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Musik in Bildern

Gabriel Glikmans Porträtgalerie berühmter Musiker im Münchner Gasteig…

Anna Zanco-Prestel – Pro Arte – München

Als achtjähriges Kind hatte er noch Marc Chagall im weißrussischen Vitbesk bei der Arbeit erlebt. In der vom Maler-Poet gegründeten Akademie war er mit der künstlerischen Elite seiner Epoche in Berührung gekommen: Mit Chagalls Lehrer Jehuda Pen und mit seinem Gegenspieler Kasimir Malewitsch, der 1915 sein berühmtes „Schwarze Quadrat“ schuf, das zum Meilenstein in der Geschichte der Abstraktion wurde.

Gabriel Glikman: "Prokoview in Flammen"
Gabriel Glikman: „Prokoview in
Flammen“

Gabriel Glikman (nahe Vitebsk 1813 – München 2003) zählte zu den bedeutendsten Bildhauern seiner Generation. Seine Skulpturen der herausragendsten Künstler und Schriftsteller aller Zeiten sind auf Museen, Plätzen, Straßen von Moskau bis St. Petersburg zu sehen. Ein Bildnis von Puschkin wurde in der Eremitage ausgestellt und gilt als eines der am besten gelungenen des russischen Nationaldichters. Der Malerei widmete sich Glikman in jener Zeit eher im Verborgenen. Seine Arbeiten standen im Widerspruch zur gängigen Ideologie und gewiss zu den Vorgaben des Sozialistischen Realismus. Ein einziger Versuch, seine Gemälde im Jahre 1968 im Leningrader Haus der Komponisten auszustellen, scheiterte. Die Werkschau wurde nach nur drei Tagen auf Anordnung der Sowjetregierung geschlossen. Tief verwurzelt in der Musikwelt, fertigte Glikman im Laufe der Jahre eine ganze Reihe von Porträts seiner Musiker- und Komponisten-Freunde an. Einfühlsam drang er tief in die Seele des Porträtierten ein, um die Quintessenz seines Wesens und gleichzeitig seiner Kunst zu erfassen.

Eine Auswahl dieser Bilder, die erst im Westen nach Glikmans Emigration aus Russland 1980 öffentlich gezeigt werden durften, bilden den Kern der kleinen Werkschau, die vom 13. bis zum 15. November 2015 das MPHIL 360° – Festival im Philharmonie-Bereich des Gasteig begleitet. Strawinski und Diaghilev, Prokofiew, Skrjabin und Schostakowisch, mit dem ihn eine 40jährige Freundschaft verband, blicken drei Tage lang zu den Besuchern aus einer einmaligen Galerie der russischen Meister, die die Kulturwelt des XX. Jahrhunderts beflügelt haben.

Gastseig – Bereich Philharmonie – Erdgeschoss
Öffnungszeiten:
Fr. ,13. 11. (ab 19 Uhr);
Sa., 14. 11.(ab 10 Uhr);
So, 15.11. (ab 11 Uhr)

Eintritt frei