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25 Jahre Jüdisches Museum Westfalen

Neue Ausstellgung zeigt Schätze aus dem Magazin…

Es war ein sehr heißer Sonntag im Juni 1992. Ungeachtet der Hitze versammelten sich in der Aula der St. Ursula-Realschule viele Menschen in elegant-festlicher Kleidung. Es galt die Fertigstellung und Eröffnung des Jüdischen Museums Westfalen zu feiern. Dies ist nun 25 Jahre her. Aus den Anfängen hat sich ein weit über die Grenzen Dorstens hinaus bekanntes Museum mit einem breit gefächerten Angebot entwickelt.

Aus diesem Anlass hat das Jüdische Museum Westfalen eine Ausstellung vorbereitet. Viel Interessantes befindet sich in den Schränken und Schubladen im Magazinkeller. Manches ist gekauft oder dem Museum geschenkt worden, ohne dass es in die ständige Ausstellung einfließen konnte. Zu diesen Schätzen gehören vier Aquarelle von Julo Levin. Der jüdische Maler war 1943 in Auschwitz ermordet worden.Auch die ansehnliche Grafiksammlung konnte der Öffentlichkeit kaum zugänglich gemacht werden. Eine kleine Auswahl wird erstmals gezeigt. Frühneuzeitlich gedruckte Bücher des antiken Historiographen Flavius Josephus, Zeugnisse über Handelsverbindungen westfälischer Juden oder persönliche Dokumente verfolgter Juden und Jüdinnen während des NS-Regimes zeigen die Vielfalt der vorhandenen Archivalien.

Über die prominenten Besucherinnen und Besucher gibt das Gästebuch Auskunft. Es beginnt mit Johannes Rau, der als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens an der Eröffnungsfeier teilnahm. Wolf Biermann überraschte mit perfekter Spiegelschrift. Gottfried Wagner, Nachfahre des Komponisten Richard Wagner, referierte über seinen Urgroßvater und dessen antisemitischer Gesinnung. Die ausgewählten Beispiele machen die Vielfalt der Gäste im Jüdischen Museum Westfalen sichtbar.

Auf Bildschirmen können Fotos und Filme betrachtet werden. Dennoch kann und möchte diese Ausstellung nur einzelne Facetten der ereignisreichen Zeit dokumentieren.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 7. Mai, um 17:00 Uhr eröffnet. Es spricht Dr. Helmut Knirim, ehemaliger Leiter des LWL-Museumsamtes, der in dieser Eigenschaft die Gründung des Museums fördernd begleitet hat. Die Ausstellung wird bis zum 30. Juli 2017 gezeigt.

Weitere Informationen unter www.jmw-dorsten.de