Hasmonaea, Hebronia und Zephira

Im Juli 2016 veröffentlichte Prof. Harald Seewann, einer von drei Experten auf dem Gebiete der jüdischen Verbindungen weltweit, als Folgeband seiner Arbeit „Erloschenes Burschentum in der Bukowina …“ im Eigenverlag eine neue Dokumentation über die drei an der ehemaligen k.u.k-Franz-Josephs – Universität zu Czernowitz in der einst zur Donaumonarchie gehörenden Bukowina (heute Ukraine)  tätigen, inzwischen längst nicht mehr existierenden jüdisch-nationalen akademischen Studentenverbindungen…

Von Israel Schwierz

Nach dem Inhaltsverzeichnis macht er in seinem Vorwort  darauf aufmerksam, dass „durch das nicht mehr Vorhandensein der Archive – sowohl der jüd.-akad. Korporationen in Czernowitz als auch der der gleichgerichteten Ferialverbindungen in den Provinzstädten der Bukowina relativ wenige Nachrichten über das korporative Leben dieser Bünde der Nachwelt überliefert“ worden sind. Er erläutert weiterhin, dass „die kulturelle Tätigkeit und das reiche gesellschaftliche Leben dieser Verbindungen“ sich aber einigermaßen „durch Berichte in Presseorganen – im vorliegenden Fall vornehmlich durch  Meldungen in der Czernowitzer Allgemeinen Zeitung“ erschließt und dass „Berichte anderer Czernowitzer Korporationen und Ereignisse, die Studentenschaft in dieser Stadt betreffend, die interessant genug erscheinen, festgehalten zu werden, mit aufgenommen …. „wurden.

Danach stellt er die drei jüdisch-nationalen akademischen Verbindungen mit ihrem Gründungsdatum, den Farben, den Fuchsenfarben, der Mütze und dem Wahlspruch sowie die dazu gehörende Literatur sehr informativ und gut anschaulich vor. Es folgen auf den weiteren Seiten Chargenmeldungen der Hasmonea (WS 1900/01-SS 1913), Hebronia ((SS 1900 – SS 1914) und der Zephira (WS 1897/98 – 1914) sowie auf den nachfolgenden 84 Seiten Zeitungsmeldungen vom November 1897 bis zu Jahre 1914,  in denen alle möglichen Feiern und festlichen Veranstaltungen – Jubiläen, Einweihungen, Bälle und viele andere feierliche Ereignisse, aber auch  Trauerfeiern, sowie weniger schöne Vorkommnisse wie Katastrophen, Streiks, Unruhen, Krawalle, Schlägereien, sonstige Exzesse und Konflikte der Studentenverbindungen untereinander, aber auch mit der Universität – alle als Zeitungsberichte –  festgehalten worden sind.

Ein 25 Seiten umfassendes Verzeichnis von Anmerkungen, Angaben zu einer Auswahl der in der Dokumentation genannten Persönlichkeiten sowie ein Anhang – der Nachdruck der Geschichte der Jüdischen Nationalen Akademischen Verbindung Zephira in Czernowitz runden dieses sehr informative und äußerst interessante Werk harmonisch ab.

Professor Harald Seewann hat nicht nur ein neues Buch über jüdische Studentenverbindungen in der k.u.k.-Monarchie konzipiert, er hat es – und das ist ein Verdienst, der nicht genug gewürdigt werden kann, auch gleichzeitig fertig gebracht, den drei längst untergegangenen jüdischen Verbindungen ein bleibendes Andenken zu schaffen und sie damit vor dem endgültigen Vergessen zu bewahren. Dafür gebührt ihm Dank und Anerkennung   aller, denen das Gedenken der jüdischen Vergangenheit in Europa ein Herzensanliegen ist, besonders aber derer, denen aus ethnischen, religiösen oder gar familiären Gründen die Beschäftigung mit den ausgelöschten jüdischen Verbindungen sehr  viel bedeutet.

Die sehr informative und äußerst interessante Dokumentation „KORPORATIVES LEBEN DER CZERNOWITZER JÜD.-AKAD. VERBINDUNGEN HASMONAEA, HEBRONIA UND ZEPHIRA IN DEN JAHREN 1897 – 1914 IM SPIEGEL DER PRESSE“ kann beim Herausgeber gegen eine Gebühr von EUR 18. – – + Porto unter der folgenden Adresse bestellt werden: Prof. Harald Seewann, Email: c.h.seewann@aon.at