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Lucia Binar und die russische Seele

Eine alte Dame mit Witz und Humor, die sich nicht unterkriegen lässt – in Vladimir Vertlibs neuem Roman…

Lucia Binar ist 83, und sie ist verärgert. Die Große Mohrengasse, in der sie seit langem lebt, soll aus Gründen der politischen Korrektheit in „Große Möhrengasse“ umgetauft werden. Und die soziale Einrichtung, die sie versorgt, hat versagt: Ihr Essen wurde nicht geliefert. Der Telefondienst ist in ein Callcenter ausgelagert, dort rät ihr eine Mitarbeiterin, sich von Manner-Schnitten zu ernähren. Lucia ist empört. Sie will die Frau aufsuchen und zur Rede stellen. Dabei hilft ihr ausgerechnet Moritz, ein Student, der die „Anti-Rassismus-Initiative Große Möhrengasse“ unterstützt. Mit viel Humor erzählt Vladimir Vertlib die Geschichte einer alten Dame, die entschlossen ist, ihre Würde zu bewahren.

Der Roman unterscheidet sich von Vertlibs bisherigen Werken und wer ihn kennt, wird sicherlich überrascht sein. In größeren Abschweifungen wird eine Geschichte aus dem Wien unserer Tage erzählt, die Vertlib mit einem surrealen Ende in der Tradition russischer Erzählkunst, die an Bulgakow erinnert, abschließt.

Vladimir Vertlib, Lucia Binar und die russische Seele, Deuticke Verlag 2015, 320 S., Euro 19,90, Bestellen?

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