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„Unsere Liebe zum Leben wird stärker sein!“

Bei einem mutmaßlich islamistischen Selbstmordanschlag wurden in Ansbach zwölf Menschen zum Teil schwer verletzt. Dazu Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern: „München, Ansbach, Würzburg, Reutlingen – unfassbarer Hass und mörderische Lebensverachtung lassen uns in diesen Tagen nicht zur Ruhe kommen. Erneut gehen unsere Gedanken zu den Opfern und ihren Familien und wir hoffen innig, dass die zum Teil schwer Verletzten bald und vollständig genesen mögen“…

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland weiter: „Sollte sich das Bild einer unheilvollen Verknüpfung von psychischer Störung und islamistischem Hintergrund ein weiteres Mal bestätigen, müssen Politik und Sicherheitskräfte, aber auch die Gesellschaft einer vielschichtigen, lauernden Bedrohung offen ins Auge sehen. Wachsamkeit, Wehrhaftigkeit, Zusammenhalt – darum muss es nun gehen. Sonst zerstört der Hass – importierter oder einheimischer – den freiheitlichen Lebensstil, den unser Land in den letzten Jahrzehnten errungen hat.“

Knobloch weiter: „Die Sicherheitskräfte haben in Bayern hervorragend reagiert und werden zu Recht international gelobt. Doch sie brauchen endlich alle Mittel, um in der Prävention noch wirkungsvoller arbeiten zu können. Zugleich müssen wir feinere Sensoren für die Gefahr entwickeln, die von psychisch labilen oder scheinbar traumatisierten Menschen ausgehen kann. Das betrifft neben den Fachleuten, die mit der Behandlung dieser Menschen befasst sind, uns alle. Das Internet spielt eine verheerende Rolle – hier bewegen sich die meist jungen Täter abgeschottet in der Parallelwelt ihrer jeweiligen Ideologie und finden alles von der tödliche Legitimation für ihre menschenverachtenden Pläne, über Komplizen bis hin zu ausführlichen Mordanleitungen. Das muss endlich – auch international – wirkungsvoll bekämpft werden.

Zugleich müssen wir alles daran setzen, dass wir uns nicht auseinanderdividieren lassen und als menschliche, solidarische Gesellschaft zusammenhalten. Wer zu uns vor Gewalt und Krieg flüchtet, muss hier Asyl und Hilfe finden. Der Terror darf weder populistischen Profiteuren in die Hände spielen noch islamistischen Extremisten erlauben, unseren Lebensstil zu zerstören, oder narzisstische Amokläufer zur Nachahmung ermuntern. Auch wenn mörderische Lebensverachtung gerade unser Leben bestimmt: Unsere Liebe zum Leben wird stärker sein!“