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Bella Rosenkranz ist tot

Bella Rosenkranz wurde im Oktober 1938 im Rahmen der „Polenaktion“ aus ihrer Heimatstadt Fürth verschleppt…

Von Jim G. Tobias

Geboren am 16. Oktober 1921 in Fürth, verbrachte Bella Rosenkranz die ersten Lebensjahre in Colmar bzw. in Regensburg. Nach dem Tod der Mutter kehrte das Mädchen 1929 nach Fürth zurück und lebte dort im jüdischen Waisenhaus. Schon früh nahm sie die zunehmende Bedrohung durch die Nationalsozialisten wahr. Im Oktober 1938 wurde die Siebzehnjährige im Rahmen der sogenannten Polenaktion aus Deutschland ausgewiesen. Bella konnte sich zunächst zu Verwandten durchschlagen. Nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen war sie gezwungen, in die Sowjetunion zu flüchten. Dort wurde sie für mehr als fünf Jahre in ein Arbeitslager gesperrt. Erst 1961 durfte sie die UdSSR verlassen und nach Deutschland zurückkehren. Bella Rosenkranz verstand sich als echte Fürtherin, sodass Versuche, in den USA oder in Israel Fuß zu fassen, fehlschlugen. Über fünfzig Jahre lebte die agile Seniorin in ihrer geliebten Geburtsstadt und engagierte sich tatkräftig in der Israelitischen Kultusgemeinde Fürth. Bella Rosenkranz verstarb – wie erst jetzt bekannt wurde – am 11. April 2017 im Alter von 95 Jahren.

Ihre 2005 im Metropol Verlag erschienene Autobiografie „Bella – Odyssee einer Fürtherin in der Sowjetunion“ ist vergriffen, jedoch antiquarisch noch erhältlich.

Ausführlicher über Bella Rosenkranz auf haGalil: „Ich bin nach 23 Jahren zurückgekommen“

Bild oben: Bella Rosenkranz, Foto: nurinst-archiv