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Die Zerbrechlichkeit der Freiheit

Der große Historiker Fritz Stern wird heute 90 Jahre. Ein guter Grund, sich nochmal in seine Autobiografie zu vertiefen, die mittlerweile als Taschenbuch erhältlich ist…

Geboren am 2. Februar 1926 in Breslau stammte Stern aus einer jüdischen Familie, wurde jedoch protestantisch getauft. 1938 konnte die Familie in die USA emigrieren, wo Fritz Stern an der Columbia University Geschichte studierte. Er gehört heute zu den bedeutendsten US-amerikanischen Historikern deutscher Geschichte. Seine Herkunft hat ihn dabei stark geprägt: „Die Zerbrechlichkeit der Freiheit ist die einfachste und tiefste Lehre aus meinem Leben und meiner Arbeit“, schreibt Stern in seiner bereits 2007 erschienene und mittlerweile auch als Taschenbuch erhältlichen Autobiografie.

„Fünf Deutschland und ein Leben“ verbindet die historische Analyse der deutschen Geschichte, von Weimar bis zur Wiedervereinigung, mit detaillierten persönlichen Erinnerungen zu einem sehr lesenswertem Gang durch das vergangene Jahrhundert deutscher und europäischer Geschichte.

Fritz Stern hat sich nie im Elfenbeinturm der akademischen Welt verschanzt, sondern oft in tagesaktuelle politische Fragen eingemischt. Er versteht sich als aktiver Zeuge historischer Ereignisse und das engagierte Beobachten als „öffentliche Aufgabe der historischen Wissenschaft“. Leben und Studium haben ihn auch zur Überzeugung gebracht, dass Geschichte ein offener Prozeß ist, dass es keine Zwangsläufigkeiten in der Geschichte gibt. Einmischen lohnt sich also.

Zum Geburtstag Masal tov! Bis 120 mit vielen weiteren brillianten Analysen!

Fritz Stern, Fünf Deutschland und ein Leben. Aus dem Englischen von Friedrich Griese, 688 Seiten, Dtv München, 4. Auflage 2015, Euro 15,90, Bestellen?

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