Wie im 16. Jahrhundert die Küste im Norden mit Kanonen vor Piraten geschützt wurde

Drei vor der Küste von Megadim gefundene bronzene Kanonen geben Aufschluss darüber, wie die venezianische Waffenindustrie vor hunderten von Jahren Neuerungen vornahm, um Händlern bei der Piratenbekämpfung zur Seite zu stehen…

Eine erneute Analyse der erstmals 1972-73 entdeckten Kanonen ergab, dass die Abwehrvorrichtungen vermutlich Teil des Waffendepots eines segelnden Händlers waren, dessen Schiff in der ersten Hälfte des „Zeitalters der Seefahrt“ (1571-1862) vor der Küste Haifas versenkt wurde. Diese Seefahrtära war gleichzeitig das Zeitalter der Kaperei. Neben den existentiellen maritimen Bedrohungen durch Seeräuber des Ottomanischen Reiches gab es einige jüdische Piraten, die nach dem Alhambra-Edikt und der Vertreibung aus Spanien auf Vergeltung aus waren.

Ein multidisziplinäres Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Dana Ashkenazi von der Tel Aviver Hochschule für Maschinenbau führte nun die erste chemische Analyse der Funde durch. Wenngleich die Kanonen vornehmlich aus Bronze bestehen, gibt es leichte metallische Unterschiede zwischen den drei Exemplaren, wie dies in der vorindustriellen Periode häufiger der Fall ist. Eine Analyse der Holzüberreste ergab, dass drei verschiedene Baumarten verwendet wurden, von denen zwei bis nach Israel verbreitet waren. Da der Habitat der dritten Baumart jedoch auf die nördlichen Regionen begrenzt war, schließen die Forscher aus, dass das Schiff im Heiligen Land hergestellt wurde: „Diese Information verstärkt die Vermutung, dass das Schiff aus einem südeuropäischen Land stammt, das mit Venedig, Neapel und Ragusa in Kontakt stand“, heißt es in der im Journal of Archaeological Science publizierten Studie.

Times of Israel, 10.07.17
Bild oben: Kanone aus osmanischer Zeit in Jaffa (Foto: Dr. Joseph Trotsky)

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