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Wiener Mosaik

Kurznachrichten aus Österreich…

Von Peter Stiegnitz

Terroristen unter den „Flüchtlingen“

Das allergrößte Problem der Flüchtlingskrise ist das mögliche Einschleusen von IS-Terroristen und Terroristinnen nach Westeuropa;  so auch nach Österreich. So gelangten auch zwei Syrer ins Land, ein 16- und ein 14-jähriger „IS-Kämpfer“, die in Graz vor dem Gericht standen. Immerhin handelt es sich um das fünfte Terrorverfahren. Sie sind im Sommer 2015 als Asylwerber über die Balkanroute nach Österreich gekommen; in einem südsteirischen Flüchtlingsheim wurden sie aufgenommen. Beide Brüder erhielten je vier Jahre Gefängnis. Der Ältere war Mitglied der Miliz „Ahrar al-Sham“, der Jüngere als IS-„Scharia-Polizist“. Auch in Salzburg stehen mehrere IS-Terroristen, die alle als asylberechtigte syrische Flüchtlinge nach Österreich eingeschleust wurden, vor Gericht. Sie wohnten in verschiedenen Salzburger Flüchtlingsheimen. Einige standen als Helfershelfer in direktem Kontakt mit den Pariser Attentätern.

Die Terror-Attentäterin

Über den Wienbesuch der palästinensischen Terror-Attentäterin Leila Khaled haben wir bereits berichtet. Neu hingegen ist die Stellungnahme des ersten muslimischen Regierungsmitglieds in Österreich, der Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ), die als Wiener Landtagsabgeordnete die Sicherung der Staatsgrenzen vor der Flüchtlingsinvasion entschieden ablehnte In einem Interview mit der „Wiener Zeitung“ wurde sie gefragt, ob sie die palästinensische Terroristin nach Österreich eingeladen hat. Ihre Antwort war kurz und eindeutig: „Ich habe sie nicht eingeladen“. Khaled kam auf eine Einladung des „Österreichisch-Arabischen Kulturzentrums“ (OKAZ), dessen Konto nach Bekanntwerden des Besuches von der Bank gesperrt wurde. Interessant ist, dass die neue Staatssekretärin Präsidentin der „Palästinensische-Österreichischen Gesellschaft“ ist. Es ist eigenartig, dass die beiden, einander sicherlich nahe stehenden Organisationen, eine so gewichtige und politisch mehr als heikle Einladung nicht miteinander kommuniziert haben.

Heuchler im Humanismusgewand

Der neue Antisemitismus verkleidet sich gerne als Israelhasser, oder zumindest als einseitige Kritiker Israels. Diese findet man fast immer in linken politischen Kreisen. Christian Ortner erinnert uns in „Die Presse“ an den Wiener SPÖ-Politiker Omar al-Rawi, der bei einer Hamas-Demonstration gegen Israel in Wien auftrat, „bei der es zu schweren antisemitischen Ausschreitung gekommen ist. Dafür darf er sich seit Kurzem über das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich freuen.“ Und die durchaus berechtigte Schlussfolgerung von Christian Ortner: „Wo immer sich Antisemitismus notdürftig als Israel-Kritik tarnt, ist die politische Linke eifrig mit an Bord.“ Trotz dieser ungünstigen Aktivität der Heuchler im Humanismusgewand, diese letzten Retter der zerbröckelnden „Willkommenskultur“ wäre es falsch und fatal, in jedem Flüchtling einen potentiellen Attentäter zu sehen. Auch das muss festgehalten werden.

Judenhass von Rechts

Nicht nur die Wogen der Flüchtlingsinvasion trugen den Israel- und Judenhass nach Wien, sondern auch die miesen Aktivitäten rechtsradikaler Elemente. So fand man jüngst im Internet ein grausliches Hassposting: „Ich begrüße euch Juden mit zwei Worten: Heil Hitler und auf Wiedersehen“. Das Urteil des zuständigen Landesgerichts vier Monate lautete: vier Monate, bedingte Freiheitsstrafe.

Marko Feingold

Auf einem Festakt der Bundesregierung und der parlamentarischen Vertretungen, im Gedenken an die Opfer der NS-Barbarei, sprach auch der 103jährige Präsident der Salzburger Kultusgemeinde, Marko Feingold, der mehrere KZ-Lager überlebt hat. Auch wenn Marko Feingold sein Überleben nicht als Wunder sehen will („Ich will nicht von einem Wunder sprechen, sonst hält man mich für einen Heiligen“), so war es alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Einen besseren Zeitzeugen als Marko Feingold gibt es wohl kaum;  und das nicht nur auf die NS-Zeit bezogen. Erschütternd sind seine Erinnerungen an die Nachkriegszeit, als er in einem Gespräch mit der „Wiener Zeitung“ den ersten Präsidenten, den Sozialdemokraten Karl Renner zitierte, der sich an die einstigen NS-„Ariseure“ wandte: „Ihr braucht´s ka (keine) Angst haben; erstens, wir werden nix (nichts) zurückgeben; zweitens, ihr verliert´s nicht eure Wohnungen, denn ich werde keine Juden und KZler zurückkommen lassen.“

Vom Mittelalter bis in die Gegenwart

Mit einem interessanten Aspekt der Geschichte der österreichischen Juden beschäftigte sich die Sommerakademie des Institutes für jüdische Geschichte Österreichs: „In die Häuser schauen. Aspekte jüdischen Wohnens vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert“. Die bunten Bilder und Geschichten des jüdischen Zusammenlebens reichten von den freien Wohnverhältnissen bis zu den gewaltsam aufgerichteten Ghettos. Die Referenten und Tagungsteilnehmer sprachen von den unterschiedlichen Wohn- und Lebensformen und diskutierten über die Begriffe „Judenhaus“, „Transit“, „Ghetto“ im geschichtlichen Bedeutungswandel vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Genießen und vertreiben

Es gab kaum einen Platz in Berlin, wo man nicht seine „Ohrwürmer“, seine Schlager gespielt, gesungen hätte. Seine Melodien, wie „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“, „Ein Freund, ein guter Freund“, „Das ist die Liebe der Matrosen“ und vieles mehr, haben die Herzen  – und nicht nur der Berliner – „im Sturm“ erobert. Und dann kam das grausliche Jahr 1933. Der bis dahin bedeutendste  Musikschöpfer der Weimarer Republik und allseits geschätzte Komponist, wir sprechen von Werner Richard Heymann (1896-1961), wurde von einem ganz anderen „Sturm“ als dem der Begeisterung erfasst. Von einem Tag auf den anderen wurde er der „miese Jude“ und in die Emigration gezwungen. Seinem Andenken, vor allem seinen unsterblichen Melodien widmete die Wiener Volksoper anlässlich seines 120. Geburtstages einen  Abend, der die Gemüter bewegte. Christoph Wagner-Trenkwitz führte mit viel Herz und Humor durch den Abend der vielen hervorragenden Sänger Musiker und der ausgezeichneten „Wiener Comedian Hsrmonists“. Mit einem Wort: ein Genuss, den man lange nicht vergessen wird.

Jüdisches Leben heute

Auch die Wiener Juden leben nicht nur in der Vergangenheit. So gibt es in Wien ein neues, pulsierendes und spannendes „jüdisches Leben“, das  – im besten Sinne des Wortes – auch „bunt“ geworden ist. So brachten die aus der ehemaligen Sowjetunion nach Wien emigrierten sephardischen Juden „neue Farbe“ in die Wiener Kultusgemeinde. So auch der Obmann der bucharischen Gemeinde, Josef Sarikov, dem Reinhard Engel ein Porträt in „wina“ widmete. Der in Kirgistan geborene, heute 59-jährige Sarikov gehört zu den vielseitigsten und erfolgreichsten Kaufmännern in der „jüdischen Szene“. Erfreulich auch sein religiöses Leben: „Wir waren eine sehr religiöse Familie (…) in Samarkand hatte mein Urgroßvater eine eigene Jeshiva.“

„Hakoah Wien“

Die Frage – „Wie kannst du erkennen: das ist der Moment, wo dein Land nicht mehr deine Heimat ist?“ – kann sich heute in Europa jeder Jude stellen. So ist es richtig, wenn Yael Roman und ihr Ensemble auf der Bühne des Wiener Volkstheaters im Stück „Hakoah Wien“ diese Frage stellt. „Hakoah Wien“ ist ein Stück, das unter die Haut geht; mit Hoffen und Bangen verlässt man das Theater. Die Handlung ist schnell erzählt: Ein israelischer Soldat, einfühlsam von Michael Ronen dargestellt, wird nach Wien geschickt, um das Image der israelischen Armee „aufzupolieren“. Hier begegnet er der Hakoah-Vergangenheit seines Großvaters, der 1936 nach Palästina emigrierte. Am Ende des Stückes wird die anfangs gestellte Frage wiederholt: „Ist es möglich, als Jude in Europa zu leben, unbedroht von antisemitischer Gewalt?“ Als Yael Roman in ihrem Drama, das mit dem Nestroy-Preis ausgezeichnet wurde, 2013 am Schauspielhaus Graz diese Frage stellte, ahnte kaum jemand, dass nur einige Jahre später, eingekeilt zwischen islamistischer und neo-nazistischer Gefahr,  diese Frage so aktuell wird.