Marsch des Lebens

Anlässlich des jüdischen Holocaustgedenktags Jom haSchoa finden ab Sonntag den 23.4.2017 in Basel, Belfast, Berlin, Bogota, Dresden, Leipzig, Tübingen, Warschau und zahlreichen anderen Städten weltweit Gedenkmärsche mit der Botschaft „Gemeinsam erinnern, gemeinsame Zukunft – Nein zu Rassismus, Antisemitismus und Israelhass!“ statt…

Am kommenden Dienstag, den 25. April wird dem Marsch des Lebens e.V. der Emil-L.-Fackenheim Preis überreicht. Die internationale Bewegung, die ihren Anfang 2007 in Tübingen nahm, feiert in diesem Jahr ihr 10jähriges Bestehen.

In ihrer Presseerklärung schrieb die Jüdische Gemeinde zu Halle: „Der ‚Marsch des Lebens‘ vereint einerseits die Erinnerung an die schrecklisten Jahre der deutschen Geschichte mit der Aufarbeitung der Vergangenheit und der Versöhnung zwischen den Nachkommen der Opfer- und Tätergenerationen und ist andererseits ein mächtiges Zeichen gegen den modernen Antisemitismus und für den Staat Israel.“

Im Aufruf zu den diesjährigen Märschen in Deutschland betont Marsch des Lebens Gründer Jobst Bittner, dass Kirchen und Gemeinden nicht schweigen dürfen, wenn antisemitische Haltungen und Handlungen in allen Bereichen der Gesellschaft wieder zunehmen. Denn: „Gleichgültigkeit und Schweigen machen uns zu Mitläufern und Mittätern – damals wie heute. Wer aus der Vergangenheit gelernt hat, schaut heute genau hin!“

In den vergangenen Jahren wurden Märsche in 14 Nationen und über 350 Städten durchgeführt. Für sein besonderes Engagement an Holocaustüberlebenden wurde der Marsch des Lebens bereits mehrfach von der Knesset, dem israelischen Parlament, ausgezeichnet. In diesem Jahr finden Märsche des Lebens in insgesamt 60 Städten weltweit statt, erstmals auch in Bogota (Kolumbien) und Paris (Frankreich).

Der Marsch des Lebens setzt ein lebendiges Zeichen gegen die in Deutschland weit verbreitete „Schlussstrichforderung“, indem die Nachkommen der Täter ihre persönliche Familien- und Lokalgeschichte aufarbeiten und öffentlich darüber sprechen. Jobst Bittner: „Erinnerung und Verantwortung sind keine Strafe, sondern ein Auftrag dieser Zeit!“

Weitere Informationen, Orte und Termine der Märsche des Lebens:
www.marschdeslebens.org

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