Elicohen

Vom Meisterspion zum Märtyrer: Eli Cohen

Vor einem Jahr wurde in Israel des 50. Todestags eines der bedeutendsten Spione des Landes gedacht: Eli Cohen wurde, nach monatelanger Folter und nach einem zweifelhaften Schauprozess, am 18. Mai 1965 in Damaskus öffentlich gehängt. Nachdem sich dieses Datum wieder jährt, sei an das Schicksal dieses außergewöhnlichen Menschen erinnert, zum einen, weil dessen sterbliche Überreste noch immer nicht von seiner Familie in Empfang genommen werden konnten, um eine Bestattung den Sitten und Gebräuchen seiner Religion gemäß auszurichten. Zum anderen erhoben sich in der Zwischenzeit einige Fragen bzw. ergaben sich Unstimmigkeiten, die das Bild dieses tragischen Helden unter einem neuen Blickwinkel erscheinen lassen…

Von Robert Schlickewitz

Ägypten

Elijahu (Eli) ben Schaul Cohen wurde am 26. Dezember 1924 im ägyptischen Alexandria geboren und erhielt eine traditionell-religiöse Erziehung. Seine Eltern Shaul und Sophie Cohen stammten eigentlich aus dem syrischen Aleppo, waren aber 1914 nach Ägypten gekommen. Die Familie, zu der acht Kinder gehörten, lebte in einer bescheidenen Wohnung im jüdischen Viertel der ägyptischen Hafenstadt. Elis Vater war in einer Krawattenfabrik tätig, die dem wohlhabenden Juden Daniel Banin gehörte.[01] ) Eli besuchte die allgemeine Schule der jüdischen Gemeinde und später, dank eines Stipendiums, ein französisches Lyzeum. Bereits früh zeichneten sich bei ihm Begabungen für Mathematik und für Fremdsprachen, sowie eine überdurchschnittliche Auffassungsgabe und ein exzellentes Gedächtnis ab. Jeweils nach der Schule trug der Heranwachsende zum Familieneinkommen bei, indem er sich als Verkäufer betätigte. Als der Alexandriner Rabbiner Moshe Ventura eine Abend-Yeshiva („Midreschet Ramban“) initiierte, gehörte Eli Cohen von Anfang an zu deren eifrigen Schülern. Erst hier erlernte er Hebräisch. Ebenso wie seine Brüder sang Eli im Chor der Hauptsynagoge der Stadt und 1944 wurde er Mitglied der zionistischen Bewegung in Alexandria.

Drei Jahre später, im Januar 1947, entschloss er sich der ägyptischen Armee beizutreten, da er damit die hohe Ablösesumme zu vermeiden gedachte, die Juden in Ägypten für die Freistellung vom Wehrdienst zu bezahlen hatten. Aufgrund „nichtausreichender Loyalität“, einer Umschreibung für die Tatsache, dass die Ägypter damals die Anzahl der Juden in ihren Streitkräften möglichst reduzieren wollten, wurde er jedoch nicht rekrutiert. Eli Cohen beabsichtigte eigentlich, Rabbiner zu werden, scheiterte jedoch aus unbekannten Gründen und entschied sich dann für die Laufbahn eines Ingenieurs. Er immatrikulierte sich hierzu an der König Faruk I. Universität bei der Fakultät für Elektrotechnik.

Jedoch musste er auch die Universität noch im Jahre 1947 wieder verlassen, nachdem er von Angehörigen der Muslimbrüderschaften bedroht und terrorisiert worden war. Dennoch verblieb Eli weiterhin in Ägypten, selbst noch 1949, als seine nächsten Familienangehörigen nach Israel auswanderten, denn er hatte einerseits noch vor, einen Abschluss in Elektrotechnik zu erwerben, andererseits war er in Untergrundaktivitäten der ägyptischen Zionisten verwickelt. 1951 brachen in Ägypten Unruhen aus[02] , die das akademische Leben lähmten; Eli Cohen, der gezwungen gewesen war wieder als Verkäufer tätig zu werden, wurde nach einem Militärputsch mit nachfolgender erneuter judenfeindlicher Kampagne verhaftet. Die ägyptischen Behörden versuchten in Verhören den Grad seiner Verwicklung in prozionistische Aktionen („Operation Goshen“) zu ermitteln, mussten ihn aber schließlich freilassen, da sich nicht ausreichend Indizien gegen ihn ergaben. Der jüdische Untergrund in Ägypten war damals u.a. dabei behilflich Juden aus Ägypten herauszuschmuggeln und sie in Israel anzusiedeln.

1955 begab sich Eli Cohen erstmalig nach Israel, kehrte danach aber wieder nach Ägypten zurück.[03]

Im gleichen Jahre begann eine Sabotageeinheit, die sich aus ägyptischen Juden zusammensetzte und einem israelischen Geheimdienst unterstellt war, Sprengstoffanschläge in Ägypten zu verüben.[04] Ziel war es, das Verhältnis Ägyptens zu den Westmächten nachhaltig zu stören. Sorgfältig geplante Bombenexplosionen in Einrichtungen der Briten und Amerikaner sollten Sachschäden verursachen, aber möglichst keine Opfer fordern. Die Aktion scheiterte schließlich und führte u.a. dazu, dass Eli Cohen erneut in Staatsgewahrsam genommen und nach einem Prozess, der seine Verwicklung bestätigte, zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt wurde.[05] Gemäß anderen Angaben konnte Cohen keine Schuld nachgewiesen werden und er kam nach den Verhören wieder frei.[06]

Nach der Suez-Krise von 1956 verschärfte die ägyptische Regierung ihren Umgang mit der jüdischen Minderheit. Verfolgungen und Vertreibungen jüdischer Ägypter nahmen zu. Auch Eli Cohen packte im Dezember 1956 seinen Koffer und verließ das Land seiner Geburt. Mit Umweg über Neapel bzw. Genua, und über Vermittlung durch die Jewish Agency wanderte er nach Israel ein.

Israel

Über Eli Cohens beruflichen Werdegang in Israel liegen unterschiedliche Angaben vor. Folgt man der Version von Eli Ben-Hanan, so kam der spätere Topspion zunächst in einem Bürokomplex der israelischen Armee unter, wo er arabische Meldungen und Zeitungsartikel zu klassifizieren hatte. Bereits nach wenigen Monaten wurde er dort aber entlassen und musste sich in die Arbeitslosigkeit fügen. Er nutzte seine Zeit, indem er einen Lehrgang in Buchführung sowie einen weiteren in Kostenrechnung belegte. Danach nahm er eine Stelle in der Revisionsabteilung einer Ladenkette in Tel Aviv an, wo zu seiner Aufgabe die Inspektion von Genossenschaftsläden gehörte.[07]

1959 heiratete Eli Cohen die Krankenschwester Nadia, eine Jüdin aus dem irakischen Bagdad.[08] Mit ihr sollte er drei Kinder haben.

Eli Ben Hanan geht davon aus, dass der Mossad 1960 auf Cohen zurückkam, als sich Bedarf nach einem geeigneten Agenten zur Unterwanderung der syrischen Regierung manifestierte. Nachdem der Kandidat eine Reihe von Eignungstests bestanden hatte, begann für ihn eine halbjährige Ausbildungsphase, die er als vollwertiger Agent abschloss.

Zuletzt wurde Cohen die Identität eines erfolgreichen syrischen Geschäftsmanns namens Kamel Amin Tabet[09] übertragen, der nach einem Aufenthalt in Argentinien wieder in seine alte Heimat zurückkehrt. Um der neuen Identität die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen, wechselte Cohen 1961 nach Argentinien über. Gemäß fr.wiki war bis dahin kein Geringerer als der spätere Spitzenpolitiker Yitzhak Shamir Cohens Führungsoffizier gewesen. Bei Ben Hanan ist hingegen immer nur von einem mysteriösen „Yitzhak“ die Rede.

Argentinien

Am 6. Februar 1961 in Buenos Aires angekommen, stellte Eli Cohen rasch geschäftliche und soziale Beziehungen her, wobei ihm durchaus auch sein großzügig bemessenes Budget zustattenkam. Mit der Aura des Spendierfreudigen und der Gastfreundlichkeit ausgestattet, gelang es ihm rasch, sich Zutritt zu den Spitzen der arabischen Gemeinde der argentinischen Metropole zu verschaffen. Schon bald zählte er zu den ständigen Gästen bei diplomatischen Empfängen. Er befreundete sich u.a. mit dem Redakteur der örtlichen arabisch-spanischen Tageszeitung und zugleich Militär-Attaché Syriens in Argentinien, Amin al-Hafez, einem ehemaligen Panzeroffizier und einstigen Angehörigen der Baath-Partei, damals in Verbannung in Argentinien lebend. Eli Cohen verbrachte weniger als ein Jahr in dem südamerikanischen Land, ehe er für einen kurzen Aufenthalt nach Israel heimkehrte. Dort erhielt er Order sich über Ägypten und den Libanon nach Syrien zu begeben, um seine Hauptaufgabe zu erfüllen.[10]

Syrien

Eli Cohen betrat die syrische Hauptstadt Damaskus zuerst am 10. Januar 1962[11] , oder im Februar[12] des gleichen Jahres. Ebenso wie zuvor schon in Buenos Aires mietete er sich eine repräsentative Wohnung in exklusiver Lage, im Diplomatenviertel von Damaskus, und ebenso wie in dem südamerikanischen Land umgab ihn binnen Kurzem die Atmosphäre gediegenen Wohlstands und gepflegter Gastfreundlichkeit. Nicht zuletzt wegen seiner Großzügigkeit erfreute sich der offensichtlich erfolgreiche Geschäftsmann bzw. junge Millionär aus Argentinien allgemeiner Beliebtheit in hohen und höchsten Damaszener Kreisen. Förderlich wirkte sich hierbei auch sein Ruf als glühender (syrischer) Patriot und überzeugter Kämpfer für die Sache der Baath-Partei aus. Zu Cohens Umgang gehörten hochrangige syrische Politiker, ranghohe Militärs, einflussreiche Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben, sowie ausländische Diplomaten – ganz genauso wie es seine Vorgesetzten in Israel vorgesehen hatten.

In Lokalen, auf Empfängen, oder bei den Partys, die er in seiner Wohnung gab, gelangte Cohen an wertvolle Informationen heran, die er umgehend per Spezialsender nach Israel morste, per Geheimbrief heimschickte, oder bei seinen gelegentlichen Besuchen in der Heimat, die er als „Geschäftsreisen“ tarnte, an seine Vorgesetzten weitergab.

Die besondere Lage von Eli Cohens Wohnung, direkt gegenüber dem Stabshauptquartier der syrischen Armee, sowie zwischen benachbarten Botschaften und Konsulaten, verhinderte lange Zeit über, dass sein Funkverkehr geortet, oder überhaupt, entdeckt worden wäre.

Wenn Eli Cohen seine Partys gab, floss der Alkohol überreichlich und gehörten stets ansprechend wirkende, junge Damen in ausreichender Anzahl zum Inventar seines Haushalts. Entsprechend offen und auskunftsfreudig, ja vertrauensselig, verhielten sich seine Gäste ihm gegenüber. Er selbst blieb stets nüchtern, mimte aber gern den fröhlich Angeheiterten, damit seine Gesprächspartner jedwede Hemmungen oder Bedenken ablegen konnten. Auf diese Weise gelangte er auch an wohl gehütete Staatsgeheimnisse heran.

Indem Eli Cohen kurzfristig in Zahlungsschwierigkeiten geratenen hohen Beamten ohne große Umstände Geld lieh, erwarb er sich bei ihnen eine ganz besondere Vertrauensstellung; es verwundert daher nicht, dass ihn höhere Armeeangehörige u.a. auf die Golanhöhen mitnahmen und ihm bereitwillig Festungen, verborgene Bunker und strategisch bedeutende Stellungen zugänglich machten, ihm dort sogar das Fotografieren gestatteten.

Eli Cohen (Mitte) mit syrischen Freunden in den Golanhöhen. Zivilisten war es eigentlich nicht gestattet, den Golanzu besuchen.
Eli Cohen (Mitte) mit syrischen Freunden in den Golanhöhen. Zivilisten war es eigentlich nicht gestattet, den Golanzu besuchen.

Einige Politiker fragten ihn bei schwierigen Entscheidungen gelegentlich um Rat. Manche Quellen sprechen davon, dass Cohen sogar Freundschaft mit dem nach einem Putsch im März 1963 an die Macht gekommenen Baath-Politiker und Major Amin al-Hafez, den er bereits von Argentinien her kannte, schloss. Andere behaupten, dass er zum persönlichen Umkreis des späteren langjährigen syrischen Diktators Hafez el-Assad gehörte. Auch hielt sich lange das Gerücht Cohen sei für den Posten des stellvertretenden Verteidigungsministers vorgesehen gewesen, ein Gerücht, welches von syrischer Seite inzwischen genauso zurückgewiesen wurde, wie sich Hafiz im Jahre 2001 deutlich von Eli Cohen distanziert hat. Die Syrer legen eben auch im Untergang noch Wert darauf, ihr Gesicht zu wahren.

Eli Cohens Informationen trugen dazu bei, dass Israel über die exakte Position von Bunkern, Artilleriebasen, der Waffen- und Munitionslager, sowie der Verteidigungs- bzw. Angriffslinien der Syrer, ja, sogar über die Identität syrischer Kampfpiloten im Bilde war. Wenige Jahre später, während des 6-Tage-Krieges, trugen diese Kenntnisse ganz entscheidend zum raschen Sieg (2 Tage) Israels in dieser Region, noch dazu mit verhältnismäßig wenigen eigenen Verlusten, bei. Dank Eli Cohen wurden ab 1967 keine Kibbuz-Bauern mehr von den Höhen herab unter Feuer genommen, dank Eli Cohen konnte sich das Leben in diesem Teil des Landes allmählich normalisieren.

Der israelische Topspion hatte sogar eine eigene Sendung im syrischen Rundfunk, was nichts anderes andeutet, als dass sein Bekanntheitsgrad noch weit über Damaskus hinaus reichte.

Eli Cohen erfuhr u.a., dass Syrien 200 sowjetische Panzer des damals modernen Typs T-54 erhalten hatte. Geradezu stolz berichteten ihm syrische Offiziere von riesigen unterirdischen Lagerräumen für Artilleriemunition und andere Waffen, oder über die genaue Position von Minenfeldern.

Von besonderer Bedeutung für die Wasserversorgung von Teilen Israels war es, dass Eli Cohen herausfand, dass in Syrien Pläne weit fortgeschritten waren, die Flussrichtung des Jordan umzukehren. Höchst wirkungsvolle israelische Luftschläge vereitelten dieses Vorhaben rechtzeitig.

Wohl kein direkter Zusammenhang lässt sich zwischen Eli Cohen und dem deutschen NS-Verbrecher, sowie Mitarbeiter Adolf Eichmanns, Franz Rademacher, herstellen. Zwar bieten Eli Ben-Hanan[13] und ru.wiki diesbezügliche Informationen an, Cohen habe den Auftrag zur Ermordung Rademachers erteilt, jedoch starb Rademacher erst 1973 in Bonn. Richtig ist, dass Rademacher, ein Mitverantwortlicher für die Planung und Durchführung des Holocausts, ein Beteiligter am Entwurf des Madagaskarplans und Teilnehmer der Wannseekonferenz im August 1952 nach Syrien geschmuggelt wurde, dass er 1962 vom Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes Hans Rechenberg für den deutschen Auslandsnachrichtendienst angeworben, 1963 in Syrien wegen Spionage-Verdachts verhaftet, aber im Oktober 1965 wieder freigelassen worden ist. 1966 erfolgte Rademachers Rückkehr nach Deutschland[14].

Nach Meinung des ehemaligen Mossad-Chefs Meir Amit bestand der Hauptverdienst Eli Cohens darin, dass Israel durch ihn die Möglichkeit erhielt, über einen längeren Zeitraum hinweg seine Hand an den Puls der Syrer gelegt zu haben.

Es gibt Hinweise darauf[15] , dass Cohen spürte, dass seine Position in Syrien gefährdet war. Seine diesbezüglichen Bedenken wurden von seinen Vorgesetzten nicht ernst genug genommen – man überzeugte ihn bei seinem letzten Israel-Besuch, Ende 1964 ein weiteres, ein „letztes“ Mal in die Höhle des Löwen zu gehen. Manche gehen sogar davon aus, dass der Mossad die Gefahr einer Aufdeckung des Spions und Verhaftung Cohens ganz bewusst eingegangen ist – um die syrischen Geheimdienste in ihren Grundfesten zu erschüttern und sie damit zu schwächen.

In seiner (Cohens) Familie wusste lediglich sein Bruder Maurice, ebenfalls Mitarbeiter des Mossad in der Dechiffrier-Abteilung, von dessen Agenten-Tätigkeit.[16]

Der neu ernannte Chef des syrischen Geheimdienstes Oberst Ahmed Su’edani war ein ganz besonders misstrauischer Beamter und er mochte Eli Cohen nicht.[17] Er setzte sämtliche Mittel in Bewegung, um den Spion, den man ganz oben vermutete, zu entlarven. Zu seinem Inventar gehörten allerneueste sowjetische Peilgeräte, sowie die Unterstützung sowjetischer Spezialisten. Als während einer Stromabschaltung und während eines allgemeinen Funkverbotes nur ein einziges Funksignal, jenes Eli Cohens nach Tel Aviv, empfangen wurde, setzte die Ortung ein und eine achtköpfige Einsatzgruppe stürmte die Wohnung des israelischen Agenten. Er wurde mitten in einer Übertragung überrascht und verhaftet. Man fand außerdem Filme und Fotos von ganz besonders geheimen Objekten, sowie ein Stück Seife mit einem darin verborgenen Sprengsatz in seinem Besitz.

In der Haft mehrfachen und schweren Folterungen, sowie pausenlosen Verhören unterworfen, gestand Eli Cohen seine geheimdienstliche Tätigkeit ein und gab darüber hinaus Auskunft zu seiner Person. Vier Monate nach seiner Verhaftung fand der Prozess statt, bei dem kein Anwalt zugelassen wurde.[18] Obwohl über Syrien zu jener Zeit kein Kriegsrecht verhängt war, erfolgte die Verurteilung des Israelis „gemäß Kriegsrecht“ – zum Tode durch den Strang.

Die Regierung in Jerusalem bemühte sich derweil, alle diplomatischen Wege zu beschreiten, um eine Milderung der Strafe zu erreichen. Außenministerin Golda Meir forderte die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Damaskus auszuüben. Diplomaten und Staatschefs verschiedener Länder, ebenso Papst Paul VI., appellierten an die syrische Regierung die Todesstrafe in eine Haftstrafe umzuwandeln – ohne Erfolg.

Der betagte Oberrabbiner Syriens Nissim Andabo begleitete Eli Cohen auf seinem letzten Weg. Drei Tage zuvor hatte der Verurteilte einen Brief an seine Frau verfasst, worin er sich von ihr verabschiedete und sie für eine neue Ehe freigab.

Am frühen Morgen des 18. Mai 1965 wurde Eli Cohen auf dem Platz der Märtyrer in Damaskus öffentlich gehängt. Seine Hinrichtung wurde per Fernsehen weltweit übertragen und die Leiche erst nach sechs Stunden vom Galgen genommen. Elis Henker hatten ihm einen Kittel umgehängt, auf dem in arabischer Sprache antizionistische Sprüche, sowie der Satz zu lesen war: „Eli Cohen verurteilt zum Tod durch Erhängen“. Der Sprecher von Radio Damaskus kommentierte die Exekution mit ungezügelt freudiger Erregung und immer lauter werdender Stimme: „Der israelische Spion Eli Cohen wird heute Nacht hingerichtet. Tod dem Spion!“ Auch in anderen arabischen Ländern registrierte man begeisterte Zustimmung angesichts der Hinrichtung. In Israel und anderen Teilen der zivilisierten Welt hingegen herrschten Abscheu und Entsetzen vor.

Verbleib der sterblichen Überreste Cohens

Eli Cohens Leichnam wurde zunächst in das Zentralkrankenhaus von Damaskus gebracht, dann am Nachmittag in Damaskus bestattet, berichtet Eli Ben-Hanan.[19]

Die israelische Regierung bemühte sich auf diplomatischem Wege, eine Überführung der Leiche des Agenten zu erreichen. Als diese Bemühungen nicht fruchteten, wurden vier Agenten beauftragt, den Leichnam heimzuführen. Die Operation scheiterte jedoch und die Syrer begruben Cohen an einem unbekannten Ort.

Eli Cohens Witwe sandte im November 1965 einen Brief an Hafez al-Assad, worin sie sich für die Aktionen ihres Mannes entschuldigte.[20] Ferner drückte sie in dem Schreiben die Hoffnung auf Rückgabe der sterblichen Überreste aus. Bis ins Jahr 2012 hat die syrische Regierung sämtliche ähnlich lautenden Bitten der Familie Cohen zurückgewiesen. Im Februar 2007 bestätigte ein Sprecher der türkischen Regierung, dass die Türkei bereit sei, als Mediator bei der Überführung der sterblichen Überreste Eli Cohens an seine Familie zu wirken. Im August 2008 teilte der ehemalige Bürochef von Hafez al-Assad mit, der Bestattungsort Cohens sei unbekannt; man habe den Leichnam insgesamt dreimal bestattet, um zu verhindern, dass er von einer israelischen Kommandoeinheit nach Israel gebracht würde. Bis 2006 standen Eli Cohens Brüder Abraham und Maurice an der Spitze einer Kampagne, die die Heimführung der sterblichen Überreste erreichen sollte, seit 2006 führt Elis Witwe diese Kampagne an. Laut ru.wiki wurde Eli Cohen auf dem jüdischen Friedhof von Damaskus bestattet. Fünf Jahre später hätten Mitarbeiter der israelischen Auslandsaufklärung versucht Cohens Leiche dort wegzustehlen (sic!), um ihn in Israel zu bestatten. Die Operation sei gescheitert und die Syrer hätten die sterblichen Überreste in einem Bunker, in einer Tiefe von 30 m, auf dem Gelände einer Kaserne in Damaskus begraben.

Der STERN veröffentlichte am 28. Mai 2002 den Artikel „Der Tod des Meisterspions“ mit folgender Information: „Heute liegt der Leichnam an einem geheimen Ort, in Tonnen von Beton eingegossen.“

Ein Land gedenkt seines tragischen Helden

Eli Cohen wird in Israel als Held verehrt. Straßen, Plätze, Parkanlagen, Schulen, mehrere Dörfer, darunter der Moschav Eli Al‘ auf dem Golan, tragen seinen Namen. Das gleichfalls auf den Golanhöhen stationierte 281. Sanitäts-Regiment errichtete für Eli Cohen eine Gedenktafel mit seinem Porträt, am Jerusalemer Herzlberg wird seiner im „Garten für die im Kampf Vermissten“ gedacht.

Eli Cohens Beitrag zum glücklichen Ausgang des 6-Tage-Krieges wird in Israel als entscheidend angesehen. Ein Film, The Impossible Spy, der sich an Elis Biographie orientierte, wurde hergestellt und für das Internationale Spionage Museum in Washington, D.C. vorgesehen.[21]

Der Bar Mitzvah von Elis Sohn im Jahre 1977 wohnten als Ehrengäste Ministerpräsident Menachem Begin, Verteidigungsminister Ezer Weizmann, Stabschef Mordechai Gur und mehrere Mossad-Mitarbeiter bei.[22]

Nachwort

Die Jewish Virtual Library enthält folgende nachdenklich stimmende Passage in ihrem Eintrag zu Eli Cohen:

„Eli did go back to Syria, but his behavior changed. He became far less careful in his transmissions to Israel, sometimes calling once or even twice a day – and almost always at the same time, at 8:30 in the morning. The transmissions became longer as well. Some attributed this to a sense of cockiness (despite the fears he had expressed in November 1964), due to the ability and ease he had moved about in the highest echelons of Syrian power. Others have attributed the carelessness to an almost suicidal tendency – perhaps, it was later surmised, he had been in the undercover world too long, but knew he couldn’t get out of it. Because of that, perhaps he just tired of the whole charade.”

Am 10. November 2011 meldete die Internetplattform ynetnews.com: Neue Enthüllungen betreffend die letzten Tage des israelischen Spions Eli Cohen im Damaszener Gefängnis legen nahe, dass der Verurteilte glaubte, von seinen eigenen Leuten verraten worden zu sein („Eli knew someone betrayed him“).

israelnationalnews.com vom 20. April 2015 berichtete, dass Eli Cohen bei seinen Aktionen die Unterstützung der CIA genoss. – Der syrische Nationaldichter Suleiman Al Issa (1921-2013) habe aus Verehrung für den Spion eine Ode auf diesen verfasst, worin er den Israeli wegen seiner menschlichen Größe lobte und ihn um Vergebung bat.

Randnotizen

Eli Ben Hanan führt an[23] , dass am Hinrichtungstag Eli Cohens, am 18. Mai 1965, sich (das offizielle) Syrien in höchster Erregung befand. Der westdeutsche Botschafter in Damaskus, Dr. Hans Manngold (korrekte Schreibweise: Hans-Joachim Mangold) sei nach Bonn aufgebrochen. Eine Woche zuvor habe die syrische Regierung öffentlich bekannt gegeben, sie beende ihre diplomatischen Beziehungen zu Bonn, weil die BRD diplomatische Beziehungen zu Israel aufgenommen habe. Frankreich werde nun die diplomatischen Belange für die BRD wahrnehmen.[24]

Die deutschsprachige Ausgabe von Eli Ben Hanans Biographie zu Eli Cohen (Tel Aviv, 1982) hat sich zu einer begehrten bibliophilen Rarität entwickelt. Im Internet rangieren die Preise zwischen 100 und 500 Euro für ein mittelmäßig erhaltenes Exemplar. Die englischsprachige Ausgabe ist weiterhin für etwa 10 Euro zu haben.

Literatur:

Dennis Eisenberg u.a. The Mossad. Israel’s Secret Intelligence Service, London 1979

(in deutscher Sprache: Mossad. Die Aktionen des israelischen Geheimdienstes, Aalen 1982?)

Zwy Aldouby und Jerrold Ballinger, The Shattered Silence. The Eli Cohen Affair, 1971

Eli Ben-Hanan, Our Man in Damascus: Elie Cohn, Tel Aviv 1969

(in deutscher Sprache: Eli Cohen. Unser Mann in Damaskus. Israels grösster Spion, Tel Aviv 1968? oder 1982)

Ben Dan, Der Spion aus der Wüste. Leben und Tod des israelischen Meisterspions Eli Cohen, Hestia Verlag, Bayreuth 1967 und Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1968 und Heyne Velag, München 1970.

Links:

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Eli_Cohen

https://en.wikipedia.org/wiki/Eli_Cohen

https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BE%D1%8D%D0%BD,_%D0%AD%D0%BB%D0%B8

https://fr.wikipedia.org/wiki/Eli_Cohen

https://it.wikipedia.org/wiki/Eli_Cohen

Azure – Ideas for the Jewish World, Winter 5766/2006 No. 23, The Handler, by Ella Florsheim and Avi Shilon

http://web.archive.org/web/20071205223833/http://www.azure.org.il/magazine/magazine.asp?id=284

Eli Cohen, Official Web Site

http://www.elicohen.org/

Jewish Virtual Library: Eli Cohen (1924 – 1965)

https://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/biography/Eli_Cohen.html

Der Tod des Meisterspions, STERN, 28. Mai 2002

http://www.stern.de/politik/geschichte/spionage-der-tod-des-meisterspions-3017560.html

Hingerichteter Agent Cohen als „außergewöhnlicher Held“ gewürdigt, IsraelNetz, 19.05.2015

http://www.israelnetz.com/sicherheit/detailansicht/aktuell/hingerichteter-agent-cohen-als-aussergewoehnlicher-held-gewuerdigt-92093/?print=1

Mossad chief: Israel must retrieve Eli Cohen’s body from Syria, The Times of Israel, May 18, 2015

http://www.timesofisrael.com/mossad-chief-israel-must-retreive-eli-cohens-body-from-syria/

My Jewish Learning: Eli Cohen. Israel’s most famous and successful spy.

http://www.myjewishlearning.com/article/eli-cohen/#

Live leak, 10.10.11, New revelations concerning Israeli famous spy in Syria

http://www.liveleak.com/view?i=476_1318269197

Y.Net News, 29.03.05, ‚Bashar, send our father home‘

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3065131,00.html

Y.Net News, 11.05.06, Spy: Eli Cohen died because of failure

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3249853,00.html

Y.Net News, 22.12.06, WUJS to Assad: Repatriate Eli Cohen

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3343187,00.html

Y.Net News, 30.08.08, Former Assad aide: Eli Cohen’s burial site unknown

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3589788,00.html

Y.Net News, 30.05.10, Listen to Eli Cohen’s last interview (Army Radio broadcasts interview with Israeli spy just months before he was hanged in Syria)

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3896093,00.html

Y.Net News, 10.10.11, ‚Eli knew someone betrayed him‘

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4133377,00.html

Y.Net News, 15.05.15, Israel remembers its most daring spy

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4657735,00.html

Y.Net News, 18.05.15, Netanyahu: We’ll keep making every effort to bring Eli Cohen to Israel burial

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4658868,00.html

Israelnationalnews, 20.04.15, Revealed: Spy Eli Cohen Had Help from CIA, Syrian Agents

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/194318#.Vx0k_GfotoI

The Jerusalem Post, 01.01.13, ‚Israel searching for remains of Eli Cohen in Syria‘

http://www.jpost.com/printarticle.aspx?id=297976#

Am I my Brother’s Keeper? By Carla Stockton as told to by Maurice Cohen

http://www.jewishmag.com/99mag/elicohen/elicohen.htm

SaveIsrael, ELI COHEN: HERO OF ISRAEL

http://www.saveisrael.com/martyred/elicohen.htm

unitedwithisrael, 19.05.15, Israel Remembers National Hero, Master Spy Eli Cohen

http://unitedwithisrael.org/israel-remembers-national-hero-master-spy-eli-cohen/

The impossible Spy (1987), Infos zum Film

http://www.imdb.com/title/tt0093248/

Youtube-Links:

Eli Cohen Master Israeli Spy – Full Story

https://www.youtube.com/watch?v=z6LVU3yKzAk

ELI COHEN HANGED AND DISPLAYED IN DAMASCUS

https://www.youtube.com/watch?v=IH4XPnwbcds

Interview with Sophie Ben-Dor, the daughter of Eli Cohen, executed Israeli spy i24news (i24news is an international 24-hour news and current affairs television channel based in Jaffa Port).

https://www.youtube.com/watch?v=yUPYDQjOsGs

Interview with Sophie Ben-Dor, Eli Cohen’s daughter, i24news, in Hebrew/Arab

https://www.youtube.com/watch?v=4TYhKg92Ihw

Israel Vision Review, Israel, Syria & The Bible, God’s prophetic time clock, Part 6: “The Eli Cohen Story” presented by Dr. Jay Rawlings

https://www.youtube.com/watch?v=6JXrhGLIAoo

Mossad Marks Eli Cohen 46th Death Anniversary 18/5/1965 Top Spy in Syria

https://www.youtube.com/watch?v=jtSbZnPc6A8

The Impossible Spy dvd Rip 88 Min

https://www.youtube.com/watch?v=a7v9doM0-mQ

Dokumente und Fotos zu Eli Cohen (arab. Quelle)

https://www.youtube.com/watch?v=YS40NVDI3Vk

L’excellent Monsieur X nous raconte l’un des plus terrible fiasco de l’espionnage israélien..L’histoire du sombre Elie Cohen et de l’échec de sa mission de déstabilisation en Syrie..Terriblement d’actualité..

https://www.youtube.com/watch?v=yawLxO2Mtjo

  1. Ben-Hanan, S. 104; ru.wiki (17.04.2016 []
  2. Ben-Hanan, S. 105; ru.wiki (17.04.2016) []
  3. ru.wiki (17.04.2016) []
  4. Eli Ben-Hanan gibt die Gründe für die israelischen Aktionen in Ägypten wie folgt an: Möglicherweise von der ägyptischen Führung unter Druck gesetzt, oder wegen gewisser Terrorakte, habe der greise britische Premier Winston Churchill beschlossen die Truppen seines Landes aus der Suez-Kanal-Zone abzuziehen. Diese Wendung hätte einerseits das Prestige der ägyptischen Machthaber erhöht, andererseits für Israel einen Sicherheitsverlust an seiner Südgrenze bedeutet. Solange die Briten in Ägypten stationiert waren, konzentrierten sich Hass und Aggression der Ägypter auf sie; die Briten übernahmen sozusagen Blitzableiterfunktion. Zugleich diente die britische Präsenz in der Region als Zähmungsfaktor gegenüber der ägyptischen Regierung. Krieg gegen Israel, für die Falken in Kairo durchaus eine Option, wäre ohne die Briten leichter vom Zaun zu brechen gewesen. Man beschloss also von israelischer Seite her Sabotageakte zu verüben, um die Briten davon zu überzeugen, dass es noch zu früh für einen Truppenabzug sei. Von den Anschlägen die nun folgten, waren auch US-Einrichtungen, wie die United States Information Service Offices in Kairo und Alexandria, sowie die US-Botschaft und das Konsulat in Kairo betroffen.Bei en.wikipedia findet sich diese Episode nahöstlicher Zeitgeschichte übrigens unter dem Oberbegriff „Lavon Affair“ bzw. „Operation Susannah“. Demnach sollten die von Israel initiierten Sabotageakte entweder der Muslimbruderschaft, oder den ägyptischen Kommunisten, oder „unzufriedenen Elementen“, oder örtlichen Nationalisten in die Schuhe geschoben werden. Ziel sei gewesen, ein Klima der Unsicherheit und Bedrohung zu schaffen, ein Klima, welches den Briten die Notwendigkeit vor Augen hätte führen sollen, ihre Truppen noch an Ort und Stelle zu belassen.

    Die Anschläge haben offensichtlich keine Opfer gefordert, lediglich Sachschaden verursacht. Tote gab es dennoch – auf israelischer Seite: Ein Attentäter starb, als ein Sprengsatz vorzeitig in seiner Tasche explodierte, zwei weitere begingen Selbstmord in ägyptischer Haft, und zwei Israelis wurden nach Gerichtsverhandlung, und nachdem über sie das Todesurteil verhängt worden war, 1955 durch den Strang hingerichtet.

    In Israel nannte man die Affäre später „HaEsek HaBish“, zu Deutsch „die unglückliche Angelegenheit“ oder „das Pleitegeschäft“.

    Die israelische Regierung hat 51 Jahre lang jedwede Verwicklung in HaEsek HaBish bestritten. Erst im Jahre 2005 konnte Staatspräsident Moshe Katzav die noch lebenden Agenten der Operation öffentlich ehren bzw. auszeichnen. Der oben genannte Wikieintrag resümiert die Affäre folgendermaßen: Israel verlor an Ansehen und Glaubwürdigkeit sowohl beim Vereinigten Königreich als auch bei den Vereinigten Staaten; es bedurfte mehrerer Jahre um sich bei diesen beiden Mächten wieder zu rehabilitieren. Die politischen Nachwehen der Affäre in Israel selbst erschütterten massiv die politische Stabilität und das Vertrauen in die eigene Regierung. []

  5. fr.wiki (17.04.2016) []
  6. Ben-Hanan (Our Man in Damascus) []
  7. Ben-Hanan, S. 107 []
  8. ebd. []
  9. Folgende abweichende Schreibweisen des syrischen Decknamens von Eli Cohens sind bisher aufgetaucht, wobei die Quelle jeweils in Klammern angegeben wird: Kamel Amin Tabet (Eli Ben-Hanan, Our Man in Damascus), Kamjel Amin Tabjet und Kamal Amin Tavat (ru.wiki), Kamel Amin Taabat (fr.wiki), Kamel Amin Thaabet (en.wiki), Kamal Amil Taabs (de.wiki). []
  10. ru.wiki (17.04.2016) []
  11. ru.wiki (17.04.2016) []
  12. ru.wiki (17.04.2016) []
  13. (Our Man in Damascus) Kapitel-Überschrift, S. 56: „Nazi Hunting in Damascus“; S. 59-62: Laut Ben Hanan erhielt Eli Cohen den Auftrag Rademachers Aufenthaltsort festzustellen und ihn dann zu „eliminieren“. Cohen gelingt es über einen guten Bekannten  die Adresse Rademachers rasch zu ermitteln; er zahlte einem Auftragskiller 1000 Dollar und „He had the distinct feeling that the mission would be accomplished.“ Bei der Schilderung der Gerichtsverhandlung gegen Cohen kommt Ben Hanan erneut auf Rademacher zu sprechen (S. 111-119): Der Richter konfrontiert jenen prominenten Syrer, der einst Eli die Adresse Rademachers verraten hatte, mit der Tatsache, dass der Deutsche nun tot sei. Zudem stellt er die Frage nach dem Mörder. Der befragte Syrer leugnet jedwedes Wissen hierüber. Als der Richter Cohen fragt, gibt dieser zu, dass er die Adresse von dem Syrer erhalten hat. Er gibt ferner zu, dass er den Auftrag erhalten hatte Rademacher zu töten. []
  14. de.wiki (17.04.2016) []
  15. fr.wiki (17.04.2016) []
  16. de.wiki (17.04.2016) []
  17. en.wiki (17.04.2016) []
  18. ru.wiki (17.04.2016) []
  19. S. 138 []
  20. en.wiki 17.04.16 []
  21. ru.wiki + fr.wiki (17.04.2016) []
  22. en.wiki (17.04.2016) []
  23. S. 138 []
  24. Mangold (1909-?) war wie zahlreiche seiner Kollegen und Zeitgenossen NSDAP-Mitglied gewesen und hatte im Dritten Reich eine verantwortungsvolle Rolle gespielt. Sein de.wiki-Eintrag enthält folgende hier relevante Information: „Im Verfahren gegen Eli Cohen in Damaskus bezichtigte der Vorsitzende des Militärsondergerichtes, Oberstleutnant Salah Dilli am 17. März 1965 Ernst-Wilhelm Springer militärische Aufklärung für eine fremde Macht zu betreiben. Die Regierung Erhard nahm mit einem Notenwechsel am 12. Mai 1965 diplomatische Beziehungen mit der Regierung von Levi Eschkol auf, worauf der syrische Botschafter in Bonn, Ibrahim Istuany, am 13. Mai 1965 die Beziehungen einstellte. Al Baas und Al Sawra berichteten am 16. Mai 1965, dass Botschafter Mangold Damaskus verlassen hätte.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Joachim_Mangold []