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Die neuen Fernsehtipps

Vom 01. bis 15. Dezember 2015…

Di, 1. Dez · 00:45-02:15 · NDR Hamburg
Zwei Leben

In Norwegen hat die deutschstämmige Katrine (Juliane Köhler) scheinbar ihr Familienglück gefunden. Sie, ihr Ehemann Bjarte Myrdal (Sven Nordin), Tochter Anne (Julia Bache-Wiig), der kleine Enkel und Katrines Mutter Åse (Liv Ullmann) sind fast eine Bilderbuchfamilie. Wobei Katrine und Åse schwere Zeiten hinter sich haben. Aber darüber wird nie gesprochen. Dann fällt die Berliner Mauer. Wenig später taucht der Anwalt Sven Solbach (Ken Duken) bei Katrine auf. Er will Gerechtigkeit für ehemalige „Lebensborn“-Kinder in der DDR und vertritt deren Recht auf Wiedergutmachung vor dem Europäischen Gerichtshof. Katrines ungewöhnliche Geschichte, auf die er bei seinen Recherchen gestoßen ist, interessiert ihn besonders: Als Kind eines deutschen Besatzungssoldaten wurde Katrine einst von den Nationalsozialisten in eines der „Lebensborn“-Heime verschleppt. Jahre später gelang ihr jedoch die abenteuerliche Flucht über die Ostsee, um nach ihrer norwegischen Mutter zu suchen. Ihr Fall ist offenbar der einzige, bei dem Mutter und Tochter sich nach vielen Jahren wiedergefunden haben. Aber jetzt verhält Katrine sich seltsam, und ihre Familie versteht nicht, warum sie Solbach nicht unterstützt und vor Gericht nicht aussagen will. Vor allem Anne, selber angehende Juristin, ist irritiert. Katrines Erklärung: Sie möchte Åse das Leid ersparen, die dramatischen Ereignisse wieder aufzuwühlen. Tatsächlich wurde Åse damals wegen ihrer Liebe zu einem deutschen Soldaten diskriminiert und gab schließlich dem Druck nach, das „Kind der Schande“ zur Adoption freizugeben. Aber der Grund für Katrines Verhalten liegt ganz woanders: Katrine lebt unter einer falschen Identität; sie ist in den 1970er Jahren mit der Biografie einer „Lebensborn“-Frau nach Norwegen gekommen: als Spionin der DDR.

Di, 1. Dez · 14:55-16:24 · arte
Der Stadtneurotiker

Nach seiner Trennung von Annie Hall gerät der neurotische Komiker Alvy Singer in eine Krise und reflektiert die gescheiterte Beziehung, indem er sich zurückerinnert und die Gründe für das permanente Scheitern all seiner Liebesverhältnisse sucht. Dabei philosophiert er über seine Probleme und macht sich über das New Yorker Kulturmilieu lustig. Letztlich sind Ironie und Kreativität für Alvy die einzigen Mittel, die ihm helfen, in seinem chaotischen Leben zurechtzukommen. Alvy Singer hat als intellektueller jüdischer Komiker großen Erfolg, sein Privatleben hingegen ist das reinste Chaos. Da seine letzte Beziehung zu Annie Hall gerade gescheitert ist, erinnert er sich zurück, um zu begreifen, warum er es sich mit den Frauen regelmäßig verscherzt. Am Anfang waren sie glücklich verliebt, doch Annie Hall machte sein Leben nicht leichter, denn sie ist zwar liebevoll, aber auch sehr naiv. Sie versuchte sich in New York als Sängerin zu etablieren, ohne wirklich von ihrem eigenen Talent überzeugt zu sein. Mit Alvys Hilfe erlangte sie größeres Selbstbewusstsein; er zeigte ihr unbekannte Seiten der Großstadt und ihrer Bewohner. Infolgedessen nahm Annies Karriere eine erfolgreiche Wendung; sie lernte neue Verehrer kennen und reiste nach ersten Erfolgen nach Los Angeles. Für die Beziehung der beiden blieb das Happy End jedoch aus. Alvy folgte ihr zwar an die Westküste, fühlte sich dort aber wie ein Fisch auf dem Trockenen.

Mi, 2. Dez · 07:00-07:30 · PHOENIX
70 Jahre Kriegsende – Berliner erinnern sich

Persönliche Erlebnisse von Zusammenbruch und Neubeginn in Berlin im Mai 1945 erzählen die rbb Reporter: * Christa Michaels dokumentierte das Berliner Kriegsende in ihrem Tagebuch. Die damals 17-Jährige erlebte es im ehemaligen „Scheunenviertel“. * Rahel Mann verbrachte als versteckte Jüdin die letzten Kriegsmonate in einem Keller. * Klaus Heine wurde in den ersten Friedenstagen von einem russischen Kriegsberichterstatter mitgenommen in die Reste von Hitlers Neuer Reichkanzlei an der Voßstraße. Heute stehen hier Plattenbauten.

Mi, 2. Dez · 18:15-18:45 · NDR Hamburg
Das Grindelviertel

Das Grindelviertel: Kaum ein anderer Stadtteil Hamburgs vereint Vielfalt und Geschichte auf so engem Raum. Zwischen Universität, Dammtor und Hallerstraße treffen Studenten auf gut betuchte Hanseaten, man findet buntes Stadtleben und neu belebte jüdische Kultur. Es ist auch ein Viertel der Superlative. Die größte Universität der Stadt, das ehemalige jüdische Zentrum des Nordens und die ersten Wohnhochhäuser Deutschlands, all das gehört zum Grindelviertel. Die Grindelhochhäuser, Deutschlands erste „Wohnriesen“, fallen sofort ins Auge: Zwölf Betongiganten stehen neben schmucken Altbauten in bester Lage. Sie entstanden in den 1950er-Jahren, in einer Zeit, als Hamburg noch größtenteils in Schutt und Asche lag. Damals galten sie als hochmodern. In den 1980er-Jahren wurden sie als seelenlos kritisiert und drohten zu verfallen. Heute sind die inzwischen denkmalgeschützten Grindelhochhäuser wieder beliebt. Mehr als 3.000 Menschen leben darin. Rosemarie Lehmann wohnt gerne hier. Um die Bewohner der riesigen Anlage zusammenzubringen, hat sie durchgesetzt, dass direkt zwischen den Hochhäusern ein Garten angelegt wird. Die kleine Oase ist zum Treffpunkt für die Bewohner geworden und hat schon ungewöhnliche Freundschaften hervorgebracht. Aber im Winter gibt es keinen Treffpunkt für sie. Deshalb kämpft die 80-Jährige um einen Gemeinschaftsraum. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Grindelviertel noch „Klein Jerusalem“ genannt. Rund 20.000 Juden lebten hier. Nach und nach ziehen wieder mehr jüdische Menschen ins Viertel. Läden verkaufen jüdische Zeitungen, sogar der Supermarkt hat eine Abteilung mit koscheren Lebensmitteln. 2007 zog die jüdische Gemeinde in das Gebäude der ehemaligen Talmud-Tora-Schule, die von den Nazis geschlossen worden war. Heute ist in dem Gebäude nicht nur eine jüdische Schule, sondern auch ein Kindergarten und ein Gemeindezentrum untergebracht. Liat Golan arbeitet hier als Schulsekretärin. Sie kümmert sich um Kinder, Lehrer, Eltern. Auch ihr Sohn besucht die Schule, in der jüdische und nicht jüdische Kinder gemeinsam lernen. Und die Schule wächst. Während Besucher sich vor Hamburgs erstem Programmkino Abaton sammeln und die Studenten in Cafés sitzen, wartet Jimmy Blum noch in seinem Laden auf Kundschaft. Denn direkt gegenüber sind die Hamburger Kammerspiele. Sowohl die Schauspieler als auch die Gäste kommen regelmäßig zu ihm. Seit 15 Jahren kauft und verkauft er Secondhandmode. Ihn kennt hier jeder. Im Verein Grindel engagiert er sich dafür, dass das Viertel so bunt und lebendig bleibt, wie es ist. Denn immer mehr kleine Läden müssen Büros weichen. Aber der Charakter des Grindelviertels lebt von der Mischung: von den alteingesessenen Wäschereien und Friseuren, den neuen kreativen Läden und jüdischen Cafés. Diese Vielfalt macht den Charme des Grindelviertels aus. Am 9. November zieht es viele Menschen auf die Straße. Gemeinsam bringen sie das Viertel zum Leuchten. Zum Gedenktag der Reichspogromnacht erhellen Hunderte Kerzen die Stolpersteine auf den Gehwegen.

Mi, 2. Dez · 22:00-23:23 · arte
Ministerium der Angst

Stephen Neale wird nach zwei Jahren aus der Nervenheilanstalt entlassen, in der er wegen des vermeintlichen Totschlags seiner Frau war. Auf einem Wohltätigkeitsbasar der „Mothers of Free Nations“ gewinnt er eine Torte, die ihm ein junger Mann gleich darauf abnehmen will. Doch Neale behält das Naschwerk und steigt in den Zug nach London. Dort zeigt ein blinder alter Mann, der sich im gleichen Zugabteil befindet, ebenfalls ein auffälliges Interesse an dem Kuchen. Neale wird von ihm niedergeschlagen und der vermeintlich Blinde läuft mit dem Kuchen davon. Allerdings kommt er nicht weit, denn eine deutsche Bombe tötet ihn. Neale setzt seinen Weg nach London fort, wo er sich latent beobachtet fühlt. Er setzt einen Detektiv auf sich selbst an und gerät an das Netzwerk der „Mothers of Free Nations“, das sich als ein Nazi-Spionagering herausstellt. Von einem Augenblick zum nächsten wird Stephen von englischen Agenten ebenso gejagt wie von alten Damen, die sich als böse Nazis entpuppen. Ein Alptraum beginnt. Fritz Lang, einer der Hauptvertreter des deutschen expressionistischen Kinos, an dem sich der Film Noir orientiert hat, entpuppt sich als ein Meister in der Inszenierung von dessen Merkmalen. Das harte Schwarz-Weiß, das Spiel mit Licht und Schatten spiegelt hier den Bewusstseinszustand der Hauptfigur wider und dessen Grenzgänge zwischen Traum und Wirklichkeit.

Do, 3. Dez · 02:50-04:02 · arte
18 Kühe zwischen zwei Fronten

1987 kommt es zum ersten palästinensischen Volksaufstand. Die Bewohner des Westjordanlands verlangen lokale Alternativen zu israelischen Produkten. Auch eigene Milch, die sie bisher von einer israelischen Kooperative bezogen. Hier beginnt die Geschichte des Dokumentarfilms „18 Kühe zwischen zwei Fronten“. Daraufhin gründet eine Gruppe palästinensischer Intellektueller und Aktivisten in dem Städtchen Bait Sahur eine Milch-Kooperative. Keiner von ihnen ist Bauer, aber das spielt keine Rolle. Nachdem sie in einem israelischen Kibbuz 18 Kühe gekauft und in ihr Dorf gebracht haben, machen sich die frischgebackenen Kuhzüchter mit den Tieren vertraut und beginnen die Milch in der gesamten Region um Bethlehem zu vertreiben. Doch der Erfolg der Kooperative ruft die israelischen Behörden auf den Plan, die in der palästinensischen Milchproduktion eine Gefahr für die nationale Sicherheit sehen. Es beginnt eine wahre Verfolgungsjagd, ein groß angelegtes Katz-und-Maus-Spiel (oder vielmehr Soldat-und-Kuh-Spiel), bei dem die Kühe auf der Flucht vor ihren Verfolgern von Stall zu Stall geschafft, in Höhlen und sogar in Wohnungen versteckt werden. Ihre Milch wird als „Intifada-Milch“ legendär. Obwohl einige der Milchbauern festgenommen werden, kann die Milchproduktion mit Unterstützung der Bevölkerung eine Zeit lang aufrechterhalten werden. Der Film lässt israelische Militärs zu Wort kommen, vor allem aber die Aktivisten, die die Kooperative ins Leben gerufen haben, ihre Familien, ihre Freunde und alle, deren Leben durch diese wahre Geschichte verändert wurde. Humorvoll, intelligent und aufrichtig zeigt er die Kraft des friedlichen Widerstands und den Mut der Menschen in Palästina.

Fr, 4. Dez · 12:00-12:15 · 3sat
Meine strapaziöse Familie – Die Schauspielerin Adriana Altaras

Sie ist ein Multi-Talent, glaubt an Geister und hat den braunen Gürtel in Karate: Adriana Altaras. Die Schauspielerin, Regisseurin und Buchautorin hat eine besondere Vergangenheit. Die Jüdin wurde in Zagreb geboren, ihr Vater kämpfte unter Tito. Dann ging die Familie nach Italien, später nach Deutschland. In Gießen gründeten die Eltern eine jüdische Gemeinde. Auf den Spuren ihrer Familiengeschichte hat Adriana Altaras ein Buch geschrieben. Dazu studierte sie den Nachlass ihrer Eltern, die Schriftstücke und Tagebücher. Heraus kam das Werk „Titos Brille“, welches auch 2014 verfilmt wurde. Bis heute gräbt sie in der Geschichte ihrer jüdisch-kroatischen Familie – ihrer „strapaziösen Familie“, wie sie selbstironisch schreibt – und damit auch in der Geschichte Jugoslawiens und den jüdischen Menschen dort. Geschichte ist ihr also wichtig. Als Tochter von Holocaust-Überlebenden wird sie oft in Talk-Shows oder zu Ausstellungen eingeladen. Doch Adriana Altaras fühlt sich fremd in der Opferrolle, Mahnmale und Gedenksteine sind ihr ein Gräuel. Energisch tritt sie für eine jüdische Identität ein, in der das „Besonders-Sein“ kein Opfer-Sein bedeutet und das Gedenken eine neue Ausrichtung bekommt.

Sa, 5. Dez · 02:35-04:25 · Das Erste (ARD)
Max Schmeling

In den 30er Jahren avanciert der junge Profiboxer Max Schmeling zum populärsten Sportler Deutschlands. Mit der Machtergreifung der Nazis rückt das Idol ungewollt in den Fokus der braunen Propaganda. Hitler und seine Schergen wollen den Modellathleten für ihre Zwecke einspannen. Die Nähe zur Macht bietet ihm Schutz, doch Schmeling ist kein Mitläufer. Hinter den Kulissen hilft er verfolgten Juden zur Flucht und versteckt seine tschechische Frau auf einem entlegenen Landgut. Als er unerwartet gegen den Afroamerikaner Joe Louis verliert, der gemäß der nationalsozialistischen Rassenideologie als „Untermensch“ gilt, fällt Schmeling in Ungnade. Regisseur Uwe Boll und sein Drehbuchautor Timo Berndt zeichnen den Werdegang des Ausnahmesportlers Max Schmeling bis in die 50er Jahre hinein nach. Der sympathische Gentleman-Boxer Henry Maske schlüpft in die Rolle seines großen Vorbilds. Susanne Wuest als Schmelings große Liebe Anny Ondra und Heino Ferch als dessen Trainer Max Machon runden das Ensemble ab. Kreta, 1943. Der verwundete Wehrmachtssoldat Max Schmeling (Henry Maske) soll einen englischen Kriegsgefangenen überführen. Dieser erweist sich als Liebhaber des Boxsportes, worauf Schmeling ihm die wechselhafte Geschichte seiner sportlichen Karriere erzählt: Im Juni 1930 wird der Profiboxer erstmals Weltmeister, doch zu Hause empfängt man ihn als gefühlten Verlierer, da sein Gegner Jack Sharkey (Enad Licina) wegen Tiefschlags disqualifiziert wurde. Erst mit der Verteidigung des Titels gegen Young Stribling (Alexander Frenkel) avanciert „der schwarze Ulan von Rhein“ zum Idol. Selbst die Niederlage im Rückkampf gegen Sharkey, dem die Ringrichter in einem Skandalurteil den Titel zusprechen, schmälert seine Popularität nicht. Deshalb will Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten (Arved Birnbaum) den Modellathleten für die Nazi-Propaganda einspannen. Man drängt ihn, seine tschechische Frau Anny Ondra (Susanne Wuest) und den jüdischen Promoter Joe Jacobs (Vladimir Weigl) zu verlassen. Gegen den bislang ungeschlagenen „braunen Bomber“ Joe Louis (Yoan Pablo Hernández) geling dem deutschen Boxer indessen die große Sensation: Für Schmeling ist es ein rein sportlicher Triumph – doch die Nazis verklären seinen Sieg zur Überlegenheit der „arischen Rasse“. Entsprechend fällt Schmeling durch die unerwartete Niederlage im Rückkampf in Ungnade. Man versetzt ihn an die Front und hofft, dass er fällt – doch Schmeling lässt sich nicht unterkriegen. Mit Hilfe seines langjährigen Trainers Max Machon (Heino Ferch) gelingt ihm 1948 sogar das Comeback. Den sportlichen Zenit hat der über 40-Jährige aber längst überschritten. Max Schmeling zählte zu den ersten Superstars des Sports. Bis ins hohe Alter verehrte man ihn als tadellosen Athleten im Ring, seine von ihm eingestandenen Fehler auf dem politischen Parkett verzieh man ihn. Im Alter von 99 Jahren starb er 2005, seine Popularität ist bis heute ungebrochen. Mit diesem Biopic setzt ihm der frühere Hobbyboxer Uwe Boll ein filmisches Denkmal. Der große Coup ist die Besetzung mit sportlicher Prominenz. In der Titelrolle debütiert der frühere Halbschwergewichts-Weltmeister „Sir“ Henry Maske, der seinem Vorbild täuschend ähnlich sieht. Auch die Gegner sind keine zaghaften Sparringspartner: der frühere Junioren-Weltmeister Yoan Pablo Hernández, der aktive Champion Arthur Abraham, Cruisergewichts-Europameister Alexander Frenkel und der langjährige Profi Enad Licina geben den Kampfszenen authentische Durchschlagskraft. Auf Zeitlupen und Hollywoodpathos kann der Film also getrost verzichten, man sieht Boxen pur.

Sa, 5. Dez · 06:00-06:25 · RBB Berlin
Naomi und Chiara – Chanukka in Berlin

Naomi ist acht Jahre alt und freut sich schon: „Übermorgen beginnt Chanukka“, und ihre zwölfjährige Schwester Chiara ergänzt: „Wir Juden feiern zwar kein Weihnachten, aber dafür acht Tage lang unser Lichterfest, das ist doch super“. An jedem Tag der Chanukka-Feier wird ein neues Licht am achtarmigen Chanukka-Kerzenleuchter angezündet. „Und so kann man eigentlich immer wieder feiern, und es gibt natürlich auch Geschenke“, sagt Chiara. In diesem Jahr wünscht sie sich einen Tablet-PC und ist total gespannt, ob sie den auch bekommt.

Sa, 5. Dez · 23:35-01:30 · BR
Rosa Luxemburg

„Wie kommt das, dass Menschen über andere Menschen entscheiden dürfen?“ In einem Warschauer Gefängnis notiert Rosa Luxemburg 1906 eine Frage, die sie ihr Leben lang umgetrieben hat – als Publizistin, Rednerin und Politikerin. Schon früh hatte die Tochter einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie damit begonnen, sich politisch zu engagieren, zunächst in der deutschen Sozialdemokratie, später dann im revolutionären Spartakusbund. Doch die politischen Auseinandersetzungen in Europa werden zunehmend gewalttätiger. Ein Gefängnis in Warschau, 1906: Die „Vorwärts“-Redakteurin Rosa Luxemburg ist unter dem Eindruck der Russischen Revolution von 1905 nach Polen gekommen, um mit ihrem Geliebten Leo Jogiches die Ideen der Arbeiterbewegung zu verbreiten. Es ist nicht das erste Mal, dass sie inhaftiert wird. Geboren 1871 als Tochter einer polnisch-jüdischen Kaufmannsfamilie, hatte Luxemburg früh begonnen, sich politisch zu engagieren. Nach ihrer Promotion zum Dr. jur. ließ sie sich in Berlin nieder und trat der SPD bei. Innerhalb der deutschen Sozialdemokratie wirkte sie wie ein Paradiesvogel: eine eigenwillige, dem Leben zugewandte Frau, kompromisslos im Privatleben und in ihrer Politik. Nachdem August Bebel ihre Freilassung aus der Warschauer Zitadelle erkauft hat, gerät die begabte Journalistin und Rednerin in Konflikt mit der zunehmend staatstragenden Linie ihrer Partei. Verbündete findet sie in der Politikerin Clara Zetkin und schließlich in Karl Liebknecht, dem einzigen Reichstagsabgeordneten, der 1914 gegen die Kriegskredite stimmt. Luxemburgs leidenschaftliche Reden gegen den Krieg führen zum Zerwürfnis mit der SPD, zu Prozessen und weiteren Haftstrafen. Aber weder Isolation noch Krankheit brechen ihren Geist. Als Mitbegründerin des „Spartakus“-Bunds und Redakteurin der „Roten Fahne“ setzt sie nach dem Krieg ihre Arbeit unter veränderten Vorzeichen fort. Den Optimismus Liebknechts, der auf eine deutsche Revolution hofft, teilt sie allerdings nicht. Die Ereignisse geben ihr auf furchtbare Weise Recht. In der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 1919 wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht verhaftet und ermordet.

So, 6. Dez · 22:25-23:55 · MDR Sachsen
So ein Schlamassel

Eigentlich müsste Jil im siebten Himmel schweben, hat sie in dem Landschaftsarchitekten Marc doch endlich die große Liebe gefunden. Es gibt da nur ein klitzekleines Problem: Marc ist kein Jude, und Jils strenggläubige jüdische Familie würde es niemals akzeptieren, dass sie einen „Goi“, einen Nichtjuden, heiratet. Da hilft nur eines: Marc, Sohn einer bürgerlichen deutschen Familie, muss so tun, als sei er ebenfalls Jude. Nach einem Schnellkurs in Sachen Traditionen und Gebräuche scheint das auch ganz gut zu funktionieren. Jils Familie ist von dem neuen Freund hellauf begeistert. Doch dann fliegt der Schwindel auf. Seit einer gefühlten Ewigkeit wird Jil Grüngras (Natalia Avelon) von ihrem Familienclan mit der Frage belagert, wann sie sich denn endlich einen passenden Mann suchen will. Nicht nur ihr verwitweter Vater Benno (Michael Mendl), sondern auch der Rest ihrer herrlich „meschuggenen“ jüdischen Familie würde sie gerne unter die Haube bringen – immerhin ist Jil schon Anfang 30, sieht gut aus und steht als erfolgreiche Steuerberaterin mit beiden Beinen fest im Leben. Eines Tages lernt sie bei einem Beinahe-Unfall den sympathischen Marc Norderstedt (Johannes Zirner) kennen und plötzlich hängt für die romantisch veranlagte Karrierefrau der Himmel voller Geigen. Marc, Landschaftsarchitekt von Beruf, ist ein echter Traumtyp, sensibel, gutaussehend, charmant. Dummerweise hat er einen kleinen Schönheitsfehler, er ist kein Jude. Und Jil weiß genau, dass ihre traditionsbewusste Familie niemals einen „Goi“, einen Nichtjuden, akzeptieren würde. Da hilft nur eines: Marc muss sich als Jude ausgeben. Von Jils bester Freundin, der chassidischen Lesbe Zippi (Cornelia Saborowski), bekommt der leicht irritierte Marc einen Crashkurs in Sachen jüdische Traditionen – und kann so als „Marc Rosenzweig“ während der Sabbat-Feier bei versammelter Familie jede Menge Punkte sammeln. Sowohl Jils Vater als auch ihr Großvater Mosche (Rolf Hoppe), ihr Cousin Patrick (Gedeon Burkhard), ihre Tante Sarah (Marianne Sägebrecht) und Onkel David (Hans Peter Hallwachs) schließen den jungen Mann sofort ins Herz. Weniger fröhlich verläuft kurz darauf ein Essen bei Marcs Eltern Frederike (Gudrun Landgrebe) und Ludwig (August Zirner). Völlig überraschend wird Jil dort mit Vorurteilen und einer aus Unsicherheit geborenen Befangenheit konfrontiert. Trotzdem will das Liebespaar nicht einfach aufgeben. Beide sind bereit, für ihre Gefühle und gegen die Engstirnigkeit ihrer Umwelt zu kämpfen.

So, 6. Dez · 23:15-00:00 · PHOENIX
Leben in der Falle – Die vielen Gesichter Gazas

Nicola Albrecht zeigt das Leben in Gaza: „Im Krieg spielen wir normal weiter, ohne Angst, so ist das. Denn wer heute nicht stirbt, stirbt morgen“, erzählt uns der 14-jährige Ibrahim.Die zwölfjährige Lian dagegen fühlt sich auch in Gaza frei, zumindest eine Stunde pro Tag. Dann, wenn sie auf ihrem Pferd sitzt. Der Gazastreifen. 40 Kilometer lang, 6 bis 14 Kilometer breit, seit zehn Jahren abgeriegelt. Das Leben der Menschen ist geprägt von Elend, Extremismus, Gewalt und immer wiederkehrendem Krieg. Die Bedingungen sind für alle dieselben, doch auf unserer Drehreise durch den kleinen Küstenstreifen treffen wir Menschen, die ganz unterschiedliche Perspektiven auf ihre Situation haben, ganz unterschiedliche Wege gehen. Mehr als 50 Prozent der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt. Sie sind die Zukunft von Gaza. Doch wie soll diese aussehen? Wir begleiten Ibrahim und Lian: Ibrahim hat gerade das Sommercamp bei der radikalislamischen Hamas absolviert, möchte ein guter „Dschihadist“ werden und Gaza von der Besatzungsmacht Israel befreien. Lian träumt von einer Karriere als Turnierreiterin. Doch in Gaza gilt: Nach dem Krieg ist vor dem Krieg. Und seit dem letzten Krieg ist zudem eine neue, gefährliche Gemengelage in Gaza entstanden. Hamas regiert mit eiserner Hand, tötet politische Feinde, lässt keine Kritik zu. Vom Wiederaufbau ist zudem nichts zu sehen. Gelder kommen nicht an, und Israel hält an seiner Blockadepolitik fest. Die Bevölkerung sitzt in der Falle. Kein Wunder also, dass extreme Gruppen es leicht haben Anhänger zu finden, auch Sympathisanten des sogenannten Islamischen Staats findet man bereits in Gaza. ZDF-Korrespondentin Nicola Albrecht hat eine dieser Splittergruppen getroffen und auch mit Top-Hamas-Führer Mahmoud Al-Zahar gesprochen. Im kleinen Gazastreifen findet ein Ringen um Macht statt, das von allen Seiten heruntergespielt wird. Und dennoch offensichtlicher nicht sein könnte – selbst im Ramadan lädt der bewaffnete Flügel von Hamas die Kassam-Brigaden zur nächtlichen Parade in Gaza-Stadt ein. Zwei neue Raketen werden vorgestellt, während in Propaganda-Videos auf Großleinwand der Sieg über Israel beschworen wird und Kinder mit Maschinengewehren fürs Familienfoto posieren dürfen.

Di, 8. Dez · 15:25-15:51 · arte
Verschollene Filmschätze: 1940. Charlie Chaplin dreht „Der große Diktator“

„Verschollene Filmschätze“ ist eine Sammlung bedeutender historischer Aufnahmen. Seit mehr als einem Jahrhundert dokumentieren Bild und Film die wichtigsten Geschehnisse der Weltgeschichte. Seit ihrer Erfindung war die Kamera bei allen entscheidenden und bedeutenden Ereignissen dabei. ARTE zeigt die Reihe „Verschollene Filmschätze“ vom 2. November bis 27. November jeweils wochentags gegen 16.00 Uhr, mit insgesamt zehn neuen Folgen in Erstausstrahlung. Heute: 1940. Charlie Chaplin dreht „Der große Diktator“ Die Dreharbeiten zu Charlie Chaplins „Der große Diktator“ beginnen im September 1939 in Hollywood, nur wenige Tage nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Die Arbeit am Film dauert an, während Hitler immer größere Teile Europas verwüstet. Die Handlung spielt in einem imaginären Land, das unschwer als das Dritte Reich erkennbar ist. Der Film soll auf die Gefahren des Nationalsozialismus und die entsetzliche Judenverfolgung durch das Hitler-Regime aufmerksam machen. In seiner Wahlheimat, den USA, stößt Charlie Chaplin mit seinem Projekt zunächst auf Skepsis. Er erhält zunächst keine große Unterstützung für seinen Film. Viele Amerikaner sind gegen den Kriegseintritt der USA. Was hat Chaplin bewogen, den Film dennoch fertigzustellen und sogar selbst zu finanzieren? Und wer filmte die farbigen Amateuraufnahmen von den Dreharbeiten am Set? Was verraten die Bilder über die Arbeitsmethoden des Regisseurs, Schauspielers und Produzenten Charlie Chaplin?

Do, 10. Dez · 00:20-00:50 · WDR
Hitlers Vorkosterin – Das Leben der Margot Woelk

Sie musste nach jedem Bissen mit dem Tod rechnen: Margot Woelk war während des Zweiten Weltkriegs eine der 15 Vorkosterinnen von Adolf Hitler. Die Gefahr lauerte eben nicht nur auf dem Schlachtfeld. Auch wenn ihr nur die köstlichsten Speisen vorgesetzt wurden, so konnte sie diese nie genießen. „Wir wussten ganz genau, dass die Briten ihn vergiften wollten und dass wir die Vorkosterinnen waren“, so Woelk. Auch das Stauffenberg-Attentat hatte bewiesen, dass ein Durchkommen zu Hitler nicht unmöglich war. Doch zu diesem gefährlichen Dienst meldete sich die damals 24-jährige Berlinerin nicht freiwillig. Ihr Umzug im Jahr 1941 von Berlin nach Ostpreußen wurde ihr zum Verhängnis: SS-Scherzgen zwangen sie dazu, das Essen des Führers zu testen, immer wenn dieser sich im nahe gelegenen Hauptquartier „Wolfsschanze“ aufhielt. Und als wäre diese Bürde nicht schon groß genug, musste Woelk mit der strengen Überwachung und Schikane der Nazis zurechtkommen. Diese ging so weit, dass sie eines Nachts von einem SS-Offizier vergewaltigt wurde. Als ihr 1944 nach zwei Jahren als einzige endlich die Flucht gelang, war das Martyrium noch nicht vorbei: Zwei Wochen lang wurde sie von der Roten Armee auf brutalste Weise vergewaltigt und konnte danach keine Kinder mehr bekommen. „Ich wollte gar nicht mehr leben“, erzählt Woelk im Alter von 95 Jahren in ihrem Geburtshaus in Berlin. Als sie 1946 ihren tot geglaubten Mann Karl wiedersah, schöpfte sie neue Hoffnung. Die Dokumentation „Hitlers Vorkosterin – das Leben der Margot Woelk“ zeichnet auf beeindruckende Weise das Leben einer Frau nach, die trotz grausamster Erlebnisse in der Nazi-Zeit ihren Lebensmut nicht verloren hat. Woelk berichtet von ihrer Zeit als Vorkosterin, ihrer Flucht und erzählt, wie sie trotz alldem überlebt hat.

Do, 10. Dez · 00:55-02:15 · SWR BW
100 Jahre Hollywood – Die Carl-Laemmle-Story

Seit hundert Jahren ist Hollywood der Ort, an dem Filme und ihre Stars umjubelt werden. Hollywood ist der amerikanischste aller Träume. Doch kaum jemand ahnt, dass diese Geschichte ihren Anfang in der deutschen Provinz nahm – mit dem schwäbischen Auswanderer Carl Laemmle aus Laupheim bei Ulm, der 1912 in Hollywood die Universal Studios gründete. Der Dokumentarfilm blickt auf das Lebenswerk von Carl Laemmle zurück und erlaubt einen einmaligen Einblick hinter die Kulissen der erfolgreichsten Filmproduktionsstätte der Welt. Zusammen mit seiner Nichte Carla Laemmle, die so alt ist wie die Traumfabrik, begibt sich die Dokumentation auf eine fantastische Reise in die Anfänge der Filmgeschichte – in eine Zeit, als alles einfach „wild“ war, als auf dem Universal-Gelände Indianer, Elefanten und Monster umherliefen und es während der Dreharbeiten noch laut und turbulent zuging. Doch Carl Laemmle wagte sich auch immer an ernste Themen der Zeit: Die Universal-Verfilmung von „Im Westen nichts Neues“ brachte ihm 1930 den Oscar. Rund 2000 Filme hat Laemmle produziert, die Dokumentation gibt Einblick in sein einzigartiges Lebenswerk. Und in die Lebensgeschichte des all die Jahre heimatverbundenen Carl Laemmle, der auf seine Weise auch ein Oscar Schindler war: In der Nazi-Zeit ermöglichte er Hunderten von deutschen Juden die Ausreise in die USA und rettete sie vor dem Konzentrationslager.

Do, 10. Dez · 08:55-10:25 · arte
Mythos Einstein – Leben und Werk eines Rebellen

Albert Einstein ist ein Popstar der Wissenschaft, um den sich etliche Legenden ranken. Erst posthum treten mit der Herausgabe privater Dokumente die nicht nur strahlenden Seiten des Jahrhundert-Genies ans Licht. Wer war dieser Mann, der wie kein anderer Triumph und Tragik des 20. Jahrhunderts verkörpert hat? Und was hat er uns heute noch zu sagen? „Mythos Einstein“ begibt sich auf eine Reise durch das Leben des Physikers und spürt den wahren und erfundenen Geschichten um das Genie nach. Vor 100 Jahren, am 25. November 1915, trägt Einstein seine berühmte Allgemeine Relativitätstheorie vor. Nur wenige Jahre später werden seine revolutionären Ideen von Raum und Zeit während einer Sonnenfinsternis bestätigt. Über Nacht wird Einstein zum Superstar der Wissenschaft. Geschickt nutzt Einstein seine Popularität und schenkt einer vom Krieg versehrten Welt, wonach sie sich sehnt: Seine Genialität, seine humanitären Ideale, seine eigenwillige Erscheinung, seine Zivilcourage. Schon bald ist Einsteins Urteil weit über die Physik hinaus gefragt. Früher als andere erkennt er gesellschaftliche Fehlentwicklungen: Seine Gegnerschaft zum Nationalsozialismus ist bekannt, weniger sein Einsatz für die Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA. Dass Einstein sich mit schwarzen Bürgerrechtlern trifft, macht ihn für das FBI höchst verdächtig. Genauso konsequent ist Einstein darauf bedacht, dass möglichst wenig über sein privates Leben, seine Schwächen und Niederlagen nach außen dringt. Der charismatische Physiker hat wesentlich zu seiner eigenen Legende mit beigetragen. Wer war aber dieser Mann, der als jüdischer Intellektueller, als überzeugter Pazifist und Weltbürger, die kollektive Fantasie des 20. Jahrhunderts derart gefesselt hat? Und warum geht uns Einstein, angesichts der Herausforderungen unserer Zeit, immer noch etwas an? Entlang seines bewegten Lebenswegs, mit Reenactments und historischen Originalaufnahmen, spürt „Mythos Einstein“ den wahren und erfundenen Legenden um dieses Jahrhundert-Genie nach – gemäß der Erkenntnis: Jeder kennt Einstein. Niemand kennt Einstein.

Do, 10. Dez · 21:00-22:00 · 3sat
scobel – Europa am Ende? Zerbricht der Westen am Trauma von Paris?

Gert Scobel und seine Gäste, der Journalist Michel Friedman und der Philosoph Peter Trawny, legen Europa in einer Art Psychoanalyse „auf die Couch“. Droht Europa am Trauma der Pariser Anschläge zu zerbrechen? Liefert das „Unbewusste“ Europas Hinweise für Wege aus dem bedrohlichen Konflikt? Mit den Anschlägen des „Islamischen Staats“ auf Paris am 13. November rücken Flüchtlingsströme, Finanzkrise und andere Konflikthemen der EU über Nacht in den Hintergrund des europäischen Krisenmanagements. Der Angriff wird als Attacke auf die fundamentalen Werte Europas begriffen. Nicht nur die westliche Hemisphäre – die ganze Welt solidarisiert sich mit den Pariser Opfern. Frankreich, Deutschland und Europa sind sich auf einen Schlag schmerzhaft bewusst, wie unausweichlich sie in die chaotischen und gewaltsamen Kämpfe verwickelt sind, die Millionen von Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern in Nahost zur Flucht treiben. Und: Es gibt seit dem 13. November wohl keinen Zweifel mehr daran, dass Europa bei der Bekämpfung der kriegerischen Konflikte im Nahen Osten mehr Verantwortung übernehmen muss als bisher. Gert Scobel und seine Gäste, der Journalist Michel Friedman und der Philosoph Peter Trawny, legen Europa in einer Art Psychoanalyse auf die Couch. Sie wollen einen Blick auf die Tiefenstrukturen werfen: auf verborgene Traumata und auf europäische Ideale und Werte, die im Chaos der globalen politischen Verwerfungen und Verstrickungen zunehmend aus dem Blick geraten. Was sind die wahren Werte Europas? Und wie könnten Sie uns den Weg aus der Gefahr des globalen Terrors weisen?

Do, 10. Dez · 23:35-01:08 · arte
Unter Bauern – Retter in der Nacht

Westfalen, 1943: Auf der Flucht vor der Deportation muss sich der verarmte jüdische Pferdebauer Menne Spiegel mit seiner Frau Marga und der gemeinsamen Tochter Karin verstecken. Um sie zu retten, bringt ein alter Kriegskamerad Marga und Karin auf seinem Hof unter. Aus der Not heraus trennt sich die Familie. Eine lange Zeit des Wartens in ständiger Angst beginnt … Westfalen, 1943: Der einst wohlhabende jüdische Pferdehändler Siegmund „Menne“ Spiegel aus Ahlen soll mit seiner Frau Marga und seiner Tochter Karin in den Osten deportiert werden. Menne weiß, dass das den sicheren Tod für seine Familie bedeuten würde. Sein alter Kriegskamerad Aschoff bietet ihm Hilfe an: Er will Marga und Karin unter falschem Namen bei sich auf dem Hof verstecken. Aus der Not heraus trennt sich die Familie. Während Mutter und Tochter wie versprochen bei den Aschoffs aufgenommen werden, hofft Menne, selbst andernorts Unterschlupf zu finden. Bauer Pentrop bietet dem Flüchtling einen kleinen Verschlag auf seinem Hof an. Auf dem Anwesen der Aschoffs wissen nur der Bauer und seine Frau über die wahre Identität von Marga und ihrer Tochter Bescheid – alle anderen lernen die neuen Gäste unter dem Familiennamen Krone kennen. Die älteste Tochter Anni ist überzeugtes Mitglied des Bund Deutscher Mädel und begegnet Frau Krone zunächst voller Skepsis, da diese zuvor offensichtlich ein viel vornehmeres Leben geführt hat als ihre eigene Familie. Doch bei der gemeinsamen Arbeit auf dem Hof entwickelt sich zwischen den beiden Frauen allmählich eine tiefe Freundschaft. Als Marga eines Tages von der Wirtin im Ort erkannt wird und Anni die ganze Wahrheit über ihre neue Vertraute erfährt, wird sie vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt: Linientreue aus Prinzip oder Hochverrat zugunsten ihrer neuen Freundin. Marga will mit Karin abreisen und ein neues Versteck suchen, um die Aschoffs nicht weiter zu gefährden. Indessen muss sich Menne Spiegel in seinem Zufluchtsort ständig verdeckt halten. Sein Gesicht ist stadtbekannt und jeder Schritt nach draußen wäre lebensgefährlich. Doch die Einsamkeit und die lange Zeit des Wartens in ständiger Angst treiben Menne allmählich in den Wahnsinn. Plötzlich schöpft der Hitlerjunge Erich, der bei Bauer Pentrop auf dem Hof lebt, Verdacht und alarmiert die Polizei …

Sa, 12. Dez · 17:00-17:30 · SWR BW
Prag, da will ich hin!

Prag im Winter, da kann es schon mal schneien und kalt werden. Wie schön aber, dass die Stadt dann nicht so voller Touristen ist! Das genießt auch Moderatorin Kerstin Gallmeyer. Sie kommt ungehindert vorwärts, wenn sie auf dem berühmten Königsweg durch die Altstadt und über die Karlsbrücke bis hinauf zur Prager Burg läuft. Oder durch die Josefstadt mit der weltgewandten Pariser Straße streift. Prag ist eine alte Handelsstadt, ein Schnittpunkt der Kulturen – der jüdischen, der Wiener, der Pariser. Vom Mittelalter bis zur Moderne trifft man wie kaum sonst in einer Stadt auf alle historischen Baustile Mitteleuropas. Die Architektur in Prag ist es vor allem, die die Touristen in ihren Bann zieht. Gerade im Winter macht es Spaß, sich in einem der Jugendstilcafés aufzuwärmen oder die dekorative Kunst von Alfons Mucha zu bewundern. Abends dann nimmt Sie Kerstin Gallmeyer mit in eine der Prager Bierkneipen – auf den Spuren des braven Soldaten Schwejk in dessen Stammkneipe, dem „Gasthaus zum Kelch“.

Mo, 14. Dez · 10:20-10:50 · SWR BW
Bekannt im Land: Klein-Jerusalem am Rhein – Das jüdische Erbe von Mainz, Worms und Speyer

Das Land Rheinland-Pfalz und die drei Städte Mainz, Worms und Speyer sind dabei, einen historischen jüdischen Städteverbund des Mittelalters zum Weltkulturerbe erklären lassen, den sogenannten „Schum-Verband.“ Der Name „Schum“ ist ein Akronym, er setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der drei hebräischen Städtenamen – Schpyra (Speyer), Warmeisa (Worms) und Magenza (Mainz) – zusammen. Im elften Jahrhundert waren die drei Städte am Rhein Hochburgen jüdischer Gelehrsamkeit. Studenten aus ganz Europa kamen zum Studium an den Rhein. Auf Grund ihrer theologischen Bedeutung für die jüdischen Gemeinden in Zentraleuropa gilt die Region als Geburtsstätte der sogenannten aschkenasischen, das heißt der deutsch-mitteleuropäisch geprägten religiösen Kulturtradition des Judentums. So hatte Worms früher den Ruf des „Jerusalem des Westens“. Die jüdischen Gemeinden der drei Rheinstädte gründeten im Mittelalter den Schum-Verband, eine weltweit historische Besonderheit, die jetzt mit der Ernennung zum Weltkulturerbe gewürdigt werden soll. In einem „Landesart Feature“ stellt Andreas Berg die Geschichte des Klein-Jerusalem am Rhein und die Bemühungen um die Welterbe-Anerkennung vor und zeigt, dass die Schum-Historie bei Juden und Nichtjuden erstaunlich präsent ist.

Mo, 14. Dez · 20:15-22:14 · arte
Nackt unter Wölfen

Das Konzentrationslager Buchenwald steht kurz vor seiner Befreiung. Ein polnischer Häftling rettet ein kleines Kind, versteckt in einem Koffer. Als die Mithäftlinge den Jungen entdecken, stehen sie vor einer schweren Entscheidung. Wenn das Kind im Lager bleibt, droht auch die kommunistische Widerstandsgruppe im Lager aufzufliegen, die seit Monaten einen bewaffneten Aufstand plant. Der hochkarätig besetzte und zutiefst bewegende Film beruht auf einem authentischen Fall und ist der erste DEFA-Spielfilm über Leben und Sterben in einem Konzentrationslager. Deutschland, 1945: Wenige Wochen vor der Befreiung durch die Alliierten kommt der Pole Jankowski mit einem der letzten Transporte in das Konzentrationslager Buchenwald. Bei sich trägt er einen Koffer, den er sich weigert, aus der Hand zu geben, denn darin ist ein dreijähriger jüdischer Junge versteckt, dessen Eltern in Auschwitz ermordet wurden. Bei einer Entdeckung durch die Lagerleitung droht dem Kind der Tod. Als die Häftlinge Höfel und Pippig den Koffer öffnen, möchten sie spontan das Kind retten und vor der SS verstecken. Doch könnten sie dadurch den bewaffneten Aufstand gefährden, den eine kommunistische Widerstandsgruppe im Lager plant. Deren Leiter Krämer ordnet daher an, das Kind mit dem nächsten Transport wegzuschicken. Doch einige Häftlinge widersetzen sich heimlich dieser Anordnung und behalten das Kind im Lager, wo es schließlich von SS-Hauptscharführer Zweiling entdeckt wird. Der erkennt im Überleben des Jungen plötzlich die Chance, sich ein menschliches Antlitz zuzulegen, um nach dem unmittelbar bevorstehenden Untergang des Naziregimes seine Haut zu retten. „Nackt unter Wölfen“ beruht auf dem 1958 erschienenen gleichnamigen Roman von Bruno Apitz, der kurz nach der Befreiung seine Erlebnisse im Konzentrationslager Buchenwald zu Papier brachte. Erstmals wurde die hermetisch abgeriegelte Welt eines Lagers in Frank Beyers filmischer Adaption so intensiv dargestellt: nüchtern, klar und ohne jedes Pathos. In einem hochkarätigen Ensemble großer Darsteller verkörpert Armin Mueller-Stahl in einer seiner intensivsten Rollen den Häftling Höfel.

Mo, 14. Dez · 21:00-21:45 · BR
Lebenslinien: Ratz, der Einmischer

Auf dem Münchner Marienplatz singt Heinz Ratz mit Konstantin Wecker gegen Profiteure und „Weggucker“. Und in deutschen Asylantenheimen spielt er heiße Reggae-, Ska- und Punkklänge mit Flüchtlingen. Denn heimatlos zu sein, das kennt der Liedermacher als Sohn eines deutschen Arztes und einer Peruanerin nach 50 Umzügen, die ihn von Bonn über Lima nach Buenos Aires, in den Schwarzwald oder nach Saudi-Arabien geführt haben. Der 47-jährige Heinz Ratz mischt sich ein, denn er ist zutiefst allergisch gegen alles Autoritäre. Schon sein cholerischer Vater legt sich als Arzt laufend mit Vorgesetzten an und wechselt deshalb fast 50 Mal Arbeitsplatz und Wohnort. Sohn Heinz hält es entsprechend in seinem Kampf gegen Lehrer und Erzieher auf keiner Schule, in keinem Internat lange aus. Und doch fasziniert ihn zunächst die von Gehorsam und Heldenverehrung geprägte Gedankenwelt des strengen Vaters, er verschlingt Bücher über Rommel und Hitlers Feldzüge. Erst in Buenos Aires, das kurz nach dem Ende der Militärjunta in Chaos und Gewaltexzessen versinkt, erkennt Heinz, wie brutal und zynisch dieses Gedankengut ist. Er geht in Bibliotheken und wird durch „Selbstbildung“, wie er es nennt, zu Ratz, dem Einmischer. Nach dem Bruch mit dem Elternhaus und einem Jahr in Obdachlosigkeit reift der Literat und Musiker Ratz heran, der gesellschaftskritische Texte mit seiner Band „Strom & Wasser“ herausschreit. Er kreiert medienwirksam seinen „moralischen Triathlon“: Ratz läuft, schwimmt und radelt Hunderte von Kilometern in Deutschland zur Unterstützung von Obdachlosen, zur Rettung der Flüsse und gegen das Flüchtlingselend. Und es treibt ihn weiter um.

Mo, 14. Dez · 22:30-23:00 · BR
Vor Ort – Die Reportage

Kuhstall 4.0 – Bayerns Traditionsfirmen treffen auf High Tech aus Israel

Di, 15. Dez · 07:00-07:30 · SWR BW
Synagogen – Monumente gegen das Vergessen

Vor einhundert Jahren prägten Synagogen das Bild der großen deutschen Städte: Jüdische Gotteshäuser im orientalischen, neoromanischen oder neogotischen Stil, gebaut zumeist von christlichen Stararchitekten. Sie waren Ausdruck des wachsenden Selbstbewusstseins der jüdischen Gemeinden, aber auch des toleranten Miteinanders zwischen Juden und Christen – nach mehr als 1.500 Jahren der Verfolgung und Diffamierung. * 1.700 Synagogen in einer Nacht zerstört Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 ändert sich alles. Hitler setzt eine gigantische Maschinerie der Hetze und des Hasses gegen die jüdische Bevölkerung in Gang und findet Millionen von Erfüllungsgehilfen. In nur einer einzigen Nacht werden mehr als 1.700 Synagogen zerstört, wird fast die gesamte jüdische Kultur in Deutschland vernichtet. * Von den Pestpogromen bis zur Reichspogromnacht Der Architekturstudent Marc Grellert will sich damit nicht abfinden. Unterstützt von Professor Manfred Koob, Experte der virtuellen Konstruktion historischer Monumente, bauen Forscher und Studenten der TU Darmstadt zerstörte Großsynagogen im Rechner wieder auf. Augenzeugen erinnern sich, wie „ihre“ Synagoge ausgesehen hat. * Augenzeugen erinnern an die finsteren Tage vor 75 Jahren Der Film erzählt in eindrucksvollen Bildern und cineastischen Inszenierungen die Geschichte der Synagogen, aber auch der jüdischen Gemeinden in unserem Land. Von den mittelalterlichen Pestpogromen bis zur Reichspogromnacht, dem Terrorakt nationalsozialistischer Willkür. Bewegende Augenzeugenberichte erinnern an die Tage vor 75 Jahren, die zu den dunkelsten in der Geschichte unseres Landes gehören.

Di, 15. Dez · 20:15-21:07 · arte
„Mein Kampf“. Das gefährliche Buch

Adolf Hitlers Propagandaschrift „Mein Kampf“ – ein Buch, das Abscheu und Ängste weckt. 70 Jahre nach Hitlers Suizid laufen die Urheberrechte ab, das Buch könnte ab dem 1. Januar 2016 wieder erscheinen. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von „Mein Kampf“ und zeigt, welche Auswirkungen sein rassistischer und ultranationalistischer Inhalt für uns heute hat. Adolf Hitlers Propagandaschrift „Mein Kampf“: Ein Buch, das mit Mythen überfrachtet Abscheu und Ängste hervorruft. Das Werk ist das Symbol der Naziherrschaft, die wiederum verantwortlich ist für 60 Millionen Tote. Jahrzehntelang war ein Neudruck verboten. 70 Jahre nach Hitlers Tod laufen nun die Urheberrechte von „Mein Kampf“ ab und das Werk könnte ab dem 1. Januar 2016 wieder auf dem Markt erschienen. Hitlers Gedanken würden zu einem Zeitpunkt neue Verbreitung finden, zu dem in Deutschland Brandanschläge, rechte Krawalle, Nazi-Schmierereien und Hass-Kommentare gegen geplante oder bestehende Flüchtlingsheime an der Tagesordnung sind. In seinem Dokumentarfilm geht Manfred Oldenburg der Frage nach, ob „Mein Kampf“ heute noch gefährlich sein kann. Was steht in diesem Buch? Wie ist es entstanden? Wie war seine Rezeptionsgeschichte? Und welche Auswirkungen hat sein Inhalt für uns heute, wo Gewalt und Hass gegen Asylanten alltäglich geworden sind? Dabei wird deutlich, dass die mentalen Anknüpfungspunkte, an die „Mein Kampf“ appelliert, heute immer noch vorhanden sind: Rassismus und Ultranationalismus. Rechtsextreme, die Asylantenwohnheime in Brand stecken, könnten sich auf Hitler berufen, der vor 90 Jahren in seinem Machwerk gefährliche Thesen gegen Überfremdung verbreitete.

Di, 15. Dez · 22:45-23:30 · RBB Berlin
Hotel Bogota – Eine einmalige Geschichte

Fast 50 Jahre lang galt das Hotel Bogota in Berlin-Charlottenburg als Institution. Das kleine Hotel in der Schlüterstraße 45 – erbaut 1911 – war ein Haus mit viel Geschichte. Helmut Newton ging hier bei „Yva“ in die Lehre, der damals berühmtesten Modefotografin Deutschlands. Newton sagte später, diese Zeit sei die schönste seines Lebens gewesen. Der Schauspieler Ilja Richter erzählt in seinem ersten Dokumentarfilm die Geschichte des Hotels. Ehemalige Gäste kommen zu Wort, ebenso wie Historiker, Schriftsteller und Künstler – und die Hoteliersfamilie Rissmann. Fast 50 Jahre lang war das Hotel Bogota in Berlin Charlottenburg eine Institution. Das kleine Hotel in der Schlüterstraße 45 war ein Haus mit viel Geschichte. Erbaut wurde es 1911; Helmut Newton ging hier bei „Yva“ in die Lehre, der damals berühmtesten Modefotografin Deutschlands. Newton sagte später, dass diese Zeit die schönste seines Lebens war. Während des 2. Weltkrieges war das Gebäude Sitz der Reichskulturkammer mit ihrem Leiter Hans Hinkel. Hier mussten alle damals bekannten Größen der deutschen Unterhaltungsindustrie vorsprechen. Nach dem Krieg richteten die Siegermächte in der Schlüterstraße 45 ihre Entnazifizierungsbehörde ein. Über 100 Jahre erfüllt mit Kunst und Kultur, Hoffnung und Schicksal. Der Schauspieler Ilja Richter erzählt in seinem ersten Dokumentarfilm diese Geschichte. Ehemalige Gäste kommen zu Wort, ebenso wie Historiker, Schriftsteller und Künstler – und die Hoteliersfamilie Rissmann. Hanna Schygulla, Dieter Hallervorden, Dani Levy, Jim Rakete u. v. a. beleben die Vergangenheit. Mit der Schließung des Hotels im Dezember 2013 beleuchtet Ilja Richter aber auch die umfassenden Veränderungen, wie man sie in Berlin seit Jahren beobachten kann: bestehende Strukturen werden entfernt, um neue zu schaffen; oder – wie der Fotograf Jim Rakete es formuliert – „Orte werden umgewidmet“. Und Ilja Richter sagt: „Die gezeigte Gegenwart ist bereits Geschichte. Denn während wir im Film dem Scheitern des Hoteliers zusehen, sind die Planungen für das Haus bereits vorangeschritten.“