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Schlauer als Bots durch Verhaltensanalyse

Die Internetsicherheitsfirma Unbotify (zu Deutsch etwa „entbotifieren“) bekämpft automatisierte Datenräuber-Bots, um gegen die Verbreitung von Falschnachrichten anzugehen…

Dafür analysiert das Startup menschliches Verhalten, um zwischen Bots und Menschen zu unterscheiden: „Unser Anspruch ist nicht, die Messlatte stets ein wenig höher zu legen und darauf zu warten, dass die Betrüger aufholen“, erklärt Eran Magril, der Vize-Präsident des Bereichs Produkt und Transaktion. „Wir beschäftigen uns mit den Datenpunkten, die für sie am schwierigsten zu fälschen sind, um unentdeckt zu bleiben.“

Sogenannte Bots sind für einfachen Onlinebetrug die beliebteste Einsatzmethode, der für Firmen zu Verlusten im Millionenbereich führen kann und die öffentliche Meinung in wichtigen Angelegenheiten beeinflussen kann. Besonders gern werden sogenannte Fake News über soziale Medien verbreitet, wo die Bots eigenständig Konten eröffnen und agieren können. Mit einer durchschnittlichen Erfolgsquote von 2% kann ein Bot mittels einer Million Anmeldeinformationszusammensetzungen 20.000 Konten übernehmen. „Darin liegt für die Fälscher die Macht der Automatisierung“, sagt Magril. „Durch die Automatisierung können sie in viel größerem Maße agieren. Es ist ein großes Problem und alle reden darüber, gerade jetzt, nach den Wahlen in den Vereinigten Staaten, in Frankreich und an anderen Orten.“

Das Unternehmen hat auf der diesjährigen „Cyberstorm competition“, die letzten Monat an der Universität Tel Aviv stattfand, den ersten Platz belegt. Außerdem stufte die Zeitschrift Fast Company die Firma als innovativstes Unternehmen des Jahres 2017 ein. Das vor zwei Jahren gegründete Startup mit Hauptsitz in Ramat Yishai hat bereits ein zwei-Millionen-Dollar-Investment von Maverick Ventures erhalten.

Zur Datenanalyse wird Verhaltensbiometrie benutzt; etwa, wie lange eine Taste gedrückt wird, wie eine Maus bewegt wird und wie ein Gerät gehalten wird. So kann Unbotify feststellen, ob der Nutzer ein Mensch oder Computerprogamm ist. Wenngleich die derzeitige Technologie sich vorerst nur mit Automatisierung beschäftigt, hat das Unternehmen bereits festgestellt, dass verschiedene Verhaltensindikatoren Personen, die gefälschte Konten eröffnen, identifizieren können. Bestimmte Tastenanschläge lassen sich etwa besonders bei Leuten vorfinden, die wiederholt neue Konten eröffnen, auch ohne Hilfe eines Bots: „Wir haben bemerkt, dass die Analyse von Verhaltensbiometrie zur Differenzierung zwischen verschiedenen Gruppen von Leuten mit unterschiedlichen Absichten benutzt werden kann.“

Times of Israel, 11.07.17, Newsletter der Botschaft des Staates Israel