Die neuen Fernsehtipps

Vom 16. bis 31. März 2017…

Do, 16. Mär · 22:45-00:15 · RBB
Tel Aviv Rendezvous

Neubeginn in Israel oder Scheidung: Vor diese Wahl stellt die konvertierte Jüdin Gisèle ihren Ehemann Alain nach der Rückkehr aus einem Tel-Aviv-Urlaub. Notgedrungen willigt Alain ein. Doch die überstürzte Auswanderung konfrontiert das französische Ehepaar mit einer ihm völlig fremden Kultur. Ohne Hebräisch-Kenntnisse gestaltet sich der Alltag der Einwanderer als Serie von Pleiten, Pech und Pannen. Während Alain verzweifelt, blüht Gisèle auf. Doch dann hat Alain eine Idee.

Fr, 17. Mär · 07:15-07:30 · SWR
Brundibár – Eine Kinderoper aus dem KZ Theresienstadt

Die Kinderoper „Brundibár“ von Hans Krása und Adolf Hoffmeister wurde vor allem wegen ihrer Bedeutung für die Insassen des Konzentrationslagers Theresienstadt berühmt. Dort wurde sie über 50 Mal offiziell gespielt und unzählige Male inoffiziell – auf den Gängen der Wohnbaracken und in Hofecken. Dass die Kinderoper wichtig war, sahen auch die Nazis des Lagerkommandos und wählten sie als Beweis für das „schöne Leben“ im „Kurort Theresienstadt“ bei der Inspektion des Internationalen Roten Kreuzes am 23. Juni 1944. Die Sendung dokumentiert ein deutsch-polnisches Projekt von 2011.

Sa, 18. Mär · 18:45-18:50 · MDR
Glaubwürdig: Diana Matut

Eigentlich wollte Diana Matut Musikerin werden, bis sie als junges Mädchen die jüdischen Klassiker für sich entdeckte. Noch heute ist Musik die größte Leidenschaft der promovierten Judaistin. Als Wissenschaftlerin hat sie sich der Erforschung der nahezu vergessenen Westjiddischen Kultur und Sprache verschrieben, als Künstlerin der westjiddischen Musik. Diana Matut gründete ihr Ensemble „Simkhat henefesh“ (Freude der Seele), bestehend aus Laute, Barockvioline, Viola da Gamba und Nyckelharpa. Der Film porträtiert eine Frau, die fröhlich, klug und beharrlich jüdisches Leben und Religion in all der Vielfalt und Sinnlichkeit entdeckt.

Sa, 18. Mär · 22:30-00:05 · PHOENIX
Der grüne Prinz

Mosab Hassan Yousef ist der Sohn von Scheich Hassan Yousef, dem Mitbegründer der militanten palästinensisch-islamischen Hamas, und war unter dem Codenamen „The Green Prince“ länger als ein Jahrzehnt der wichtigste Informant für Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet. Sein einziger Freund ist heute sein ehemaliger Feind. Denn Mosabs Vater ist Scheich Hassan Yousef, einer von sieben Gründungsmitgliedern der Hamas. Er sitzt zurzeit im Gefängnis, und es war Mosab, der ihn verhaften ließ – zu seinem Schutz.

So, 19. Mär · 10:15-10:45 · 3sat
les.art – Mit Lukas Bärfuss und Lena Gorelik

Zu Gast bei Christian Ankowitsch sind im Vorfeld der Leipziger Buchmesse 2017 zwei hochkarätige Literaten: Lukas Bärfuss und Lena Gorelik. Lukas Bärfuss ist einer der renommiertesten Schweizer Autoren der Gegenwart, die Journalistin und Schriftstellerin russisch-jüdischer Herkunft Lena Gorelik eine der interessantesten Vertreterinnen der jungen deutschen Autorengeneration. Politisches und literarisches Bewusstsein, Leichtigkeit und Tiefgang sind in beider Werk eng miteinander verbunden. Beweis dafür sind ihre neuen Bücher: „Hagard“ von Lukas Bärfuss sowie „Mehr Schwarz als Lila“ von Lena Gorelik.

Mo, 20. Mär · 05:50-06:40 · PHOENIX
Hitlers Attentäter – Die 42 Leben des Diktators

Es überrascht nicht, dass es wenigstens 42 belegte Anschlagsversuche auf Adolf Hitler gab, war er doch einer der gefürchtetsten und verachtetsten Männer des 20. Jahrhunderts. Mit jüngst freigegebenen Dokumenten und modernen Experimenten wirft die Dokumentation ein neues Licht auf die zahlreichen Versuche, die unternommen wurden, um Hitler zu töten. Unter den Attentätern gab es unter anderem Handwerkern, feindliche Agenten und hochdekorierte Militärangehörige. Wer waren diese Menschen, was war ihre Motivation und wie gingen sie vor?

Mo, 20. Mär · 23:55-01:07 · arte
Koudelka Shooting Holy Land

Der tschechische Fotograf Josef Koudelka wuchs hinter dem Eisernen Vorhang auf und wurde berühmt mit seinen ikonischen Fotos vom Einmarsch der sowjetischen Truppen in Prag 1968, dem Ende des Prager Frühlings. Fast 50 Jahre später steht Koudelka fassungslos vor der neun Meter hohen Mauer, die Israel in der Westbank errichtet hat. Er beginnt ein über vier Jahre dauerndes Fotoprojekt in der Region, bei dem er mit der harschen Realität von Gewalt und Konflikt konfrontiert wird. Der Regisseur dieses Dokumentarfilms, Gilad Baram, Koudelkas Assistent zu der Zeit, begleitet ihn auf eine Reise durch das Heilige Land, von einem enigmatischen und visuell spektakulären Schauplatz zum anderen. Der legendäre Magnum-Fotograf Josef Koudelka wollte immer sehen, was auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs lag. Die neun Meter hohe Mauer, die Israel in der Westbank errichtet hat, erschütterte ihn zutiefst. Er beschließt, an einem großangelegten Fotoprojekt über die Mauer teilzunehmen. Der damalige Fotografiestudent Gilad Baram wird ihm als Assistent zur Seite gestellt, und aus dieser Zusammenarbeit entsteht die Idee für den Film “Koudelka Shooting Holy Land“. Die Begegnungen unterwegs und die fast schmerzhaft scharfen Bilder Koudelkas zeigen ein Land, geschunden und zerstört durch Kilometer einer gigantischen Mauer. Die imposanten Schwarz-Weiß-Bilder von der Grenzmauer zwischen Israel und Palästina manifestieren in ihrer Strenge und Nüchternheit die Absurdität der tiefen Kluft zwischen den Nachbarn. Aufnahmen der von Betonmauern und Stacheldraht zerrissenen und zerstörten Landschaft sprechen vom tragischen Wahnwitz eines Konflikts, der aus einem Land mit zwei Völkern zwei Gefängnisse macht. An jedem Ort, der zu einem Koudelka-Foto wird, entfaltet sich eine neue Szene. Der Zuschauer lernt auf diese Art Koudelkas Arbeitsmethode und Weltwahrnehmung, als auch die Menschen, denen er begegnet, kennen. Zwischen Barams Kameraarbeit und Koudelkas künstlerischem Prozess des Fotografierens entsteht ein faszinierender Dialog, da Baram den Fotografen in seine eigenen atemberaubenden Kompositionen setzt. Die sich entwickelnde Beziehung zwischen dem Meister und seinem Schüler ist Bestandteil des Films. „Koudelka Shooting Holy Land“ erlaubt einen einzigartigen und intimen Einblick in den kreativen Prozess eines legendären Fotografen auf seiner Reise entlang der Mauer, die Israel und Palästina trennt, deren Konflikt sich auf seinen Fotos widerspiegelt.
Bild oben: © ZDF/Josef Koudelka/Magnum Wandgemälde in der Nähe des Toten Meeres

Di, 21. Mär · 21:50-22:35 · Das Erste (ARD)
Die Charité – Geschichten von Leben und Tod

Ein Campus im Herzen Berlins, nahe den politischen Machtzentren: Die Charité – das einflussreichste deutsche Krankenhaus. Einst Weltzentrum der Medizin. Ein Ort der täglichen Duelle um Leben und Tod, aber auch um Einfluss und Macht. Der Glanz der Spitzenleistungen der Mediziner spiegelt auf die jeweils Herrschenden zurück, demonstriert ihr Potenzial. Im Gegenzug vergeben sie Privilegien und Ämter. Erfolgreiche Ärzte können zu Stars werden. Der Mythos der „Halbgötter in Weiß“ ist untrennbar verbunden mit dem der Charité. Auf dem Areal nahe der Spree, in dichter Nachbarschaft zum Schloss, zum Reichstag, zur Reichskanzlei und zum Führerbunker, aber auch zum Staatsrat der DDR und nun zum Kanzleramt, verlief die Entwicklung in mehr als 300 Jahren nie geradlinig, sondern auf Umwegen und mit Wendungen. Die Charité ist Schaffensort so genialer Ärzte und Wissenschaftler wie Rudolf Virchow, Robert Koch oder Emil von Behring; ist weltberühmter Ort der Sternstunden der Medizin des 19. Jahrhunderts, aber auch ein Ort tödlicher Irrtümer und sogar Schuld und Verstrickung. Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche an den Orten, an denen in der Vergangenheit medizinhistorisch Unvergleichliches geschah und führt in Rudolf Virchows einmalige Sammlung anatomisch-pathologischer Präparate und ins unscheinbare Arbeitszimmer im Reichsgesundheitsamt gegenüber der Charité. Hier entdeckte Robert Koch den Tuberkulose-Erreger. Im ehrwürdigen Anatomischen Institut war es Frauen lange Zeit verboten, Leichen zu präparieren. In der ehemaligen chirurgischen Universitätsklinik in der Ziegelstraße vollbrachte Ernst von Bergmann chirurgische „Wunder“ und wurde zum Schrittmacher der medizinischen Entwicklung im 19. Jahrhundert. In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich hier eine NS-Kaderschmiede. An dramatische Tage und Nächte im Operationsbunker mit dem weltbekannten Chirurgen Ferdinand Sauerbruch erinnert sich ein Arzt, der als 20-jähriger Medizinstudent die Übergabe der Charité an die Rote Armee am Kriegsende miterlebte. Professorin Ingeborg Rapoport ist heute 104 Jahre alt. Die jüdische Emigrantin kommt – verfolgt durch die McCarthy-Doktrin – in den 50er Jahren aus den USA zurück nach Deutschland. Für die Kinderärztin wird die Charité, die Säuglingsstation, Heimat. Die Dokumentation zur historischen Eventserie „Charité“ erzählt mit seltenen Archivaufnahmen, historischen Fotos, Zeitzeugen und Experteninterviews von berühmten und vergessenen Patienten, von „Halbgöttern in Weiß“, den Sternstunden und den Abgründen in der Geschichte der Charité.

Mi, 22. Mär · 12:10-12:25 · 3sat
Tiber, Stolperstein und Kosher Burger

Das ehemalige Ghetto Roms ist heute eines der beliebtesten Viertel der Stadt. Nicht nur Touristen flanieren hier gerne durch die engen Gassen. Die Römer kennen hier wahre kulinarische Schätze. So gibt es koshere Hamburger oder die berühmten Artischocken „alla giudia“. Doch nur wenige wissen, dass die römischen Juden, die „wahren“ Römer der Stadt sind. Denn mit ihrer mehr als 2000 Jahre alten Geschichte, ist Rom die älteste Diasporagemeinde der Welt. Für Jahrhunderte war der Lebensraum der jüdischen Bevölkerung jedoch auf die Gassen und Straßen nahe der Tiberinsel beschränkt. Ein päpstliches Edikt hatte die Juden im Kirchenstaat hinter hohe Mauern verbannt. Mit harter Hand ließ Papst Paul IV. 1555 das Ghetto errichten und sprach dessen Bewohnern viele Rechte ab. Erst die Einigung Italiens im 19. Jahrhundert brachte die entscheidende Wende: Das Ghetto wurde geöffnet und die jüdische Bevölkerung konnte erstmals ihren Wohnsitz und ihren Beruf frei wählen. Die wieder gewonnene Freiheit dauerte jedoch nur einige Jahrzehnte. Schon bald bedrohte der Faschismus das jüdische Leben. Die 1938 vom Mussolini-Regime erlassenen Rassengesetze verbannten Juden und Jüdinnen aus dem öffentlichen Leben. Und sie verloren ihre Arbeitsplätze. Unter der Besetzung durch die Hitler-Truppen wurden allein am 16. Oktober 1943 mehr als 1000 Juden und Jüdinnen nach Auschwitz deportiert. Heute erinnern sogenannte Stolpersteine, eingelassen in die Gehsteige des Viertels, an die Opfer des NS-Regimes. Heute zählt die jüdische Gemeinde wieder etwa 20 000 Mitglieder. Viele von ihnen sind aus dem Norden Afrikas eingewandert und haben ihre eigenen kulturellen Traditionen mitgebracht. Roms ehemaliges Ghetto ist heute jung, bunt und selbstbewusst. Kunst und Musik inklusive. Und die wichtigste Synagoge des Okzidents befindet sich noch immer in Ostia Antica.

Mi, 22. Mär · 14:00-14:15 · ARD-alpha
Der Schatz in der Synagoge

Ein Traum führt Josef und seine Schwester in eine Synagoge in München. Dort erzählt ihnen der Rabbiner alles über den jüdischen Glauben und dass man sich nicht zu fürchten braucht, wenn man anderen kein Leid zufügt.

Do, 23. Mär · 23:25-23:55 · WDR
Fünf Freunde – Große Klappe

Fünf Freunde, die zusammen ein satirisches Youtube-Format machen. Ihre Filme behandeln brennende Fragen in der Gesellschaft: Islam- und Fremdenfeindlichkeit. Gerade in Zeiten, in denen das Gegeneinander der Religionen sehr in den Vordergrund geraten ist, wollen sie zeigen, dass es anders geht. Mit Humor. Ihre Videos erreichen inzwischen zehntausende Fans auf Facebook. Mit einem gemeinsamen „Geburtstagsfoto“ feiern sie das Ereignis. Die Herausforderung, der sich Younes, Farah, Nemi, Marcel und Fiete gestellt haben, ist groß: Sie wollen eine versöhnliche Stimme im Netz sein, wo ansonsten häufig die Hetze am meisten Aufmerksamkeit erhält. Ihr gemeinsames Ziel: der Kampf gegen Vorurteile. Egal ob gegenüber Muslimen, Christen oder Juden. „Wir leben den Bildungs-Dschihad“ und setzen „Humor gegen Angst ein“, sagt Fiete. Damit stellen sie sich in die Schusslinie von rechten Angstmachern und muslimischen Hardlinern. Für ihre Videos sammeln sie Hasskommentare, die sich nicht selten zu Shitstorms häufen. Trotzdem wollen sie nicht aufgeben, denn sie merken, dass sich eine treue Fancommunity um sie herum bildet, die genau auf diese Stimme gewartet hat. Beim Videodreh, beim gemeinsamen Brainstorming und bei Freizeitaktivitäten mit Freunden und Familien schaut die Reportage hinter die Kulissen. „Ich habe diese Leute zusammengebracht, damit wir gemeinsam etwas erreichen“, sagt Younes, der Gründer des Projektes. Im Film erfahren wir, wer diese Menschen sind.

Fr, 24. Mär · 23:00-00:18 · arte
Yael Naim & David Donatien – Konzert mit dem Quatuor Debussy

Der französisch-israelischen Sängerin Yael Naim gelang der internationale Durchbruch im Jahr 2008 mit dem Lied „New Soul“. Beim Festival Nancy Jazz Pulsation 2016 stand ihr Mitstreiter, der Multiinstrumentalist und vielseitige Musiker David Donatien, mit ihr auf der Bühne. Zusammen mit dem Quatuor Debussy überraschten und begeisterten die beiden das Publikum mit neuen Klangerlebnissen. Dank Naims klassischer Ausbildung und der Experimentierfreude des Streichquartetts finden sie eine gemeinsame Sprache von selten erreichter Vertrautheit und Sensibilität. Eine spannende musikalische Begegnung. Die musikalische Welt von Yael Naim, der Sängerin mit der glockenklaren Stimme, besteht aus Klassik, Pop, Soul, Jazz und auch Folk. Die Tochter zweier jüdischer Tunesier wuchs in Paris und Israel auf. Sie lernt als Kind Klavierspielen und fängt an, Lieder zu komponieren. Yael Naim beginnt ihre Karriere als Songwriterin und bekommt einen ersten Plattenvertrag. Ihr Debütalbum ist allerdings wenig erfolgreich. In der Phase des Selbstzweifels nach ihrem ersten Album trifft sie David Donatien, der sie wieder inspiriert. Die Zusammenarbeit von Yael Naim und dem Multiinstrumentalisten David Donatien wird zu Erfolgsgeschichte. Mit dem Lied „New Soul“ gelingt 2008 der Sprung in die Charts. Auch 2016 war ein erfolgreiches Jahr für Yael Naim und David Donatien: Auftritte überall auf der Welt, ein Konzert im vollen Pariser Olympia, eine Auszeichnung bei den Victoires de la Musique und eine goldene Schallplatte. Die Darbietung mit dem Quatuor Debussy in der Oper in Nancy bildet einen weiteren Höhepunkt. Im Juni 2015 gaben Yael Naim und David Donatien spontan ein gemeinsames Konzert; beim Festival Nancy Jazz Pulsation 2016 interpretieren sie das scheinbar unerschöpfliche Repertoire der Sängerin neu, von ihren ersten Liedern bis zum Album „Older“, das 2015 herauskam. Allen Künstlern des Konzerts gemein sind hohe musikalische Ansprüche und große Aufgeschlossenheit. Die Streichinstrumente und Naims unvergleichliche Stimme spinnen einen einzigartigen Dialog. Die Streicher erzeugen einen intensiven Klangteppich, der die Stimme der Sängerin trägt. Beim Aufeinandertreffen beider Musikwelten entsteht ein mitreißendes und überraschendes Klangerlebnis, das für Gänsehaut sorgt.

Sa, 25. Mär · 22:15-22:30 · PHOENIX
Von Untertauchern und Lebensrettern

Sevenum ist ein kleines niederländisches Dorf bei Venlo – und war im zweiten Weltkrieg Zufluchtsort für Menschen, die von den Nazis verfolgt wurden. Niederländische Widerstandsgruppen sorgten dafür, dass hier hunderte Juden, verfolgte Niederländer oder abgeschossene Piloten der Alliierten versteckt wurden.

Di, 28. Mär · 18:00-18:30 · PHOENIX
Israel – Eklat um Siedlungspolitik

Die überraschende Verurteilung der israelischen Siedlungspolitik durch die UNO – möglich nur, weil die USA erstmals kein Veto eingelegt haben – hat in Israel zu einem enormen Eklat geführt. Israel hat seine Botschafter zurückberufen, Gespräche abgesagt und die USA eines „schändlichen, hinterhältigen“ Manövers bezichtigt. Israels Siedlungspolitik gilt als das größte Hemmnis für eine Lösung des jahrzehntelangen Konflikts. 556.000 jüdische Siedler leben mittlerweile in den besetzen Gebieten und verdrängen die Palästinenser von ihrem eigenen Land.

Di, 28. Mär · 22:15-23:00 · ZDF
37° – Shalom, Salam, Halleluja – Drei auf ihrem Weg zu Gott

Claudius will katholischer Priester werden. Fühlt er sich dazu berufen? Sadiq möchte Imam werden, Benjamin Rabbi. Was treibt diese drei jungen Männer an? Warum gehen sie diesen Weg? Religion und Glauben sind einerseits Gegenstand öffentlicher Debatten, andererseits Quell privater Kontemplation. Claudius, Sadiq und Benjamin setzen sich auf eine sehr konkrete Weise mit ihrem Glauben auseinander. Was bedeutet ihre berufliche Entscheidung für sie? „37°“ will wissen, was es heißt, sein Leben Gott zu widmen. „Shalom, Salam, Halleluja“ begleitet die angehenden Geistlichen aus drei Weltreligionen bei ihrer Ausbildung bis hin zum Antritt ihres Amtes. Sadiq (26) ist in Limburg geboren und religiös erzogen worden. In seinem WhatsApp-Profil trägt er ein breites Lächeln und eine große Sonnenbrille zur Schau. Er ist gebildet, eloquent und trachtet stets danach, seine Kenntnisse zu vertiefen. Nach 9/11 erlebte er, wie das Ansehen des Islams in Deutschland Schaden nahm. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten und den Islam als Religion des Friedens und der Barmherzigkeit – so, wie er ihn durch seine Eltern kennengelernt hatte – zu propagieren, entschied er sich für die Ausbildung zum Imam. Jetzt ist Sadiq in der letzten Phase seines Studiums, und die Anspannung wächst. Vor seiner Ernennung zum Imam muss er noch zahlreiche Prüfungen, Übungspredigten und Koranrezitationen absolvieren. Er möchte seine menschlichen Unzulänglichkeiten überwinden, denn Glaube bedeutet für ihn vor allem eines: ein Vorbild sein. Claudius (28) wuchs in einem kleinen Dorf im Schwarzwald auf und war schon als Jugendlicher Ministrant. Während seines Theologiestudiums überlegte er lange, ob er tatsächlich ins Priesterseminar wechseln sollte. Dass er sich dafür entschied, hängt viel mit der Unterstützung seines Umfelds zusammen. „Man braucht Menschen, die einen bestärken, die einem aber auch sagen, wenn man mal abdriftet. Das ist ja eine Gefahr in diesem Beruf.“ Obwohl der Beschluss nun gefasst ist, kommen ihm immer wieder Zweifel. Vor allem der Verzicht auf eine eigene Familie macht ihm zu schaffen. Trotzdem freut er sich auf die Priesterweihe. Davor jedoch steht noch eine letzte Herausforderung: die Exerzitien. Eine Schweigewoche in einem abgelegenen Kloster. Diese intensive Zeit, völlig abgeschnitten von der Welt, konfrontiert die Priester-Anwärter oftmals mit schwierigen Fragen und inneren Konflikten. Doch Claudius hofft, dass er all seine Zweifel überwinden wird. Glaube ist für ihn vor allem eines: Liebe. Benjamin (28) ist als Kind jüdischer Eltern in der Sowjetunion aufgewachsen. Da seine Eltern dort nicht praktizieren konnten, begann er erst mit 14 Jahren in Berlin, sich mit jüdischem Leben auseinanderzusetzen. Es macht ihn glücklich, dass er nun seine Sehnsucht nach dem Glauben ausleben kann. Seine Familie und seine Kinder sind ihm extrem wichtig. Er sagt, er würde niemals den Weg zum Rabbi eingeschlagen haben, wenn das den Verzicht auf Kinder bedeutet hätte. Die Regeln des frommen Lebens erfüllt er aber mit großer Hingabe. Vor der Rede, die er vor den Größen des europäischen Judentums halten muss, hat er zwar großen Respekt, doch anschließend ist er sich seiner Verantwortung noch mehr bewusst. Als neuer Rabbi in Erfurt sieht er sich vor spannenden Herausforderungen, denn Glaube ist für ihn vor allem eines: eine Zukunftsvision. „37°“ begleitet drei junge Männer auf dem letzten Abschnitt zu ihrem besonderen Beruf, rückt dabei drei unterschiedliche Religionen ungewohnt nah aneinander und macht so ein Stück multireligiöses Deutschland erlebbar.

Mi, 29. Mär · 20:15-22:35 · kabel eins
American History X

Wegen der sehr explizierten Darstellung von Gewalt wurde der antifaschistische Film kontrovers dikutiert. Das Drama erzählt die Geschichte des verurteilten und geläuterten US-amerikanischen Neo-Nazis Derek Vinyard und seiner Familie.

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