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Die neuen Fernsehtipps

Vom 16. bis 31. Mai 2016…

Di, 17. Mai · 21:45-22:37 · arte
100 Jahre Krieg in Nahost – Das Sykes-Picot-Geheimabkommen und seine fatalen Folgen

Mit dem im Mai 1916 geschlossenen Sykes-Picot-Abkommen haben Briten und Franzosen den Nahen Osten nach eigenen geopolitischen Interessen aufgeteilt und so die Saat vieler Kriege gelegt. Die Dokumentation geht der Frage nach, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Abkommen und der Entstehung der Terrororganisation IS gibt. Im Mai 1916, die Schlacht um Verdun war in vollem Gange, schlossen Frankreich und Großbritannien ein geheimes Abkommen, mit dem sie den Nahen Osten unter sich aufteilten. Noch waren die Gebiete der heutigen Staaten Syrien, Irak, Jordanien, Libanon und Israel unter osmanischer Herrschaft. Doch für die Zeit nach einem vorhersehbaren Sieg der westlichen Alliierten vereinbarten diese schon einmal die Verteilung des Territoriums. Auf britischer Seite verhandelte der konservative Unterhausabgeordnete Sir Mark Sykes. Für Frankreich saß der Diplomat François Georges-Picot am Verhandlungstisch. Sie zogen eine Linie von Akko am Mittelmeer bis nach Kirkuk im heutigen Irak. Südlich davon sollten die Briten herrschen, nördlich davon die Franzosen. Zunächst wurde das Abkommen geheim gehalten. Als sein Inhalt 1918 veröffentlicht wurde, kam es zum politischen Aufruhr in der arabischen Welt, die sich bis dahin Unabhängigkeit erhofft hatte. Obwohl die Einfluss-Sphären in den folgenden Jahren noch leicht verändert wurden, gleichen sie doch verblüffend deutlich den heutigen Grenzen zwischen Syrien, Jordanien und dem Irak. Seitdem ist der Nahe Osten nicht mehr zur Ruhe gekommen. Natürlich haben auch der Zweiter Weltkrieg, der Kalte Krieg, der Hass unter den arabischen Völkern und die Bedeutung der Ölvorkommen den Nahen Osten zu einem Pulverfass gemacht. Aber in der arabischen Politik wird auch heute noch, hundert Jahre nach dem Abkommen, Bezug auf Sykes-Picot genommen, selbst durch die Terroristen des sogenannten Islamischen Staates (IS). Alexander Stenzel zeichnet den blutigen Weg des Nahen Ostens nach, vom Geheimabkommen Sykes-Picot bis zum islamistischen Terrorismus unserer Tage.

Di, 17. Mai · 22:45-23:30 · HR
Verbotene Filme – Das Erbe des Nazi-Kinos

Zwischen 1933 und 1945 wurden in Deutschland etwa 1.200 Spielfilme hergestellt. Rund 300 dieser Filme wurden nach dem Krieg von den Alliierten verboten. Heute verwaltet die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung den größten Teil des NS-Filmstocks. Der Umgang mit ihnen ist schwierig: bewahren oder entsorgen, freigeben oder verbieten? Über die Brisanz der Propagandafilme und ihre Idee eines angemessenen Umgangs damit geben unter anderem Oskar Roehler, Moshe Zimmermann, Rainer Rother, Margarethe von Trotta, Jörg Jannings, Sonja M. Schultz, Götz Aly sowie Aussteiger aus der Nazi-Szene und Überlebende der Schoah Auskunft. Zwischen 1933 und 1945 wurden in Deutschland etwa 1.200 Spielfilme hergestellt. Rund 300 dieser Filme wurden nach dem Krieg von den Alliierten verboten. Heute verwaltet die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung den größten Teil des NS-Filmstocks. Über 40 NS-Filme sind bis heute nur unter Auflagen zugänglich. Lange Zeit als Verbotsfilme klassifiziert, nennt man den harten Kern der NS-Filmpropaganda heute „Vorbehaltsfilme“: volksverhetzend, kriegsverherrlichend, antisemitisch und rassistisch – so lauten die Begründungen, warum die Filme für die Öffentlichkeit nicht frei zugänglich sind. Urheberrecht und Jugendschutz sind dabei die juristischen Hebel, denn das deutsche Grundgesetz erlaubt keine Zensur. Der Umgang mit ihnen ist schwierig: bewahren oder entsorgen, freigeben oder verbieten? Felix Moeller, dessen vielschichtiges Familienporträt „Harlan – Im Schatten von Jud Süß“ bereits das komplexe Nachwirken des NS-Filmerbes bis heute beleuchtete, zeigt, wie die Vorbehaltsfilme auf ein heutiges Publikum treffen und wie sie diskutiert werden. Über die Brisanz der Propagandafilme des „Dritten Reichs“ und ihre Idee eines angemessenen Umgangs damit geben unter anderem Oskar Roehler, Moshe Zimmermann, Rainer Rother, Margarethe von Trotta, Jörg Jannings, Sonja M. Schultz, Götz Aly sowie Aussteiger aus der Nazi-Szene und Überlebende der Schoah Auskunft.

Di, 17. Mai · 22:50-23:48 · arte
Milliarden für den Stillstand – Die Rolle der EU im Nahostkonflikt

Palästina erhält so hohe Summen an Hilfsgeldern wie kaum eine andere Region der Welt. Ihr Zweck: Hilfe beim Aufbau eines unabhängigen Staates. Doch ein Staat Palästina ist ferner denn je, und die Situation in den besetzten Gebieten spitzt sich katastrophal zu. Die EU schickt Unsummen und ersetzt damit Politik durch Geld. Befördert die EU so den Stillstand im Friedensprozess? Seit den beiden Oslo-Abkommen von 1993 und 1995 sind über 25 Milliarden US-Dollar in die besetzten palästinensischen Gebiete geflossen. Traditionell größter Geber ist die EU. Zweck der Hilfe: der Aufbau eines unabhängigen, demokratischen Staates Palästina, der Seite an Seite und in dauerhaftem Frieden mit Israel existiert, und eine nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Die Bilanz nach gut 20 Jahren ist vernichtend: Ein unabhängiger Staat Palästina scheint ferner denn je, und die Situation in den besetzten Gebieten ist in vielerlei Hinsicht schlechter als vor Oslo. Die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut, die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 25 Prozent und nur ein Bruchteil des Westjordanlands steht heute unter alleiniger palästinensischer Kontrolle. Auch die den Palästinensern zur Verfügung stehenden Wasserressourcen sind heute nicht größer, sondern weitaus geringer als vor Oslo – trotz der Milliarden von Hilfsgeldern, die in den Wassersektor geflossen sind. Mehr als 20 Jahre später ist die Besatzung nicht beendet, sondern verhärtet, und das nicht trotz, sondern mit der Hilfe der Geber, sagen Kritiker. Der Dokumentarfilm untersucht die Geberpolitik und Hilfsprojekte und fragt nach der Rolle der EU in Nahost. „Payer, no player“ – Geldgeber, aber kein politischer Akteur – lautet mittlerweile ein geflügeltes Wort in den besetzten palästinensischen Gebieten, auch innerhalb diplomatischer Kreise. „Setzt der europäischen Heuchelei ein Ende“, fordert der ehemalige EU-Sonderbeauftragte für den Nahost-Friedensprozess, Miguel Angel Moratinos. Ansonsten würde sehr bald die große Chance auf Frieden verpasst.

Mi, 18. Mai · 04:30-05:00 · ZDF
ZDF.reportage: Laut, rechts, sächsisch? Eine Spurensuche bei den Wutbürgern

Deutschland 2016: Noch vor wenigen Monaten ein Land der Willkommenskultur. Inzwischen wird immer öfter Wut und Hass gegenüber Flüchtlingen laut. Clausnitz, Bautzen, Heidenau – es ließen sich noch viel mehr Orte aufzählen, in denen Flüchtlinge alles andere als willkommen geheißen wurden. Straßenblockaden, Brandstiftungen oder fremdenfeindliche Ausschreitung: Zu viele Menschen standen dabei, schauten zu. Besonders in Sachsen scheinen die Täter eine schweigende Mehrheit hinter sich zu fühlen. Fakten, die mehr als nachdenklich machen: Eine Opferberatungsstelle in Sachsen zählte im Jahr 2015 für das Bundesland insgesamt 477 rechtsmotivierte und rassistische Angriffe. Die Tendenz: steigend. Auch die Zahl rechter Gewaltstraftaten hat im vergangenen Jahr um 86 Prozent zugenommen. Die meisten Vorfälle gab es in Dresden und in Leipzig sowie in den Landkreisen Leipzig und Sächsische Schweiz/Osterzgebirge. Bleibt die Frage nach dem „Warum“. Das Bundesland gilt als Musterregion des „Aufbaus Ost“. Da sind das wiedererstandene Dresden, das weltoffene Leipzig, die lieblichen Landschaften des Elbtals und der rustikale Charme des Erzgebirges. Da sind Industrieansiedlungen in Hightech-Branchen ebenso wie Lifestyle und Kultur auf Weltniveau. Warum also ist Rechtsextremismus gerade in Sachsen auf dem Vormarsch? Rechtsextreme Kräfte haben sich hier mancherorts gut etabliert. Neonazi-Kultur und Intoleranz gehören in Teilen Sachsens zum Alltag. In manchen Gemeinden scheinen die Grundrechte für Andersdenkende und erst recht für „anders Aussehende“ außer Kraft gesetzt. Polizei, Politik und Gesellschaft haben demokratiefreie Zonen zugelassen. Die „ZDF.reportage“ blickt auf einige Orte des Freistaates, die offensichtlich ein rechtes Problem haben: auf Freital, wo sich einige Bürger für die Integration von Flüchtlingen engagieren – und deswegen Angst haben müssen. Auf Bautzen, wo 100 Flüchtlinge in eben das Gebäude einziehen sollen, das durch einen Brandanschlag kürzlich schwer beschädigt wurde. Auf Heidenau, wo der Bürgermeister nach den Ausschreitungen versucht, ein friedliches Zusammenleben in seiner Stadt wieder möglich zu machen. Standhaft bleiben und Rechtsbrüche weiter konsequent verfolgen – das einzige Rezept gegen Intoleranz. Die „ZDF.reportage“ ist unterwegs in einem Bundesland, das um seinen guten Ruf kämpfen muss.

Mi, 18. Mai · 15:45-16:35 · Einsfestival
Mein neues Leben in Jerusalem – Eine Deutsche unter orthodoxen Juden

Porträt der ins Judentum konvertierten Deutschen Elishewa, die in Jerusalem mit ihrem Mann, sieben Kindern und einer wachsenden Zahl von Enkelkindern seit 30 Jahren das abgeschottete, entbehrungsreiche und streng reglementierte Leben der ultraorthodoxen Juden führt. Elishewas Familie befolgt streng die Regeln der Thora, die durch zahllose detaillierte Gebote und Verbote den Alltag regeln. Kontakte zur säkularen Welt, Internet und Fernsehen sind unterbunden. Die Ultra-orthodoxen unterhalten eigene Medien, Bücher und ihr eigenes Bildungssystem. Der soziale Umgang schreibt weitgehende Geschlechtertrennung vor. Die Jungen und Männer verbringen in der Regel die Tage in der ganztägigen Thora-Schule und arbeiten nur im notwendigen Rahmen. Mädchen hingegen bekommen eine bessere Allgemeinbildung, denn sie müssen später für den Unterhalt der Familie arbeiten. Finanzielle Unterstützung leisten Sponsoren und die Gesellschaft.

Do, 19. Mai · 05:30-06:15 · Einsfestival
Sababa – Israelis und ihr Berlin

Mehr und mehr Israelis zieht es nach Berlin. Über 20.000 leben in der Stadt. Oft sind es Künstler, Schriftsteller, Musiker, Maler, Schauspieler. Warum sind sie gekommen, was suchen sie, was finden sie hier? Viele sagen, am Anfang seien sie von den Partys begeistert gewesen, später haben sie sich mit israelischen Freunden darüber unterhalten, wo es den besten Hummus gibt, irgendwann aber konnte niemand mehr durch diese Stadt gehen, ohne daran zu denken, dass von Berlin das Morden, die Shoah, ausging. Und dennoch ist Berlin für viele Israelis zu dem Ort geworden, an dem sie leben wollen. Zum 50. Jahrestag der Aufnahme der Deutsch-Israelischen Beziehungen (2015), wollen wir von dem „Dennoch“ erzählen. Wir wollen fragen, was macht das Leben aus? „Sababa“ – was so viel heißt, wie ein großer Spaß. Was sind die Orte, die speziell sind, die Israelis faszinieren, die es nur in Berlin gibt? Die für sie eine Geschichte haben, auch eine Spannung von Fremdheit und Anderssein? Geschichte und Geschichten, vorgestellt und erzählt von der israelischen Schauspielerin und Stadtführerin Shlomit Lasky.

Do, 19. Mai · 08:55-10:25 · arte
Das Recht der Macht

Die Entwicklung der militärischen Gesetzgebung in den Palästinensergebieten seit dem Sechstagekrieg von 1967 zwischen Israel und seinen Nachbarländern steht im Mittelpunkt des Dokumentarfilms. Sie stellt ganz grundsätzlich die Frage danach, ob sich Rechtsstaatlichkeit und militärische Besatzung überhaupt miteinander vereinbaren lassen. Trotz der allgemeinen medialen Präsenz des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern bleibt das durch die israelische Verwaltung für die besetzten Gebiete geschaffene Rechtssystem weitgehend unbeachtet. Dabei ist das Recht in den Palästinensergebieten unabhängig von dem Recht, das auf dem eigentlichen Staatsgebiet Israels gilt. Seit den Gebietseroberungen im Sechstagekrieg im Jahr 1967 steht das Westjordanland unter Verwaltung des israelischen Militärs. Über Jahrzehnte hat sich dadurch ein kompliziertes System aus militärischen Gesetzen und Anordnungen entwickelt, das in seiner Beständigkeit einzigartig ist. Bei der Ausgestaltung der in einem juristischen Grenzbereich angesiedelten Rechtsetzung spielt das israelische Oberste Gericht eine entscheidende Rolle. Während das Gericht in Israel selbst als entschiedener Verfechter der Menschenrechte gilt, richtet es seine Entscheidungen bezüglich der besetzten Gebiete auch nach pragmatischen und militärstrategischen Erwägungen aus. Die Bevölkerung Israels hat in die juristische Verwaltung der Palästinensergebiete kaum einen Einblick. Doch für die Palästinenser ist die undurchsichtige Rechtslage im Alltag stets präsent. Durch diese Diskrepanz ergeben sich zahlreiche Konflikte.

Do, 19. Mai · 16:45-18:45 · MGM
Triumph des Geistes – Ein Boxer in der Hölle

Thessaloniki, 1939: Der frühere Olympia-Boxer Salamo Arouch (Willem Dafoe), ein Jude, hat gerade die Meisterschaft im Mittelgewicht gewonnen. Da wird er von den Deutschen nach Auschwitz deportiert. Die Nazis treiben ein böses Spiel: Salamo bleibt am Leben, solange er zum Vergnügen der Wächter an Boxwettkämpfen teilnimmt. – Bewegendes Überlebensdrama nach authentischen Ereignissen.

Fr, 20. Mai · 08:55-09:48 · arte
Wir, Geiseln der SS (1/2) Fahrt ins Ungewisse

Am 26. April 1945 verlässt ein schicksalhafter Konvoi mit Gefangenen das KZ Dachau. Er transportiert die Sonder- und Sippen-Häftlinge der SS: 139 Menschen aus 17 Ländern Europas, von denen die Nazis glauben, sie seien „mehr wert als eine ganze Division“. Adelige, Kleriker, hohe Kader aus Militär und Politik – darunter auch die Familien der Hitler-Attentäter. Sie alle sind Faustpfand in einem Plan, der wie Wahnsinn klingt, doch Methode hat: In den Alpen will sich die SS im Angesicht der drohenden Niederlage mit ihrem vermeintlich besten Druckmittel verschanzen. Das Kalkül ist schlichte Erpressung: Entweder Immunität und günstige Friedensbedingungen, oder Widerstand bis zum Letzten in der sogenannten Alpenfestung – das wäre der „worst case“ für die Alliierten. Die elitäre Schicksalsgemeinschaft erlebt auf der Fahrt sechs Tage zwischen Tod und Freiheit, ständig die Gefahr eines grausamen Massakers vor Augen. Ohne Kontakt zum Hauptquartier hadern die leitenden SS-Offiziere mit ihren Plänen: Alle sofort erschießen oder doch Kontakt mit den Amerikanern aufnehmen und die Geiseln austauschen? Unsicherheit und Nervosität als idealer Nährboden für irrationale Entscheidungen – auf beiden Seiten. Die Lage spitzt sich dramatisch zu, doch die Geiseln begreifen: Um zu überleben, müssen sie zusammenhalten. Fluchtversuche Einzelner werden verhindert, politische Gesinnungen oder gesellschaftliche Stände treten in den Hintergrund. Ein kühner Streich wendet das Blatt: Die Gefangenen senden einen Hilferuf – plötzlich stehen sich Soldaten der SS und der Wehrmacht waffenstarrend gegenüber.

Fr, 20. Mai · 09:50-10:46 · arte
Wir, Geiseln der SS (2/2) Auf Messers Schneide

April 1945: 139 Sonder- und Sippen-Häftlinge der SS, bestehend aus den Angehörigen der Hitler-Attentäter und Prominenten aus Europas Adel, Klerus, Politik und Militär, werden in die Alpen verschleppt. Das Kalkül hoher SS Führer und ihres Chefs Heinrich Himmler: Die Gefangenen könnten in Verhandlungen mit den West-Alliierten als Faustpfand dienen. Auf der Fahrt planen einige die Flucht und erleben sechs Tage zwischen Tod und Freiheit, ihr Schicksal liegt in den Händen skrupelloser und zunehmend nervöser Verbrecher. Doch die Geiseln halten zusammen, wenden das Blatt mit einer klugen List … Die Fahrt über den Brenner überstehen Geiseln und SS-Schergen unbeschadet. Am 28. April 1945 hält der Konvoi kurz vor dem kleinen Ort Niederdorf. Die SS-Sturmführer Stiller und Bader versuchen, Kontakt zu ihren Vorgesetzten aufzunehmen. Schließlich erzwingen die Häftlinge einen Aufenthalt in Niederdorf, indem sie eigenmächtig die Busse verlassen und sich unter das Volk mischen. Dadurch ist es für die SS unmöglich geworden, die Gefangenen gegebenenfalls unauffällig zu liquidieren. Der Transport macht vorerst in Niederdorf halt. Aber die SS- Bewacher sind nun ohne Kontakt zu ihrem Oberkommando – die Kommunikation mit Berlin oder anderen Dienststellen der SS ist zusammengebrochen. Das macht die SS-Bewacher unkalkulierbar und versetzt die Häftlinge in Angst und Schrecken. Die Initiative des Obersten Bogislaw von Bonin bringt die ersehnte Wende. Dem deutschen Wehrmachtsoffizier, der wegen Befehlsverweigerung inhaftiert wurde, gelingt es, einen Hilferuf an das Oberkommando der Heeresgruppe Italien in Bozen abzusetzen. Die Wehrmacht ist nun über die Situation der Häftlinge informiert und bereit einzuschreiten. So kommt es, dass sich eine herbeigeeilte Wehrmachtskompanie und die SS-Einheit mit gezückten Waffen gegenüberstehen. Unter dem Druck der Umstände ist Obersturmführer Stiller bereit, die Verantwortung über die Sonder- und Sippenhäftlinge an die Wehrmacht abzugeben. Die Gefangenen werden unter der Obhut der Wehrmacht ins nahe gelegene Hotel Pragser Wildsee gebracht. Am 4. Mai 1945 erreichen die Amerikaner das Hotel, doch das Schicksal der Angehörigen ist weiter ungewiss.

Sa, 21. Mai · 00:55-01:25 · arte
Kung Fury

Kung Fury ist ein Super-Polizist, der – nachdem ihn eine Kobra gebissen hat und er vom Blitz getroffen wurde – über Kung-Fu-Superkräfte verfügt. Als Hitler, ein echter Meister des Kung-Fu und bekannt unter dem Namen Kung Führer, über das Telefon eine Polizeiwache unter Beschuss nimmt, beschließt Kung Fury, Hitler zu stoppen. Mithilfe des Hackers Hacker Man reist Kung Fury in die Vergangenheit. Aufgrund eines blöden Fehlers landet Fury jedoch im Wikinger-Zeitalter. Zum Glück wird er von der Wikingerin Barbarianna gerettet, die ihn an ihre Freundin Katana vermittelt. Diese beschwört Thor, Fury zu helfen. Thor erhört sie und öffnet ein Zeitportal, durch das Fury in die richtige Zeit zurückkehren kann.

Sa, 21. Mai · 06:15-06:45 · SWR BW
Juden im Mittelalter (1/2) Leben im rheinischen Paradies

Im ersten nachchristlichen Jahrtausend verlagerte sich der Schwerpunkt der jüdischen Diaspora immer mehr vom Nahen und Mittleren Osten nach Europa. Von Italien kommend siedelten die ersten jüdischen Familien entlang des Rheins und gründeten neue Zentren jüdischen Lebens – als Chasside Aschkenaze, die „Frommen Deutschlands“. Die jüdische Bevölkerung leistete Entscheidendes für die kulturelle Entwicklung der Städte: Vor allem in den Städten Speyer, Worms, Straßburg und Mainz entstanden bedeutsame jüdischen Gemeinden. Mit ihrer Siedelung im Rheintal nahmen die neuen Siedler auch Gebräuche der neuen Heimat in ihre Kultur auf – vor allem übernahmen sie Wörter und Struktur des Mittelhochdeutschen in ihre Alltagssprache, das „Jiddisch“ entstand.

Sa, 21. Mai · 06:45-07:15 · SWR BW
Juden im Mittelalter (2/2) Verfolgung und Vertreibung

Mit dem ersten Kreuzzug 1095 findet die friedliche Duldung der Juden im Rheintal ein Ende. Überall hetzen Demagogen gegen die „Christusmörder“ und beschuldigen die Juden der ungeheuerlichsten Verbrechen. Es kommt zu ersten Pogromen und Vertreibungen. In mehreren Wellen der Verfolgung spitzt sich die Lage der Juden in Europa immer weiter zu – und auch im Rheintal folgen auf Stigmatisierung und Ausgrenzung Vertreibung und Vernichtung. Trauriger Höhepunkt der mittelalterlichen Judenverfolgung ist das Massaker vom Februar 1349 in Straßburg. Danach ist für die Juden im Rheinland nichts wie es war.

Sa, 21. Mai · 21:45-23:45 · Einsfestival
Die Frau die singt – Incendies

Der Letzte Wille ihrer Mutter Nawal (Lubna Azabal), die im kanadischen Exil starb, versetzt die Zwillinge Jeanne (Mélissa Désormeaux-Poulin) und Simon Marwan (Maxim Gaudette) in tiefes Erstaunen. Notar Jean Lebel (Rémy Girard), ein enger Freund der Familie, überreicht ihnen zwei Briefe: Einer ist bestimmt für ihren Vater, den sie für tot hielten, der zweite für einen Bruder, von dessen Existenz sie bislang nicht einmal eine Ahnung hatten. Diese Briefe müssen laut Nawals Testament erst übergeben werden, bevor ein Grabstein auf ihre letzte Ruhestätte gesetzt werden darf. Um den Wunsch ihrer Mutter zu erfüllen, bricht Jeanne in den Nahen Osten auf; Simon folgt ihr nur widerwillig. Im Zuge einer ereignisreichen Odyssee durch ein verwüstetes Land finden beide heraus, dass ihre Mutter nach einem politisch motivierten Attentat in einem Spezialgefängnis inhaftiert wurde. 15 Jahre verbrachte sie in Einzelhaft, wurde von einem „Verhörspezialisten“ immer wieder gefoltert. Als Folge mehrfacher Vergewaltigung brachte sie hier Simon und Jeanne zur Welt. Der unbändige Überlebenswillen ihrer Mutter, die sich durch das Singen in der Haft den Verstand bewahrte, beeindruckt die Zwillinge. Die Konfrontation mit der ganzen Wahrheit versetzt beiden jedoch einen Schock, der ihr ganzes weiteres Leben beeinflussen wird.

Mo, 23. Mai · 02:30-03:15 · PHOENIX
ZDF-History: Mörder unter uns: Fritz Bauers einsamer Kampf

Er war die Ausnahmeerscheinung der Nachkriegsjustiz: Fritz Bauer, hessischer Generalstaatsanwalt, der die Deutschen in einem aufsehenerregenden Prozess vor 50 Jahren mit dem Geschehen in Auschwitz konfrontierte, stand in seiner Zunft weithin allein da. ?Wenn ich mein Amtszimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland?, lästerte er im Freundeskreis gern mit galligem Humor. Die überwältigende Mehrheit seiner Amtskollegen hatte ihre Robe bereits im Zeichen des Hakenkreuzes getragen und mühte sich nun, eingebunden in alte Seilschaften, nach Kräften, die Verbrechen der Vergangenheit ruhen zu lassen. In klarem Kontrast zu dieser Schlussstrichmentalität öffnete Fritz Bauer im Frankfurter Auschwitzprozess seinen Landsleuten die Augen für die Abgründe der Diktatur. Ohne seine stille Beharrlichkeit wäre auch Adolf Eichmann, der nach Argentinien geflohene Manager des NS-Vernichtungswerks, bis an sein Lebensende unbehelligt geblieben. Und doch trieb Fritz Bauer, wiewohl als jüdischer Sozialdemokrat nach 1933 aus seinem Vaterland vertrieben, nicht Rachsucht an. Seine Mission war die Aufklärung. Auf dem Boden des Rechtsstaats ließ er öffentlich darüber verhandeln, welche verheerenden Folgen die Herrschaft des Unrechts hatte, in dem Bestreben, dessen Wiederkehr vorzubeugen. Mit Hilfe von Filmfunden und Aussagen von Weggefährten zeichnet ?ZDF-History? die außergewöhnliche Geschichte Fritz Bauers nach, von den schwäbischen Wurzeln über das erzwungene Exil bis zu seinem einsamen Tod. Es ist die Geschichte eines einzigartigen Verfechters des Rechts in einer restaurativen Gesellschaft, die in den sechziger Jahren bereits von den Geburtswehen einer freieren, kritischeren Zeit erfasst war ? auch dank aufrechter Persönlichkeiten wie Fritz Bauer.

Mo, 23. Mai · 13:00-13:45 · ARD-alpha
alpha-Forum: Jochen Kölsch im Gespräch mit dem Historiker Prof. Dr. Dan Diner

Dan Diner war von 1999 bis 2014 Direktor des Simon-Dubnow Instituts für Jüdische Geschichte und Kultur und Professor am Historischen Seminar der Universität Leipzig und unterrichtet seit 2001 Moderne Europäische Zeitgeschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Sein Buch „Rituelle Distanz. Israels Deutsche Frage“ befasst sich mit den diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel.

Mo, 23. Mai · 23:45-00:30 · Das Erste (ARD)
Die Story im Ersten – Die Flüchtlingskrise: Wie schaffen wir das?

Der große ARD-Dreiteiler zur Flüchtlingskrise – ein journalistischer Faktencheck (Teil 2) Die Flüchtlingskrise: Wie schaffen wir das? Eine Gemeinschaftsproduktion aller ARD-Anstalten unter Federführung des Hessischen Rundfunks Regie und Realisation: Ulrike Bremer und Philipp Engel Leitung: Esther Schapira Verzweifelte Menschen, die in der Türkei, in Griechenland und in Italien gestrandet sind und auf die Weiterreise nach Norden, vor allem nach Deutschland warten – das sind die Bilder, die heute für die Flüchtlingskrise stehen. Sie haben die sympathischen Bilder von applaudierenden Menschen abgelöst, die die Flüchtlinge in Deutschland begrüßt haben. Ernüchterung, Skepsis und Angst bestimmen jetzt das Klima auch hierzulande und bescherten zuletzt der AfD große Erfolge bei den Landtagswahlen. Fieberhaft sucht die Politik jetzt nach Wegen, um die Zahl der Flüchtlinge zu verringern. Doch immer mehr Menschen begeben sich auf die Flucht vor Krieg, Terror, Diktatur und Armut. Europa bleibt der Sehnsuchtskontinent für Millionen Menschen. Wir erleben gerade eine Zeitenwende, denn die Migration, darin sind sich alle Experten einig, lässt sich nicht grundsätzlich stoppen. Dadurch verändert sich Deutschland – die Frage ist, wie? Im zweiten Teil des großen ARD-Dreiteilers zur Flüchtlingskrise fragen wir: „Wie schaffen wir das?“. Seit der Ausstrahlung des ersten Teils im Dezember 2015 („Die Flüchtlingskrise: Schaffen wir das?“) hat sich die Stimmung grundlegend gedreht. Damals stand das Zusammenleben von Flüchtlingen und Deutschen im Mittelpunkt und die grundsätzliche Frage, ob es zu schaffen ist. Heute ist klar: Deutschland muss es schaffen, aber wie? Daher widmet sich der zweite Teil den diskutierten und beschlossenen Lösungsvorschlägen zur Reduktion der Fluchtursachen, der Verringerung des Zuzugs nach Europa und nach Deutschland und zu Fragen der Inneren Sicherheit. Quer durchs politische Spektrum, von links nach rechts, werden Lösungsvorschläge auf den Prüfstand gestellt und auf ihre Machbarkeit, aber auch ihren politischen, wirtschaftlichen und humanitären Preis hin abgeklopft. Was bedeutet etwa die Politik der Abschottung für uns, für die Flüchtlinge und nicht zuletzt für den ohnehin schon instabilen Nahen Osten? Der Druck steigt, die Zeit drängt. Der flehentliche Appell des UN-Generalsekretärs auf der Syrien-Konferenz verhallte genauso wie alle bisherigen Appelle Deutschlands an die europäische Solidarität. Die Flüchtlinge hoffen dennoch auf Europa, Europa aber hofft darauf, seine Grenzen dicht zu machen. Doch warum verweigern sich vor allem die neuen EU-Länder im Osten? Aus ideologischen Gründen, historischer Erfahrung oder weil sie an faktische Grenzen stoßen? Gibt es eine belegbare Größe, verlässliche Berechnungen dazu, wie viele Flüchtlinge ein Land aufnehmen kann, ohne den eigenen Lebensstandard und die politische Stabilität zu gefährden? Wie lässt sich die Aufnahmebereitschaft der anderen EU-Länder stärken? Durch Sanktionen für unwillige oder durch Anreize für willige Länder? Doch selbst im günstigsten Fall werden die meisten Flüchtlinge wohl weiterhin nach Deutschland kommen. Was heißt das? Welches Sicherheitsrisiko ist mit ihnen tatsächlich verbunden, und wie lässt es sich reduzieren? Und umgekehrt: Wie können Menschen, die hier Schutz suchen, vor rechter Gewalt geschützt werden? Diese und weitere Fragen beantwortet die große ARD-Dokumentation unter Federführung des Hessischen Rundfunks. Quer durch Deutschland und Europa und in der Krisenregion Nahost sind Reporter unterwegs, um anhand konkreter Beispiele zu verstehen, welche Konsequenzen welcher Lösungsvorschlag hat. Ein Rechercheteam überprüft die in der Öffentlichkeit von unterschiedlichsten Parteien und Interessensgruppen in Umlauf gebrachten Daten und Zahlen und Experten helfen dabei, die Zusammenhänge richtig einzuordnen. „Wie schaffen wir das?“ ist ein journalistischer Faktencheck, um „gefühlten Wahrheiten“ und ideologischen Parolen Wirklichkeit entgegenzusetzen.

Di, 24. Mai · 20:15-21:00 · ARD-alpha
alpha-Forum: Michael Brenner

Gast: Michael Brenner, Inhaber des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur LMU, Präsident des Leo Baeck Instituts. Im alpha-Forum kommen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, Religion und Kultur in 45 Minuten ausführlich zu Wort. In hintergründigen Zwiegesprächen entstehen Porträts der Interviewten, in denen genügend Zeit für Details und Nuancen bleibt. Nicht das kurze, mediengerechte Zitat, sondern der Lebensweg des Gesprächspartners mit all seinen Erfolgen und Rückschlägen steht im Mittelpunkt von alpha-Forum.

Di, 24. Mai · 22:45-23:30 · HR
Verräterkinder

Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus wurde von vielen Gruppen und Personen getragen. Doch für die Männer und Frauen der Widerstandsgruppen, die unter dem Begriff ‚Rote Kapelle‘ zusammengefasst werden, gab es keine öffentliche Ehrung. Kein Bundespräsident, kein Regierender hat sie je gewürdigt. Ihnen hing der Makel der kommunistischen Bewegung an. Die Dokumentation untersucht dieses Kapitel deutscher Geschichte aus der Perspektive der Kinder der Widerstandskämpfer. Der Männer des 20. Juli 1944 werden heute verehrt als Helden, die ihr Leben im Widerstand gegen Hitler geopfert haben. Für ihre Kinder ist der gewaltsame Tod des Vaters eine Katastrophe, an deren Folgen sie bis in die Gegenwart zu tragen haben. Christian Weisenborn zeigt in seinem Film „Verräterkinder“ erschütternde Begegnungen mit Kindern von Verschwörern des 20. Juli. Axel Smend ist heute noch tief bewegt, wenn er sich daran erinnert, wie seine Mutter mit verweinten Augen vom Elternsprechtag in der Schule zurückkam. Der Lehrer hatte von Axels schlechten Noten in Latein gesprochen und hinzugefügt: Vom Sohn eines Verräters könne er nichts anderes erwarten. Der Vater, Günther Smend, war 1944 hingerichtet worden. Christian Weisenborn blickt aber auch auf die eigene Familiengeschichte. Seine Eltern waren Mitglieder eines großen Freundeskreises von Antifaschisten, den die Gestapo „Rote Kapelle“ nannte. Es waren Künstler, Arbeiter, Kommunisten, Adlige, Ärzte und Offiziere. Männer und Frauen. Sie verbreiteten schon 1942 Flugblätter, die vom Völkermord an den europäischen Juden berichteten, und sie versuchten, Kontakt zu den Sowjets und zu den Amerikanern aufzunehmen. Weisenborns Eltern überlebten, aber 52 ihrer Freunde wurden 1942/43 in Plötzensee hingerichtet. Auch Töchter und Söhne von ihnen hat Weisenborn interviewt. Die Angestellte Erika von Brockdorff war 32 Jahre alt, als sie unter dem Fallbeil starb. Sie hinterließ eine sechsjährige Tochter. Saskia von Brockdorff quälte sich jahrzehntelang mit der Frage, warum hat die Mutter sich in solche Gefahr begeben? Warum hat sie mich verlassen? Erst 60 Jahre später, als auch die Rote Kapelle einen Platz in der Gedenkstätte des Widerstands bekam, erreichte sie der Abschiedsbrief, den ihr die Mutter 1943 schrieb. Er ist voller Liebe und Schmerz. Behutsam lässt Weisenborn die Zuschauer teilhaben an der Versöhnung, die Saskia von Brockdorff durch diese Zeilen endlich möglich war. Von der Trauer um die toten Mütter und Väter erzählen auch Alfred von Hofacker und Hans Coppi. Wie schwierig, voller Fragen und widerstreitender Gefühle es war, einen Zugang zu den Toten, ihren hingerichteten Vätern oder Müttern zu finden. Das private Trauern vollzog sich jahrzehntelang vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Die „Verräterkinder“ mussten erdulden, wie politische Interessen in Ost und West zur Verleumdung ihrer Eltern führten. Widerstandskämpfer wurden vereinnahmt, ausgestoßen oder passend gemacht. 1954 ehrte Bundespräsident Heuss zum ersten Mal die Männer des 20. Juli. In der DDR wurden sie zu diesem Zeitpunkt als Reaktionäre gebrandmarkt, denen es vor allem um den Machterhalt für Adel, Großgrundbesitz und Militär gegangen sei. Erst in den 1970er Jahren begann eine vorsichtige Umorientierung. Die „Rote Kapelle“ wurde in der DDR anfangs verschwiegen, dann zu einer kommunistischen Kundschaftertruppe umgedeutet und propagandistisch aufgebauscht zum Vorbild des Mielke-Apparates gemacht. Im Westen wurde sie jahrzehntelang als fünfte Kolonne Moskaus diffamiert. Erst 2009 hob der Deutsche Bundestag die Todesurteile wegen „Kriegsverrats“ auf. Vor diesem Hintergrund zeigt Christian Weisenborns Film eindrucksvolle, hoch emotionale Momentaufnahmen aus dem Leben der Kinder des Widerstands. Damit würdigt der Filmemacher die Courage der Eltern und gibt ihnen einen historisch gerechten Platz.

Mi, 25. Mai · 15:45-16:37 · Einsfestival
Astrid Lindgren

Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter – Astrid Lindgren (1907-2002) schuf Figuren, die zu den fröhlichen Kindheitserinnerungen von Millionen Menschen gehören und die Kinder weltweit begeistern. Dabei war das Leben der berühmten Kinderbuchautorin bestimmt von Brüchen und Schicksalsschlägen, was sich auch in ihren Geschichten niederschlägt. Zum 70. Geburtstag der Erstveröffentlichung von ‚Pippi Langstrumpf‘ im September 2015 porträtierte der NDR Astrid Lindgren mithilfe eindrucksvoller Fundstücke aus historischen Filmarchiven, bisher unveröffentlichten Privataufnahmen sowie Tagebucheinträgen. Ihr größtes und jahrzehntelang gehütetes Geheimnis: Mit gerade mal 18 Jahren wurde Astrid Lindgren schwanger, von ihrem ersten Arbeitgeber, dem Chefredakteur der Lokalzeitung ihrer Heimatstadt Vimmerby – ein gesellschaftlicher Skandal in den 20er-Jahren. Ihren unehelichen Sohn Lasse lässt sie bei einer Pflegemutter zurück. Diese Verlusterfahrung und das jähe Ende ihrer eigenen Kindheit sollten sie und ihr Werk maßgeblich prägen, selbst als sie längst eine einflussreiche Persönlichkeit des öffentlichen Lebens ist. Während des Zweiten Weltkriegs führt Lindgren Tagebuch, sie nennt es ihr „Kriegstagebuch“. Die Dokumentation wertet zahlreiche Einträge des in Deutschland bisher unveröffentlichten Materials aus. „Es ist ein Jammer, dass niemand diesen Hitler erschießt“, schreibt Astrid Lindgren beispielsweise. Die Dokumentation zeigt auch, warum es kein Zufall ist, dass „Pippi Langstrumpf“ ausgerechnet 1945 erscheint und ein Welterfolg wird. Mit dem Erfolg von „Pippi Langstrumpf“ wird aus der Hausfrau und Sekretärin die gefeierte Schriftstellerin Astrid Lindgren. Mit wachsender Beliebtheit wächst auch ihr politischer Einfluss. Sie engagiert sich gegen Atomkraft und Rassismus. Zentrale Themen bleiben für Astrid Lindgren jedoch die Rechte der Kinder und eine gewaltfreie Erziehung. Ihre viel beachtete Dankesrede beim Friedenspreis des deutschen Buchhandels 1978 ist nur ein Beleg dafür. Nach Jahrzehnten des Schweigens spricht Astrid Lindgren im Alter von 70 Jahren erstmals über die Umstände der Geburt ihres unehelichen Sohns Lasse, der 1986 im Alter von 59 Jahren an einem Hirntumor verstarb. Der Dokumentation gelingt es, Astrid Lindgrens Leben und Werk neu zu erzählen und auf erstaunliche Art und Weise miteinander zu verknüpfen.

Do, 26. Mai · 23:10-00:40 · HR
Der Tel-Aviv-Krimi: Shiv’a

Sara Stein (Katharina Lorenz), Berliner Kriminalkommissarin mit jüdischen Wurzeln, ist inzwischen mit dem israelischen Musiker David Shapiro (Itay Tiran) verheiratet und lebt in Israel. Noch bevor sie offiziell ihren Dienst im Kommissariat in Tel Aviv antritt, wird sie mit einem diffizilen Fall betraut: Chief-Inspektor Noam Shavit wurde ermordet in seiner Wohnung aufgefunden. Mord an einem Kollegen – eine heikle Sache, denn natürlich ist der Kollegenkreis persönlich getroffen. Dass dennoch objektiv ermittelt wird, soll Sara sicherstellen, und so wird sie Inspektor Jakoov Blok (Samuel Finzi) zur Seite gestellt. Eine Aufpasserin aus Deutschland? Kein leichter Anfang für Sara. Doch sie lässt sich nicht ins Bockshorn jagen. Sie verlässt sich wie immer auf ihren Instinkt und ihre eigenen Beobachtungen. Handelt es sich wirklich um einen Raubmord, wie es zunächst den Anschein hat? Das Opfer wurde mit einer Plastiktüte erstickt, am Tatort wurden die gleichen Faserspuren gefunden wie bei einem Raubmord, an dem Noam vor zwei Jahren gearbeitet hat und der ungeklärt blieb. Doch steckt deshalb der gleiche Täter hinter der Tat, wie Blok glaubt? Kann Sara ihm überhaupt vertrauen? Denn offensichtlich hat er etwas zu verbergen. Sara sucht die Wahrheit, unbeirrbar und ohne Rücksicht – auch wenn sie selbst dabei in Gefahr gerät.

Sa, 28. Mai · 16:40-17:06 · arte
Verschollene Filmschätze: 1936. Die Spiele von Berlin

„Verschollene Filmschätze“ ist eine Sammlung bedeutender historischer Aufnahmen. Seit mehr als einem Jahrhundert dokumentieren Bild und Film die wichtigsten Geschehnisse der Weltgeschichte. Seit ihrer Erfindung war die Kamera bei allen entscheidenden und bedeutenden Ereignissen dabei. Heute: 1936. Die Spiele von Berlin Berlin, 1. August 1936. Ein Samstag. In dem modernen, monumentalen Berliner Sportstadion, das 100.000 Personen fasst, eröffnet Reichskanzler Adolf Hitler die Olympischen Sommerspiele, offiziell „Spiele der XI. Olympiade“ genannt. Trotz der zahlreichen Boykottaufrufe, unter anderem in den USA, hat es nie zuvor so viele teilnehmende Länder beziehungsweise Athleten gegeben. Wie wurden die afroamerikanischen Sportler, deren Leistungen mit besonderer Spannung erwartet wurden, im rassistischen, totalitären Regime empfangen? Welche Bedeutung maßen Hitler und andere führende Nazis diesen Spielen bei? Welche Propagandamittel setzten sie ein, wie bedienten sie sich der Medien? Und unter welchen Bedingungen durften die ausländischen Journalisten über das sportliche Großereignis berichten?

Sa, 28. Mai · 20:15-21:45 · 3sat
Luis Trenker – der schmale Grat der Wahrheit

Luis Trenker – Südtiroler Bergsteigerlegende, Schauspieler und Regisseur – reist im Sommer 1948 zu den Filmfestspielen nach Venedig. Im Gepäck hat er die angeblichen Tagebücher Eva Brauns. Diese soll Eva Braun ihm angeblich in den letzten Kriegstagen in Kitzbühel anvertraut haben. Er will sie dem amerikanischen Hollywood-Agenten Paul Kohner zur Verfilmung anbieten. Zeitgleich wird vor dem Münchner Landgericht die Echtheit dieser Tagebücher verhandelt. Die Regisseurin Leni Riefenstahl fühlt sich durch die darin enthaltene Andeutung, sie sei Hitlers Geliebte gewesen, verunglimpft und tritt als Nebenklägerin auf. Sie unterstellt ihrem Ex-Geliebten Luis Trenker, die Tagebücher aus Rache und Eifersucht gefälscht und in Umlauf gebracht zu haben, um sie als Mätresse des Führers zu diskreditieren. In Rückblenden wird die Geschichte zweier Opportunisten erzählt, die sich, besessen vom Willen nach künstlerischem Erfolg, instrumentalisieren ließen. Luis Trenker, zuerst gefördert von seinen Bewunderern Goebbels und Hitler, war mit Filmen wie „Der Rebell“ und „Der verlorene Sohn“ zum Star des deutschen Kinos avanciert. Aber die Abhängigkeiten, in die er sich begeben hatte, wurden für Trenker zu einem langsamen Abstieg, von dem er sich auch nach Kriegsende nie mehr ganz erholen sollte.

Di, 31. Mai · 16:10-16:53 · arte
Basare der Welt – Jerusalem

Schon immer sind europäische Reisende fasziniert vom Zauber orientalischer Basare, von deren Sinnlichkeit und überbordenden Lebendigkeit. Die vier Porträts der schönsten Basare, ihrer Händler, ihrer Wirtschafts- und Lebensform gewähren faszinierende Einblicke, die man als Tourist niemals erleben würde. Die Altstadt von Jerusalem ist nicht nur ein Heiligtum, sie ist auch ein uralter Handelsplatz, auf dem sich Angehörige verschiedener Religionen und Ethnien begegnen und sich mit den Waren des täglichen Bedarfs eindecken. Jerusalem: Heiligtum und uralter Handelsplatz. Sieben Tore führen durch dicke Mauern in eine Altstadt, die drei Weltreligionen heilig ist: Juden, Christen und Muslimen. Innerhalb der Mauern wohnen 37.000 Menschen auf knapp einem Quadratkilometer Fläche – in nach Religionen getrennten Vierteln. Dazu kommen Tausende von Pilgern auf der Suche nach den Wurzeln ihrer Religion. Konflikte sind vorprogrammiert, die Altstadt ist ein brodelnder Kessel, der jeden Moment explodieren kann. Deshalb ist auch der Basar, der sich über weite Strecken des muslimischen und christlichen Viertels erstreckt, kein Basar wie jeder andere. Die Dokumentation zeigt Orte und Innenansichten, die den meisten Touristen verborgen bleiben. Er porträtiert Händler der verschiedenen Viertel und ihren ungewöhnlichen Alltag. Er besucht jahrhundertealte Marktgewölbe, in denen die Bewohner ihren Lebensmittelbedarf decken, die alte Metzgergasse Souk Lahamin und eine palästinensische Bäckerei. Er beobachtet einen armenischen Fotografen bei der Arbeit und verweilt in Gässchen, in denen mit „heiligen“ Souvenirs gute Geschäfte gemacht werden. Er macht Station in einer muslimischen Pilgerherberge, bei einem Judaica-Händler oder einem Friseur, bei dem Frauen aller Religionen für einige Zeit ihren tristen Alltag vergessen können.

Di, 31. Mai · 21:40-22:00 · ZDFkultur
Beyond Love and Companionship

Eine junge jüdische Frau in Berlin geht auf Identitätssuche. Außer ihr selbst scheint sie schon jeder durchschaut zu haben. Aber ist das wirklich sie? Regisseur Lior Shamriz zeigt die Suche nach der Identität mit dem Gespür eines Komikers, der am seelischen Abgrund balanciert. Shamriz wurde 1978 in Ashkelon, Israel, geboren, wo er auch begann, Filme und Musik zu machen. Mit „Beyond Love and Companionship“ gewann Shamriz in Oberhausen 2013 den 3sat-Förderpreis. Seine Arbeiten wurden auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt, darunter Berlin, Locarno, Sarajevo, sowie im New Yorker Museum of Modern Art, im Centre George Pompidou und im Museum Ludwig. Sein Low Budget Film „Japan Japan“ lief auf 50 Festivals und gewann mehrere Preise.Bild oben: © ZDF und Lior Shamriz; Spektakula Die junge jüdische Eleanor (Tal Meiri) bringt ihrem neuen Lover (Heiko Janssen) bei, wie man Dame spielt.
Bild oben: © ZDF und Lior Shamriz; Spektakula Die junge jüdische Eleanor (Tal Meiri) bringt ihrem neuen Lover (Heiko Janssen) bei, wie man Dame spielt.

Di, 31. Mai · 22:25-23:10 · 3sat
Buchenwald. Nächste Generation

Das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald ist ein wichtiger Ort der deutschen Geschichte und Denkmal der politischen und rassischen Verfolgung von Menschen durch das Naziregime. Wie kann die Gedenkstätte „zukunftsfähig“ gestaltet werden, ein Erinnern in der Zukunft möglich gemacht werden – von einem Zeitpunkt an, da die letzten Zeugen, welche jene Zeit und jenen Ort persönlich erfahren haben, immer weniger werden? Der Film dokumentiert die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte. Der filmische Beobachtungszeitraum erstreckt sich von den Feierlichkeiten zur 70-jährigen Befreiung des Lagers im April 2015 über den Aufbau einer neuen Dauerausstellung ab Mitte des Jahres 2015 bis zu deren Eröffnung 2016.