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Kampf gegen Rechtsextremismus massiv verstärken

Der Zentralrat der Juden in Deutschland ruft dazu auf, den Kampf gegen Rechtsextremismus massiv zu verstärken. Alle demokratischen Kräfte – die Parteien und die Zivilgesellschaft – müssen zusammenstehen, um den Umtrieben der Rechtsextremisten Einhalt zu gebieten. Dies muss auch eine vordringliche Aufgabe für die neue Bundesregierung nach der Wahl sein. Ebenso muss das Augenmerk stärker auf radikalisierte Jugendliche generell gerichtet werden…

„Wir dürfen bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus nicht nachlassen“, forderte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, im Anschluss an ein Gespräch des Präsidiums des Zentralrats der Juden mit den bisherigen Trägern des Paul-Spiegel-Preises für Zivilcourage am Donnerstag in Berlin. Die Preisträger, die sich alle gegen Rechtsextremismus bzw. muslimischen Antisemitismus engagieren, hatten von der aktuellen Lage berichtet.

„Vor allem die Aufklärungs- und Bildungsarbeit in den Schulen muss weiter verbessert und verstärkt werden“, sagte Dr. Schuster. „Die gesamte Gesellschaft muss ihr Augenmerk sowohl auf junge Menschen richten, die empfänglich sind für rechtsextreme Parolen, als auch auf junge Muslime, die sich unter dem Einfluss der türkischen Politik und von Dschihadisten radikalisieren. Wir dürfen diese jungen Leute nicht aufgeben, sondern müssen das Gespräch mit ihnen suchen.“

An dem Gespräch nahmen von Seiten des Zentralrats neben Präsident Dr. Schuster und Vizepräsident Mark Dainow die Präsidiumsmitglieder Küf Kaufmann, Milena Rosenzweig-Winter, Harry Schnabel, Hanna Sperling, Vera Szackamer und Barbara Traub sowie Geschäftsführer Daniel Botmann teil.

Von den Preisträgern der vergangenen Jahre waren vertreten: der Leipziger Polizeipräsident Bernd Merbitz (2009), das Künstlerehepaar aus Jamel/Mecklenburg-Vorpommern, Birgit und Horst Lohmeyer (2011), der Vorsitzende der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, Aycan Demirel (2012), und der Vorsitzende des Vereins „Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“, Uwe-Karsten Heye (2016).

Der Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage wird seit 2009 vom Zentralrat der Juden in Deutschland in Erinnerung an seinen früheren Präsidenten Paul Spiegel sel. A. und dessen unermüdliches Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus vergeben. 2017 wurde der Preis nicht verliehen. Die nächste Verleihung ist für 2018 vorgesehen.

Berlin, 15. September 2017 / 24. Elul 5777, Bild oben: Zentralrat der Juden/Gregor Zielke