Der Weg nach Basel – 120 Jahre Zionistischer Kongress

Am 29. August 1897 wurde in Basel der Erste Zionistenkongress eröffnet. Mit der Einberufung des Kongresses sollte es Theodor Herzl gelingen, den Grundstein für das politische Gebäude des Zionismus zu legen. Seine Bemühungen hielt Herzl ausführlich in seinen Tagebüchern fest. Zum 120. Jahrestag des Ersten Kongresses dokumentieren wir Ausschnitte aus den Tagebüchern aus dem Jahr 1897, die den schwierigen Weg zum Ersten Kongress zeigen – wie vom 24. April 1897

24. April

Eine Perfidie von Bambus.

Ich erhalte heute von ihm die Anzeige, dass er an einige jüdische Blätter eine Berichtigung meiner Congressanzeige gesendet habe.

Der Zweck ist klar: er will mich als einen Hableur hinstellen, den Congress untergraben, vielleicht schon im Aufträge Scheids.

Als Vorwand gibt Bambus an, dass die Münchener Juden ausser sich seien u. gegen die Abhaltung des Kongresses in München protestiren.

Wie weit das wahr ist, ob nicht auch da die Intriguen des sich bedroht fühlenden Scheid dahinter sind, werden wir noch herauskriegen.

Vielleicht ist es nur platte Eifersucht der Berliner, die fürchten, dass ich die ganze Leitung in die Hand bekomme.

Ich schreibe sofort an Bambus u. verlange die Revocation der Berichtigung, sonst würde ich mich von ihm trennen. Gleichzeitig schreibe ich an Bodenheimer-Köln, verständige ihn von der Intrigue u. verlange die Zusicherung seiner Standhaftigkeit. Eventuell wird Köln der Hauptort des deutschen Zionismus.

Wenn man in München Miseren macht, gehe ich mit dem Congress nach Zürich

(…)

14. April

62 Geburtstag meines theuren Vaters.

* * *

Für den Congress:
Die reichen Juden brauchen nur so viel jährlich herzugeben, als sie sonst für Wohlthätigkeit budgetieren. Dafür setzen wir die Armen nach Palästina.

* * *

Kundmachung an Buchhändler, die das stenographische Protokoll des Congresses verlegen wollen. Anträge an Zion in Wien zu richten.

* * *

Ich werde alle grossen Blätter zum Congress einladen. Aber wer Platz reservirt haben will, muss früher anmelden. Dadurch erzwinge ich vielleicht, dass Alle vom Congress reden – aus Concurrenzfurcht. 
Auch die N[eue] Fr[eie] Pr[esse].

(…)

4. April

Die hiesige „Union“ lud mich zu einer Vorbesprechung über den Antrag, eine große Versammlung einzuberufen, worin die Lage der Juden in Österreich erörtert werden solle. 

Ich setzte es durch, daß die Abhaltung der Versammlung beschlossen wurde. Zur Vorbereitung wurde ein Komitee eingesetzt — und dieses Komitee beschloß, sich zu vertagen.

Ich habe zweimal drei Stunden in Argumentationen verloren, die Steine weich gemacht hätten.

In der ersten Besprechung Dienstag sagte ich, daß Graf Badeni bald einem klerikaleren Ministerpräsidenten Platz machen werde. Ein Advokat, namens Dr. Elias, lächelte überlegen: „Badeni wird den Reichsrat auflösen, wenn er keine Majorität hat.“

Vorgestern, Freitag abend, war die Komiteesitzung, die ich am Dienstag erkämpft hatte. Und Freitag mittag hatte Graf Badeni seine Demission überreicht — zur allgemeinen Überraschung.

* * *

Aus Schaulen in Rußland zwei Briefe einer Kolonistin von Rischon le-Zion erhalten. Sie heißt Helene Papiermeister und schildert in grellen Farben die Mißstände und Unterschleife des Rothschildschen Direktors Scheid. Ich schicke die Anklagen an Bentwich, der sie, wenn möglich, bei Gelegenheit seiner Palästina-Pilgrimage untersuchen soll.

Der Papiermeister schreibe ich, sie möge die Beschwerden gegen Scheid in beglaubigter Weise vor den Münchner Kongreß bringen.

Mit diesem Kongreß wird ein Forum für die armen Opfer unserer „Wohltäter“ und ihrer Beamten geschaffen.

* * *

Von de Haas aus London ein entmutigter Brief. Col. Goldsmid habe ihn kommen lassen, ihn beschworen, vom Kongreß abzustehen, damit keine „Spaltung“ unter den Chovevi Zion entstehe. Ich möge lieber am Delegiertentag aller Zionisten in Paris im nächsten Herbst teilnehmen.

Ich schreibe Haas, er solle unverzüglich, unbekümmert, mit seinem Anhang darauflos marschieren.

Spaltung — tant pis!

Von all diesen Pickwickier-Clubs und headquarters will ich nichts mehr wissen.

* * *

Heute auch ein Brief von Col. Goldsmid, der mir schreibt, was er Haas sagte, mich beschwört, meine Kräfte mit den ihrigen zu vereinigen, mich seiner aufrichtigen Freundschaft versichert.

Ich antworte ihm:

Mein lieber Oberst!

Dank für den herzlichen Ton Ihres Briefes. Auch ich bin Ihnen aufrichtig zugetan und bedauere nur, daß Sie mich nicht verstehen.

Der Münchener Kongreß ist eine beschlossene Sache, von der ich nicht mehr abgehen kann. Aber er ist auch eine Notwendigkeit. Lassen Sie sich von Rev. Gaster den Brief zeigen, worin ich der J.C.A. empfahl, einen jetzt möglichen Landkauf mit Einwanderungsbefugnis vorzunehmen. Mein Vorschlag wurde, wie mir Zadok Kahn schreibt, ad acta gelegt. Diese Herren wollen und werden nichts tun.

Ich habe lange genug gewartet. Im August werden es zwei Jahre, daß ich die ersten praktischen Schritte in der Judensache unternahm. Ich wollte es ohne Aufregung der Massen, von oben herab machen, mit den Männern, die sich bisher im Zionismus hervorgetan hatten. Man hat mich nicht verstanden, nicht unterstützt. Ich mußte allein weitergehen. Auf dem Kongreß in München werde ich die Massen aufrufen, zur Selbsthilfe zu schreiten, da man ihnen nicht helfen will.

Ihren Vorschlag, die Teilnahme der Chovevi Zion vom Pariser Zentralkomitee abhängig zu machen, halte ich für aussichtslos. Die Pariser Antwort kenne ich im voraus. Es ist die Ablehnung. Es arbeitet da hinter den Kulissen jemand, mit dem ich mich weder auf eine Konkurrenz, noch auf einen Streit einlasse. Wer das ist, sagt Ihnen der beiliegende Brief. Ich vertraue den Brief Ihrer Diskretion als Gentleman an. Schicken Sie mir ihn zurück.

Dieser Mann hat seit Jahr und Tag gegen mich intrigiert. Ich glaubte anfangs, er fürchte für seine Stellung, und hatte darum nur Mitleid mit ihm. Seit einiger Zeit kommen mir aber solche Beschwerden von den verschiedensten Seiten über ihn zu. Jetzt verstehe ich alles.

Jedenfalls wird er alles aufbieten, um den Kongreß zu vereiteln. Er wird die nobelsten Gründe erfinden, um das Pariser Komitee von München fernzuhalten. Er wird als „Kenner des Orients“ Befürchtungen erregen usw. usw. Er wird sagen, die Öffentlichkeit schädige unsere Bestrebungen. Alles unwahr. Der Sultan und seine Räte kennen den Judenplan. Ich habe mit den türkischen Staatsmännern ganz offen gesprochen, und die haben es nicht übelgenommen. Als unabhängigen Staat wollen sie uns Palästina um keinen Preis geben; als Vasallenstaat (vielleicht wie Ägypten) könnten wir das Land unserer Väter in kürzester Zeit bekommen. Wir hätten es heute schon, wenn man im vorigen Juli auf meine Londoner und Pariser Vorschläge eingegangen wäre. Begreifen Sie meinen Zorn und meine Ungeduld?

Sie, Oberst, sollten ähnlich wie Woods, Kamphövener, v. d. Goltz und andere fremde Offiziere als General in türkische Dienste treten, und als solcher hätten Sie in Palästina unter der Suzeränität des Sultans kommandiert. Bei dem Zerfall der Türkei würde uns oder unseren Söhnen dann Palästina unabhängig zufallen. War der Plan so unsinnig? Das finanzielle Arrangement war noch einfacher, wenn die Geldmagnaten, wie ich es vorschlug, mitgegangen wären. Montagu hat mein Anlehensprojekt gebilligt.

Da es nicht so ging, muß es anders gehen. Sie irren sich, glaube ich, wenn Sie von den Massen keine Geldkraft erwarten. Jeder hat nur ein kleines Opfer zu bringen, und die Leistung wird schon enorm. Das wird Sache der Weltpropaganda sein, die vom Münchner Kongreß ihren Ausgang nehmen soll. Darum, als um eine Geldsache, habe ich mich nicht zu kümmern. In München werden auch Geldfachleute sein, die diesen Teil der Aufgabe besorgen werden.

In München wird nach langer Zeit wieder eine jüdische Nationalversammlung stattfinden !

Ist das nicht etwas so Großes, daß jedes jüdische Herz bei diesem Gedanken höher schlagen muß? Heute noch in der Fremde, leschonoh haboh vielleicht in der alten Heimat?

Sie, Oberst Goldsmid, der Sie mich an jenem Abend in Cardiff so tief bewegten, als Sie mir Ihre Geschichte erzählten, und mit den Worten begannen: ,,I am Daniel Deronda“ — Sie sollten an dieser jüdischen Nationalversammlung nicht teilnehmen wollen? Ich könnte es begreifen, wenn Sie Rücksichten auf Ihre dienstliche Stellung für Ihre Person nehmen müßten. Aber vom zionistischen Standpunkt aus können Sie doch nichts dagegen haben.

Daß ich keine selfish aims habe, müssen Sie glauben. Eben jetzt in den Parlamentswahlen wurden mir drei Mandate von Bezirken angeboten, wo Juden die Majorität haben. Ich lehnte ab. Ich habe keinerlei persönlichen Ehrgeiz in der Judensache.

Man stelle mich auf die Probe. Noch einmal proponiere ich folgendes: Stellen Sie sich mit Edm. Rothschild, Montagu, und mit wem Sie sonst noch wollen, zusammen. Geben Sie mir Ihr Ehrenwort, daß Sie das ausführen wollen, was ich in Konstantinopel eingeleitet habe — und ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ich von der Leitung der Judensache für immer zurücktrete.

Ist Ihnen das nicht möglich, so vereinigen Sie Ihre Kraft mit meiner. Arbeiten wir zusammen!

Käme es aber zu einer Spaltung zwischen den „großen“ Geldjuden und uns, so werden nicht wir übel daran sein, sondern jene. Drüben werden ein paar Geldsäcke mit ihren Schnorrern und Lakaien stehen — hüben wir mit allen edlen, mutigen, intelligenten und gebildeten Kräften unseres Volkes.

Mit Zionsgruß

Ihr aufrichtiger Freund

Th. Hcrzl.

Beilage: Brief der Frau Papiermeister aus Schaulen.

(…)

24. März

Der ägyptische Emissär Mustafa Kamil, der schon einmal hier war, hat mich wieder besucht. Er macht wieder eine Tournee, um Stimmung zu erregen für die Sache des ägyptischen Volkes, das die englische Herrschaft los werden möchte. Dieser junge Orientale macht einen vorzüglichen Eindruck; er ist gebildet, elegant, intelligent, beredsam. Ich notiere seine Gestalt, weil er wohl noch eine Rolle in der Politik des Orients spielen wird — wo wir uns möglicherweise begegnen werden.

Der Nachkomme unserer einstigen Bedrücker in Mizraim seufzt jetzt selbst über Leiden der Unterjochung, und sein Weg führt ihn bei mir, dem Juden, vorüber,
dessen publizistische Hilfe er sucht. Ich habe ihn, da ich für ihn jetzt nicht mehr tun kann, meiner Sympathien versichert.

Ich glaube, ohne es ihm zu sagen, daß es für unsere Sache gut wäre, wenn die Engländer gezwungen würden, Ägypten zu verlassen. Denn dann müßten sie für den verlorenen oder mindestens unsicher gewordenen Suezkanal einen anderen Weg nach Indien suchen. Da wäre das moderne jüdische Palästina für sie ein Auskunftsmittel — die Bahn von Jaffa nach dem Persischen Golf.

24. März

Gestern mit dem türkischen Botschafter bei Newlinski gespeist. Mahmud Nedim schmollte anfangs mit mir, offenbar wegen der türkenfeindlichen Haltung der N. Fr. Pr. [Neuen Freien Presse]. Ich benutzte einen Gesprächszwischenfall, um hinzuwerfen, die Blätter könnten nie eine andere auswärtige Politik machen als die Regierung ihres Landes. Dann pries ich die Lebensfähigkeit der Türkei, die noch große Tage sehen würde, wenn sie die jüdische Einwanderung begünstigen wollte.

Der arme Botschafter sagt ganz offenherzig: „Schlechter, als es uns jetzt geht, kann es bald nicht mehr werden“.

Das Milieu, in dem ich mich da befand, war kurios. Es ist diplomatische Halbwelt. Neben dem Botschafter saß Direktor Hahn von der Länderbank, finanzielle Halbwelt. An der anderen Seite der Hausfrau Fürth, derzeit Sekretär des Fürsten von Bulgarien. Fürth war in Paris nach seinem Abschied von Hirsch eben im Beriffe, Remissier an der Börse zu werden — ich erinnere mich, daß er mir im Wagen auf der Rückfahrt aus dem Bois erzählte, er vermittle jetzt Börsenaufträge in Goldminenaktien für Aristokraten — da bekam er die Anstellung beim Fürsten Ferdinand, ich glaube durch Vermittlung der Jesuiten, als Lohn für seine Taufe.

Newlinski selbst ist eine große Gestalt — ich weiß nicht, ob ich ihn in meinen Aufzeichnungen schon fixiert habe. In Konstantinopel waren meine Eintragungen beengt durch die Möglichkeit, daß er bei unserer intimen Reise irgendeinmal mein Tagebuch in die Hand bekommen könnte. Er ist ein grand seigneur déchu. Er hat eines Tages den äußeren Halt seines angestammten Lebenskreises verloren und ist in eine tiefere Schicht geraten, deren Tugenden und Fehler er nicht hat, wo er mißverstanden und geringgeschätzt wird.

Es gibt bei ihm kuriose Wahrnehmungen. Er hat die Technik der Diplomatie, alle feinsten und tiefsten Eigenschaften der „Karriere“ — aber diese sind im bürgerlichen Leben absolut nicht am Platz. Dadurch ist er eine halbbrüchige Existenz und macht einen verdächtigen Eindruck.

Dabei hat er die große slawische Liebenswürdigkeit, und ich stehe nach wie vor unter dem Bann seiner großen geistigen Qualitäten.

Darum sehe ich aber doch deutlich, daß es diplomatische Halbwelt ist — der kümmerliche Botschafter des verkrankten Kaisers der Türkei obenan. Aber auch dieser arme Botschafter und sein armer Herr sind mir herzlich sympathische Gestalten.

24. März.

Heute mit Benedikt von der Redaktion nach Hause gegangen. Wieder wie immer das Gespräch auf die Judensache gebracht. Ich befolge jetzt die Taktik, ihn zu ängstigen, da ich bemerkte, daß er zum Erschrecken inkliniert. Ich kann natürlich nur durch die Blume — drohen.

Allerdings habe ich jetzt auch wirklich schon die Besorgnis, daß die Juden in Wien zu spät auf meinen Plan eingehen werden. Sie werden nicht mehr die politische Bewegungsfreiheit haben, vielleicht auch nicht mehr die Freizügigkeit — sowohl von Personen wie auch von Sachen — um nach Zion schauen und gehen zu können.

Ich sagte Benedikt: „Die nächste Folge des Antisemitismus, noch vor den gesetzlichen und administrativen Schikanen, wird ein Krieg der Juden gegen die Juden sein. Die schon jetzt gedrückten und bedrohten Schichten der Juden werden sich gegen die Großjuden wenden, welche sich von Regierung und Hetzern mit Geld und Diensten loskaufen.“

Das begriff er und sagte: „Es soll daraus nur nicht ein Kampf gegen die Reichen überhaupt werden.“

Ich erwiderte: „Wenn der Kampf begonnen hat, läßt er sich nicht mehr begrenzen. Wer die Zeichen nicht verstanden, die Notschreie überhört hat, wird es sich selbst zuschreiben müssen.“

Und dann erzählte ich ihm, was mir eben einfiel, weil ich die Listen für die Kongreßeinladungen von Schnirer hatte holen lassen, daß wir die Namen und Adressen absolvierter Hochschüler, die unsere Anhänger sind, auf einer zionistischen Kundgebung gesammelt haben. (Das ist die Adresse, die für mich aus Anlaß der Publikation des „Judenstaates“ vorbereitet wurde.)

Da sah ich den Ausdruck des Schreckens in seinem Gesicht.

Ich hatte einen Schlag auf seine Einbildungskraft geführt. Ich erriet, was er in seinem Schrecken plötzlich dachte: das sind die Adressen der Abonnenten für das Konkurrenzblatt der N. Fr. Pr.

* * *

Vorgestern, Montag, nach der Wahl in der Leopoldstadt, als der Antisemit gegen den „Liberalen“ unterlag, gab es einen Rummel in diesem Judenviertel.

Einige Pöbelbanden zogen umher, schlugen Fensterscheiben von Kaffeehäusern ein, plünderten etliche kleine Läden. Auch wurden Juden auf der Gasse beschimpft und geprügelt. Als man das in den Morgenblättern las, gab es, glaube ich, der Judenschaft einen Schock — der aber schnell verwunden war. Es muß ärger kommen, es wird ärger kommen. Freilich, die Millionäre werden sich dem Übel leicht entziehen; und die Wiener Juden sind wie die meisten unseres Volkes Ghettonaturen, die froh sind, wenn sie nur mit einem blauen Auge davonkommen.

„Fasse ich den Baseler Kongreß in ein Wort zusammen – das ich mich hüten werde, öffentlich auszusprechen – so ist es dieses: in Basel habe ich den Judenstaat gegründet. Wenn ich das heute laut sagte, würde mir ein universales Gelächter antworten. Vielleicht in fünf Jahren, jedenfalls in fünfzig wird es jeder einsehen.“

Auf dem Kongress wurde die Zionistische Organisation gegründet und das so genannte Baseler Programm verabschiedete, das „für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina“ forderte. Der Kongress, der zunächst jährlich, später alle zwei Jahre stattfand, steht am Beginn des Prozesses, der den Zionismus zu einer politischen Bewegung formte und muss daher als wichtigster Antrieb für die Gründung des Judenstaates gesehen werden. Tatsächlich sollte es nur wenig mehr als 50 Jahre dauern, bis aus Herzls Vision Wirklichkeit und der Staat Israel ausgerufen wurde.

Seit dem Erscheinen von Herzls programmatischer Schrift „Der Judenstaat“ arbeitete er unermüdlich an der praktischen Umsetzung seiner Idee. Er begann seine zahllosen Reisen durch Europa, um für Unterstützung für die zionistische Sache zu werben. Im Juni 1897 gründete er die Wochenzeitung „Die Welt“ als zionistisches Organ, für die er über die Jahre hinweg sein gesamtes Privatvermögen opfern sollte.

Der Judenstaat
Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage
[Deutsches Original]
Vorrede
Einleitung Allgemeiner Teil Die Jewish CompanyOrtsgruppen Society of Jews und Judenstaat Schlußwort
[Hebräische Übersetzung]

Altneuland
[Erstes Buch – Ein gebildeter und verzweifelter junger Mann] [Zweites Buch
Haifa 1923] [Drittes Buch – Das blühende Land] [Viertes Buch – Pesach] [Fünftes Buch – Jerusalem]
Im Jahre 1902, zwei Jahre vor seinem viel zu frühen Tod, sorgte Theodor (Binjamin S’ew) Herzl mit dem Erscheinen eines „utopischen Romans“ für eine Überraschung. In der Einleitung schrieb er „Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen„. Schon wenige Monate später erschien das Buch auch auf hebräisch. Der Titel: „Tel-Awiw„.

Weitere Texte
[Selbstbiographie]
[Eröffnungsrede zum ersten Kongreß]
[Protestrabbiner]
[Mauschel]
[Die Menorah]
[Letzte Briefe an David Wolffsohn]

[Ben-Ami: Erinnerungen an Theodor Herzl]

Kommentar verfassen