der Rundfunk Berlin-Brandenburg, die Zusammenarbeit zu beenden. Roger Waters, Pink-Floyd-Gründungsmitglied, trat in der Vergangenheit immer wieder mit anti-israelischen Aktionen in die Öffentlichkeit.

Dazu erklärt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster:

„Die schnelle und entschiedene Reaktion der Sender auf die massive öffentliche Kritik ist ein wichtiges Zeichen, dass der grassierende Israel-bezogene Antisemitismus in Deutschland keinen Platz hat. Wer auf Konzerten Ballons in Schweineform samt Davidstern aufsteigen lässt, muss sich den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen. Es ist höchste Zeit, dass Antisemitismus, der sich unter dem Deckmäntelchen der Kritik an Israel tarnt, endlich als das bezeichnet wird, was er ist.“

Berlin, 28. November 2017 / 10. Kislew 5778

Bild oben: Roger Waters in Barcelona, 2011, (c) Alterna2 http://www.alterna2.com

Ein Kommentar zu “Absage an Roger Waters

  1. Israelkritik an sich wäre legitim gewesen, aber für die Kritik an Israel eine moderne Form des alten und unwürdigen Judenschweinklischees zu instrumentalisieren, das ging in der Tat zu weit.
    Mehr noch, es setzt den Musiker (und seine Mitstreiter) in eine Linie mit den mittelalterlichen, christlichen, religionsgetriebenen Judenhassern
    https://de.wikipedia.org/wiki/Judensau

    ferner mit den deutschen Nationalsozialisten des 20. Jahrhunderts
    http://www.hagalil.com/2013/11/zoeberlein/

    sowie mit den Primitiven unter den Fußballfans von heute:
    Zitat: Als jüdisch angesehene Fußballer und Schiedsrichter werden in Deutschland heute noch des Öfteren als „Judensau“ beschimpft. So wurden etwa die Fußballer des TuS Makkabi Berlin während einer Partie im Oktober 2006 von rechtsradikalen Zuschauern zunehmend beschimpft und körperlich bedroht, bis sie gemeinsam den Platz verließen. Alle dem Verband Makkabi Deutschland angeschlossenen deutschjüdischen Vereine vereinbarten daraufhin, Spiele bei solchen Vorfällen künftig abzubrechen und sie vor Sport- und Strafgerichte zu bringen. Dies stieß eine bundesweite Debatte über Antisemitismus im deutschen Fußball an. Zitatende
    https://de.wikipedia.org/wiki/Judensau#Aktualit.C3.A4t

    Den deutschen Medienanstalten muss in diesem speziellen Fall Lob ausgesprochen werden.

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