Neues Jahr – neue Fernsehtipps

Vom 01. bis 15. Januar 2017…

Mo, 2. Jan · 20:15-21:45 · Das Erste (ARD)
Spuren der Rache (1)

Mit vielen überraschenden Wendungen, großen Emotionen und einer exklusiven Besetzung wartet der spannungsreiche zweiteilige Fernsehthriller „Spuren der Rache“ auf: In den Hauptrollen sind Heiner Lauterbach und seine Tochter Maya zu sehen. Er spielt einen deutschen Beamten, dessen Familie bei einem Anschlag ums Leben kommt und der auf die Tochter des Attentäters trifft, den er zur Rechenschaft ziehen will. Als die Situation eskaliert, sind die beiden gezwungen zu fliehen und eine Schicksalsgemeinschaft wider Willen einzugehen. Die Geschichte über Moral, Schuld und Vergebung führt in das Milieu von Terroristen und Waffenhändlern, in deren Netzwerke auch die Geheimdienste verwickelt sind. Nikolai Müllerschön, der bereits 2014 mit Lauterbach den Gangsterfilm „Harms“ realisierte, führte Regie bei diesem aufwendig produzierten Zweiteiler. Bei einem Bombenanschlag mitten in Berlin verliert Frank Hennings (Heiner Lauterbach) seine Frau und seine Tochter. In seinem Schmerz fokussiert der pensionierte Verwaltungsbeamte nur noch ein einziges Ziel: Vergeltung. Als die Ermittlungen vorzeitig eingestellt werden, reist er auf eigene Faust nach Marokko und heftet sich an die Fersen von Sharif Nader (Michele Cuciuffo), dem mutmaßlichen Drahtzieher des Attentats. Um Nader ungehindert nahezukommen, bewirbt er sich mit gefälschten Papieren als Privatlehrer für dessen 13-jährige Tochter Yasmin (Maya Lauterbach). Während Hennings das Mädchen in einem schwer bewachten Haus unterrichtet, wartet er auf eine günstige Gelegenheit, um deren Vater zu erschießen. Hennings weiß, dass jeder seiner Schritte von Nader und seinen Sicherheitsbeamten genau beobachtet wird und ihm nur wenig Zeit bleibt. Als seine Tarnung fast auffliegt, durchkreuzen Naders Hintermänner seinen Plan. Es kommt zu einem Blutbad, dem Hennings und Yasmin in letzter Sekunde gemeinsam entrinnen können. Auf der Flucht wird dem Mädchen klar, wer Hennings wirklich ist: der Mann, der ihren Vater ermorden wollte, um sich für etwas zu rächen, das er in ihren Augen nicht getan haben kann.

Mo, 2. Jan · 23:45-01:15 · NDR
Der Medicus (1/2)

England, im frühen elften Jahrhundert. Trotz seiner magischen Vorahnung muss der junge Halbwaise Rob Cole (Tom Payne) hilflos mit ansehen, wie seine Mutter an einer unheilbaren Krankheit stirbt. Das Erlebnis prägt ihn nachhaltig. Rob schließt sich einem fahrenden Bader (Stellan Skarsgård) an, der ihn in das medizinische Halbwissen des Mittelalters einweiht. Da der Wanderheiler allmählich sein Augenlicht verliert, übernimmt sein Zauberlehrling bald die „Behandlungen“ – für die Patienten eher schmerzhafte als heilsame Prozeduren. Von einem jüdischen Medicus, der dem fast Erblindeten durch einen kunstvollen Eingriff das Augenlicht wiedergibt, erfährt Rob, dass es außer seinem bescheidenen Wissen eine sehr viel weiter entwickelte Heilkunst gibt. Elektrisiert macht er sich auf den Weg in die persische Stadt Isfahan, wo der sagenumwobene Ibn Sina (Ben Kingsley) Medizin lehrt. Dank seiner erstaunlichen Fähigkeiten avanciert Rob bald zum Meisterschüler des Universalgelehrten. Doch dadurch begibt er sich auch in große Gefahr.

Mo, 2. Jan · 23:50-01:15 · arte
Die Hälfte der Stadt

Der jüdische Fotograf und Gemeindepolitiker Chaim Berman engagierte sich vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs für ein friedliches Nebeneinander von Polen, Juden und Deutschen in seiner polnischen Heimatstadt Kozienice, doch seine weltoffene Haltung wurde ihm bald zum Verhängnis. Chaim Berman kommt 1890 im polnischen Städtchen Kozienice zur Welt. Bereits sehr früh begeistert er sich für Fotografie und lernt sein Handwerk vom eigenen Vater. Bald beginnt er damit, die Bewohner von Kozienice zu porträtieren – es sind Polen, Juden und Deutsche, die hier weitestgehend friedlich nebeneinander leben. Während sich das politische Klima in den 1930er Jahren verfinstert, kämpft Berman weiter für ein Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und vermittelt in seiner Eigenschaft als Stadtrat immer wieder zwischen den Kulturen und Religionen. Bis zum Schluss weigert er sich, Polen zu verlassen, da er an eine friedliche Lösung glaubt. Diese Haltung wird ihm zum Verhängnis, als die Nazis seine Heimat überfallen. Bermans vermeintliche Freunde werden plötzlich zu seinen Feinden, während Menschen, die er vorher nicht sonderlich schätzte, ihn und seine Familie zu retten versuchen. Der polnische Nachbar Bermans, Antoni Kaczor, hält ihn in einem winzigen Keller versteckt. Als der Fotograf von einer tückischen Krankheit befallen wird, die sein Gehirn angreift, beginnt er, laut zu schreien, und bringt damit die Familie seines Retters in Lebensgefahr. Antoni Kaczor muss bald eine Entscheidung treffen. „Die Hälfte der Stadt“ nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Gezeiten eines turbulenten europäischen Jahrhunderts und erzählt die bewegende Geschichte eines Mannes, dessen Überzeugungen fortschrittlicher waren als die Welt, in der er lebte. „Chaim“ bedeutet auf Hebräisch „Leben“ – so erklärt sich die außergewöhnliche formelle Herangehensweise des Regisseurs Pawel Siczek. Die aufwendig gestaltete Animation, die durch die Werke des Malers Marc Chagall und die naive Malerei der Kozienicer Region inspiriert wurde, lässt eine längst vergessene Welt wieder lebendig werden. Die Hinterlassenschaft des Fotografen Berman besteht aus an die zehntausend Porträts auf Glasnegativen, die jahrzehntelang unentdeckt blieben. Sie zeigen unbekannte Menschen aus Chaim Bermans Alltag, die Gesichter einer für immer verlorenen europäischen Ära. Diese Glasnegative sind der Ausgangspunkt des Films, der das Leben ihres Urhebers zu rekonstruieren versucht.
Bild oben: © Leykauf Film/Balance Film Chaim bei der Arbeit in seinem Atelier (Animation)

Mi, 4. Jan · 04:05-05:55 · 3sat
Der Mann mit dem Fagott (2/2)

Motiviert durch seine Begegnung mit dem Fagott-Spieler, gelingt Heinrich Bockelmann die Flucht aus Moskau nach Schweden, wo er seine Familie wohlbehalten wiedertrifft. Die Jahre ziehen ins Land, und seine Kinder wachsen zu tüchtigen Männern heran. Der ehrgeizige Sohn Rudi wird Bürgermeister im österreichischen Ottmanach. Doch der prinzipienstrenge Vater tadelt ihn wegen der Kollaboration mit den Nazis. Mit wem er sich eingelassen hat, wird Rudi klar, als sein Sohn Udo bei einer Wehrübung von einem fanatischen Jungzugführer so brutal geschlagen wird, dass es ihm das Trommelfell zerfetzt. Der musikalische Junge, der sich das Klavierspielen selbst beibrachte, ist zutiefst betrübt, denn er wird auf dem linken Ohr nie mehr so hören wie zuvor. Sein Vater tröstet ihn: „Der Mann mit dem Fagott“ – jene Bronzestatue, die schon im Leben des Großvaters eine wichtige Rolle spielte – wird auch Udo immer beschützen. In den Wirren des Krieges muss Rudi Bockelmann die Figur jedoch dem russischen Zwangsarbeiter Kasajev anvertrauen. Seither gilt sie als verschollen. Mit dem aufkeimenden Wirtschaftswunder treten Rudis Söhne als Geschäftsmänner in die Fußstapfen ihres erfolgreichen Großvaters. Allein Udo, der für ein Trinkgeld in Bars klimpert, ist aus der Art geschlagen. Der vom Jazz inspirierte 18-Jährige hat eine musikalische Vision, doch bornierte Musikproduzenten wollen aus ihm einen zweiten Freddy Quinn machen. Erst das Vertrauen des visionären Managers Hans Beierlein ebnet dem ambitionierten Sänger und Komponisten die Karriere: Mit dem Gewinn des Grand Prix Eurovision de la Chanson 1966 erlebt Udo Jürgen Bockelmann alias Udo Jürgens seinen ersten Karrierehöhepunkt. Doch erst Jahrzehnte später erhält er den Anruf eines alten Mannes aus Moskau – und damit das größte Geschenk seines Lebens: Die Bronzestatue „Der Mann mit dem Fagott“ kehrt zurück in die Hände der Familie Bockelmann.

Mi, 4. Jan · 10:30-11:45 · PHOENIX
Thema: Kampf gegen IS-Terror

Der sogenannte „Islamische Staat“ ist unter Druck geraten. Vom Image der unbesiegbaren Gotteskrieger ist nicht viel übrig. Trotzdem dauert der Kampf gegen den IS an und allein militärisch wird er nicht zu gewinnen sein. Der Nahost-Korrespondent der ARD, Volker Schwenck, berichtet u.a. über die Lage in Syrien, Libyen und dem Irak. Neben den Auswirkungen für Menschenrechte, Wirtschaft und Kultur, beleuchtet er auch die Rolle der Bundeswehr und aktuelle Grenzschutzmaßnahmen. In Syrien und im Irak tobt der Krieg gegen den IS. Millionen Menschen sind auf der Flucht, traumatisiert, verloren. In den Nachbarländern Jordanien oder Libanon hat die Angst vor dem IS-Terror den Tourismus schwer beschädigt und Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten verschärft. Während die selbst ernannten Gotteskrieger in Syrien und im Irak vielerorts langsam zurückgedrängt werden, expandiert der IS in Libyen. In dem tief zerstrittenen Land direkt vor Europas Toren stellen die fanatischen Dschihadisten eine ernste Bedrohung dar. Volker Schwenck berichtet vor Ort über die Situation.

Mi, 4. Jan · 14:00-14:30 · One
In Deutschland um die Welt, 4/12 Israel in Berlin

„Schalom aus Berlin“, heißt es heute für Pierre M. Krause. Die Stadt mit schlechtem Wetter und mit ohne Strand. Und da sagen offensichtlich tausende Israelis: „Cool, schlechtes Wetter und keinen Strand kennen wir noch gar nicht, da ziehen wir hin!“ Für Israelis ist Berlin zur Zeit einer der hippsten Orte der Welt, quasi das gelobte Land 2.0. Niemand weiß so genau, wie viele Israelis in den vergangenen Jahren nach Berlin gezogen sind. Man schätzt 15.000 bis 20.000. Pierre M. Krause besucht eine Synagoge, trifft den Sänger Gil und isst einen Tag lang koscher.

Mi, 4. Jan · 20:15-21:45 · Das Erste (ARD)
Spuren der Rache (2)

Nur knapp können Hennings (Heiner Lauterbach) und Yasmin (Maya Lauterbach) dem Blutbad im Haus ihres Vaters entkommen. Schnell wird klar, dass sie niemandem vertrauen können und nirgends sicher sind. Ihre Gesichter werden über das marokkanische Fernsehen verbreitet und sie werden nicht nur von der dortigen Polizei gesucht, sondern auch vom deutschen Bundesnachrichtendienst. Yasmin weiß, dass sie nur überleben kann, wenn sie die Hilfe des Mannes annimmt, der ihren Vater ermorden wollte. Für das junge Mädchen eine Zerreißprobe. Die Gegner ihres Vaters vermuten, dass sie viel über dessen Waffengeschäfte weiß und sie im Besitz seines Notizbuches ist, in dem Namen und Lieferdaten vermutet werden. Wie brisant diese Namen für deutsche Politiker sein könnten, wird Hennings klar, als er mit seinem alten Freund und Ex-Kollegen bei der BKA-Zentrale spricht. Alle Beteiligten scheinen ein doppeltes Spiel zu spielen. Hennings und Yasmin sind nur ein kleiner Baustein in diesem Gefüge und waren nur zur falschen Zeit am falschen Ort, aber das könnte sie das Leben kosten. Yasmin und Hennings müssen sich mit ihrem Gewissen und ihrer Schuld auseinandersetzen und entscheiden, ob Rache oder Vergebung die Werte sind, die für ihr Leben gelten sollen.

Do, 5. Jan · 03:10-04:45 · Das Erste (ARD)
Mein Kriegswinter

Januar 1945 in einem niederländischen Dorf in der von den Nazis besetzten Provinz Overijssel: Durch die vereisten Fenster seines Zimmers beobachtet der 14-jährige Michiel van Beusekom (Martijn Lakemeier) den Absturz eines Flugzeuges im nahe gelegenen Wald. Es ist eine Maschine der britischen Air Force, aus der sich einer der Piloten rettet und dabei einen herbeigeeilten deutschen Rekruten erschießt. Davon ahnt Michiel nichts, als er am nächsten Morgen gemeinsam mit seinem Freund Theo Knopper (Jesse van Driel) neugierig das Wrack untersucht und von Wehrmachtssoldaten festgenommen wird, während Theo entkommen kann. Im deutschen Hauptquartier gibt der Junge an, allein im Wald gewesen zu sein. Sein Vater Johan van Beusekom (Raymond Thiry), der örtliche Bürgermeister, will es sich mit den Besatzern nicht verderben und erwirkt die Freilassung des Sohnes. Michiel beobachtet misstrauisch die betont unparteiische Haltung seines Vaters, die er insgeheim für feige Tatenlosigkeit hält – erst recht, als Onkel Ben (Yorick van Wageningen) bei ihnen einzieht, in den Augen seines kleinen Neffen ein mutiger Widerstandskämpfer. Kurz darauf wird Michiel von Dirk Knopper (Mees Peijnenburg), Theos Bruder, ein verschwörerisches Kuvert zugespielt, das er dem Schmied Bertus van Gelder (Tygo Gernandt) übergeben soll. Doch bevor dies gelingt, wird Dirk von den Deutschen verhaftet und Bertus erschossen. Als der Junge das Schreiben nun selbst öffnet, findet er darin Angaben zu einem geheimen Waldversteck, in dem sich der britische Pilot Jack (Jamie Campbell Bower) vor den Nazis verbirgt. Michiel beschließt, diesem bei der Flucht in die Provinzhauptstadt Zwolle zu helfen, er weiht seine ältere Schwester Erica (Melody Klaver) und schließlich auch Onkel Ben in den gefährlichen Plan ein. Doch als die Flucht misslingt, muss Jack erneut untertauchen. Währenddessen entdeckt die Wehrmacht die Leiche ihres bei dem Absturz getöteten Soldaten. Um ein Exempel zu statuieren und den Widerstand der lokalen Bevölkerung zu brechen, wird eine Exekution angeordnet: Gemeinsam mit anderen unschuldigen Bürgern soll auch Michiels Papa öffentlich hingerichtet werden. Ein dramatischer Gewissenskonflikt, denn der Junge kann nur einen Menschen retten: seinen neuen Freund Jack oder den eigenen Vater.

Do, 5. Jan · 22:10-23:40 · WDR
Der Medicus (2/2)

Der große Gelehrte Ibn Sina weiht den wissensdurstigen Rob Cole in die Geheimnisse der Medizin ein. Doch gegen den Ausbruch der Pest ist die ärztliche Kunst machtlos. In Isfahan rafft der schwarze Tod Tausende dahin, bis der junge Meisterschüler herausfindet, dass Rattenflöhe den Erreger übertragen. Dank seiner Entdeckung wird die Epidemie eingedämmt. Ein phänomenaler Erfolg, doch der gefeierte Mediziner ist nicht zufrieden. Rob will das Geheimnis jener unheilbaren Krankheit lüften, an der auch seine Mutter starb. Trotz ausdrücklichen Verbots seines Lehrmeisters obduziert Rob heimlich eine Leiche und beginnt zu verstehen, dass die berüchtigte „Seitenkrankheit“ eine Blinddarmentzündung ist. Mit diesem Wissen rettet er sogar dem Schah das Leben. Doch er wird an die Mullahs verraten, fanatische Koraneiferer, in deren Augen Ibn Sina und seine Schüler sich gegen Gott versündigen. Mit dem Überfall der kriegerischen Seldschuken, die den Mullahs zur Seite stehen, endet in Isfahan die Epoche der freien Wissenschaft. Ibn Sina verübt Selbstmord. Im letzten Moment rettet Rob seine große Liebe Rebecca aus den Fängen ihres Gatten, der die Ehebrecherin nach alter Tradition steinigen will. In ihrer Begleitung kehrt der Medicus nach England zurück, wo er seine Kenntnisse in den Dienst der freien Forschung stellt. Die starbesetzte Verfilmung des Weltbestsellers von Noah Gordon erzählt von der beschwerlichen Reise eines kompromisslosen Forschers, der die geographischen und religiösen Grenzen seiner Zeit überschreitet.

Fr, 6. Jan · 16:45-17:15 · BR
Israels viertes Meer – Eine Reise rund um den See Genezareth

Seit biblischen Zeiten ist der See Genezareth bekannt. Schließlich wandelte schon Jesus über den See. Das Kamerateam begibt sich auf eine Reise um den See herum, um den Zuschauern Land und Leute in einer der schönsten Regionen des Heiligen Landes vorzustellen. Seit biblischen Zeiten ist der See Genezareth bekannt. Schließlich wandelte schon Jesus über den See. Das Kamerateam begibt sich auf eine Reise um den See herum, um den Zuschauern Land und Leute in einer der schönsten Regionen des Heiligen Landes vorzustellen. Richard C. Schneider besucht das Benediktinerkloster Tabgha, eine christliche Pilgerstätte, die unmittelbar mit dem Wirken Jesu in Verbindung gebracht wird. Die Klosterkirche heißt „Brotvermehrungskirche“, da sie als Ort der „Speisung der Fünftausend“ gilt. In Tabgha leben seit 1939 Benediktinermönche. Mönche und deutsche Volontäre arbeiten gemeinsam in der Jugend- und Behindertenbegegnungsstätte Beit Noah, einem Teil des Komplexes aus Brotvermehrungskirche und Kloster.

Fr, 6. Jan · 22:10-23:40 · Das Erste (ARD)
Tatort: Ein ganz normaler Fall

Die junge Leah Berger wird in München auf dem jüdischen Friedhof beerdigt, ganz hinten an der Friedhofsmauer, denn Leah hat Selbstmord begangen. Ihr Vater Rafael Berger steht unter Schock. Die Münchner Hauptkommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic befinden sich in einem betriebsinternen Wettbewerb, nur einer kann „Polizist des Jahres“ werden. Dann der Anruf: Ein Toter in der neuen jüdischen Synagoge, vermutlich Fremdeinwirkung. Der zuständige Staatsanwalt mahnt „Fingerspitzengefühl“ an. Die Ermittler gehen den Fall an wie jeden anderen auch. Der Tote ist Rafael Berger. Er liegt im jüdischen Gemeindezentrum am Ende einer schmalen Treppe. Die Todesursache ist Genickbruch. Wurde er gestoßen? Die Buchstaben M O S E R sind bei der Blutlache zu erkennen. Jonathan Fränkel, ein orthodoxer Jude, fand die Leiche. Der Vorstand der Synagoge Martin Hirsch vermittelt ihnen den Kontakt zu Justiziarin Claudia Schwarz, doch die Ereignisse überstürzen sich. Aaron, der Schützling von Rabbiner Grünberg, droht von einer Empore zu springen. Aaron ist seit einer Gehirnhautentzündung leicht behindert. Er ist aufgebracht, dass durch die Anwesenheit der Polizisten seine gewohnten Abläufe durcheinander geraten. „Seinem“ Rabbi Grünberg hat man in der großen Synagoge „Asyl“ gewährt, denn Grünbergs Gebetshaus wird gerade renoviert. Zu Batic fasst Aaron Vertrauen. Die Ermittler begegnen mehr und mehr einer religiösen Welt, die ihnen nicht vertraut ist. Jonathan Fränkel, so ergeben die Nachforschungen, war abhängig und ist wegen Körperverletzung vorbestraft. Doch er konnte eine Kehrtwende in seinem Leben erreichen. Durch die engagierte Teilhabe von Rabbiner Grünberg hat er seine Frau Miriam kennengelernt, mit der er inzwischen drei Kinder hat. Weil die finanziellen Verhältnisse der Familie eingeschränkt sind, hat Leah die Familie umsonst wohnen lassen. Nach Leahs Tod schickt Vater Berger den Fränkels eine Räumungsklage: ein starkes, ein sehr starkes Mordmotiv. Die Münchner Kommissare ermitteln in alle Richtungen und finden heraus, dass Leah mit Grossmann, dem verheirateten deutschen Geschäftspartner ihres Vaters, eine Liebesaffäre hatte. Ihr Kind wäre unehelich zur Welt gekommen. Mit Hilfe Rabbi Grünbergs – den besonders Leitmayr lange im Verdacht hat, er sei der Vater von Leahs ungeborenem Kind – kommen sie dem Rätsel um Bergers Tod näher. Din Moser, das Gesetz über den „Verrat eines Juden durch einen Juden an einen Nichtjuden“ sagt, „wenn ein Jude im Begriff ist, einen anderen Juden zu verraten, darf man ihn töten“. Gilt dieses mittelalterliche Gesetz heute noch?

Sa, 7. Jan · 01:20-03:05 · Das Erste (ARD)
Die Rache des Tanzlehrers

Die Ermordung des pensionierten Polizisten Herbert Molin, der in seinem abgelegenen Haus in Nordschweden förmlich hingerichtet wurde, stellt die Ermittler vor einige Rätsel: Blutige Fußabdrücke am Tatort weisen ein eigenartiges Muster auf – als hätte der Mörder mit seinem Opfer noch einen Tango getanzt. Die grauenhafte Tat schockiert auch Molins Freund und Ex-Kollegen Stefan Lindman. Als dieser mit seinen Nachforschungen beginnt, macht er eine Reihe erschütternder Entdeckungen, die auch den Blick auf sein eigenes Familienleben radikal verändern. Jonas Karlsson spielt die Hauptrolle in dieser spannenden Verfilmung des politisch brisanten Krimis von Henning Mankell. Kommissar Stefan Lindman (Jonas Karlsson) hat gerade seinen Vater zu Grabe getragen und will sich bei dem pensionierten Ex-Kollegen Herbert Molin (Peter Kneip) für den Kranz bedanken, den dieser schickte. Doch er trifft ihn nicht mehr an: Molin wurde brutal ermordet, markante Blutspuren auf seinem Dielenboden erinnern an eine Reihe von Tanzschritten. Zuständig für diesen Fall ist der hiesige Polizeichef Rundström (Mats Bergman), der sich jedoch als schlampiger Kriminalist erweist. Lindman nimmt eigene Ermittlungen auf und stellt rasch fest, dass er den langjährigen Freund offenbar nicht gut kannte. Warum änderte Molin schon vor geraumer Zeit seinen Namen? Und warum wurde sein Haus von einem Hochsitz aus beobachtet? Die Maklerin Elsa Berggren (Lena Granhagen), von der Molin das Haus kaufte, hatte offenbar eine engere Beziehung zu ihm, über die sie sich jedoch ausschweigt. Nicht sehr redselig ist auch der Nachbar David Andersson (Göran Graffman), der im Gespräch plötzlich sehr nervös wird. Andersson konnte Molin auf den Tod nicht ausstehen. Worin diese Abneigung gründet, kann Lindman aber nicht mehr herausfinden, denn auch Andersson wird brutal ermordet. Während die Kollegen nach einem Zusammenhang zwischen den Taten suchen, stößt Lindman bei nochmaligem Durchstöbern von Molins Haus auf alte Dokumente, die seinen Freund als überzeugten Altnazi ausweisen. Mit Hilfe seines Kollegen Giuseppe Larsson (Douglas Johansson) stößt Lindman auf ein braunes Netzwerk, zu dem auch Molins sympathische Tochter Veronica (Lia Boysen) gehört – und sogar sein eigener Vater war Mitglied dieser Organisation. Allein der Mord an Molin bleibt rätselhaft. Henning Mankells komplexer Politkrimi wurde 2004 sowohl von Urs Egger als auch von Stephan Apelgren verfilmt. Apelgren, der mit seinen stilvollen Adaptionen von Mankells Wallander-Romanen erfolgreich war, setzte auch schon den ersten Krimi des Bestsellerautors ohne den Kult-Kommissar spannungsreich und mit Gespür für Atmosphäre in Szene. Jonas Karlsson, bestens in Erinnerung aus der schrägen Liebeskomödie „Miffo – Da Braut sich was zusammen“, verkörpert einen ganz eigenen, unverbrauchten Ermittlertyp.

Sa, 7. Jan · 18:45-19:15 · SWR
Landesart: Edith Stein – Jüdin, Ordensfrau, Heilige

Seit 1998 ist sie offiziell eine katholische Heilige. Geboren und ermordet wurde sie aber als Jüdin: Edith Stein. 1891 in Breslau als elftes Kind einer tief gläubigen jüdischen Familie geboren, macht sie in jungen Jahren als Philosophin Karriere. 1922 konvertiert sie zum katholischen Glauben. Danach arbeitet sie als Lehrerin bei den Dominikanerinnen in Speyer. 1942 wird sie nach Auschwitz deportiert und ermordet. Das letzte Lebenszeichen war ein bewegender Brief, den sie noch aus dem Todeszug herausgeschmuggelt hat. Der Film stellt das Leben und Wirken der Philosophin und Denkerin vor. Seit 1998 ist sie offiziell eine katholische Heilige. Geboren und ermordet wurde sie aber als Jüdin: Edith Stein. 1891 in Breslau als elftes Kind einer tief gläubigen jüdischen Familie geboren, macht sie in jungen Jahren als Philosophin Karriere. Sie promoviert bei dem renommierten Denker Edmund Husserl und arbeitet als seine Hochschulassistentin. Als Frau wird sie aber in der Philosophie nicht zur Habilitation zugelassen. 1922 konvertiert sie zum katholischen Glauben und wird im pfälzischen Bad Bergzabern getauft. Danach arbeitet sie als Lehrerin bei den Dominikanerinnen in Speyer. 1933 tritt Edith Stein in den Orden der Karmelitinnen ein. 1942 wird sie zusammen mit ihrer ebenfalls konvertierten Schwester Rosa nach Auschwitz deportiert und ermordet. Das letzte Lebenszeichen war ein bewegender Brief, den sie noch aus dem Todeszug herausgeschmuggelt hat und der auf dem Bahnhof Schifferstadt gefunden wurde. Edith Stein: ein Opfer des antisemitischen Rassenwahns und eine katholische Heilige? Der Film stellt das Leben und Wirken der Philosophin und Denkerin vor.

Sa, 7. Jan · 23:30-01:05 · 3sat
Eine dunkle Begierde

Schweiz, 1904: Eine junge Patientin wird von ihrem Arzt, Dr. C. G. Jung, einer neuartigen Gesprächstherapie unterzogen, die dieser mit seinem Kollegen Sigmund Freud entwickelt hat. Sabina zeigt aufgrund einer schwierigen Familiengeschichte sadomasochistisch geprägte erotische Neigungen. – David Cronenbergs erotisches Historiendrama mit Michael Fassbender, Viggo Mortensen, Vincent Cassel und Keira Knightley. Start der 3sat-Reihe „Amour fou“. Carl Gustav Jungs (Michael Fassbender) neue Patientin, Sabina Spielrein (Keira Knightley), schreit, verkrampft sich und spielt mit Dreck. Für Jung eine Gelegenheit, die neue Psychoanalyse des Wiener Arztes Sigmund Freud auszuprobieren. Damit legt Jung bei Spielrein schon bald masochistische Begierden frei, die in ihrer Kindheit angelegt wurden. Die junge, intelligente Frau, eine jüdische Studentin aus gutem Hause, reagiert ungewöhnlich gut auf die neue Methode. Und auf ihre Bitte hin macht Jung sie schließlich zu seiner Assistentin. Das Verhältnis zwischen Arzt und Patientin wird immer enger, bis der verheiratete Jung sich schließlich auf eine Affäre mit Spielrein einlässt. Als Jung seinen Mentor Freud (Viggo Mortensen) einweiht, ist dieser entsetzt. Er fürchtet um den ohnehin schon zweifelhaften Ruf der Psychoanalyse und deren potenziellen Missbrauch. Wegen Sabina Spielrein kommt es zum Bruch zwischen Freud und Jung.

So, 8. Jan · 09:15-10:00 · SWR
100 Jahre Hollywood – Die Carl-Laemmle-Story

Roter Teppich, Blitzlichtgewitter, Smoking und Abendkleider: Hollywood feiert Geburtstag. Seit hundert Jahren ist hier der Ort, an dem Filme und ihre Stars umjubelt werden. Hollywood ist der amerikanischste aller Träume. Doch kaum jemand ahnt, dass diese Geschichte ihren Anfang in der deutschen Provinz nahm – mit dem schwäbischen Auswanderer Carl Laemmle aus Laupheim bei Ulm, der 1912 in Hollywood die Universal Studios gründete. Zusammen mit seiner Nichte Carla Laemmle, die so alt ist wie die Traumfabrik selbst – nämlich hundert Jahre – begibt sich der Film auf eine fantastische Reise in die Anfänge der Filmgeschichte – in eine Zeit, als alles einfach „wild“ war, als auf dem Universal-Gelände Indianer, Elefanten und Monster umherliefen und es während der Dreharbeiten noch laut und deftig zuging. Zum Teil noch unveröffentlichtes Archivmaterial und Interviews lassen die Stummfilmdiva Mary Pickford erleben oder Lon Chaney, der für Universal den „Glöckner von Notre Dame“ und das „Phantom der Oper“ spielte. Filmautor Kai Christiansen befragt die Nachfahren von Boris Karloff („Frankensteins Monster“) und Bela Lugosi („Dracula“) zu ihren berühmten Vätern. Doch Carl Laemmle wagte sich auch immer an ernste Themen der Zeit: Die Universal-Verfilmung von „Im Westen nichts Neues“ brachte ihm 1930 den „Oscar“. Rund 2.000 Filme hat Laemmle produziert, ein einzigartiges Lebenswerk, auf das die Dokumentation zurückblickt; sie stellt aber auch den Produktionsstandort „Hollywood heute“ vor. Christiansen interviewt unter anderem John Malkovich, der den Unterschied zwischen Theater- und Filmschauspielerei vorführt, und er dreht bei einer der führenden Special-Effects-Firmen, denn jeder Hollywood-Film ist heutzutage am Computer nachbearbeitet. Zur Rolle der Filmmusik äußert sich der dreifach „Oscar“-prämierte Filmkomponist Howard Shore. Schließlich erzählt Regisseur Peter Bogdanovich aufschlussreich, wie er noch viele Stars der Anfangsjahre persönlich kannte, und vergleicht ihr Leben mit der heutigen Zeit in der Traumfabrik. Der Film „100 Jahre Hollywood – Die Carl Laemmle Story“ gibt einen einmaligen Einblick hinter die Kulissen der erfolgreichsten Filmproduktionsstätte der Welt und in die Lebensgeschichte des all die Jahre heimatverbundenen Carl Laemmle, der auf seine Weise auch ein Oscar Schindler war: In der Nazi-Zeit ermöglichte er Hunderten deutschen Juden die Ausreise in die USA und rettete sie vor den Konzentrationslagern.

So, 8. Jan · 19:15-20:00 · ARD-alpha
Pfarrer für Hitler – Kirchenmänner unter dem Hakenkreuz

Der christliche Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus ist inzwischen gut dokumentiert worden. Meist nur am Rande erwähnt werden jene katholischen und evangelischen Geistlichen, die sich voller Begeisterung in den Dienst der nationalsozialistischen Bewegung stellten und als Parteigenossen oder vorbehaltlose Parteigänger auftraten. In ihrer Dokumentation berichtet Jutta Neupert von einigen prominenten evangelischen und katholischen Kirchenmännern, die bis zum Ende des Krieges – und manchmal darüber hinaus – Hitler und seiner Ideologie dienten. 1933 regen sich in den Kirchen viele Stimmen gegen den Nationalsozialismus. Die Befindlichkeiten in den Gemeinden und unter den Pfarrern sind jedoch häufig anders geartet. Sie stehen der Republik ablehnend gegenüber und verlangen nach Ruhe und Ordnung im Land. Die Nationalsozialisten versprechen, Marxismus, Liberalismus und Atheismus in die Schranken zu weisen. Das genügt vielen Christen, sich dem autoritären Staatsapparat der Nazis willig unterzuordnen. Einzelne Pfarrer stimmen zudem der Rassenideologie, dem Antisemitismus und den Volkstumsvorstellungen der Nazis zu. Einige von ihnen erlangen großen Einfluss. Der christliche Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus ist inzwischen gut dokumentiert worden und auch die oft taktierende Rolle der beiden großen Kirchen im Dritten Reich hat wissenschaftlich und publizistisch immer wieder große Aufmerksamkeit gefunden. Meist nur am Rande erwähnt werden jene katholischen und evangelischen Geistlichen, die sich voller Begeisterung in den Dienst der nationalsozialistischen Bewegung stellten und als Parteigenossen oder vorbehaltlose Parteigänger auftraten. In ihrer Dokumentation berichtet Jutta Neupert von einigen prominenten evangelischen und katholischen Kirchenmännern, die bis zum Ende des Krieges – und manchmal darüber hinaus – Hitler und seiner Ideologie dienten. Einer der exponiertesten „Nazi-Pfarrer“ im Dritten Reich war Dr. Philipp Haeuser aus der Nähe von Augsburg, der bei Veranstaltungen der NSDAP, in der er Mitglied war, als Redner auftrat und als besonders extremer Judenhasser galt. Befreundet war er mit dem Münchner Kaplan und Religionslehrer Josef Roth, der 1935 sogar ins das Berliner Reichsministerium für die kirchlichen Angelegenheiten berufen wurde und es dort zum Ministerialdirigenten brachte, ohne daß er aus dem Münchner Klerus ausscheiden mußte. Selbst in den oberen Rängen der katholischen Hierarchie fanden sich entschiedene Befürworter und Mitarbeiter des NS-Regimes. So stand der Augsburger Weihbischof und Generalvikar Franz-Xaver Eberle der Geheimen Staatspolizei als V-Mann zur Verfügung. Ein Doppelspiel kann heute Bischof Alois Hudal nachgewiesen werden, der von 1923 bis 1952 als Rektor des deutschsprachigen Studienkollegs „Anima“ in Rom amtierte. Er verhalf nach dem Krieg prominenten Naziverbrechern zur Flucht ins Ausland. Auch in der evangelischen Kirche fand die NS-Bewegung mitunter begeisterte Anhänger. Björn Mensing, evangelischer Pfarrer und Historiker, hat die Stellung der evangelischen Geistlichen in Bayern während der NS Zeit untersucht. Einer von ihnen war Pfarrer Friedrich Drexel. Er war deutschnational gesinnt wie so viele seiner Amtsbrüder und schloss sich nach Hitlers Regierungsantritt halbherzig der „Bewegung“ an. Selbstkritisch resümiert Pfarrer Drexel in der Dokumentation seine damalige Haltung.

So, 8. Jan · 20:15-21:45 · 3sat
Luis Trenker – Der schmale Grat der Wahrheit

Luis Trenker – Südtiroler Bergsteigerlegende, Schauspieler und Regisseur – reist im Sommer 1948 zu den Filmfestspielen nach Venedig. Im Gepäck hat er die angeblichen Tagebücher Eva Brauns. Diese soll Eva Braun ihm angeblich in den letzten Kriegstagen in Kitzbühel anvertraut haben. Er will sie dem amerikanischen Hollywood-Agenten Paul Kohner zur Verfilmung anbieten. Zeitgleich wird vor dem Münchner Landgericht die Echtheit dieser Tagebücher verhandelt. Die Regisseurin Leni Riefenstahl fühlt sich durch die darin enthaltene Andeutung, sie sei Hitlers Geliebte gewesen, verunglimpft und tritt als Nebenklägerin auf. Sie unterstellt ihrem Ex-Geliebten Luis Trenker, die Tagebücher aus Rache und Eifersucht gefälscht und in Umlauf gebracht zu haben, um sie als Mätresse des Führers zu diskreditieren. In Rückblenden wird die Geschichte zweier Opportunisten erzählt, die sich, besessen vom Willen nach künstlerischem Erfolg, instrumentalisieren ließen. Luis Trenker, zuerst gefördert von seinen Bewunderern Goebbels und Hitler, war mit Filmen wie „Der Rebell“ und „Der verlorene Sohn“ zum Star des deutschen Kinos avanciert. Aber die Abhängigkeiten, in die er sich begeben hatte, wurden für Trenker zu einem langsamen Abstieg, von dem er sich auch nach Kriegsende nie mehr ganz erholen sollte.

Mo, 9. Jan · 02:30-03:20 · PHOENIX
Faszination Wüste: Die Templer – Das letzte Gefecht

Der Orden der Templer hat über Jahrhunderte Zwietracht und Intrigen hervorgerufen. Der Dokumentarfilm analysiert die Schlacht an der Jakobsfurt auf dem Gebiet des heutigen Israel. Dr. Ronnie Ellenblum untersucht mit einem Team renommierter Archäologen den Untergang des Tempelritter-Ordens und liefert neue Einsichten in diese faszinierende mittelalterliche Organisation.

Mo, 9. Jan · 20:15-21:00 · PHOENIX
Görings Ministerium

Ein monumentaler Bau in der Mitte Berlins. Staatsmänner pokerten hier um Einfluss und Macht, Spione gingen ein und aus, hochdekorierte Kriegshelden arbeiteten mit Männern des Widerstands auf ein und derselben Etage. Das heutige Finanzministerium wurde 1935 als Reichsluftfahrtministerium von Hermann Göring eingeweiht. Architektonisch das Vorbild für die künftigen politischen Machtzentren der Nationalsozialisten. Das modernste und größte Bürogebäude Europas mit Tausenden von Büroräumen, Festsälen, die Bahnhofshallen Konkurrenz machten, Bunkern, einem eigenen Wasserwerk und Versorgungseinrichtungen für die Angestellten, funktionierte wie eine Stadt. Unter Hermann Göring wurden hier die Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs geplant. 1945 übernahmen die Sowjets den kilometerlangen Gebäudekomplex und vier Jahre später, am 7. Oktober 1949, wurde im Großen Festsaal die DDR gegründet. Am gleichen Ort beteuerte Walter Ulbricht 1961, dass niemand die Absicht hat, eine Mauer zu errichten. Nach dem Fall der Mauer und dem Ende der DDR zog die Treuhand in das Gebäude ein – und wickelte die DDR-Wirtschaft ab. Heute werden in dem monumentalen Bau die Finanzen der Bundesrepublik gemanagt. Görings ehemaliges Ministerium – ein Haus der Macht und Machtausübung seit 80 Jahren. Zum ersten Mal wird dieses riesige Gebäudeensemble filmisch umfassend dokumentiert, kommen Zeitzeugen zu Wort, die hier gearbeitet haben und so die Umbrüche der Geschichte hautnah erlebten. Auch die Tochter des legendären Fliegers Ernst Udet kehrt für die Dokumentation in das Haus zurück, in dem der Sarg ihres Vaters aufgebahrt war. Seltene, noch nie gezeigte Archivaufnahmen, erlauben eine spannende Reise zurück in die Geschichte von Görings einstiger Machtzentrale.

Mo, 9. Jan · 23:30-00:15 · Das Erste (ARD)
Bubis – Das letzte Gespräch

Deutschland 1992. In Rostock-Lichtenhagen brennt das Sonnenblumenhaus, in dem vor allem Vietnamesen leben. Anwohner applaudieren und befeuern die rechtsradikalen Brandstifter. Als der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland den Tatort besucht, kann er seine innere Bewegung kaum verbergen. Ignatz Bubis ist schockiert und erschüttert angesichts der schieren Gewalt. Ein lokaler CDU-Politiker findet, dass Bubis hier nichts zu suchen habe, seine Heimat sei doch Israel. Wenige Monate vor seinem Tod gibt Ignatz Bubis im Jahre 1999 sein letztes Interview. Seine Lebensbilanz ist unüberhörbar: „Ich habe nichts oder fast nichts erreicht.“ Das Gespräch mit den beiden Journalisten Michael Stoessinger und Rafael Seligmann erscheint im Stern und entfacht eine heftige Debatte. Es wird ein Gespräch über Angst, Schuld, Deutschland und sein Leben als Jude in Deutschland. Bubis sinnt nach über die Macht des Zufalls und spricht über die Deutschen und ihren Umgang mit dem Holocaust. Bis heute gilt dieses Interview als Bubis‘ Vermächtnis. Die unmittelbare Erfahrung von Bubis‘ Desillusionierung und seine Einsamkeit, sie werden zum Ausgangspunkt der Erzählung. Für die Dokumentation, eine Zusammenarbeit von hr, rbb, NDR und AVE, wurde das letzte Interview mit dem Schauspieler Udo Samel als Ignatz Bubis so einfach wie eindrucksvoll in Szene gesetzt. Es bildet den Rahmen für die Dokumentation. Interviews mit Bubis‘ Tochter Naomi in Tel Aviv, den Journalisten Michael Stoessinger und Rafael Seligmann, mit Weggefährten – wie Salomon Korn, Michel Friedman und Daniel Cohn-Bendit – entwerfen ein intimes und umfassendes Porträt. Ihre Erinnerungen und sorgfältig ausgewählte Archiv-Sequenzen führen zurück in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich Ignatz Bubis als Immobilieninvestor in Frankfurt am Main etablierte und recht bald als „jüdischer Spekulant“ angegriffen wurde, zurück in die Jahre seines politischen Engagements als „deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“, als Brückenbauer, als Mahner und „moralische Autorität“ im Kampf gegen Fremdenhass und Antisemitismus. Entstanden ist dabei eine intensive bild- und wortgewaltige Annäherung an einen streitbaren, engagierten Deutschen – der die deutsche Gesellschaft, in der er lebte, zu Lebzeiten nicht in Ruhe ließ. Der unbequem war, der sich angesichts von ausländerfeindlichen, rassistischen und antisemitischen Äußerungen, Ausschreitungen und rechtsradikalen Wahlerfolgen einmischte und seine Stimme erhob. Die Autorin Johanna Behre und der Regisseur Andreas Morell dokumentieren das Leben und Wirken von Ignatz Bubis in angespannten Zeiten. „Bubis – Das letzte Gespräch“ ist eine Annäherung an Ignatz Bubis und eine Auseinandersetzung mit diesem Land. Ein Nachdenken über das Ankommen und Weggehen, über Zugehörigkeit und Fremdsein. Bubis‘ damalige Bilanzen und Prognosen – der Hass und die Gewalt – das ist auch die Gegenwart: Deutschland im Jahr 2017.

Di, 10. Jan · 00:10-01:07 · arte
Café Nagler

Mor Kaplansky kommt aus Tel Aviv und seit Kindertagen faszinieren sie die Geschichten ihrer jüdischen Großmutter über das legendäre Café Nagler, das im Berlin der 20er Jahre ihrer Familie gehörte. Auf Spurensuche in Berlin stellt sich aber bald heraus, dass das Café nicht halb so glamourös war, wie die Großmutter glaubt. Um der alten Dame nicht das Herz zu brechen, erfindet Kaplansky kurzerhand das einstige Café am Moritzplatz neu. In ihrer fiktiven Dokumentation wird ein Mythos lebendig: die Geschichte des prachtvollen und unvergesslichen Café Nagler ist ein anrührendes Familienporträt und erzählt eine ganz besondere deutsch-israelische Geschichte über die Kraft der Erinnerung und die Sehnsucht nach einer besseren Vergangenheit. Als kleines Mädchen hört die junge israelische Filmemacherin immer wieder vom legendären Café Nagler am Moritzplatz in Berlin. Vor allem ihre 88-jährige Großmutter schwärmt von dem Ort, an dem sich Künstler und Intellektuelle trafen, wo das Nachtleben blühte und sogar der Swingtanz erfunden worden sein soll. Sie selbst war allerdings nie dort: Die Familie ist 1925 nach Israel ausgewandert. Mor will vor Ort auf Spurensuche gehen. In Berlin angekommen, findet sie statt des Caféhauses aber nur einen verwilderten Park – das Gebäude ist im Krieg komplett zerstört worden. Und mit wem sie auch spricht, niemand weiß etwas über das Café. Das Dokumentarfilmprojekt steht vor dem Aus. Vor allem für ihre Großmutter wäre es eine riesige Enttäuschung – schließlich erkundigt sich die alte Dame regelmäßig nach den Rechercheergebnissen aus Berlin. Da hat Mor die rettende Idee: Sie erfindet kurzerhand die Geschichte des Cafés neu. Ihre fiktiven Zeitzeugen findet sie unter den jungen Berlinern, die sich für die 20er Jahre begeistern. Sie erzählen falsche Familiengeschichten vom Café Nagler als einem Ort wilder Partys oder erster Rendezvous. Bei der privaten Premiere des fertigen Films im Kreis der Familie ist Großmutter Naomi selig: Ihre Enkeltochter hat es tatsächlich geschafft, einen Film über das Café Nagler zu drehen und den Geist der vergangenen Jahre einzufangen.

Mi, 11. Jan · 11:15-11:30 · 3sat
Hannah Arendt, 1/5, Ich lasse das Leben auf mich regnen

Die jüdische deutsch-amerikanische Hanna Ahrendt war eine bedeutende politische Theoretikerin und Publizistin. Die Serie zeigt ihr Leben im Spiegel ihrer Werke und ihrer Freundschaften. Die einzelnen Folgen setzen sich aus inszenierten Sequenzen und dokumentarischen Teilen zusammen. Das Interview, das Günter Gaus 1964 mit Hannah Arendt geführt hat, ist Selbstzeugnis und Dokument zugleich und wird in jede Folge thematisch eingebunden. Der rege Briefwechsel Hannah Arendts mit Freunden und Kollegen wird mit Schauspielern als Gespräche in einem „Dogville-artigen“ Raum inszeniert, der sich je nach Inhalt verändern lässt. Redaktionshinweis: Die weiteren vier Teile der filmischen Biografie „Hannah Arendt“ zeigt 3sat an den kommenden Mittwochen um 11.15 Uhr.

Mi, 11. Jan · 22:10-22:55 · WDR
Das braune Netzwerk

Immer entfesselter werden die Rufe auf den Straßen. Hassgesteuert gegen Merkel, Flüchtlinge, Demokratie und Rechtsstaat. Was mit Pegida begann, ist mit dem gigantischen Wahlerfolg der AfD zu einer neuen, wütenden Bewegung geworden. Zumeist rechts und oftmals rassistisch. Strategen, intellektuelle Vordenker und eine ganz neue junge Generation von Rechtspopulisten versuchen, diese Bewegung zu beeinflussen und zu steuern: Neo-Nazis in Hinterzimmern mit tiefen Verbindungen in Wirtschaftskreise. Sie heizen die Menge an und sind die wahren Akteure hinten den Rufen von Volk und Lügenpresse. Weltweit vernetzt verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: Der Aufbau einer außerparlamentarischen Bewegung und die Abschaffung der Demokratie.

Do, 12. Jan · 05:15-05:58 · arte
Lieder der Libération

August, 1944: Die Pariser feiern die Rückkehr von General de Gaulle und genießen ihre wiedererlangte Freiheit – der sie vier Jahre lang beraubt waren. Die Befreiung von Paris sorgte für eine rauschhafte Stimmung, überall herrschte Jubel und Heiterkeit. In dieser Zeit tanzten die Menschen im Rhythmus von Boogie Woogie und Swing. Nach dem Krieg war man in Frankreich und Deutschland offen für alles, was vorher verboten war. Von Frank Sinatra bis zu den Andrew Sisters, von Duke Ellington bis Nat King Cole, von Edith Piaf über Juliette Gréco bis zu Boris Vian – die Dokumentation taucht ein in die ausgelassene Atmosphäre jener Nachkriegsjahre und zeigt, wie auch mittels der Musik der Weg zur deutsch-französischen Versöhnung geebnet wurde. Trotz der anhaltenden Schrecken der Nazizeit sorgte die Befreiung von Paris im August 1944 für eine rauschhafte Stimmung, überall herrschte Jubel und Heiterkeit. Die Franzosen genossen die wiedergewonnene Freiheit, summten „Fleur de Paris“ oder hörten im Radio Bourvils Chanson „Les Crayons“. Das „geschändete, gemarterte, aber befreite Paris“, wie General de Gaulle es in seiner Rede vom 25. August 1944 nannte, sang die Refrains von Marlene Dietrich, Edith Piaf und Yves Montand. Und in Saint-Germain-des-Prés berauschte sich die französische Swing-Jugend an Jazz und Bebop. Unter dem Namen „Zazous“ hatten diese Jugendlichen bereits während des Zweiten Weltkriegs Widerstand gegen die Besatzer geleistet. Im zerstörten Berlin besang Hans Albers, Marlene Dietrichs Partner aus Sternbergs „Der blaue Engel“, mit dem „Lied der Flüchtlinge“ die tragische Lage der Bevölkerung. Als die Deutschen nach dem Krieg mit dem Wiederaufbau beschäftigt waren, lebten sie in einem zerteilten Land: in der sowjetisch besetzten Zone im Osten und der amerikanischen, britischen und französischen Zone im Westen. In Ostdeutschland wurde vom Chor der Freien Deutschen Jugend zum Ruhm des Genossen Stalin gesungen, und auch der Arbeiterklasse wurde in Liedern gehuldigt. Nach dem Sieg der Alliierten brach mit den US-Truppen sowohl über Frankreich als auch über Deutschland in den späten 40er Jahren eine Flut neuer Musik herein. Der Marshallplan wurde in Chansons gewürdigt und von Journalisten reichlich kommentiert. Der Reigen der Melodien spannt sich von Frank Sinatra bis zu den Andrew Sisters, von Duke Ellington bis Nat King Cole, von Juliette Gréco bis zu Boris Vian. Yves Riou und Philippe Pouchain geben dem Zuschauer in ihrer Dokumentation mit außergewöhnlichen Archivbildern neue Einblicke in die Nachkriegsgesellschaften von Frankreich und Deutschland.

Do, 12. Jan · 20:15-21:00 · PHOENIX
Die NPD – Der falsche Feind?

Groß war die Erleichterung in Politik und Öffentlichkeit, als das Bundesverfassungsgericht Ende vergangenen Jahres verkündete, dass das Verbotsverfahren gegen die NPD nunmehr im zweiten Anlauf im März 2016 eröffnet werde. Das frühere, erste Verbotsverfahren war an der V-Mann-Problematik gescheitert. Damals hatte das ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ den führenden NPD-Funktionär Wolfgang R. Frenz aus NRW als V-Mann enttarnt. In der Folge stellte sich heraus, dass bis zu 20 Prozent der Führungspositionen dieser Neonazi-Partei mit V-Leuten besetzt war. Deshalb entschied das Bundesverfassungsgericht 2003, kein Verbotsverfahren durchzuführen. Mehr Risiken als Nutzen? Inzwischen haben Bund und Länder die V-Leute aus den Spitzengremien der NPD abgezogen. Umso größer ist die Hoffnung, dass jetzt im zweiten Anlauf ein NPD-Verbot gelingen sollte. So wünschenswert das auch sein mag, ist es aber auch sinnvoll? Oder sind heute mit einem möglichen NPD-Verbot inzwischen mehr Risiken als Nutzen verbunden?Diese NPD ist heute ? nicht mehr wie vor zehn Jahren ? eine aufstrebende, ständig stärker werdende Partei, sondern eine Organisation, die sich mit ihren Intrigen selbst zerlegt. Soll man wirklich eine sieche, an sich selbst scheiternde und sterbende Partei verbieten? Der Film wird sich dezidiert mit der Frage beschäftigen, welche gefährlichen Folgen ein mögliches NPD-Verbot haben könnte.

Do, 12. Jan · 22:00-23:30 · NDR
Der Tel-Aviv-Krimi: Tod in Berlin

Beziehungstat oder politisch motivierter Mord? In ihrem ersten Fall muss Hauptkommissarin Sara Stein auf dem schmalen Grat zwischen Vorurteilen, falschen Verdächtigungen und enttäuschten Erwartungen die Wahrheit finden. Der Auftakt zu dieser neuen Krimireihe spielt in Berlin und wird in der nächsten Folge in Tel Aviv fortgesetzt. Die junge Berliner Kommissarin Sara Stein (Katharina Lorenz) lebt in Kreuzberg, mittendrin im pulsierenden Brennpunkt so vieler unterschiedlicher Kulturen. Dass sie selbst Jüdin ist, spielte bislang in ihrem Leben eine untergeordnete Rolle, bis sie bei ihrem neuen Fall mit dem Mord an der jungen Israeli Tamar Levi (Hen Yanni) konfrontiert wird. Tamar war ein Star der Berliner Club-Szene, selbstbewusst, lebenshungrig, mit wechselnden Liebschaften. Und sie hat kurz vor ihrem Tod abgetrieben. Grund genug für ihren Freund, den Palästinenser Khalid (Camill Jammal), sie zu töten? Oder steckt der strenggläubige Avigdor (Aram Tafreshian), der Tamar aus Israel gefolgt ist, obwohl er mit ihrer Schwester Ronit (Neta Riskin) verlobt war, hinter der Tat? Oder hat das Verbrechen einen politischen Hintergrund? Für Sara eine Gratwanderung. Zum ersten Mal handelt sie nicht allein als Hauptkommissarin Sara Stein, sondern auch als Jüdin, zumindest in den Augen ihrer Umgebung. Eine unerwartete Wendung nimmt das Geschehen, als Khalid seinen Vater Tarik (Ramin Yazdani) beschuldigt und dieser den Mord gesteht. Fall gelöst? Für Sara eine viel zu einfache Lösung. Sie spürt, dass etwas nicht stimmt, und ermittelt beharrlich weiter. Sie verbeißt sich regelrecht in den Fall, auch wenn darunter ihr Privatleben leidet. Denn ausgerechnet jetzt lernt sie den israelischen Musiker David Shapiro (Itay Tiran) kennen, der sich auf den ersten Blick in sie verliebt – und sie sich in ihn. Führt ihr Weg sie nach Israel?

Sa, 14. Jan · 16:00-16:26 · arte
Vergissmeinnicht: Carl Lutz, Retter

Das 20. Jahrhundert ist reich an Ereignissen, die Europa nachhaltig prägten. Die Reihe widmet sich jenen Menschen, die – wenn auch manchmal nur für kurze Zeit – zu Mitgestaltern der europäischen Geschichte wurden, später aber in Vergessenheit gerieten. Jede Folge schildert eines dieser besonderen Schicksale und setzt es in den jeweiligen historischen und gesellschaftspolitischen Zusammenhang. Budapest, 1944: Als die ungarischen Juden zu Hunderttausenden nach Auschwitz deportiert werden, hat ein Schweizer Diplomat den Mut zum Widerstand. Unter Missachtung der Dienstanweisungen trotzt er dem NS-Regime und dessen ungarischen Verbündeten und rettet so mehr als 60.000 Juden das Leben. Carl Lutz erblickt am 30. März 1895 in einem kleinen Dorf am Fuße der Schweizer Alpen das Licht der Welt. Als junger Mann wandert er in die USA aus und beginnt schließlich in Washington D. C. beim Schweizer Konsulat zu arbeiten. 1935 wird Carl Lutz schließlich als Diplomat nach Palästina berufen. 1942 wird er zum Vizekonsul in Budapest befördert, dort wird er rasch zu einem der einflussreichsten Diplomaten der Stadt. Carl Lutz nutzt seinen Einfluss, um sich während des Zweiten Weltkriegs für die jüdische Bevölkerung einzusetzen. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem deutschen Gesandten gelingt es ihm, 7.800 Juden unter schweizerischen diplomatischen Schutz zu stellen. Jeder dieser 7.800 erhält einen Schutzbrief, der seine Sicherheit gewährleistet und ihm die Ausreise ermöglicht. Doch das ist Lutz nicht genug. Indem er heimlich eine weitaus größere Zahl der Schutzbriefe in Umlauf bringt, gelingt es ihm, mehr als 62.000 Juden das Leben zu retten. Nach Kriegsende kehrt Carl Lutz in die Schweiz zurück. Doch statt ihm für seine mutigen Bemühungen für die ungarischen Juden zu danken, werfen ihm die Schweizer Behörden Amtsmissbrauch vor. Dass ihm seine eigene Nation die Anerkennung versagt, quält ihn sehr. Doch zahlreiche andere Länder hingegen haben ihn geehrt. 1965 verleiht ihm Israel den Titel des „Gerechten unter den Völkern“.

Sa, 14. Jan · 16:25-16:51 · arte
Vergissmeinnicht: Sylvin Rubinstein, Tänzer des Lebens

Das 20. Jahrhundert ist reich an Ereignissen, die Europa nachhaltig prägten. Die Reihe widmet sich jenen Menschen, die – wenn auch manchmal nur für kurze Zeit – zu Mitgestaltern der europäischen Geschichte wurden, später aber in Vergessenheit gerieten. Jede Folge schildert eines dieser besonderen Schicksale und setzt es in den jeweiligen historischen und gesellschaftspolitischen Zusammenhang. Die Flamencotänzerin Sylvin Rubinstein war in Wirklichkeit keine Frau. Unter ihrem Kostüm und ihrer Perücke verbarg sich ein Mann. In den 30er Jahren tanzten er und seine Schwester als Flamenco-Paar Dolores & Imperio auf den größten Bühnen Europas. Sie waren Juden und wurden von den Nazis für immer getrennt. Sylvin und Maria waren Zwillinge. Am 10. Juni 1914 kamen sie in Moskau als uneheliche Kinder des Fürsten Pjetr Dodorow und der jüdischen Tänzerin Rachel Rubinstein zur Welt. Der Erste Weltkrieg begann zu toben, und 1917 brach das Zarenreich unter der Revolution zusammen. Zum Schutz schickte der Fürst seine Familie über die Grenze nach Galizien. Sie waren zehn, als ihre Mutter mit ihnen nach Riga zog und sie in die Ballettschule von Frau Litwinowa schickte, einer ehemaligen Primaballerina der Oper des russischen Zaren. Mit 16 Jahren verließen sie Riga und bekamen sofort ein Engagement im „Adria“, dem großen Varietétheater von Warschau. Während die Zwillinge auf der Erfolgswelle schwammen, ergriffen die Nazis die Macht. Im Holocaust verlor Rubinstein nahezu seine gesamte jüdische Familie: Schwester, Mutter und seine Ehefrau, die er wegen ihrer zwei unehelichen Kinder auf Bitten seiner Mutter geheiratet hatte. Sylvin schloss sich dem Widerstand an und entkam dem Warschauer Ghetto. Im Hamburg der Nachkriegszeit baute sich Rubinstein als Travestietänzer ein neues Leben auf.

Sa, 14. Jan · 18:45-18:50 · MDR
Glaubwürdig: Susanna Nierth

Susanna Nierth hat eine anstrengende Zeit hinter sich. Vergangenes Jahr im März trat ihr Mann Markus als ehrenamtlicher Bürgermeister im kleinen Dorf Tröglitz in Sachsen-Anhalt zurück. Rechtsextreme wollten direkt vor dem Wohnhaus der Nierths gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft im Ort demonstrieren. Polizei und Politik sahen sich nicht in der Lage, daran etwas zu ändern. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen. Susanna Nierth und ihr Mann gaben ein Interview nach dem anderen. Erklärten, dass es ihre christliche Pflicht sei, Flüchtlinge im Ort aufzunehmen. Doch die geplante Neo-Nazi-Demo war erst der Anfang: Eines Tages fand Susanna Nierth in ihrem Postkasten einen Schmähbrief, viele weitere solcher Sendungen folgten. Unter ihnen auch Morddrohungen. Zu diesem Zeitpunkt begann auch die Christin Susanna zu zweifeln: Gott, sind wir in Tröglitz noch richtig? Familie Nierth blieb und die Flüchtlinge kamen trotz massiver Skepsis vieler Bürger im Ort. Die Nierths wollen, dass sich die rund 20 Flüchtlinge in dem Ort willkommen fühlen. Für sie steht ihre Tür immer offen: Fast täglich treffen sich auf ihrem Hof deutsche und Flüchtlingskinder zum Spielen. Trotz all des Trubels fühlt sich Susanna Nierth isoliert. Nur noch selten traut sie sich, durch Tröglitz zu gehen, denn zu oft schon musste sie Beleidigungen ertragen. Auch beruflich werden die Nierths gemieden: Die Kurse von Tanzlehrerin Susanna werden kaum noch gebucht. Auch ihr Mann Markus bekommt das bei seiner Arbeit als Trauerredner zu spüren. Doch Susanna Nierth will nicht aufgeben. Noch, sagt sie, gibt ihr Gott genügend Kraft.

Sa, 14. Jan · 20:15-22:00 · 3sat
80 Jahre Israel Philharmonic Orchestra – Das Geburtstagskonzert

Am 26. Dezember 2016 feiert das Israel Philharmonic Orchestra seinen 80. Geburtstag und gibt im Charles Bronfman Auditorium, Tel Aviv ein festliches Konzert. Zubin Mehta, der seit 1977 als Chefdirigent und seit 1981 als Musikdirektor auf Lebenszeit vor dem Israel Philharmonic Orchestra steht, wird ein reines Beethoven-Programm mit hochkarätigen Solisten dirigieren. Seine Gründung verdankt das Israel Philharmonic Orchestra dem polnischen Geiger Bronislaw Huberman, einem der erfolgreichsten Musiker seiner Zeit. 1936 nutzte er seinen Einfluss, um zahlreichen jüdischen Musikern in Deutschland und Europa die Ausreise nach Palästina zu ermöglichen. Unter dem Namen Palestine Symphony Orchestra starteten die Musiker am 26. Dezember 1936 einen Neuanfang. Dieses erste Konzert in Tel Aviv dirigierte Arturo Toscanini. Heute ist das Israel Philharmonic Orchestra der musikalische Botschafter des Staates Israel und gilt als eines der besten Orchester der Welt. Erheblichen Anteil an diesem Erfolg hat Zubin Mehta. Seit fast vier Jahrzehnten ist er mit dem Orchester eng verbunden: von 1968 an als musikalischer Berater, ab 1977 als Chefdirigent und seit 1981 als Musikdirektor auf Lebenszeit. So ist es natürlich auch Zubin Mehta vorbehalten, das Konzert zum 80. Geburtstag des Orchesters zu dirigieren.

Sa, 14. Jan · 22:00-23:20 · 3sat
Orchester im Exil Zum 80. Geburtstag des Israel Philharmonic Orchestr
a

Der Oscar-nominierte Regisseur Josh Aronson erzählt die Geschichte des gefeierten polnischen Violinisten Bronislaw Huberman, der einige der weltgrößten Musiker vor den Nazis rettete. Unter Mithilfe von Albert Einstein und Arturo Toscanini gelang es ihm, fast 1000 Musikern die Flucht nach Palästina zu ermöglichen. Mit ihnen zusammen gründete er das Palestine Symphony Orchestra, das heute als Israel Philharmonic Orchestra Weltruhm genießt. Josh Aronsons bewegender Dokumentarfilm schildert in Interviews mit Itzhak Perlman, Zubin Mehta, Joshua Bell sowie in nachgespielten Szenen die Geschichte dieses Orchesters und mit ihr die unglaubliche Biografie eines Mannes, der sich von einem karrierebewussten Star-Violinisten zu einem politischen Humanisten wandelte. Mit seinem Palestine Symphony Orchestra rettete er Menschen das Leben und bewahrte ein riesiges kulturelles Erbe.

So, 15. Jan · 02:20-02:35 · ARD-alpha
Bayerisches Heimatmuseum: Jüdisches Museum Franken in Fürth

Das Jüdische Museum Franken in Fürth bietet, gegliedert in sechzehn Stationen, Einblicke in die wichtigsten Aspekte jüdischer Religion, Geschichte und Kultur. Untergebracht ist das Museum in einem großen ehemaligen jüdischen Wohnhaus, in dem u.a. eine Laubhütte und ein Ritualbad erhalten sind. Die Geschichte der Juden in Fürth begann im Jahr 1528. Im Laufe der Zeit entstand hier die größte jüdische Gemeinde mit städtischem Gepräge in Süddeutschland. Im 19. Jahrhundert trugen jüdische Bürger maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt bei. Der Film dokumentiert und erläutert die wichtigsten Schätze dieses Jüdischen Museums. Das Jüdische Museum Franken in Fürth bietet – gegliedert in sechzehn Stationen – Einblicke in die wichtigsten Aspekte jüdischer Religion, Geschichte und Kultur. Untergebracht ist das Museum in einem großen ehemaligen jüdischen Wohnhaus, in dem u.a. eine Laubhütte und ein Ritualbad erhalten sind. Die Geschichte der Juden in Fürth begann im Jahr 1528. Im Laufe der Zeit entstand hier die größte jüdische Gemeinde mit städtischem Gepräge in Süddeutschland. Im 19. Jahrhundert trugen jüdische Bürger maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt bei: Industriebetriebe, Handelsgeschäfte und wohltätige Stiftung zeugen davon. Zahlreiche Bücher belegen die zentrale Bedeutung des gedruckten Wortes und erinnern an den bedeutenden hebräischen Druckort Fürth. Die Bandbreite reicht von mittelalterlichen Handschriftenfragmenten über Fürther hebräische Drucke bis hin zu einem 1946 in Bayern gedruckten Talmud. 1938 zerstörten die Nationalsozialisten auch in Fürth die Synagogen und viele andere Gemeindeeinrichtungen. Fast 900 Fürther Juden wurden Opfer des Massenmordes. Nach 1945 entstand wieder eine jüdische Gemeinde, die heute rund 350 Mitglieder zählt. Der Film aus der Reihe „Bayerische Heimatmuseen“ dokumentiert und erläutert die wichtigsten Schätze dieses Jüdischen Museums Franken in Fürth.

So, 15. Jan · 07:30-08:15 · SWR
Tele-Akademie: Dr. Michael Lüders: Wer den Wind sät… – Was westliche Politik im Orient anrichtet

Michael Lüders untersucht in seinem Vortrag die Folgen westlicher Politik in der arabisch-islamischen Welt. Er beginnt mit dem von britischen und amerikanischen Geheimdiensten inszenierten Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung von Mossadegh im Iran 1953, die als „Ursünde“ westlicher Interventionen in der Region angesehen werden kann. Denn auf Mossadegh folgte die Diktatur des Schah, die wiederum durch die Islamische Revolution 1979 hinweggefegt wurde. Ohne Putsch gegen Mossadegh keine islamische Revolution – in dieser Einschätzung sind sich die Historiker weitgehend einig. Michael Lüders untersucht in seinem Vortrag die Folgen westlicher Politik in der arabisch-islamischen Welt. Er beginnt mit dem von britischen und amerikanischen Geheimdiensten inszenierten Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung von Mossadegh im Iran 1953, die als „Ursünde“ westlicher Interventionen in der Region angesehen werden kann. Denn auf Mossadegh folgte die Diktatur des Schah, die wiederum durch die Islamische Revolution 1979 hinweggefegt wurde. Ohne Putsch gegen Mossadegh keine islamische Revolution – in dieser Einschätzung sind sich die Historiker weitgehend einig. Doch der Westen hat aus seinen Fehlern nichts gelernt, wie Lüders aufzeigt. So hatte das Eingreifen in den Krieg in Afghanistan, das 1979 von den Sowjets besetzt worden war, ebenfalls weitreichende Folgen. Aus der Unterstützung für die Mudschahedin, die Glaubenskämpfer, die gegen die Sowjets kämpften, erwuchsen später Al-Qaida und Osama bin Laden. Der Aufstieg des „Islamischen Staates“ wiederum ist nicht zu erklären ohne die US-geführte Militärintervention zum Sturz Saddam Husseins 2003. Was also tun? Wie kann eine konstruktive Politik in der Region aussehen? Wie ist das Erstarken radikaler islamistischer Strömungen zu bekämpfen? Dr. Michael Lüders studierte Arabische Literatur, Islamwissenschaft, Politologie und Publizistik. Er war langjähriger Nahostkorrespondent der Wochenzeitung „Die Zeit“ und lebt als freier Publizist, Politik- und Wirtschaftsberater in Berlin.

Kommentar verfassen