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In den Ruinen von Nürnberg – Jüdische Kinder als Filmstars

„Wir waren noch sehr klein, doch wir wussten, dass wir in Nürnberg waren“, sagt Joel Feldmann über die Zeit vor 70 Jahren. Er gehörte zu einer Gruppe jüdischer Kinder, die in einem semi-dokumentarischen Spielfilm des Hollywood-Regisseurs Fred Zinnemann mitspielten. In seinem Streifen „The Search“ (dt. Titel: Die Gezeichneten) thematisierte der aus Wien in die USA emigrierte Zinnemann das Schicksal der elternlosen Jungen und Mädchen, die den NS-Mördern entkommen waren…

Zentrale Szenen wurden 1947 in der zerstörten Nürnberger Altstadt gedreht. Joel Feldmann und sein Kamerad Avri Ladany spielten seinerzeit in diesen Szenen mit; beide lebten damals in Kinderlagern, Joel in Strüth bei Ansbach, Avri in Bayerisch Gmain. Dort hatte Fred Zinnemann die Jungen gecastet. Insgesamt spielten in dem Film einige Hundert jüdische Waisen als Statisten mit.

Viele Außenaufnahmen wurden an Originalschauplätzen in Nürnberg und München gedreht. Insbesondere die Ruinen der ehemaligen Stadt der Reichsparteitage garantierten eine eindrucksvolle und authentische Bildfolge. Mehrere markante Orte und Gebäude sind zu erkennen: die Kirchtürme von St. Sebald, die Frauenkirche, der Hauptmarkt und die Pegnitz.

Mit einem Team der Medienwerkstatt Franken hat Jim Tobias Joel Feldmann und Arvi Ladany in Israel besucht. Zum ersten Mal berichten die hochbetagten Männer einem deutschen TV-Team über ihre Erinnerungen als junge „Filmstars“. Anhand von 1947 in Nürnberg entstandenen Sequenzen aus Zinnemanns Film erzählen sie von einem unbekannten Kapitel der örtlichen Filmgeschichte, die einige Jahre zuvor noch von Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“ geprägt wurde.

Ausstrahlung: Sonntag, 13. Dezember, 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen
Wiederholung: Sonntag, 27. Dezember, 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen

Livestream: www.frankenfernsehen.tv