Fernsehtipps für den Sommer

Vom 01. bis 15. August 2017…

Di, 1. Aug · 12:00-12:15 · PHOENIX
Bethlehem

Bethlehem liegt an der uralten Straße von Jerusalem nach Hebron. Heute ist diese Straße nur über einen israelischen Checkpoint passierbar, eine schmale Lücke in der acht Meter hohen Mauer, die die Stadt seit 2003 einschließt. Für Touristen ist es ein kurzer Zwischenstopp, für viele Palästinenser ein unüberwindbares Hindernis. Diese „Pilgerstraße“ wurde ebenso wie die Klöster und Kirchen um die Geburtsgrotte von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Während jedes Jahr Millionen zu den heiligen Stätten pilgern, findet der Weg dorthin kaum Beachtung. Dabei bergen die Häuser rechts und links des uralten Pflasters manche Überraschungen und Geheimnisse. Bethlehem ist eine Stadt in der Moslems und Christen friedlich zusammenleben. Manche schicken ihre Kinder sogar in die gleichen Schulen. Da ist es ganz selbstverständlich, dass die zwölfjährige Mirna ihre beiden muslimischen Freundinnen mit nach Hause nimmt, zu einem typisch palästinensischen Essen. Sie wohnt gleich neben dem ältesten Gebäude der Pilgerstraße, dem Bethlehem-Tor. Der Wunsch die Heiligkeit der Orte, die Andacht, mit der Kamera einzufangen, stößt an Grenzen. Die wirklich Gläubigen gehen in der Masse derer unter, die ihr Beweißfoto geschossen haben wollen. In seltenen Momenten gelingt es dann doch. Bei der Messe der griechisch orthodoxen Christen, die das Königstor, das Allerheiligste für wenige Momente öffnen. Oder beim Blick hinter die Mauern des armenischen Klosters, dessen junge Mönche uns ganz unkompliziert an einem Ausschnitt ihres Lebens teilhaben lassen. Die Gegensätze am Geburtsort Jesu Christi treffen einen oft unerwartet. Es gibt kaum einen Platz in der Welt, an dem der Ruf des nur hundertfünfzig Meter von den Kirchen entfernten Muezzins lauter erschallt. Dann wieder sind es gerade Muslime, die voller Ehrfurcht in der Geburtsgrotte vor dem Altar verharren. Jesus ist einer der wichtigsten Propheten im Islam. Vielleicht ist es gerade dieses Spannungsfeld, das die wohl älteste Kirche der Welt über eineinhalb Jahrtausende vor Zerstörung beschützt und bewahrt hat.

Mi, 2. Aug · 20:15-21:50 · arte
Mein Herz tanzt

Eyad ist Palästinenser und Israeli, er ist Muslim und besitzt den Pass des jüdischen Staates. Geboren und aufgewachsen in Tira, einem der arabisch geprägten Orte Israels, erhält Eyad als Jugendlicher aufgrund seiner Hochbegabung die Möglichkeit, ein jüdisches Eliteinternat in Jerusalem zu besuchen. Fortan sitzt er in einer Klasse als einziger Muslim unter jüdischen Mitschülern. Gleichzeitig übernimmt er im Rahmen eines Sozialhilfeprogramms die Betreuung des gleichaltrigen jüdischen Jungen Yonatan, der an fortschreitendem Muskelschwund leidet und auf den Rollstuhl angewiesen ist. Die beiden freunden sich an, und auch Yonatans Mutter Edna findet in Eyad einen Vertrauten. Im Internatsalltag wie auch während der gelegentlichen Busfahrten zwischen Tira und Jerusalem wird Eyad als Araber häufig Opfer von Hänseleien. Ebenso hart treffen ihn die Demütigungen durch israelische Sicherheitskräfte. Doch wo Schatten ist, ist auch Licht. Eyad verliebt sich in seine Mitschülerin Naomi, die seine Zuneigung erwidert. Aber wie lange kann das gutgehen zwischen einem Araber und einer Jüdin? Wie wäre es wohl, wenn Eyad zwei Identitäten zur Auswahl hätte? Könnte er dann besser mit den ihn umgebenden Konflikten umgehen?
© Riva Filmproduktion/Mact Productions/Heimatfilm/Alma Film Productions/New Lineo Kann Edna (Yaël Abecassis, re.) Eyad (Tawfeek Barhom, li.) bei seiner Suche nach Zugehörigkeit helfen?

Mi, 2. Aug · 21:50-23:35 · arte
Félix & Meira

Félix ist ein 40-jähriger frankokanadischer Single, der in den Tag hinein lebt. Von seinem reichen Vater verstoßen, wird er heimlich von seiner Schwester finanziert. Nach dem Tod des Vaters trifft er in den Straßen von Montréal eine jüdische Frau mit ihrem Kind und fragt sie in seiner Ziellosigkeit, ob sie ihm etwas von Gott erzählen könnte. Meira ist eine chassidische Ehefrau und junge Mutter, der es untersagt ist, fremden Männern in die Augen zu schauen. Sie weicht Félix aus, spricht aber ihr Beileid für den Vater aus. In den nächsten Tagen suchen jedoch beide die Nähe des anderen, und eine unschuldige Freundschaft entsteht. Meira ist in der streng orthodoxen Gemeinschaft unglücklich und kann nur heimlich ihre geliebte Soul-Musik hören. Ihr strenggläubiger Ehemann erwartet von ihr, die jüdischen Traditionen einzuhalten, und sieht nicht, wie traurig sie ist. Bei Félix kann sie Musik hören, Hosen tragen und ihm irgendwann auch in die Augen schauen. Als ihre Abtrünnigkeit bemerkt wird, wird sie zu Verwandten nach Brooklyn geschickt, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Stattdessen folgt ihr Félix, und die beiden beginnen eine langersehnte Romanze. Werden sie endlich glücklich?

Do, 3. Aug · 20:15-21:45 · RBB
Pfarrer Braun: Die Gärten des Rabbiners

Nach einem rätselhaften Mordfall in der Synagoge von Potsdam wird ausgerechnet der Rabbiner Seelig verdächtigt. Pfarrer Braun, der hier gerade seine neue Wirkungsstätte bezogen hat, leistet seinem jüdischen Kollegen gottgewollte Amtshilfe und ermittelt in der jüdischen Gemeinde. Nebenbei müssen Braun und Seelig gemeinsam eine jüdisch-katholische Liebesheirat ermöglichen. Ein schwieriges Problem, denn die Familien des jungen Paares sind sich nicht grün: Ihre Gärtnereien konkurrieren erbittert. Bischof Hemmelrath und sein Adlatus Mühlich wollen Pfarrer Braun versetzen. Ostgrönland oder Potsdam stehen zur Auswahl. Und so fügt Braun sich in sein Schicksal und reist mit der Roßhauptnerin und Armin nach Potsdam. Ein Novum für den katholischen Pfarrer: Seine neue Wirkungsstätte liegt in der Nachbarschaft einer jüdischen Gemeinde. Braun gewöhnt sich jedoch schnell ein, denn kurz nach seiner Ankunft geschieht ein Mord – ausgerechnet in der Synagoge: Ein Geselle aus der hiesigen Gärtnerei Grün wurde mit einem Blumendraht erwürgt. Kommissar Geiger, aufgrund seiner hohen Aufklärungsquote zum LKA berufen, verdächtigt ausgerechnet Rabbi Seelig. Braun ist diese Verdächtigung nicht ganz koscher. Er nimmt erst einmal eine Prise Schnupftabak und leistet seinem jüdischen Kollegen gottgewollte Amtshilfe. Dabei kommt er einer jüdisch-katholischen Familienfehde auf die Spur. Die Gärtnerei Grün und die Gärtnerei Kruschke kämpfen mit harten Bandagen um lukrative Marktanteile bei der Bepflanzung des weltberühmten Schlossparks Sanssouci. Trotz der Feindschaft verbindet Adam Grüns Tochter Alisha und Egon Kruschkes Sohn Gerd eine heimliche Zuneigung. Gemeinsam mit Rabbi Seelig will Braun eine Liebesheirat durch Familienversöhnung ermöglichen. Bei der Frage, wer dabei zu welchem Glauben konvertiert, treten die beiden Gottesmänner in einen temperamentvollen Wettstreit. Nebenbei findet Braun heraus, dass der Ermordete ein begnadeter Botaniker war. Er hat eine neue Tulpenzwiebel gezüchtet, die mit Gold aufgewogen wird.

So, 6. Aug · 05:00-05:50 · arte
Jacques Derrida oder der Mut zum Denken

Wer sich für Derrida interessierte, fand bei der Recherche lange Zeit zwar zahlreiche Werke und Denkanstöße, die zu handfesten Konzepten führten. Jedoch erschienen erst mit der Zeit Texte in Ich-Form, Interviews oder Fotos des Philosophen. Aus diesen Spuren lässt sich, wenn auch keine Autobiografie, doch die Weltanschauung eines Mannes rekonstruieren, die durch einschneidende Ereignisse seines Jahrhunderts geprägt wurde. So etwa durch seine Kindheit in der damals französischen Kolonie Algerien. Dort wurde Derrida 1930 als Sohn eines jüdischen Weinhändlers geboren und schon in der sechsten Klasse begeisterte er sich für Rousseau und Nietzsche. Doch als die antisemitischen Verordnungen 1942 in Kraft traten, wurde der Zwölfjährige vom Unterricht ausgeschlossen. Von Algerien zog es ihn nach dem Krieg nach Frankreich, denn als Abiturient erfuhr Derrida durch das Programm von Radio Algier, dass Pariser Hochschulen Philosophen ausbilden. Sein Berufswunsch war somit klar, und er schlug sich mit dem Schiff erst nach Marseille durch und dann weiter in die Hauptstadt. Dort veröffentlichte er 1962 sein erstes Werk und nur fünf Jahre später gelang ihm der große Durchbruch, als er in kurzen Abständen drei wegweisende Schriften publizierte: „Grammatologie“, „Die Stimme und das Phänomen“ sowie „Die Schrift und die Differenz“. Ein Philosoph, der mit der Dekonstruktion als Konzept neue Lektüre- und Analyseverfahren von Texten prägte und dabei den Mut zum Denken forderte. Auch inspirierte er Woody Allen zum Filmtitel „Deconstructing Harry“ (1997) und wurde von Comicautoren selbst zum Helden gemacht.

So, 6. Aug · 06:45-07:00 · NDR
Schätze der Welt: Masada – Eine Geschichte vom Überleben

Ein Kulturdenkmal ist die Jüdische Festung Masada. Im Jahr 40 v. Chr. durch König Herodes erbaut gab es 70 nach Chr. den jüdischen Aufstand gegen die römischen Besatzer und die Zerstörung Jerusalems und des 2. Tempels. Die letzten Übriggebliebenen versammelten sich 70 – 73 nach Chr. in der Festung Masada, die dann 3 Jahre von den Römern belagert wird. In der Burg befinden sich 1.000 Menschen. 73 nach Chr. dann der Fall der Festung Masada und der Kollektivselbstmord der Eingeschlossenen, nur zwei Frauen und fünf Kinder überlebten. Massada wird zum Mythos. Masada: ein schroffer Fels am Toten Meer, ein Hochplateau, eine Festung, ein Mythos. Vom jüdischen König Herodes aus Angst vor dem eigenen Volk zum Bollwerk ausgebaut, aus Furcht, Kleopatra könnte sein Reich erobern. 100 Jahre später wird Masada zum Schauplatz einer jüdischen Katastrophe. Nachdem die Römer den Aufstand der Juden niedergeschlagen haben und Jerusalem im Jahre 70 in Flammen aufgegangen ist, versammeln sich in der Festung Masada die letzten Überlebenden. Im Jahre 72 beginnen die Römer mit der Belagerung der scheinbar uneinnehmbaren Festung. Sie bauen einen gewaltigen Damm hinauf zur Burg. Die Eingeschlossenen wissen, dass die Stunde geschlagen hat. In einer dramatischen Rede fordert der Anführer den kollektiven Selbstmord. Sklaverei oder Freiheit zum Tod! Am nächsten Morgen finden die stürmenden Römer fast 1.000 Leichen. Ein paar wenige Menschen haben überlebt. Der kollektive Tod, die Radikalität der Entscheidung, haben Masada zum Mythos gemacht. Im 20. Jahrhundert findet die zionistische Bewegung in Masada eine ideellen Bezugspunkt: Masada, heißt es jetzt, darf nie wieder fallen. Der neu gegründete Staat Israel vereidigt seine Rekruten in der Festung. Aber immer bleibt der Mythos zweideutig. Er kennt die Freiheit, so erzählt es der jüdische Historiker Flavius Josephus in seiner „Geschichte des judäischen Krieges“ nur als Leichentuch. Nicht im Leben. Nicht zum Überleben.

So, 6. Aug · 18:45-19:15 · SWR
Bekannt im Land: Edith Stein – Jüdin, Ordensfrau, Heilige

Seit 1998 ist sie offiziell eine katholische Heilige. Geboren und ermordet wurde sie aber als Jüdin: Edith Stein. 1891 in Breslau als elftes Kind einer tief gläubigen jüdischen Familie geboren, macht sie in jungen Jahren als Philosophin Karriere. 1922 konvertiert sie zum katholischen Glauben. Danach arbeitet sie als Lehrerin bei den Dominikanerinnen in Speyer. 1942 wird sie nach Auschwitz deportiert und ermordet. Das letzte Lebenszeichen war ein bewegender Brief, den sie noch aus dem Todeszug herausgeschmuggelt hat. Der Film stellt das Leben und Wirken der Philosophin und Denkerin vor. Seit 1998 ist sie offiziell eine katholische Heilige. Geboren und ermordet wurde sie aber als Jüdin: Edith Stein. 1891 in Breslau als elftes Kind einer tief gläubigen jüdischen Familie geboren, macht sie in jungen Jahren als Philosophin Karriere. Sie promoviert bei dem renommierten Denker Edmund Husserl und arbeitet als seine Hochschulassistentin. Als Frau wird sie aber in der Philosophie nicht zur Habilitation zugelassen. 1922 konvertiert sie zum katholischen Glauben und wird im pfälzischen Bad Bergzabern getauft. Danach arbeitet sie als Lehrerin bei den Dominikanerinnen in Speyer. 1933 tritt Edith Stein in den Orden der Karmelitinnen ein. 1942 wird sie zusammen mit ihrer ebenfalls konvertierten Schwester Rosa nach Auschwitz deportiert und ermordet. Das letzte Lebenszeichen war ein bewegender Brief, den sie noch aus dem Todeszug herausgeschmuggelt hat und der auf dem Bahnhof Schifferstadt gefunden wurde. Edith Stein: ein Opfer des antisemitischen Rassenwahns und eine katholische Heilige? Der Film stellt das Leben und Wirken der Philosophin und Denkerin vor.

Mo, 7. Aug · 20:15-21:45 · RBB
Alles auf Zucker

Dem schlitzohrigen Zocker Jaeckie Zucker steht das Wasser bis zum Hals, seine Frau droht ihm mit der Scheidung, der Gerichtsvollzieher mit dem Knast. Die letzte Hoffnung des Ex-DDR-Sportreporters: das Erbe seiner Mutter. Doch die verlangt in ihrem Testament, dass Jaeckie sich mit seinem Bruder Samuel versöhnt, einem orthodoxen Juden. Welten prallen aufeinander. Jakob Zuckermann ein Jude? „Mit dem Club habe ich nichts zu tun“, verkündet Jaeckie Zucker voller Inbrunst. Doch da irrt er sich. Denn dem zu DDR-Zeiten beliebten Sportreporter und Lebemann steht das Wasser bis zum Hals: Der Gerichtsvollzieher droht mit Knast und seine Frau Marlene mit Scheidung. Für den gewitzten Billardspieler gibt es nur noch eine Hoffnung: Das mit 100.000 Euro dotierte European Pool Turnier. Doch unmittelbar vor Turnierbeginn stirbt Jaeckies Mutter. Und Mammes Testament hält eine besondere Überraschung parat: Das Erbe fällt ihnen nur dann zu, wenn sich die seit über 40 Jahren verfeindeten Söhne Samuel und Jakob versöhnen – und wenn sie samt ihrer Familien das jüdische Gesetz einhalten und sieben Tage strengste Totenwache halten. Während Marlene einen Crashkurs in Sachen jüdischer Tradition absolviert und die orthodoxe Verwandtschaft mit koscheren Häppchen versorgt, gibt es für Jaeckie ein ganz anderes Problem – das Billardturnier wurde soeben eröffnet …

Mo, 7. Aug · 23:10-00:35 · WDR
Der letzte Mentsch

Marcus ist ein Überlebender von Theresienstadt und Buchenwald. Seine Überlebensstrategie nach dem Krieg war das Vergessen. Nichts ist passiert, der Horror hat nicht stattgefunden, seine Familie wurde nicht ausgelöscht. Als alter Mann holt ihn die Vergangenheit ein und er möchte als Jude bei den Seinen beerdigt werden. Doch zu seiner Überraschung muss er erst einmal beweisen, dass er Jude ist. In dieser Situation macht er sich zusammen mit der jungen Deutsch-Türkin Gül auf, nach Beweisen für seine lang vergessene Identität zu suchen.

Do, 10. Aug · 23:25-00:55 · WDR
Hannas Reise

Als Push für ihre berufliche Karriere braucht die ehrgeizige Hanna den Nachweis, dass sie sich ehrenamtlich engagiert hat. Soziale Kompetenz ist gefragt. Etwas, was in ihrem Leben bisher keine große Rolle spielte. Und so versucht sie sich durchzuschummeln. Aber ihre Mutter Uta, Leiterin von „Aktion Friedensdienste“ für Israel, lässt das nicht zu und sorgt dafür, dass Hanna tatsächlich ein soziales Praktikum antritt, indem sie ihr eine Stelle in einem Behindertendorf in Tel Aviv vermittelt. Hanna bleibt keine Wahl. Wütend, widerwillig und voller Vorurteile macht sie sich auf die Reise. In Israel angekommen, stößt Hanna mit ihrer überheblichen Art bei allen auf Unverständnis: Ob in ihrer vollgemüllten WG mit dem „Wiedergutmachungsdeutschen“ Carsten und der Politaktivistin Maja, ob im Umgang mit den Behinderten bei der Arbeit oder auch bei den Treffen mit „ihrer“ Holocaustüberlebenden Gertraud. Auch Itay, der Betreuer, dem sie zugeteilt wurde, lässt sie zunächst mit Holocaustwitzen und zynischen Sprüchen auflaufen. Und zugleich beginnt er eine Flirtoffensive, der Hanna sich immer weniger entziehen kann. Nach und nach lernt Hanna, die Welt durch Itays Augen zu sehen. Doch die Gegensätze ihrer Herkunft stehen immer wieder zwischen den beiden. Unüberwindlich scheinen die Schatten der Vergangenheit und der gefährlichen Gegenwart Israels, einem Land, in dem Krieg zum Alltag gehört…bis die beiden erkennen, dass allein ihr Zusammensein zählt.

So, 13. Aug · 06:45-07:00 · NDR
Schätze der Welt: Akko – Hafen zum Paradies

Eine hebräische Sage erzählt, dass zur Zeit der Sintflut das Wasser die gesamte Erde bedeckte. Als es aber bei Akko an der Grenze zum Heiligen Land ankam, machte es Halt. Akko, ein Hafen in der Bucht von Haifa in Israel. Eine Stadt mit Kirchtürmen und Minaretten, zwischen Kreuz und Halbmond. Gigantische Mauern ummanteln die umkämpfte kleine Halbinsel, die als sicher und uneinnehmbar galt. Eine hebräische Sage erzählt, dass zur Zeit der Sintflut das Wasser die gesamte Erde bedeckte. Als es aber bei Akko an der Grenze zum Heiligen Land ankam, machte es Halt. Akko, ein Hafen in der Bucht von Haifa in Israel. Eine Stadt mit Kirchtürmen und Minaretten, zwischen Kreuz und Halbmond. Auf engstem Raum haben sich hier die Religionen und Kulturen immer wieder bekämpft. Akko, ein Schauplatz der Eroberungen und Machtwechsel, des Angriffs und der Verteidigung. Dafür stehen die gigantischen Mauern, die seit Jahrtausenden die kleine Halbinsel als Festung ummanteln. Wer in Akko herrschte, hatte nur die Wellen des Meeres und die Götter zu fürchten, so sicher und uneinnehmbar galt die Stadt. Die Ägypter, die Griechen, die Römer, die Ptolemäer, die Assyrer, die Perser kamen bis hierher. Wer auch immer auf seinen Eroberungsfeldzügen durch das südöstliche Stadttor einzog, hat mit Stolz die Mauern weitergebaut und ihren Mythos gepflegt. Zerstört wurden sie nie.

So, 13. Aug · 10:05-11:35 · 3sat
Mazel Tov

Nach der Grenzöffnung 1990 verließen Hunderttausende Juden die UdSSR. Viele gingen nach Deutschland und haben die jüdischen Gemeinden neu belebt, aber auch vor Herausforderungen gestellt. Der Film des vielfach ausgezeichneten Frankfurter Autorenpaars Mischka Popp und Thomas Bergmann vermittelt eine neue Perspektive auf jüdisches Leben heute und das Verhältnis von Russen zu Deutschland. Die nach Deutschland ausgewanderten Juden haben mit ihrer Mentalität und ihren Erfahrungen den jüdischen Gemeinden neue Impulse gegeben, stellten diese jedoch auch vor große Probleme: Diejenigen, die die jüdischen Gemeinden in Deutschland nach 1945 wieder aufgebaut hatten, waren Holocaust-Überlebende, die ihr Misstrauen den Deutschen, dem „Tätervolk“ gegenüber, nie ganz überwunden haben. Die „Russen“ kamen mit dem Bewusstsein, Deutschland von den Nazis befreit zu haben. Mentalitäten prallten aufeinander, zumal die Zuwanderer häufig atheistisch waren. In der UdSSR war ihre Religion verboten. Dalia Moneta, Leiterin der Sozialabteilung der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt, hat sich unermüdlich für die Integration der Neuankömmlinge eingesetzt. Sie weiß von den Konflikten zu berichten und ist den „Russen“ zugleich mit Interesse für deren bewegende Lebensgeschichten begegnet. „Mazel Tov“ hat beim 16. Jewish Film Festival Berlin 2010 den Preis für den besten deutschen Dokumentarfilm mit jüdischer Thematik gewonnen.

Mo, 14. Aug · 03:10-04:00 · arte
Operation Barbie

Die Auslieferung des „Schlächters von Lyon“, Klaus Barbie, nach Frankreich im Jahr 1983 sorgte für großes Aufsehen. Barbie, der als Gestapo-Chef von Lyon während der Besatzungszeit zahlreiche Juden deportieren und Widerstandskämpfer wie Jean Moulin hinrichten ließ, war nach dem Krieg nach Bolivien geflohen. Nun wolle die bolivianische Regierung den unbequemen Gast loswerden, hieß es. 1973 war Klaus Barbie bereits einer ersten Entführung entgangen. Seine Auslieferung an Frankreich 1983 war schließlich das Ergebnis eines politischen Deals: Frankreich wollte Barbie, Bolivien wollte im Gegenzug Waffen, eine Einigung war schnell gefunden. Allerdings musste die Neutralität der CIA sichergestellt und das Auslieferungsgesuch Deutschlands umgangen werden. Beides gelang, denn Deutschland verzichtete schließlich auf die Auslieferung Barbies und überließ ihn den französischen Behörden. Anhand der Berichte von Zeitzeugen und Akteuren erzählt die Dokumentation von der abenteuerlichen Jagd auf Klaus Barbie. Mit dem Prozessauftakt am 11. Mai 1987 in Lyon ging ein zehnjähriger Kampf um Gerechtigkeit schließlich zu Ende.

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