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Gedenkort Fontanepromenade 15

Der Europäische Tag der jüdischen Kultur wird seit 1999 jährlich am 1. Sonntag des September begangen, um in rund 30 europäischen Ländern Veranstaltungen zum Europäischen Judentum, seiner Geschichte, den Traditionen und Bräuchen in der Gegenwart durchzuführen. Die Initiative Gedenkort Fontanepromenade 15 in Berlin führt anlässlich des diesjährigen Aktionstag am 3. September eine Veranstaltungsreihe durch…

Die Initiative Gedenkort Fontanepromenade 15 entstand aus verschiedenen stadt-, geschichts- und erinnerungspolitischen Initiativen. Mit der Forderung für einen Gedenkort in der Kreuzberger Fontanepromenade 15 wandte sie sich an die Öffentlichkeit und per Post an die politisch Verantwortlichen auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene. Die damalige „Zentrale Dienststelle für Juden beim Berliner Arbeitsamt“ von 1938 – 1943 war eine Schnittstelle zwischen rassistischer NS-Juden-Verfolgung und der Organisation des „geschlossenen Arbeitseinsatzes“ für deutsche Juden.

Inge Deutschkron, Schriftstellerin und Zeitzeugin der „Schikane-Promenade“ forderte in ihrem „Offenen Brief“ vom 29.12.2016 direkt vom Kultursenator Lederer: „ ….. sich dafür einzusetzen, dass dieses Gebäude eine Nutzung erfährt, die seiner historischen Bedeutung gerecht wird.“

Ein integriertes stadträumliches, pädagogisch-wissenschaftliches und künstlerisches Konzept für den Informations-, Forschungs- und Begegnungsort in der Kreuzberger Fontanepromenade 15 findet inhaltliche Unterstützung aus Wissenschaft, Gedenkstätten und von geschichtspolitischen Akteuren. Das allein reicht aber nicht. Die öffentliche Finanzierung von Land und Bund steht bisher noch aus.

Do 31.08. um 19:30 Uhr Lied-Programm „Klage nicht… …wenn dir ein Becher in Scherben bricht; hast ja noch alle die anderen.…“ vertont und gesungen von Zhenja Oks (Odessa, Potsdam, Berlin) mit Texten der vergessenen Dichterin Gertrud Kolmar; zur Zwangsarbeit verpflichtet,1943 in Auschwitz ermordet, sowie Else Lasker-Schüler und Mascha Kaléko.
Eine Kooperation mit dem Museum FHXB im Rahmen der Ausstellung „Letters of Stone“.
Ort: Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Adalbertstraße 95A, Kreuzberg (U-Bahn Kottbusser Tor)

Di 05.09. um 19:30 Uhr Gespräch und Lesung mit der Zeitzeugin Vera Friedländer
Sie musste als 16jährige im Reparaturbetrieb von Salamander in der Köpenicker Str. 6a-7 in Berlin-Kreuzberg Zwangsarbeit leisten.
Ort: In Kooperation der Wilhelm Liebknecht- und der Namik-Kemal Bibliotheken, Adalbertstr.2, Kreuzberg (U-Bahn Kottbusser Tor)

Do 07.09. um 18 Uhr Spaziergang Widerstand im Prenzlauer Berg — „sag nie: wie die Schafe zur Schlachtbank geführt!“
Führung mit Eva Nickel, Tochter einer jüdischen Zwangsarbeiterin, erklärt den Widerstand gegen die Nazis im Stadtbezirk Prenzlauer Berg, der verhältnismäßig stark war, weil dort u.a. eine sehr gemischte Bevölkerungsstruktur existierte.
Treffpunkt: 18 Uhr; Schwedter Str./ Ecke Schönhauser Allee (Ärztehaus), U-Bhf. Senefelderplatz U2 (Ausgang Richtung Pankow)

Bild oben: (c) Kappa Photo