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Zahl der hilfesuchenden Überlebenden steigt erneut an

Der Verein AMCHA Deutschland ruft dazu auf, anlässlich des 71. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz am 27. Januar 1945 nicht nur der Ermordeten zu gedenken, sondern sich auch mit der Situation derer zu beschäftigen, die das Grauen überlebten. Bis heute kämpfen zehntausende mit den psychischen Folgen und leiden unter Angstzuständen, Panikattacken und Depressionen…

Erneut stieg 2015 die Zahl derer, die aufgrund ihrer Traumata auf psychologische und psychosoziale Hilfe angewiesen sind, deutlich an. Mit 19.814 Klienten verzeichnete AMCHA Israel einen Anstieg von mehr als 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch deshalb wurde 2015 das 15. AMCHA-Zentrum in der südisraelischen Stadt Ashdod eröffnet.

Die stärker werdende Nachfrage nach Hilfsangeboten ist bereits in den vergangenen Jahren erkennbar gewesen, denn die Folgen lange Zeit unterdrückter Traumata treten vor allem im Alter auf, durch das Ausscheiden aus dem Berufsleben, das Sterben von Partnern und dem Abnehmen sozialer und familiärer Kontakte.

Vernissage „Leben nach dem Überleben“, im Auswärtigen Amt

Am 28. Januar 2016 wird die AMCHA-Ausstellung „Leben nach dem Überleben“ im Auswärtigen Amt eröffnet. Dazu werden auch die AMCHA-Klienten und Überlebenden des Holocaust Pnina Katsir, George Shefi und Richard Hirschhorn – alle drei sprechen Deutsch – in Berlin sein. Auf Einladung des Präsidenten des Deutschen Bundestages nehmen sie auch an der zentralen Gedenkstunde am 27. Januar 2016 im Deutschen Bundestag teil.
Das Bild oben stammt aus der Ausstellung und zeigt Avraham Leibowitz in Yehuram, Israel. Er überlebte mehrere Todeslager.

Über AMCHA
AMCHA, hebräisch für: „dein Volk“, das so viel wie „einer von uns“ bedeutet, war der Codename jüdischer Verfolgter während und nach dem Holocaust. 1987 wurde unter diesem Namen in Israel die Selbsthilfeorganisation von Überlebenden für Überlebende gegründet, der sich für die speziellen psychosozialen Bedürfnisse der Überlebenden einsetzt und Psychotherapien, Aktivitäten in Sozialclubs sowie Hausbesuche anbietet. AMCHA ist eine der größten Hilfsorganisationen zur Förderung seelischer Gesundheit für traumatisierte Überlebende kollektiver Gewalt weltweit und leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung von Therapieansätzen. 1988 wurde AMCHA Deutschland gegründet, um die Hilfe durch AMCHA für die Holocaust-Überlebenden auch von Deutschland aus zu fördern.

Zahlen und Fakten
175.000 Überlebende des Holocaust leben heute in Israel.
19.814 Menschen haben 2015 die Therapieangebote von AMCHA genutzt (2014: 17.812)
167.405 Therapiestunden wurden im 2015 absolviert.
50.952 Stunden Haustherapie haben 430 Mitarbeiter und rund 900 Freiwillige durchgeführt.
1987 wurde AMCHA Israel gegründet, 1988 AMCHA Deutschland.
15 Zentren betreibt AMCHA in Israel.

Mehr unter www.amcha.de