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Morddrohungen gegen SPD-Politikerin

Die bisherige SPD-Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier musste sich in den vergangenen Monaten mehrfach an den Staatsschutz wenden. Nun hat sie vor dem organisierten Hass resigniert und ihre Facebook-Seite geschlossen…

Von Susanne Müller
Zuerst erschienen bei: Blick nach Rechts, 28.09.2017

Die Gummersbacher SPD-Politikerin Michaela Engelmeier gehörte von 2013 bis 2017 dem Deutschen Bundestag an. Sie war Direktkandidatin im Oberbergischen Kreis. Bei der Neuwahl hat sie wegen der Verluste der SPD den Wiedereinzug in das Parlament verpasst. Das frühere Mitglied der deutschen Judo-Nationalmannschaft zeichnete sich in ihrer parlamentarischen Tätigkeit durch außergewöhnlichen Mut aus: Neben ihrem langjährigen Engagement als Sportpolitikerin engagierte sie sich in nachdrücklicher Weise gegen Antisemitismus und Rassismus.

Michaela Engelmeier war in den vergangenen Jahren auch Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Israel sowie für die Palästinensischen Autonomiegebiete. In Israel hat sie zahlreiche Freunde und Kollegen, gerade unter Sportlern. Beim sogenannten Gazakrieg des Jahres 2014 trat sie immer wieder als überzeugende Sprecherin für Israels legitime Sicherheitsinteressen auf.

Immer wieder hat sich die überzeugte Sozialdemokratin in persönlicher Weise gegen jegliche Form von Antisemitismus und Rassismus gekämpft. Dies brachte ihr in den vergangenen Jahren zahlreiche, offenkundig systematische betriebene Anfeindungen und Bedrohungen durch Nazis, Reichsbürger, Israelfeinde und Antisemiten ein.

„Massiv von Rechtsextremen, Hassbürgern und anderen ‘braunen Elementen’ bedroht“

Nun hat Michaela Engelmeier nach einer Kette nicht abreißender rechtsextremer Beleidigungen und Bedrohungen auch persönliche Konsequenzen gezogen: „Leider werde ich gerade massiv von Rechtsextremen, Hassbürgern und anderen ‚braunen Elementen’ bedroht. Daher schließe ich bis auf weiteres meine Facebook-Seite“, teilte sie jetzt auf Facebook mit. „Ich bin fassungslos darüber“, fügt die couragierte Streiterin gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit hinzu, „dass es in unserem Land wieder möglich ist, dass Menschen, die sich klar und mit deutlicher Sprache gegen Nazis, Rassisten, Antisemiten und anderen Hassbürgern positionieren, mit dem Tod bedroht werden. Es erinnert mich an die ‚dunkelsten Zeiten unseres Landes, an die mörderische Nazidiktatur!’“

Immer wieder hatte sich die engagierte Demokratin in den vergangenen Monaten an den Staatsschutz wenden müssen. Nun hat sie vor dem organisierten Hass, den Bedrohungen resigniert. „In diesem Sinne, wir sehen uns wieder, ganz bestimmt“, fügt Engelmeier in einer persönlichen Erklärung hinzu.

In den Zeiten, wo der Rechtsextremismus massiv zunimmt, sollte der Rückzug Michaela Engelmeiers als ein nachdrücklicher Warnruf verstanden werden.

Bild oben: (c) S. Müller