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Die neuen Fernsehtipps

Vom 01. bis 15. Dezember 2015…

Do, 1. Dez · 00:25-02:00 · SWR
Cinema Jenin

Der Dokumentarfilm „Cinema Jenin – die Geschichte eines Traums“ schildert das schwierige Ringen des deutschen Filmemachers Marcus Vetter um den Wiederaufbau eines verfallenen Kinos im Westjordanland. Immer wieder fehlt Geld, immer mehr freiwillige Helfer werden benötigt. Im bürokratischen Dschungel des selbstverwalteten Palästinensergebietes muss er Misstrauen und Vorurteile überwinden, Rückschläge einstecken und viel Geduld beweisen. Schließlich wird Marcus Vetters Traum Wirklichkeit: Im August 2010 wurde nach dreijährigem unermüdlichen Einsatz das „Cinema Jenin“ unter großer weltweiter Beachtung feierlich eröffnet. Es beginnt mit einer Tragödie, die sich im November 2005 im Westjordanland abspielt: Am 5. November 2005 erschießt ein Soldat der israelischen Armee im Flüchtlingslager Jenin den zwölfjährigen palästinensische Jungen Ahmed Khatib, der mit einem Plastikgewehr spielt. In seinem großen Schmerz entscheidet sich sein Vater Ismael dafür, die Organe seines Sohnes israelischen Kindern zu spenden. Eine Geste des Friedens, die das Leben von fünf Kindern palästinensischer und israelischer Herkunft rettet. Drei Jahre später will Ismael diese Kinder kennen lernen. Dabei begleitet ihn der deutsche Filmemacher Marcus Vetter, und es entsteht 2008 der Dokumentarfilm „Das Herz von Jenin“ (Deutscher Filmpreis 2010). Eines Abends, die Dreharbeiten zu „Das Herz von Jenin“ sind bereits abgeschlossen, gehen Marcus Vetter und Ismail Khatib an einem dachlosen, heruntergekommenen Kino in Jenin vorbei, das mit Beginn der ersten Intifada 1987 geschlossen wurde. Die beiden entwickeln gemeinsam den Plan, das Kino wieder auferstehen zu lassen und so insbesondere den Kindern in Jenin eine andere, friedliche Vision zu geben als die Kriegsspiele auf der Straße. Ismael Khatib, Marcus Vetter und Fakhri Hamad, der Übersetzer von Ismael, werden fortan die Initiatoren eines schwierigen Unternehmens sein. Würde es möglich sein, mitten in der Hochburg der Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden ein Kinotheater zum Leben zu erwecken? Ein Kino, das als negatives Symbol westlicher Kultur gelten könnte?

Do, 1. Dez · 02:10-02:45 · NDR
Panorama – die Reporter: Im Nazidorf

Jamel gilt als Nazidorf, es empfiehlt sich mit völkischen Wandgemälden und Propagandasprüchen. Der iranisch-stämmige Reporter Michel Abdollahi war einen Monat lang Nachbar der Nazis. Wie lebt es sich als scheinbarer Ausländer in diesem Dorf mit dem äußerst schlechten Ruf? Eine Holzhütte mitten auf einer Dorfwiese war für vier Wochen sein Zuhause. Hier tauchte er ein in eine Welt zwischen Volkszorn und Freundlichkeit. An einem Ort, der für Schlagzeilen sorgt. Mal fand die Polizei bei einem Bewohner eine Maschinenpistole, mal wurde die Scheune eines Aktivistenpaars in Brand gesteckt. Jamel gilt als Nazidorf, es empfiehlt sich mit völkischen Wandgemälden und Propagandasprüchen. Der iranisch-stämmige Reporter Michel Abdollahi war einen Monat lang Nachbar der Nazis. Viele Journalisten sind schon für ihre Berichterstattung dorthin gekommen. Doch kaum einer konnte mit den Bewohnern sprechen. Michel Abdollahi wagt den Selbstversuch. Wie lebt es sich als scheinbarer Ausländer in diesem Dorf mit dem äußerst schlechten Ruf? Eine Holzhütte mitten auf einer Dorfwiese war für vier Wochen sein Zuhause. Es ist Spätsommer, die Grillen zirpen, es ist fast schon idyllisch. Hier tauchte er ein in eine Welt zwischen Volkszorn und Freundlichkeit. An einem Ort, der für Schlagzeilen sorgt. Mal fand die Polizei bei einem Bewohner eine Maschinenpistole, mal wurde die Scheune eines Aktivistenpaars in Brand gesteckt.

Do, 1. Dez · 02:55-04:40 · Das Erste (ARD)
Miral

Jerusalem, in den späten 1980er Jahren. Krieg und Bombenterror prägen das Leben der hübschen jungen Miral (Freida Pinto), die in Ostjerusalem unter der Obhut ihres liebevollen Vaters Jamal (Alexander Sidding), eines gemäßigten Geistlichen, aufwächst. Ihre Mutter Nadia (Yasmine Al Masri) leidet an den Folgen eines sexuellen Missbrauchs, der sie in die Alkoholsucht getrieben hat. Nach deren Selbstmord muss Jamal die Tochter schweren Herzens ins Waisenhaus geben. Doch Miral hat Glück im Unglück, denn die Siebenjährige kommt in das renommierte Dar-Al-Tifl-Institut. Dessen Leiterin, die charismatische Hind Husseini (Hiam Abbass), eröffnet jungen Frauen nicht nur eine der wenigen Möglichkeiten, ihre Persönlichkeit zu entfalten und eine gute Ausbildung zu erhalten – „Mama Hind“ erzieht ihre palästinensischen Schützlinge auch zu Menschlichkeit und Gewaltverzicht. Als die 16-jährige Miral sich in den PLO-Aktivisten Hani (Omar Metwally) verliebt, gerät sie in ein persönliches Dilemma: Soll sie an dessen Seite den Weg des bewaffneten Kampfes einschlagen oder weiterhin nach „Mama Hinds“ pazifistischen Idealen leben? Nach seiner Hommage an den kubanischen Schriftsteller Reinaldo Arenas („Bevor es Nacht wird“) und dem gefeierten Biopic „Schmetterling und Taucherglocke“ wirft Ausnahme-Regisseur Julian Schnabel einen persönlichen Blick auf einen weltpolitischen Schlüsselkonflikt: Nach dem autobiografischen Roman der palästinensischen Autorin Rula Jebreal entstand ein Frauendrama, das mit der israelischen Staatsgründung beginnt und dem Oslo-Abkommen zur Beendigung des Nahostkonflikts endet. Der malende Filmemacher verknüpft dokumentarisches und inszeniertes Material zu einem faszinierenden Gewebe aus Licht und Farben. Neben dem aus „Slumdog Millionär“ bekannten Bollywood-Star Freida Pinto und der israelisch-arabischen Darstellerin Hiam Abbass sind Vanessa Redgrave und Willem Dafoe zu sehen.

Fr, 2. Dez · 20:15-21:35 · One
Anderswo

Noa ist Anfang 30. Sie lebt seit acht Jahren in Berlin, beendet gerade ihr Studium und steckt plötzlich mitten in einer Krise. Wo gehört sie hin? Zu Jörg, ihrem deutschen Freund, bei dem sie gerade eingezogen ist, oder nach Israel zu ihrer Familie und ihren alten Freunden? Sie erkennt sich selbst nicht wieder. Als dann auch noch die Professorin ihre hochambitionierte Masterarbeit, ein Wörterbuch für unübersetzbare Wörter, für unzureichend erklärt, und Jörg mit seinem Orchester auf Konzertreise geht, nimmt sich Noa eine Auszeit. Spontan fliegt sie nach Israel. Ein paar Tage Heimaturlaub. Sonne, Familie, Essen, Muttersprache. Doch was als Kurztrip gedacht war, dehnt sich aus. Ihre geliebte Oma liegt im Sterben und alte Familienkonflikte kochen wieder hoch. Als völlig überraschend auch noch Jörg nach Israel kommt, um seine Liebe zurückzuholen, ist das emotionale Chaos perfekt. Jörg lernt nicht nur zum ersten Mal Noas Familie, sondern auch ganz neue Seiten an seiner Freundin kennen.

Sa, 3. Dez · 11:35-13:10 · MGM
Der zehnte Mann

Paris, 1941: Wahllos verhaften die Nazis Zivilsten und kündigen an, jeden zehnten von ihnen hinzurichten. Per Los sollen die Häftlinge selbst bestimmen, wer getötet wird. Es trifft Rechtsanwalt Chavel (Anthony Hopkins). Der kann das Los jedoch an einen todkranken Mithäftling weitergeben. Als Gegenleistung überschreibt er dessen Famile seinen Besitz. Drei Jahre später sucht Chavel unter falschem Namen Kontakt zu der Familie des „zehnten Mannes“. – Schuld-und-Sühne-Drama nach Graham Greene.

Sa, 3. Dez · 18:10-20:15 · MGM
Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat

Deutschland 1944: Überzeugt, dass Hitler Deutschland ins Verderben stürzt, schließt sich Oberst Graf von Stauffenberg (Tom Cruise) einer Widerstandsgruppe an. Sie plant ein Attentat auf Hitler in der Wolfschanze. Am 20. Juli lässt Stauffenberg die Bombe hochgehen. Aber bald ist klar: Der Tyrann hat überlebt. Und wird mit den Verschwörern gnadenlos abrechnen. – Geschichte als Thriller: minutiöse Rekonstruktion des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944, mit einem herausragenden Tom Cruise.

So, 4. Dez · 18:30-19:13 · arte
Lieder der Libération

August, 1944: Die Pariser feiern die Rückkehr von General de Gaulle und genießen ihre wiedererlangte Freiheit – der sie vier Jahre lang beraubt waren. Die Befreiung von Paris sorgte für eine rauschhafte Stimmung, überall herrschte Jubel und Heiterkeit. In dieser Zeit tanzten die Menschen im Rhythmus von Boogie Woogie und Swing. Nach dem Krieg war man in Frankreich und Deutschland offen für alles, was vorher verboten war. Von Frank Sinatra bis zu den Andrew Sisters, von Duke Ellington bis Nat King Cole, von Edith Piaf über Juliette Gréco bis zu Boris Vian – die Dokumentation taucht ein in die ausgelassene Atmosphäre jener Nachkriegsjahre und zeigt, wie auch mittels der Musik der Weg zur deutsch-französischen Versöhnung geebnet wurde. Trotz der anhaltenden Schrecken der Nazizeit sorgte die Befreiung von Paris im August 1944 für eine rauschhafte Stimmung, überall herrschte Jubel und Heiterkeit. Die Franzosen genossen die wiedergewonnene Freiheit, summten „Fleur de Paris“ oder hörten im Radio Bourvils Chanson „Les Crayons“. Das „geschändete, gemarterte, aber befreite Paris“, wie General de Gaulle es in seiner Rede vom 25. August 1944 nannte, sang die Refrains von Marlene Dietrich, Edith Piaf und Yves Montand. Und in Saint-Germain-des-Prés berauschte sich die französische Swing-Jugend an Jazz und Bebop. Unter dem Namen „Zazous“ hatten diese Jugendlichen bereits während des Zweiten Weltkriegs Widerstand gegen die Besatzer geleistet. Im zerstörten Berlin besang Hans Albers, Marlene Dietrichs Partner aus Sternbergs „Der blaue Engel“, mit dem „Lied der Flüchtlinge“ die tragische Lage der Bevölkerung. Als die Deutschen nach dem Krieg mit dem Wiederaufbau beschäftigt waren, lebten sie in einem zerteilten Land: in der sowjetisch besetzten Zone im Osten und der amerikanischen, britischen und französischen Zone im Westen. In Ostdeutschland wurde vom Chor der Freien Deutschen Jugend zum Ruhm des Genossen Stalin gesungen, und auch der Arbeiterklasse wurde in Liedern gehuldigt. Nach dem Sieg der Alliierten brach mit den US-Truppen sowohl über Frankreich als auch über Deutschland in den späten 40er Jahren eine Flut neuer Musik herein. Der Marshallplan wurde in Chansons gewürdigt und von Journalisten reichlich kommentiert. Der Reigen der Melodien spannt sich von Frank Sinatra bis zu den Andrew Sisters, von Duke Ellington bis Nat King Cole, von Juliette Gréco bis zu Boris Vian. Yves Riou und Philippe Pouchain geben dem Zuschauer in ihrer Dokumentation mit außergewöhnlichen Archivbildern neue Einblicke in die Nachkriegsgesellschaften von Frankreich und Deutschland.

Mo, 5. Dez · 13:55-15:15 · arte
Diplomatie

Paris, in der Nacht vom 24. auf den 25. August 1944: Die Alliierten stehen vor den Toren von Paris. Kurz vor Tagesanbruch bereitet sich General von Choltitz, Stadtkommandant von Paris, in seinem Hauptquartier im Hotel Meurice darauf vor, Hitlers Befehl auszuführen und die Stadt dem Erdboden gleichzumachen. Alles ist bereits vorbereitet: Der Louvre, die Oper, Notre-Dame, der Eiffelturm und die Brücken über die Seine sind vermint. Doch plötzlich steht der schwedische Konsul Raoul Nordling vor Choltitz‘ Schreibtisch – er ist durch eine Geheimtür eingetreten. Nordling versucht den pflichtbewussten Choltitz, der noch nie einen Befehl verweigert hat, in seinem Vorhaben umzustimmen. Ein verbaler Schlagabtausch zwischen den beiden beginnt, in dem Nordling an die Vernunft und Moral des Generals appelliert. Nordling erinnert Choltitz an die Millionen von Menschenleben, die einer Bombardierung zum Opfer fallen würden. Choltitz ist sich der militärischen Sinnlosigkeit des Auftrags bewusst, jedoch ist er davon überzeugt, dass eine Verweigerung des Befehls zu einer unverzüglichen Verschleppung seiner Familie führen würde. So verspricht Nordling ihm, dass er sich um eine sichere Ausreise der Familie kümmern wird. Wird sich Choltitz umstimmen lassen? „Diplomatie” ist eine Adaption des gleichnamigen Bühnenstücks von Cyril Gély, der auch am Drehbuch mitgearbeitet hat. Wenngleich es Kontakte zwischen den historischen Personen gegeben hat – die Auseinandersetzung von Choltitz und Nordling, so wie sie der Film erzählt, ist Fiktion.

Mo, 5. Dez · 20:15-21:54 · arte
Lauf Junge lauf

Srulik ist neun Jahre alt, als ihm gerade noch rechtzeitig die Flucht aus dem Warschauer Ghetto gelingt. Um den deutschen Soldaten zu entkommen, flieht er in ein riesiges und unwegsames Waldgebiet. Auf sich allein gestellt muss er lernen, in der Wildnis zu überleben. Von einem unerschütterlichen Überlebensinstinkt getrieben, übersteht er die ersten Monate seiner Flucht. Aber die eisige Kälte des Winters und die unerträgliche Einsamkeit treiben den Jungen in die Zivilisation zurück. Doch es ist schwierig, die Menschen zu erkennen, denen er trauen kann. Als er eines Tages an die Tür der Bäuerin Magda Janczyk klopft, deren Mann und Söhne sich den Partisanen angeschlossen haben, lernt Srulik die wohl wichtigste und zugleich schmerzlichste Lektion um zu überleben: Magda bringt ihm bei, seine Religion und damit auch seine Identität zu verleugnen und sich fortan als katholischer Waisenjunge Jurek auszugeben. Auf seiner dreijährigen Flucht durch das besetzte Polen bleibt die Angst vor Entdeckung sein ständiger Begleiter. Nur dadurch, dass Srulik immer stärker mit seiner falschen Identität verschmilzt und seine wahre Herkunft immer mehr verdrängt, gelingt ihm das Unmögliche: den Wahnsinn dieser Zeit zu überstehen. „Lauf Junge lauf“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Jugendromans des israelischen Autors Uri Orlev, basierend auf dem Schicksal von Yoram Friedman, der heute in Israel lebt. Mit großer erzählerischer Kraft zeichnet Pepe Danquarts erschütterndes wie lebensbejahendes Kriegsdrama ein Kinderschicksal in einer unmenschlichen Zeit.
Bild oben: ARTE France / © Hagen Keller Nachdem die Rote Armee vorbeigezogen ist, ist Srulik/Jurek (Andrzej und Kamil Tkacz, li.) erst einmal „befreit“. Er lebt über ein Jahr bei der katholisch-polnischen Gastfamilie Kowalski und spielt mit deren Tochter Alina (Natalia Wajs).

Di, 6. Dez · 13:40-15:29 · arte
Get – Der Prozess der Viviane Amsalem

Viviane Amsalem, die im Alter von 15 Jahren ihren Mann Elisha geheiratet hat, möchte die Scheidung. Seit Jahren leben die beiden schon getrennt. Allerdings kann in Israel die Eheschließung sowie deren Auflösung ausschließlich von Rabbinern vollzogen werden; und nur mit dem vollen Einverständnis des Ehemanns. Da sich dieser jedoch weigert, der Scheidung zuzustimmen, beginnt ein Prozess vor dem Rabbinatsgericht, der insgesamt fünf Jahre andauern wird. Auf der einen Seite steht eine Frau, die in einer unglücklichen Ehe lebt und sich nichts sehnlicher wünscht, als ihrem Mann endgültig den Rücken zu kehren. Auf der anderen Seite steht ein Mann, der kaum eine Gefühlsregung zeigt und von kalter Unnachgiebigkeit geprägt ist. Eine Anhörung folgt der nächsten. Ein Zeuge nach dem anderen erscheint. Mal wird in höchsten Tönen von Elisha als Vorzeigeehemann gesprochen, der sich fürsorglich um das Wohl seiner Familie kümmert. Ein anderes Mal wird Viviane in Schutz genommen und das Gericht um Nachsicht gebeten. Obwohl das Gericht Elisha dazu dräng, seiner Frau ihren Wunsch zu erfüllen, rückt dieser nicht von seiner Entscheidung ab. Wird es Viviane gelingen, den Kampf um ihre Freiheit zu gewinnen und den Scheidebrief zu bekommen? „Get – Der Prozess der Viviane Amsalem” ist der letzte Film in einer Trilogie um eine Frau im heutigen Israel. In „Getrennte Wege” (2004) und in „Shiva” (2008) versucht Viviane schon, ihren Mann zu verlassen, denn die Ehe des jüdisch-marokkanischen, aber in Israel lebenden Paares ist zerrüttet. Jedes Mal ist es die Familie, die ihr Veto einlegt.

Mi, 7. Dez · 01:40-03:17 · arte
Mit den Augen eines Diebes

Der Palästinenser Tarek landet fälschlicherweise wegen eines Bombenattentats für viele Jahre im Gefängnis. Keiner weiß, dass er in Wahrheit für einen anderen Anschlag verantwortlich war. Nach seinem Gefängnisaufenthalt kehrt er in ein verändertes Palästina zurück, auf der Suche nach seiner verschwundenen Familie. „Mit den Augen eines Diebes” thematisiert die gesellschaftlichen Konflikte Palästinas, das durch die Spaltung der Gesellschaft, die Besatzung durch Israel und die Korruption im eigenen Land geprägt ist. Von einem Hügel aus beobachtet der 27-jährige Palästinenser Tarek einen israelischen Kontrollposten an der Straße zwischen Ramallah und Nablus, bekannt als das Tal der Diebe. Dann hebt er sein altes Gewehr und beginnt zu schießen. Im entstandenen Chaos mit vielen Toten kann Tarek unerkannt entkommen. Doch einige Zeit später gerät er in eine Straßenkontrolle. Während sein Ausweis überprüft wird, kommt es zu einer Explosion. Tarek will davonlaufen, wird aber von einem Soldaten angeschossen und schwer verletzt. In dem durch eine zweite Explosion entstehenden Durcheinander gelingt ihm dennoch die Flucht in ein katholisches Nonnenkloster, in dem seine Wunden versorgt werden. Danach macht er sich auf den Weg in seine Heimatstadt Sabastia, gerät aber erneut in eine Straßenkontrolle. Die Soldaten entdecken Blut an ihm und kurzerhand wird Tarek festgenommen. Zehn Jahre später wird er aus dem Gefängnis entlassen. In einem vollkommen veränderten Palästina macht er sich auf die Suche nach seiner Tochter …

Do, 8. Dez · 13:15-14:15 · SWR
Planet Wissen: NSU – das Umfeld der Rechtsterroristen

10 Morde, 3 Bombenanschläge, 15 Überfalle v.a. auf Bank- und Postfilialen – so die Liste der mutmaßlichen Taten des „NSU“, des selbst ernannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“. Mehr als 10 Jahre konnte das Neonazi-Terror-Netzwerk unerkannt morden und rauben. Ein Terror-Trio sei der NSU gewesen – so die offizielle Version bis heute. Eine Version voller Widersprüche: Es gibt große Zweifel an der Rolle der involvierten Verfassungsschutz-Ämter sowie nicht zuletzt an der Größe des Netzwerks. Gäste im Studio: * Katharina König, Landtagsabgeordnete „Die Linke“ / Thüringen * Dirk Laabs, Journalist und Dokumentarfilmer

So, 11. Dez · 10:05-10:50 · 3sat
Überall alleine – Die Malerin Soshana

Die Malerin Soshana wurde 1927 als Susanne Schüller in Wien geboren. Anlässlich ihres ersten Todestags am 9. Dezember 2016 zeigt 3sat ein Porträt der Künstlerin. Im Alter von elf Jahren musste Soshana aufgrund ihrer jüdischen Herkunft vor den Nazis fliehen: zuerst in die Schweiz, dann nach London und schließlich in die USA. Dort lernte sie mit 14 Jahren einen ihrer Lehrer, den damals 50-jährigen Beys Afroyim, kennen. Die beiden wurden ein Paar. Gemeinsam porträtierten sie zahlreiche prominente Exilanten – darunter Thomas Mann, Franz Werfel am Totenbett, Bruno Walter und Otto Klemperer. Mit dem wenigen Geld, das Soshana damals als Künstlerin verdiente, begann sie ab Mitte der 1950er-Jahre zahlreiche Fernreisen zu unternehmen, die sie teilweise in die entlegensten Winkel der Erde führten – was für eine Frau in der damaligen Zeit ungewöhnlich war. Die asiatischen kalligrafischen Maltechniken inspirierten sie dabei ebenso wie die Landschaften Indiens und Afrikas.

So, 11. Dez · 12:00-12:15 · ARD-alpha
Den Religionen auf der Spur (16 – 26): Jüdischer Schmuck aus dem Jemen

In der ARD-alpha-Reihe „Den Religionen auf der Spur“ geht es um die Wurzeln religiöser Traditionen am Beispiel einzelner Gegenstände. Es zeigt sich, dass diese eingebunden sind in die alltägliche Lebenswelt, mit ihrer religiösen Aura aber auf einen Halt im Jenseits hinweisen. Der Anthropologe Dr. Claudius Müller erörtert im Staatlichen Museum für Völkerkunde München Themen wie das Bierbrauen in Afrika, die Ursprünge des seit Sigmund Freud populären Begriffspaars „Totem und Tabu“ oder die indianische „Lüftlmalerei“.

Mo, 12. Dez · 04:05-04:50 · PHOENIX
Unbekannte Helden: Die Engel der Zegota

Kaum hatten die Truppen Hitler-Deutschlands im September 1939 Polen besetzt, machten sich die Nationalsozialisten ans Werk, ihre Politik der Ausgrenzung und Vernichtung der Juden in die Alltagspraxis umzusetzen. Speziell nach der Einrichtung des Warschauer Ghettos konnte sich kein Jude in der polnischen Hauptstadt mehr seines Lebens sicher sein. In dieser verzweifelten Situation gründete sich die Hilfsorganisation ZEGOTA. Diesem „Rat für die Unterstützung der Juden“ gelang bis Ende des Krieges die Rettung Tausender von Menschenleben.

Mo, 12. Dez · 23:30-01:20 · HR
Max Manus

Deutschland 2008 Oslo, 1940. Nachdem er im Finnischen Winterkrieg gegen die sowjetischen Truppen gekämpft hat, kehrt der Abenteurer und Weltenbummler Max Manus in seine Heimat zurück und findet sich in einem von den Nazis besetzten Land wieder. Manus schließt sich der Widerstandsbewegung an, wird aber bald von der Gestapo ins Visier genommen. Er kann den Deutschen entkommen und gelangt über abenteuerliche Umwege nach Großbritannien, wo er eine militärische Ausbildung erhält. Als Spezialist für Schiffssabotage kehrt er gemeinsam mit seinem Freund Gregers Gram nach Norwegen zurück. In mehreren spektakulären Aktionen gelingt es ihnen, deutsche Versorgungsschiffe im Hafen von Oslo zu versenken. Die immer dreisteren Attentate der sogenannten Oslobande machen den Nazis schwer zu schaffen. Manus wird einer der bekanntesten Köpfe des norwegischen Widerstands und avanciert zum Volkshelden. Unterdessen setzt der Gestapo-Offizier Siegfried Fehmer alles daran, die Saboteure dingfest zu machen. Um den Rückhalt der Widerständler zu schwächen, startet er grausame Vergeltungskationen und lässt Unschuldige foltern. Je mehr seiner Freunde den Nazis zum Opfer fallen, desto unerträglicher werden für Manus der Druck und die Gewissenskonflikte. Allein die Liebe zu seiner späteren Ehefrau Tikken und die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges lassen ihn durchhalten. Manus weiß um die Wichtigkeit seiner Aktionen. Ungeachtet aller Gefahren startet er im Januar 1945 noch einmal einen waghalsigen Sabotageakt. Sein Ziel: ein strategisch äußerst wichtiges Truppentransportschiff. – Die mehrfach preisgekrönte Filmbiografie verbindet Historiendrama und Thriller.

Di, 13. Dez · 13:00-14:30 · HR
Die lange Welle hinterm Kiel

Auf einer luxuriösen Kreuzfahrt kommt es im Indischen Ozean zur schicksalhaften Begegnung zweier Menschen, die sich seit Jahrzehnten nicht gesehen haben. Professor Martin Burian ist ein renommierter Arzt, der Ende des Zweiten Weltkriegs als tschechischer Regierungsbevollmächtigter unter den verhassten Sudetendeutschen ein Blutbad anrichtete. Dabei kam auch Margarete Kämmerers damaliger Ehemann, ein strammer Nazi, der Burians Bruder auf dem Gewissen hatte, um. Als Margarete erfährt, dass der Mörder ihres Gatten an Bord ist, will sie diesen endlich zur Rechenschaft ziehen. – Auge um Auge: Mario Adorf und Christiane Hörbiger spielen zwei erbitterte Todfeinde, die sich ihren Lebenslügen stellen. Veronica Ferres und Christoph Letkowski komplettieren die hervorragende Besetzung dieser packenden Umsetzung des gleichnamigen Romans von Pavel Kohout.

Mi, 14. Dez · 00:20-01:13 · arte
Bedingungslose Liebe

Das Mariä-Himmelfahrt-Kloster steht auf dem Hügel Bet Gemal, auf halbem Weg zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Die dort lebenden Nonnen haben frei entschieden, der modernen, hedonistischen Welt zu entsagen und stattdessen ihr Leben in aller Abgeschiedenheit Gott zu widmen. Die Schwester der französischen Regisseurin Stéphanie Pillonca-Kervern ist im Alter von 22 Jahren in das Kloster eingetreten, worunter ihre gesamte Familie zunächst sehr gelitten hat. Behutsam begleitet Pillonca-Kervern nun in ihrem Dokumentarfilm die meist noch sehr jungen Ordensschwestern, die aus ganz Europa hierhergekommen sind, und zeigt ihr von Kirchenfesten, Arbeit, Gebet, Stille und Nächstenliebe geprägtes Jahr.

Mi, 14. Dez · 23:15-01:30 · 3sat
Nirgendwo in Afrika

Ab 1938 darf Walter Redlich seinen Beruf nicht mehr ausüben. Der jüdische Anwalt flieht nach Kenia, wohin seine ebenfalls jüdische Frau Jettel ihm nur widerstrebend folgt. Jettel fühlt sich in erster Linie als deutsche Staatsangehörige und dann erst ihrer Religion zugehörig. Dass man sie in ihrer Heimat verfolgen wird, kann sie sich nicht vorstellen – die Reise nach Afrika ist in ihren Augen ein Kurztrip. Statt des erbetenen Eisschranks packt sie lieber ihr Porzellanservice und ein neues Abendkleid ein. Mit dem bescheidenen Dasein im Busch, wo ihr Mann als Verwalter einer maroden Farm arbeitet, kann sie sich nicht anfreunden. Dagegen blüht ihre introvertierte Tochter Regina in der Fremde erst richtig auf. Sie verfällt dem Zauber Afrikas, lernt die Sprache und findet im einheimischen Koch Owuor einen Freund, der sie in die Geheimnisse seiner Kultur einführt. Mit Ausbruch des Kriegs treffen schockierende Nachrichten aus Deutschland ein. Jettel, die sich von Walter immer mehr entfernt hat, wird bewusst, dass das Leben im Exil ein Geschenk ist. Allmählich findet das Paar wieder zueinander. Nach Kriegsende wird Walter ein Posten als Richter in Frankfurt angeboten. Zwölf bewegte Jahre sind inzwischen vergangen, in denen Jettel und Regina Kenia schätzen gelernt haben. Die beiden wissen nicht so recht, ob sie in das Land zurückkehren wollen, in dem die Mörder ihrer Eltern noch leben.

Do, 15. Dez · 00:10-01:00 · WDR
Mein Germany – US-Soldaten im Trümmerland

„Offen gesagt hatte ich keine große Sympathie für die Deutschen. Die hatten ja den verdammten Krieg angefangen, nicht wir.“ Der US-Presseoffizier Gene Mater steht für viele ehemalige GIs, die am Kriegsende nach Deutschland kamen. Die Jahre 1945-1949 wurden für viele dieser jungen Soldaten die wichtigste Zeit ihres Lebens. Und sie wurden zu Wegmarken für das langsam unter sanftem Druck und tätiger Mithilfe der Alliierten sich ausbildende westdeutsche Staatswesen. „Mein Germany“ erzählt die Geschichte der deutsch-amerikanischen Annäherung aus der Sicht ehemaliger Besatzungssoldaten. Für die Amerikaner, die die Deutschen bis dahin nur vom Schlachtfeld und aus der Propaganda kannten, änderte sich die Sichtweise im konkreten Zusammenleben. Sie nahmen eine Aufgabe in Angriff, die es so noch nie gegeben hatte, nämlich die Bevölkerung eines besiegten Landes politisch umzuerziehen, sie wirtschaftlich wieder auf die Beine zu bringen und sie für ein ganz neues Lebensgefühl zu gewinnen. „In Deutschland wurde ich erwachsen“, erzählt Tony Vaccaro „Ich spürte, ich wachse als Mensch. Deshalb blieb ich dort.“ Damals ist er ein junger Infanterist mit dem Berufswunsch Fotograf. Immer hat er seine Leica dabei, Deutschland nach der Kapitulation wird für ihn zur bewegenden menschlichen und künstlerischen Herausforderung. Tony Vaccaro wird offizieller Fotograf für das US-Hauptquartier in Frankfurt und dokumentiert in Tausenden von Fotos den Alltag im Ruinendeutschland. Tony Vaccaro und andere Besatzungssoldaten von damals schildern in dieser Dokumentation ihre Erlebnisse in Deutschland. Sie erzählen uns vom deutschen Nachkriegselend, vom Misstrauen zwischen Amerikanern und Deutschen, vom schwarzen Markt und von der Jagd auf versteckte Nazis. Und sie berichten von großen Gefühlen. Die Liebe in den Trümmern – in diesen Tagen ist sie nicht Klischee, sondern tausendfache Wirklichkeit. Daran erinnert sich auch Connie Mac Grath, eine Frankfurterin, die heute in San Diego lebt. Es ist eine deutsch-amerikanische Liebe gegen große Widerstände: Misstrauen bei Gundas Eltern – „man geht nicht mit dem Feind“ – und bei den Army-Vorgesetzten ihres Freundes. „Mein Germany – US-Soldaten im Trümmerland“ ist ein filmisches Erinnerungsalbum, das seinen Bogen von den letzten Kämpfen bis zur Berliner Luftbrücke spannt. Der Film führt uns zurück in eine Zeit, in der aus den Trümmern unmerklich etwas Neues entstand.

Do, 15. Dez · 23:45-01:15 · HR
Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt

Mit List und Bestechung versucht der Berliner Bürstenfabrikant Otto Weidt in den 1940er-Jahren, seine Mitarbeiter, die fast alle Juden und fast alle blind sind, vor dem Zugriff der Gestapo zu bewahren. Als seine Sekretärin Alice Licht am Ende nach Auschwitz deportiert wird, macht sich Weidt, selbst nahezu blind, auf den Weg, um sie zu befreien. Es gelingt ihm, doch seine Liebe zu ihr bleibt unerfüllt. Die Werkstatt des Bürstenherstellers Otto Weidt gilt 1941 bei den Berliner Juden als gute Adresse. Weidts irritierend enge Kontakte zur Gestapo, begleitet von regelmäßigen Bestechungen, bieten ihm den Spielraum, seine überwiegend blinden jüdischen Angestellten vor den alltäglichen Herabwürdigungen zu schützen. Zu den wenigen Nicht-Blinden in der Werkstatt zählt Alice Licht, eine hübsche junge Frau aus gutbürgerlichem Haus. Mit Witz, Charme und Organisationstalent wird sie bald zu Ottos rechter Hand. Die beiden verbindet mehr, als eine reine Arbeitsbeziehung und mehr als nur Freundschaft. Otto ist verheiratet, kein Jude, Ende 50 und fast blind; Alice ist Jüdin und 40 Jahre jünger. Sie bewundert ihn. Für Otto ist Alice die Verheißung auf ein Leben, das er gern geführt hätte. Aber die Schlinge um die Werkstatt zieht sich zu. Trotz regelmäßiger „Besuche“ der Gestapo scheint zunächst alles gut zu gehen. Nachdem seine jüdischen Mitarbeiter auf einen Schlag abgeholt wurden, schafft es Otto Weidt noch, sie aus dem nahen Sammellager der Gestapo wieder herauszuholen. In aller Heimlichkeit beginnt er nun mit der Vorbereitung von Verstecken. Als die massenhaften Deportationen beginnen, sind Weidts Angestellte untergetaucht. Doch in einem Moment der Vertrauensseligkeit werden die Verstecke an einen „Greifer“ verraten. Weidt ereicht es noch, dass Alice und ihre Eltern zunächst „nur“ nach Theresienstadt kommen, aber dann trifft eine Postkarte von Alice ein, in der sie verklausuliert von ihrer Verlegung nach Auschwitz berichtet. Otto Weidt zögert nicht lange und macht sich auf den Weg, um sie zu retten. Über einen Hilfsarbeiter gelingt es ihm, den Kontakt zu Alice herzustellen, die mittlerweile als KZ-Häftling in einer Munitionsfabrik arbeitet. Er versteckt Kleidung und Geld für den Fall ihrer Flucht. Im Januar 1945 schafft Alice den Weg zurück nach Berlin, wo Otto und seine Frau sie bis nach Kriegsende verstecken. Aber Alice kann und will nicht bleiben. Sie erhält die Einreisegenehmigung in die USA und verlässt Berlin. Otto bleibt zurück, zwei Jahre später stirbt er. An sein Wirken erinnert heute nur noch das „Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt“ in Berlin-Mitte und die israelische Ehrung als „Gerechter unter den Völkern“.

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