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Wiener Mosaik

Kurznachrichten aus Österreich…

Von Peter Stiegnitz

Terroristin in Wien

Ehrlich ist sie, die Terroristin und PLO-Marxistin Leila Khaled, das muss man ihr lassen. Die ehemalige Flugzug-Entführerin erklärte die feigen Mordanschläge an israelischen Zivilisten klipp und klar: „Die Messerattacken auf Israelis sind Widerstand“. Auf Einladung des „Österreichisch-Arabischen Kulturzentrums“  hielt sie, mit einem niederländischen Schengen-Visums in der Tasche, in Wien ihren Vortrag. Vollmundig berief sich die Terroristin auf das „Völkerrecht“, ohne zu wissen, dass Mord nie ein Teil des Menschen- und Völkerrechtes sein kann. Dass sie mit ihrem Wiener-Vortrag dem Image der Palästinenser geschadet hat, als sie erklärte, dass „wir mit der Entführung von Flugzeugen die Welt mit der Frage, wer die Palästinenser sind, konfrontieren wollten, das scheint sie nicht begriffen zu haben. Jetzt hofft die Welt, dass die Palästinenser in Wirklichkeit nicht so sind, wie das die Terroristin darstellt. Um die menschenverachtende Einstellung der Leila Khaled zu dokumentieren, zitierte der Präsident der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft, Peter Florienschütz, aus ihrer Autobiographie, wo sie Hitler bewunderte, weil „er Feind der Juden war“.

Mörder als „wahre Helden“

Die Judenfeindlichkeit junger Muslime hat auch Wien erreicht. So verzeichnete das „Forum gegen Antisemitismus“ für das Jahr 2015 um über 80 Prozent mehr judenfeindliche Vorfälle als ein Jahr davor. Die Ursachen dieses Anstieges kennen wir mittlerweile: Manchmal würden zum Beispiel im Internet getätigte Aussagen zunächst rechtsextrem anmuten, dann stelle sich aber ein muslimischer Hintergrund heraus“schreibt Alexia Weiss in der „Wiener Zeitung“. Hinter dieser Entwicklung stehen nicht selten palästinensische Organisationen in ,Wien; so auch der Verein „Palästinensische Jugend Österreichs“ die Selbstmordattentäter als „wahre Helden“ feiert.

Die Verbrechen des „Sonderkommandos“

Über das Verbrechen des „Sonderkommandos“ in Auschwitz-Birkenau sprach auf Einladung des „Wiener Wiesenthal Institutes“ der Chefhistoriker am israelischen Shem Olam Institut, Gideon Greif. Diese Einheit von jüdischen Sklavenarbeitern wurde von den SS-Mördern dazu gezwungen, in den Gaskammern und Krematorien zu arbeiten. Bei diesen „Sonderkommandos“ handelte es ich um das schreckliste Verbrechen der Nazis. Gideon Greif sprach nicht nur über die Entstehung und Struktur, sondern auch über die „bemerkenswerte Untergrund- und Widerstandstätigkeit“ des Sonderkommandos.

Auch Juden können sich unterhalten

Obwohl kein Jude auf der Welt den Holocaust je vergessen wird, besteht unsere Vergangenheit nicht nur aus den entsetzlichen Bildern von den Konzentrationslagern. Auch nicht in Wien. Genau diesem Sinn dient auch die Ausstellung „Wege ins Vergnügen. Unterhaltung zwischen Prater und Stadt des Wiener Jüdischen Museums. Dabei handelt es sich um das 250-Jahr-Jubiläum des berühmten Wiener „Praters“ der Unterhaltung. Eigentlich zeigt diese Ausstellung weniger die Prater-Attraktionen, wie das Riesen Rad, sondern das einst pulsierende Leben im jüdischen Viertel der Theater, Varietés und Kaffeehäuser.

Krimi mit Lokalkolorit

Der in Gründung befindliche Verein „Freunde der jüdischen Literatur“ beabsichtigt regelmäßig ein Werk zum „Buch des Monats“ zu erklären. Dabei handelt es sich um Bücher von jüdischen Autoren oder solche mit jüdischen Themen. Als erstes „Buch des Monats“ wurde der dritte Fall des Rabbi Klein, „Der Messias kommt nicht“ (Nagel&Kimche, im Carl Hanser Verlag, München 2016) von Alfred Bodenheimer ausgewählt. Vor allem erfüllt auch dieses Buch, wie die beiden vorigen des Autors, mehrere Erwartungen der Leser. Bodenheimers flüssiger Stil macht das Lesen zur Freude und spiegelt auch das heutige jüdische Leben in der Schweiz hervorragend wider. Dabei rückt der eigentliche Fall eines Mordes durch das starke und unterhaltsame Lokalkolorit fast in den Hintergrund. Wie auch immer; der Verein empfiehlt auch dieses Buch allen Interessierten, allen Freunden literarischer Krimis und jüdischen Lebens heute und jetzt.

Juden in St. Pölten

Um das einstige Leben der Juden in der heutigen niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten kennen zu lernen, veranstaltet das Wiener „Jüdische Institut für Erwachsenenbildung“ gemeinsam mit dem „Institut für jüdische Geschichte Österreichs“ eine Exkursion ins jüdische St. Pölten. Die Geschichte der heute leider nicht mehr existierenden Gemeinde reicht bis zum Jahr 1306 zurück. Nach einem Pogrom im gleichen Jahrhundert wurden die dort lebenden Juden ermordet. Erst 1782 kamen die ersten Juden wieder in die Stadt, da das berühmte „Toleranzpatent“ von Kaiser Josef II nicht nur für Wien, sondern auch für Niederösterreich galt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich ein reges jüdisches Leben in St. Pölten und 1913 wurde die heute noch sehenswerte Synagoge für den Gottesdienst freigegeben. 1938 wurde in der berüchtigten Pogromnacht die Synagoge schwer beschädigt und erst nach der Befreiung renoviert. Seit 1988 arbeitet hier das „Institut für jüdische Geschichte Österreichs“.