Antisemitischer Hass bei Antikriegsdemo in Berlin

Mit antisemitischen Stereotypen in der Rede des Organisators der jährlichen Al-Quds-Demo endete am Samstagabend (1.4.2017) vor dem Berliner Brandenburger Tor ein Aufmarsch, der den Krieg in Jemen thematisierte…

K. Schmitt, redoc – research & documentation

Am gut durchchoreographierten Marsch, der mit rund 150 Demonstrierenden am Potsdamer Platz startete, nahmen vorwiegend Anhänger und Sympathisanten der jemenitisch/schiitischen Huthis teil, die der autoritären Despotie im Iran nahe stehen. Nach einem solidarisierenden Aufruf einer völkischen Friedensinitiative beteiligten sich an der kurzen Demonstration auch einige antiimperialistische Linke, Personen der rechten Szene (u.a. von Bärgida) sowie eine „Abordnung“ der „Mahnwachen für den Frieden“.

Bereits während des Aufmarsches sah man auf einigen Transparenten und Plakaten Abbildungen mit antisemitischer Konnotation.

Bei der Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor hielt Jürgen Grassmann, Veranstalter des jährlichen Berliner „Al-Quds“ Marsches eine vorbereitete Rede, in der er auf mehrere judenfeindliche Codes zurückgriff.

„Ein ganzes Volk ist betroffen von der teuflischen Mordlust des saudischen Schreckensregimes. Natürlich stecken die zionistische Führung hinter diesem saudischen Schreckensregime. (…)
Lasst euch nicht von den Medien einschläfern. Die Leute werden durch dieses Machtvakuum – Banken, Amerika, Israel, Saudi-Arabien – in ein Schmutz und Elend gezogen, was auch wir zu spüren bekommen. (…)
Deshalb sind wir hier, um die deutsche Öffentlichkeit eindringlich die Wahrheit über die zionistisch ausgerichtete Politik der USA-Regierung aufzuklären. Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, Katar … kurzum. Alle dies reichen Ölstaaten mit ihren reaktionären Regimen sowie Israel haben den teuflischen Plan ausgeheckt und setzten diesen Plan gnadenlos um. (…)
Die teuflischen Regierungen dieser Unterdrückerstaaten wollen die Welt beherrschen. Und wenn wir nicht für Jemen demonstrieren, für die Entrechteten, dann werden wir auch die anderen Länder verlieren. (…)
ISIS ist ein Produkt der Zionisten, der Regierung von Amerika und wir Muslime fallen auch noch drauf rein. (…)
Nieder mit dem zionistischen Regime in Israel. Nieder mit dem amerikanischen Regime, das jetzt in Trump – immer noch besser als Clinton – den Iran auslöschen wollte.“

3 Kommentare zu “Antisemitischer Hass bei Antikriegsdemo in Berlin

  1. Grassmann sollte dringend seinen Arzt konsultieren – nicht wegen seinem Kopf, da ist nichts mehr zu machen – sondern wegen seinem sichtbar hohen Blutdruck und der beginnenden Demenz (… teuflisch … teuflisch … teuflisch …). Wär doch schade, wenn dieses Fallbeispiel einer wunderbar gelungenen harmonischen Verbindung von Antisemiten, Faschisten und Linken durch den Wegfall einer Person nicht mehr zur Verfügung steht.

  2. Ui,Ui, das scheint mir ja gefährlich zu werden. In den letzten drei Jahren von 2000 über 400 auf 150! angestiegene Teilnehmerzahl. Verbundene „antiimperialistische Linke, Personen der rechten Szene (u.a. von Bärgida) sowie eine „Abordnung“ der „Mahnwachen für den Frieden“ „, dazu noch Huthis die dem Iran nahestehen. Sollten diese gleichstark mit all ihrer Macht aufgetreten sein, hätten sie wohl ihre Streitmacht von je 40 Sympathieträgern erreicht.
    Dies scheint mir dringend einen Artikel wert zu sein, sonst könnten sich Menschen ja mit anderen Themen beschäftigen und all diese Zusammenhänge nicht verstehen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.