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Marsch des Lebens

Rund um den 5. Mai 2016 wurden anlässlich des jüdischen Holocaustgedenktages Jom haSchoa in Berlin, Leipzig, Dresden und Tübingen sowie in zahlreichen weiteren Städten in Deutschland in Zusammenarbeit mit jüdischen Gemeinden Märsche des Lebens mit reger Beteiligung durchgeführt. Zwei Abgeordnete des israelischen Parlaments, der Knesset, waren aus Israel angereist, um an den Märschen teilzunehmen und zu sprechen. Der Marsch des Lebens will mit Gedenkmärschen auf der Straße ein Zeichen der Solidarität zu Israel und gegen den modernen Antisemitismus setzen…

Die internationale Marsch des Lebens Bewegung führt in diesem Jahr in insgesamt 80 Städten Gedenkmärsche durch, in Österreich, der Schweiz, Ungarn, Großbritannien, Polen, Bolivien, Paraguay, Peru, Ecuador und in den USA. In Galveston (USA) wurde der Marsch des Lebens als offizielle Holocaustgedenkveranstaltung der Stadt eingeführt. In Belfast (Nordirland) fand der Marsch des Lebens als Stimme der Versöhnung und der Freundschaft zu Israel in den Medien nationale Beachtung.

Sprecher bei den Veranstaltungen in Deutschland waren Yoel Hasson, Vizesprecher und Abgeordneter der Knesset, Meirav Ben Ari, Abgeordnete der Knesset, Dr. Thomas Feist, MdB (CDU); Dr. Philipp Lengsfeld, MdB (CDU); Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig und Präsidiumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland; Jonah Sievers, Gemeinderabbiner der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Zsolt Balla, Gemeinderabbiner der Israelitischen Religionsgemeinde und Vorstandsmitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland, und weitere.

Als besondere Ehrengäste waren die Holocaustüberlebenden Dr. Alexej Heistver (Vorsitzender der Bundesassoziation der Holocaustüberlebenden in Deutschland „Phoenix aus der Asche“), Assia Gorban (Mitglied der Repräsentatenversammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin), Isak Suher, Yoel Aron und Assia Jasjukevich dabei. Sie erzählten ihre erschütternden persönlichen Geschichten des Überlebens von Massenerschießungen, Konzentrationslagern, Ghetto und Menschenversuchen und machten die Erinnerung an den Holocaust lebendig. Nachfahren der Nazitäter erzählten die Geschichten ihrer Familien und überreichten den Holocaustüberlebenden als Zeichen ihrer Betroffenheit Blumen.

Über 70 Jahre nach Ende des Holocaust erleben Fremdenhass, Nationalismus und Antisemitismus in Europa einen Aufwind wie seit den 1930er Jahren nicht mehr. Der Marsch des Lebens ruft Kirchen und Gemeinden dazu auf, in jedem Jahr zusammen mit jüdischen Gemeinden rund um Jom haSchoa in jeder Stadt, Region und in jedem Land Gedenkmärsche durchzuführen. Im Jahr 2017 werden die Märsche des Lebens im Zeitraum zwischen dem 21. und 30. April stattfinden.

Der Marsch des Lebens geht auf eine Initiative von Jobst Bittner aus Tübingen aus dem Jahr 2007 zurück. In den letzten Jahren fanden Gedenk- und Versöhnungsmärsche auf der ganzen Welt statt, teilweise über mehrere Tage und tausende Kilometer. Mehrfach wurde der Marsch des Lebens von der Knesset für sein besonderes Engagement für Holocaustüberlebende ausgezeichnet.

Der deutsche Bundestagspräsident Norbert Lammert schrieb in einem Grußwort über die Bewegung: „Die Initiative Marsch des Lebens ist wertvoll und wichtig. Aus einer bescheidenen Gebetsaktion ist längst eine internationale Bewegung geworden, die Zeitzeugen und Nachgeborene einschließt. Ich hoffe, dass sich viele Menschen von dieser Idee bewegen lassen.“

http://www.marschdeslebens.org/

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Marsch des Lebens Gründer Jobst Bittner, Knessetmitglied Meirav Ben Ari und Vize-Sprecher der Knesset Yoel Hasson laufen auf dem Marsch des Lebens in Leipzig. (C): Marsch des Lebens e.V.