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Die neuen Fernsehtipps

Vom 01. bis 15. November 2015…

So, 1. Nov · 01:00-02:50 · PHOENIX
Historische Ereignisse – Vor 20 Jahren: Ermordung von Yitzhak Rabin

4. November 1995: Sirenengeheul und Schweigen ergreift Besitz von Israel. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes wurde ein politisch motivierter Mordanschlag verübt. Jitzhak Rabin, israelischer Ministerpräsident, Nobelpreisträger, hoch dekorierter General, der zum Kämpfer für den Frieden wurde, wurde von einem seiner jüdischen Landsmänner getötet. Rabin, der sein Leben im Dienste Israels lebte, wurde mit seinem Tod zu einer legendären Persönlichkeit, die den Kampf seines Landes verkörpert. * Die letzten Tage einer Legende – Yitzhak Rabin – Film von Nicolas Glimois (ca. 45min) Jitzhak Rabin wurde im Alter von 70 Jahren mit einem besonderen Wahlversprechen zum Ministerpräsidenten gewählt. Er gelobte, den Friedensprozess wieder in Gang zu bringen. Unter den gegebenen Umständen bedeutete dieses Versprechen, die Gründung eines palästinensischen Staates nicht nur zu akzeptieren, sondern auch zu fördern. Für viele Juden kam dies einem Hochverrat gleich und setzte einen verheerenden Prozess unter erzkonservativen, extremistischen Juden in Gang. Für sie war Yitzhak Rabin nicht länger einer der Gründungsväter Israels sondern wurde zum Feind. Am 4. November 1995 gegen 19 Uhr verlässt ein junger Mann sein Zuhause und nimmt einen Bus der Linie 247 zum ‚Platz der Könige Israels‘. In seiner Tasche trägt Yigal Amir eine Pistole vom Typ 9mm Beretta. Auf den ersten drei Kugeln im Magazin hat er eine kleine Stahlkugel angebracht, um die zerstörerische Kraft der Munition zu vervielfachen. Um 8 Uhr erreicht Jitzhak Rabin eine Kundgebung auf eben diesem Platz und betritt das Podium vor einer riesigen Menge. * Juden und Muslime. So nah. Und doch so fern! – Erinnern, streiten, bekriegen: 1945 bis heute Film von Karim Miske, Emmanuel Blanchard, Nathalie Mars (ca. 45min) Zu Beginn des 7. Jahrhunderts erfolgte die Geburt einer neuen monotheistischen Religion, die des Islams. Innerhalb eines Jahrhunderts brachte die junge Religion ein Gebiet von Persien bis Spanien unter ihren Einfluss, war sie doch auch mit einem weltlichen Machtanspruch verbunden. Was bedeutete diese Verbreitung für die Millionen Nicht-Muslime, die in diesem riesigen Reich lebten? Die meisten Polytheisten konvertierten zum Islam, die Völker des Buchs – Juden und Christen also – erhielten den Status von „dhimmi“, der sie gegenüber den Muslimen je nach Ort und Epoche unterschiedlich stark schlechter stellte. Doch sie waren frei, ihre Religion weiter auszuüben.

So, 1. Nov · 02:50-03:35 · PHOENIX
Von Liebe und Schatten

Nach dem Holocaust schien es unvorstellbar, dass Deutsche und Juden jemals wieder Freundschaft schließen könnten. Doch vor 50 Jahren begann das Unmögliche möglich zu werden. Korrespondentin Nicola Albrecht aus dem ZDF-Studio Tel Aviv erzählt von echter Verbundenheit in der Politik und wahrer Liebe zwischen Juden und Nichtjuden. Im Mai 1965 nahmen die Bundesrepublik Deutschland und der junge Staat Israel offiziell diplomatische Beziehungen auf. Gemeinsam mit dem israelischen Premierminister Ben Gurion hatte Bundeskanzler Konrad Adenauer die außenpolitische Weichenstellung Schritt für Schritt vorbereitet. Nach dem Holocaust schien es unvorstellbar, dass Deutsche und Juden jemals wieder Freundschaft schließen könnten. Doch vor 50 Jahren begann das Unmögliche möglich zu werden. Korrespondentin Nicola Albrecht aus dem ZDF-Studio Tel Aviv erzählt von echter Verbundenheit in der Politik und wahrer Liebe zwischen Juden und Nichtjuden. Die Israelin Rilli und der Deutsche Benedikt wollen heiraten, und zwar in Prag. Israel erkennt Ehen zwischen Juden und Nichtjuden nicht an. Jetzt treffen sie letzte Hochzeitsvorbereitungen. Am Abend vor der Trauung heißt es „Prost“ und „Le Chaim“. Danach werden sie noch zweimal Hochzeit feiern – in Deutschland und in Tel Aviv. 1965 war Ruth 20 Jahre alt. Sie interessierte sich schon immer für Israel, vor allem für den Gedanken der Wiedergutmachung. Ruth engagierte sich und sammelte Spenden für Israelprojekte. Dann traf sie den Soldaten Abraham Achlama, konvertierte zum Judentum und folgte ihm nach Israel. Inzwischen sind die beiden seit 40 Jahren verheiratet. Nirit und Andreas leben in Berlin. Bei ihnen dreht sich vieles um die Vergangenheit. Andreas‘ Vater war in der SA, doch sie haben geschworen, dass es in ihrer Beziehung nicht um die Begleichung von Schuld gehen soll. Nirit arbeitet als Touristenführerin und eine Station lässt sie nie aus: die Rosenstraße in der Nähe des Alexanderplatzes. Für Nirit ist das Denkmal der Beweis dafür, dass die Liebe stärker ist als alles andere.

So, 1. Nov · 21:15-22:45 · SWR BW
Friedhöfe im Südwesten – Voller Leben

Sechs Friedhöfe im Südwesten und sechs Geschichten vom Leben und Arbeiten auf, mit und für diese letzten Ruhestätten. Der Film lässt Menschen erzählen, was sie an „ihrem“ Friedhof fasziniert, was sie dort tun und ob und wie sie die Präsenz der Gräber und Toten prägt. Über ihre Geschichten erfahren die Zuschauer nicht nur ihr Tun, ihre Gedanken, Gefühle und Erinnerungen, sondern lernen auch die Geschichte der Friedhöfe, ihre Legenden, ihre Schönheit und Wirkung kennen. Ein Poet wohnt und arbeitet als Stadtschreiber in Tübingen auf dem Friedhof. Ein Physiker, der zum Gärtnermeister auf dem Waldfriedhof in Stuttgart wird. Eine Bauzeichnerin, die heute in Trier Bestatterin ist. Auf dem Alten Friedhof in Freiburg ist eine honorige Gemeinschaft im unermüdlichen Einsatz gegen Verfall und Vergessen. Der 75-jährige Judaistik-Professor zum Beispiel, der mit Hilfe neuester und ältester Technik die letzten Rätsel von Grabinschriften auf dem jüdischen Friedhof in Worms lösen will. Und einer der ersten türkischen Gastarbeiter, dessen freundliche Beharrlichkeit Mainzern muslimischen Glaubens eine würdige Bestattungskultur ermöglicht hat. Sechs Friedhöfe im Südwesten und sechs Geschichten vom Leben und Arbeiten auf, mit und für diese letzten Ruhestätten. Der SWR-Film „Friedhöfe im Südwesten – Voller Leben“ lässt Menschen in Form von Episoden erzählen, was sie an „ihrem“ Friedhof fasziniert, was sie dort tun und ob und wie sie die Präsenz der Gräber und Toten prägt. Über ihre Geschichten erfahren die Zuschauer nicht nur ihr Tun, ihre Gedanken, Gefühle und Erinnerungen, sondern lernen auch die Geschichte der Friedhöfe, ihre Legenden, ihre Schönheit und Wirkung kennen. In „Friedhöfe im Südwesten – Voller Leben“ gewähren die Autoren Peter Bergmann und Rolf Stephan einen leisen, aber nicht dunklen Einblick in die Welt von Menschen auf Friedhöfen.

Mo, 2. Nov · 07:10-07:36 · arte
So isst Israel: Jerusalem

Der in Deutschland geborene und seit 2004 in Israel lebende Tom Franz führt auf einer kulinarischen Abenteuerreise durch Israel: in die koscheren Küchen von Jerusalem und zu Gourmetköchen in Tel Aviv. Er besucht Käsemacher in den judäischen Hügeln, Fischgurus in Akko, Winzer in Galiläa und hilft Kibbuzbewohnern bei der Dattelernte. Die Reihe streift die Konflikte der Region, erzählt aber auch von Juden und Muslimen, die in ihrer Küche das schaffen, wovon die Weltpolitik seit Jahrzehnten träumt: ein Stückchen Frieden in Nahost. In Jerusalem trifft er eine Gruppe jüdischer, christlicher und muslimischer Köche, die sich für den Frieden engagieren. In Jerusalem öffnet Tom Franz über das Essen das Tor zur Heiligen Stadt: Er will herausfinden, ob Hummus, dieses urorientalische Gericht, ein israelisches Essen oder ein arabisches ist, und wer den besten Hummus in Jerusalem macht. Nach seinem morgendlichen Gebet an der Klagemauer begibt sich Tom in das Gewühl der Altstadt, um diese Fragen zu klären. Der deutsche Benediktinerpater Nikodemus lädt Tom zum Besuch der Dormitio-Abtei und erläutert ihm dabei die religiöse Dimension des Essens in seinem Orden. Jede Mahlzeit wird hier zelebriert, Tischgebet und die Lesung bei Tisch gehören dazu. Der Speisesaal des Benediktinerklosters ist ein Ort des Gebets, des Brotbrechens und des Teilens. Gäste einzuladen ist Teil der benediktinischen Gastfreundschaft. Im irakischen Markt der Stadt kocht Shabi, der Chef des Restaurants Azura, seine Kube-Suppen. Das sind traditionelle Sabbat-Gerichte der Juden, die in unterschiedlichsten regionalen Varianten existieren. Shabi lädt Tom zu einer kulinarischen Probiertour durch den Nahen und Mittleren Osten ein. Schließlich besuchen die beiden noch den nur wenige Schritte entfernten Mahane-Yehuda-Markt, ein Eldorado für die Liebhaber orientalischer Genüsse. Aber das heilige Jerusalem hat auch ganz und gar säkulare Seiten: Das Restaurant „Machneyuda“ ist Keimzelle der jungen, wilden Köche Israels. Chef Assaf Granit kocht für Tom eines seiner berühmtesten Gerichte, seine Soft Polenta, während um sie herum junge Israelis ohne Schlips und Kippa auf den Tischen tanzen.

Mo, 2. Nov · 07:40-08:32 · arte
ARTE Reportage: (1): Türkei: Erdogans beste Feinde (2): Jerusalem: Arena der heiligen Krieger

(1): Türkei: Erdogans beste Feinde Der türkische Präsident hat die Stärke der Terroristen des Islamischen Staats wohl aus wahltaktischen Gründen viel zu lange ignoriert. Am 10. Oktober starben in Ankara bei dem schlimmsten Attentat in der Geschichte der Türkei 102 Menschen, über 500 wurden verletzt. Es war der dritte Anschlag, der erste geschah Anfang Juni, alle verübt von jungen Dschihadisten aus Adiyaman, einer Provinz-Hauptstadt mit 200 000 Einwohnern im Südosten der Türkei. Dort sucht die Polizei heute fieberhaft nach einer Gruppe von angeblich 21 Selbstmordattentätern, die jederzeit zuschlagen könnten. Seit Monaten schon hatten sich die Eltern von vier dieser jungen Dschihadisten vergeblich bemüht, die Polizei auf die Gruppe aufmerksam zu machen. Angesichts vor allem des letzten Attentates stellt sich die Frage, wie die Radikalen vom Islamischen Staat so lange in aller Ruhe mitten in der Türkei Anhänger rekrutieren konnte? Warum durften sie die Grenze nach Syrien und zurück passieren, ohne je von den türkischen Grenzposten bemerkt zu werden? Der türkische Staat muss sich Untätigkeit vorwerfen lassen, wenn nicht gar eine heimliche Komplizenschaft mit dem Islamischen Staat. Präsident Erdogan nutzte die ersten Anschläge des IS dazu, seine Angriffe gegen die Kurden und ihre Kämpfer von der PKK im Süden zu rechtfertigen. Der wachsende politische Einfluss der Kurden hatte bei den letzten Wahlen die absolute Mehrheit für Erdogans AKP verhindert. Am Sonntag sind Neuwahlen – Erdogan hatte offenbar bis jetzt damit gerechnet, dass das Chaos im Land ihm als dem starken Mann und damit der AKP die absolute Mehrheit verschaffen könnte. Eine gefährliche Strategie… (2): Jerusalem: Arena der heiligen Krieger Im Oktober spitzte sich die Lage in Jerusalem gefährlich zu. Nach mehreren palästinensischen Anschlägen schlug Israel hart zurück. Der Tempelberg, heiliger Ort zugleich von Juden, Muslime und Christen, steht im Mittelpunkt des Konflikts: Für die jungen Kämpfer der Palästinenser zählen die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom viel mehr als die Anerkennung eines Palästinensischen Staates oder die Rückkehr der Flüchtlinge ins Heilige Land. Mit Steinen bewaffnet und mit Messern, angestachelt von Videoclips aus dem Internet oder den Sozialen Medien, kämpfen diese jungen Leute für ihre Heiligtümer, die sie in Gefahr sehen. Denn auf der anderen Seite des Hügels steht die Klagemauer, das Heiligtum der Juden, der Legende nach eine der Grundmauern des von den Römern im Jahr 70 zerstörten Herodianischen Tempels. Radikale Juden möchten diesen Tempel gerne wieder aufbauen, dafür aber müssten der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee abgerissen werden. Die Regierung Israels verneint jede Unterstützung dieser Pläne, doch immer mehr Juden bekunden bei einem Besuch der Klagemauer, sie wollten den ganzen Tempelberg wieder für sich haben. Dafür scheint es immer mehr Unterstützer im Land und auch in den Jüdischen Gemeinden in den USA zu geben. Der Konflikt wird zudem angeheizt von den zionistischen Bewegungen, deren Anhänger in immer größerer Zahl in die muslimischen Viertel der Altstadt Jerusalems ziehen, ohne dass die Behörden sie daran hindern. Unsere Reporter dokumentierten in den letzten Wochen die stetig wachsenden Spannungen auf den wenigen hundert Quadratmetern rund um den Tempelberg.

Di, 3. Nov · 00:55-02:10 · arte
Die Familie Yatzkan

Anna-Célia Kendall-Yatzkans Mutter, Tiya Yatzkan, war Malerin und hinterließ nach ihrem Tod Selbstporträts, Gemälde, unzählige Zettel, Briefe, Notizen und ein altes Klavier. Die Jüdin verließ Polen im Jahr 1938 und flüchtete gerade noch rechtzeitig nach Paris. Für den Dokumentarfilm beginnt die Filmemacherin, im Nachlass ihrer Mutter zu stöbern: Aber wie soll man seine Wurzeln finden, wenn man nicht weiß, wo man sie suchen soll? Und wohin mit den ganzen Hinterlassenschaften wie dem alten Klavier? Ihre Reise in die eigene Vergangenheit beginnt mit einem unscheinbaren Zettel, den sie in einer alten Schachtel findet. Sie führt zur Geschichte ihres Großvaters Schmuel Yakov Yatzkan, den sie nie kennengelernt hat. Er soll im Jahr 1908 in Warschau die erste jiddische Tageszeitung „Haynt“ gegründet haben, ein Vorzeigeblatt einer einst blühenden jiddischen Kultur. In Warschau hat sich die Zeitung nie vom ersten Weltkrieg erholt und 1920 fühlt er sich gezwungen die Leitung abzugeben. 1926 gründet er in Paris die Tageszeitung „Parizer Haynt“, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1936 arbeitet. Er bietet den Einwanderern, die durch Hunger und Pogrome vertrieben wurden, Orientierung. Anna-Célia Kendall-Yatzkan kann es kaum glauben, dass ihr Großvater ein berühmter Pionier der jiddischen Presse war. Sie folgt seinen Spuren, vom litauischen Jiddischland des 19. Jahrhunderts bis nach Paris. Die Chronik ihrer Familie erzählt von den Wunden der Geschichte, davon, wie eine Familie durch die Schoah zerrissen wurde. Der Dokumentarfilm kittet die Brüche in der Familiengeschichte und sucht nach Versöhnung. Außerdem beleuchtet er nicht ohne Humor ein ausgelöschtes Stück europäische Geschichte. Schließlich weiß die Filmemacherin am Ende ihrer Identitätsfindung sogar eine Antwort auf die scheinbar banale Frage, was sie mit dem alten Klavier anfangen soll, die Ausgangspunkt ihrer persönlichen Recherchen war. Nun kann sie sich endlich vom umfangreichen Nachlass ihrer Mutter trennen.

Di, 3. Nov · 15:15-16:43 · arte
Taxi nach Tobruk

1942: Libyen ist von deutschen Truppen besetzt. Ein französisches Kommando verliert bei einer deutschen Offensive in Tobruk seinen Leutnant: Die vier übriggebliebenen französischen Soldaten sind auf sich allein gestellt und versuchen in Richtung El Alamein zu fliehen, verlieren aber in der Wüste die Orientierung. Als sie einer deutschen Patrouille begegnen, töten sie die feindlichen Soldaten, um ihnen das Fahrzeug abzunehmen. Ein deutscher Offizier überlebt die Schießerei und wird gefangen genommen. Auf ihrer gemeinsamen Reise werden sich die verfeindeten Männer allmählich sympathisch … Libyen im Oktober 1942: Die französischen Soldaten Théo, Samuel, François und Jean sind gerade in Tobruk stationiert, als die Stadt von deutschen Truppen bombardiert wird. Ihr Leutnant stirbt bei dem Angriff und die vier Männer sind plötzlich auf sich allein gestellt. Auf ihrer Flucht in Richtung El Alamein wird ihr Fahrzeug von einem Kampfflieger beschossen und brennt aus. Hoffnungslos und ohne Wasservorräte versuchen sie nun, zu Fuß durch die Wüste zu finden. Orientierungslos folgen sie einer Reifenspur, die sie schließlich zu einem deutschen Spähtrupp führt. Es ist ihnen ein Leichtes, die vier Deutschen bei ihrem Kartenspiel zu erschießen, doch der Hauptmann, ein gewisser Ludwig von Stegel, überlebt den Überfall. Kurzum beschließt Théo, den Deutschen gefangen zu nehmen. Ausgerüstet mit dem feindlichen Geländewagen und genügend Wasser, nehmen die Soldaten mit ihrem Gefangenen die Reise nach El Alamein wieder auf, wo inzwischen die Alliierten eingetroffen sind. Auf der Fahrt muss die Gruppe immer neue Herausforderungen und Strapazen überstehen. In ihrer Not halten sie trotz ihrer Feindschaft zusammen und lernen allmählich, einander zu vertrauen. Ludwig hilft mit seinem technischen Wissen aus und die französischen Soldaten bewilligen ihm dafür immer mehr Freiheiten. Ihnen wird bewusst: „Wenn man im Krieg die Leute kennenlernen würde, könnte man keinen umbringen.“ Sie nähern sich ihrem Ziel mit gemischten Gefühlen: Sollen sie Ludwig tatsächlich an die alliierten Truppen ausliefern? Oder ihn lieber freilassen?

Di, 3. Nov · 16:40-17:06 · arte
Verschollene Filmschätze: 1940. Charlie Chaplin dreht „Der große Diktator“

„Verschollene Filmschätze“ ist eine Sammlung bedeutender historischer Aufnahmen. Seit mehr als einem Jahrhundert dokumentieren Bild und Film die wichtigsten Geschehnisse der Weltgeschichte. Seit ihrer Erfindung war die Kamera bei allen entscheidenden und bedeutenden Ereignissen dabei. ARTE zeigt die Reihe „Verschollene Filmschätze“ vom 2. November bis 27. November jeweils wochentags gegen 16.00 Uhr, mit insgesamt zehn neuen Folgen in Erstausstrahlung. Heute: 1940. Charlie Chaplin dreht „Der große Diktator“ Die Dreharbeiten zu Charlie Chaplins „Der große Diktator“ beginnen im September 1939 in Hollywood, nur wenige Tage nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Die Arbeit am Film dauert an, während Hitler immer größere Teile Europas verwüstet. Die Handlung spielt in einem imaginären Land, das unschwer als das Dritte Reich erkennbar ist. Der Film soll auf die Gefahren des Nationalsozialismus und die entsetzliche Judenverfolgung durch das Hitler-Regime aufmerksam machen. In seiner Wahlheimat, den USA, stößt Charlie Chaplin mit seinem Projekt zunächst auf Skepsis. Er erhält zunächst keine große Unterstützung für seinen Film. Viele Amerikaner sind gegen den Kriegseintritt der USA. Was hat Chaplin bewogen, den Film dennoch fertigzustellen und sogar selbst zu finanzieren? Und wer filmte die farbigen Amateuraufnahmen von den Dreharbeiten am Set? Was verraten die Bilder über die Arbeitsmethoden des Regisseurs, Schauspielers und Produzenten Charlie Chaplin?

Di, 3. Nov · 22:25-00:25 · ZDFkultur
Der große Diktator

Der Diktator Hynkel wird nach dem Einmarsch seiner Truppen in das Land Austerlich mit seinem Doppelgänger, einem aus dem KZ entflohenen jüdischen Barbier, verwechselt. Der verstörte kleine Mann wagt es, statt der erwarteten Staatsrede einen flammenden Appell für Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden abzugeben. – Charlie Chaplins zeitgenössische komisch-bittere Satire auf Adolf Hitler. „Der große Diktator“, Charles Chaplins erster Dialog-Film, ist ein persönliches und politisches Bekenntnis. Eine traurige Farce, eine hellsichtige Slapstick-Satire mit tief bewegenden Zügen, die Chaplin aufgerüttelt von den Nachrichten über Hitler und die zunehmende Unterdrückung der Juden drehte. „Hätte ich etwas von den Schrecken in den deutschen Konzentrationslagern gewusst“ „, schreibt Chaplin in seiner Autobiografie, „ich hätte ‚Der große Diktator‘ nicht zustande bringen, hätte mich über den mörderischen Wahnsinn der Nazis nicht lustig machen können. Aber ich wollte unbedingt ihren mystischen Unsinn über eine reinblütige Rasse zum Gespött werden lassen.“

Di, 3. Nov · 23:45-01:20 · BR
Cinema Jenin – Die Geschichte eines Traums

In seinem Dokumentarfilm „Das Herz von Jenin“ erzählte der Regisseur Marcus Vetter vom Tod eines palästinensischen Kindes in Jenin, dessen Vater Ismail Khatib die Organe seines Sohnes palästinensischen und israelischen Kindern spendete. Zwei Jahre später besucht der Filmemacher erneut Jenin. Gemeinsam mit Khatib versucht er, das örtliche Kino wiederzubeleben, um den Jugendlichen der Region eine Perspektive zu geben. Der Dokumentarfilm „Cinema Jenin“ begleitet das ungewöhnliche Kulturprojekt. Es begann im November 2005 im Westjordanland mit einer Tragödie. Ein palästinensischer Junge spielte mit Freunden auf der Straße des Ortes Jenin „Krieg“. Ein israelischer Soldat hielt die Spielzeugwaffe für echt und schoss. Im Krankenhaus von Haifa wurde der Hirntod des Kindes festgestellt. Der Krankenpfleger Raymund, ein arabischer Christ, bat den muslimischen Vater Ismail Khatib um Organspenden. Ismael gab die Organe seines Sohnes schließlich frei und rettete damit das Leben von fünf Kindern palästinensischer und israelischer Herkunft. Drei Jahre später wollte er diese Kinder kennenlernen. Dabei begleitete ihn der deutsche Filmemacher Marcus Vetter. Das Ergebnis war der Dokumentarfilm „Das Herz von Jenin“, der mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Eines Abends, die Dreharbeiten zu dem Film waren längst abgeschlossen, gingen Marcus Vetter und Ismail Khatib an dem Kino in Jenin vorbei, das mit Beginn der ersten Intifada 1987 geschlossen worden war. Gemeinsam entstand die Idee, das Kino wieder zu eröffnen und den Kindern in Jenin eine andere Vision zu geben, als sich gegen israelische Panzer zu stellen. Ismael Khatib, Marcus Vetter und Fakhri Hamad, der Übersetzer von Ismael, wurden von da an die Initiatoren eines gewagten Kulturprojekts. Würde es ihnen gelingen, mitten in der Hochburg der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden ein Filmtheater zum Leben zu erwecken? Ein Kino, das Fundamentalisten als Symbol westlicher Kultur gelten könnte? Der Dokumentarfilm „Cinema Jenin“, den Marcus Vetter zusammen mit dem israelisch palästinischen Kameramann Aleksei Bakri drehte, schildert in der Form eines persönlichen Tagebuchs das schwierige, aber schließlich erfolgreiche Ringen um die Wiedereröffnung des Kinos in Jenin. Vetters Film zeigt, wie schwierig die Finanzierung der Renovierung des Filmtheaters war, aber auch wie immer mehr freiwillige Helfer nach Jenin kamen. Im Dschungel der Bürokratie des selbst verwalteten Palästinensergebietes mussten die Aktivisten Misstrauen und Vorurteile überwinden, Rückschläge wegstecken und Geduld beweisen. Schließlich wurde im August 2010 das Kino in Jenin unter weltweiter Beachtung nach 20 Jahren wiedereröffnet.

Mi, 4. Nov · 00:15-01:00 · RBB Berlin
Späte Rückkehr

Über 60 Jahre lebte Margot Friedlander in New York. 1947 war sie zusammen mit ihrem Mann hierher emigriert. Beide haben den Holocaust überlebt; Margot im Untergrund ihrer Heimatstadt Berlin. 2010 kehrt sie für immer dahin zurück. Der Film „Späte Rückkehr“ erzählt die Geschichte einer langsamen Annäherung – die Wunden der Vertreibung und Entrechtung können ein ganzes Leben brauchen, um zu heilen. 2003 besucht Margot Friedlander zum ersten Mal wieder Berlin. Diese Reise in ihre Vergangenheit und – wie sich zeigen sollte – auch in ihre Zukunft erzählt der Film „Don’t call it Heimweh“, ein bewegendes Dokument der Wiederbegegnung mit der Stadt in der sie versteckt den Naziterror überlebt hat. Dem Film folgt vier Jahre darauf ihre Autobiographie „Versuche Dein Leben zu machen“. Dann fällt der Entschluss der 88-Jährigen, nach Berlin zurückzukehren. Doch der Abschied von New York fällt nicht so leicht wie gedacht. Vor allem bei Freunden, die wie sie aus Deutschland emigriert waren, trifft ihre Entscheidung auf Skepsis und Widerspruch. Im Dialog mit ihren New Yorker Freunden wird deutlich, wie schwierig und schwerwiegend der Entschluss zur Rückkehr ist. Für Margot Friedlander schließt sich mit ihrer Heimkehr in die Stadt ihrer Kindheit der Kreis ihres Lebens. Dennoch markiert der Film kein Happy End. „Heimat“, sagt Margot Friedlander, „hab ich keine, aber ein Zuhause.“ Und das ist jetzt wieder in Berlin, wo sie geboren wurde und wo sie heute mehr Freunde hat als in New York. Sie hat eine Mission: Sie will jungen Deutschen von ihrem Erleben berichten – damit es nicht in Vergessenheit gerät. Den Deutschen ihrer Generation jedoch traut sie bis heute nicht. „Späte Rückkehr“ dokumentiert die Übersiedlung von Margot Friedlander von New York nach Berlin. Der Filmemacher Thomas Halaczinsky lebt seit 1991 in New York, wo er Margot Friedlander im Jahre 2002 kennengelernt hatte. Sein Film „Dont‘ call it Heimweh“ eröffnete 2005 das Jüdische Filmfestival in Berlin und erlebte seine TV-Premiere im rbb Fernsehen.

Mi, 4. Nov · 00:15-02:00 · WDR
A Serious Man

Amerika, 1967. Larry Gopnik lebt mit seiner Familie in einer bürgerlichen Vorortsiedlung im amerikanischen Mittelwesten: eine Einöde aus uniformen Einfamilienhäusern, menschenleeren, betongrauen Straßen und akkurat gestutzten Rasenflächen. Er ist ein respektiertes Mitglied der Jüdischen Gemeinde und als Physik-Professor am örtlichen College tätig. Aber der Anschein gepflegter Biederkeit trügt: Larry Gopniks Leben gleicht in jeder Hinsicht einem Katastrophengebiet. Seine Frau Judith will sich für einen anderen Mann von ihm scheiden lassen und sein pubertierender Sohn Danny interessiert sich ausschließlich für den nächsten Joint und den störungsfreien Empfang seiner Lieblingsserie. Töchterchen Sarah denkt an die Finanzierung ihrer Nasen-OP und verschwindet allabendlich in der Disco. Damit nicht genug, hat sich Larrys arbeitsloser Bruder Arthur, der wegen illegalen Glücksspiels von der Polizei gesucht wird, auf der Familiencouch eingenistet. Larrys aggressiver Nachbar nimmt ungefragt einen Teil seines Grundstücks in Beschlag und ein Student will ihn für eine bessere Note bestechen. Dessen Vater wiederum droht mit einer Anzeige wegen Rufmords, sollte Gopnik die Sache publik machen. Zur gleichen Zeit wird Larrys Beförderung am College durch anonyme Verleumdungsbriefe gefährdet. In seiner Verzweiflung sucht der arme Kerl Hilfe bei verschiedenen Rabbinern. Doch deren Ratschläge geben ihm nur noch mehr Rätsel auf. Fast scheint es, als würde Gott höchstpersönlich ihn auf die Probe stellen.

Mi, 4. Nov · 07:05-07:31 · arte
So isst Israel: Von den judäischen Hügeln nach Galiläa

Der in Deutschland geborene und seit 2004 in Israel lebende Tom Franz führt auf einer kulinarischen Abenteuerreise durch Israel: in die koscheren Küchen von Jerusalem und zu Gourmetköchen in Tel Aviv. Er besucht Käsemacher in den judäischen Hügeln, Fischgurus in Akko, Winzer in Galiläa und hilft Kibbuzbewohnern bei der Dattelernte. Die Reihe streift die Konflikte der Region, erzählt aber auch von Juden und Muslimen, die in ihrer Küche das schaffen, wovon die Weltpolitik seit Jahrzehnten träumt: ein Stückchen Frieden in Nahost. In der Küche des Arabers Yakub und der jüdischen Köchin Michal lernt Tom, wie man Lebensphilosophie in Gourmetessen ausdrücken kann. Auf einem jüdischen Slow-Food-Markt in dem arabischen Dorf Abu Gosch probiert Tom Köstlichkeiten der Biobauern aus der Region und erfährt, dass die palästinensischen Israelis dort seit Jahren beste kulinarische Beziehungen mit ihren jüdischen Nachbarn pflegen. Die Jüdin Elisa Moed und die Palästinenserin Christina Samara organisieren kulinarische Begegnungen mit Einwohnern auf beiden Seiten des Heiligen Landes und nehmen Tom mit auf eine Tour ins Palästinensergebiet. Gemeinsam besuchen sie einen jüdischen Winzer im Westjordanland, der in der israelischen Siedlung Har Bracha koscheren Wein produziert. Die kulinarische Reise geht weiter vorbei an Olivenhainen und Bananenplantagen, hoch in den Norden von Israel: nach Galiläa, das als eines der besten Weinanbaugebiete in Israel gilt. Schon vor 6.000 Jahren wurde hier Wein angebaut. Unter islamischer Herrschaft war die Produktion von Alkohol jahrhundertelang verboten. Baron Rothschild investierte Ende des 19. Jahrhunderts Millionen, aber erst in den 1980er Jahren begann in Israel die Weinrevolution. Heute gibt es über 200 Boutique-Weingüter. An der Grenze zum Libanon hilft Tom bei der Weinlese der Tulip Winery. Der junge Besitzer Roy Itzhaki hat mit Tulip eine Vision verwirklicht: Er produziert Spitzenwein mit Mitarbeitern, die geistig behindert sind. Sein Weingut liegt mitten in dem Behindertendorf Kfar Tikva, dem „Dorf der Hoffnung“.

Mi, 4. Nov · 17:30-18:00 · Einsfestival
Auf 3 Sofas durch …

Die Reisereportage mit Thomas Niemetz. * In dieser Folge reist Thomas nach Tel Aviv. Er hat gehört, dass die Leute dort sehr durchgeknallt und lustig sind und dass die Stadt sehr extrem ist. Thomas‘ erstes Übernachtungssofa steht bei Eyal, dem szenigen Partygänger und Nerd; dann verabredet er sich bei der umtriebigen Rachely – zu Hause eine kleine Messie und unterwegs eine coole Ausgeherin. Sie ist sehr offen und gibt auch ganz Privates über jüdischen Glauben und Erinnerung preis. In dieser Folge reist Thomas nach Tel Aviv. Er hat gehört, dass die Leute dort sehr durchgeknallt und lustig sind und dass die Stadt sehr extrem ist. Thomas‘ erstes Übernachtungssofa steht bei Eyal, dem szenigen Partygänger und sympathischen Nerd; dann verabredet er sich bei der umtriebigen Rachely – zu Hause eine kleine Messie und unterwegs eine coole Ausgeherin. Sie ist sehr offen und gibt auch ganz Privates über jüdischen Glauben und Erinnerung preis. Das dritte Sofa gibt’s dann – ganz improvisiert – bei Shlomo auf der Dachterrasse. Dort finden „konspirative Treffen“ mit vielen „die Welt verbessernden Impulsen“ statt. Und es gibt Sightseeing in Jaffa, der Altstadt, mit heißen Stränden und Restaurants. Israels Küstenmetropole gilt zu Recht als coole Ausgehstadt.

Mi, 4. Nov · 21:15-22:45 · Das Erste (ARD)
Herbe Mischung

Zahra und Benni sind seit einem Jahr ein glückliches Paar. Gerade haben sie in München eine gemeinsame Wohnung bezogen. Während Benni seinen Doktor in Botanik macht, hat Zahra einen kleinen Teeladen. Alles ist möglich, alles ist gut. Doch als Bennis Opa stirbt, wird das junge Glück auf eine harte Probe gestellt. Denn Benni ist Jude, seine Familie lebt in Tel Aviv, Zahra ist Halb-Araberin – zumindest der Herkunft nach – aber eigentlich hat sie sich damit nie wirklich auseinandergesetzt. Warum auch? Sie ist in München geboren und durch und durch deutsch, im Geburtsort ihres Vaters war sie gerade zwei Mal und das ist Jahrzehnte her. Jetzt muss sie sich wohl oder übel damit befassen. Denn als sie mit Benni zur Beerdigung des Opas nach Tel Aviv reist, steht plötzlich im Mittelpunkt, was in München keine Rolle spielte. Bei der Beerdigung bekreuzigt sich Zahra am Grab, woraufhin Bennis Familie, die durch ein Missverständnis annahm, Zahra sei Jüdin, schockiert ist. Und es wird nur allzu deutlich: Bennis Vater Ephraim, ein General a.D., ist in den Jahren seiner Pension regelrecht zum Araberhasser mutiert und hat sein Haus in ein Fort Knox verwandelt. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Araber den Großvater quasi auf dem Gewissen hat, denn der Opa bekam den tödlichen Herzinfarkt nach der Detonation einer Rakete nahe seines Hauses. Wohl kaum der richtige Zeitpunkt, entscheiden Zahra und Benni, jetzt mit Zahras pikantem Halbblut herauszurücken, zumal die beiden nur zwei Tage bleiben wollen und Bennis Familie Zahra dann doch schnell ins Herz geschlossen hat. Bis auf eine: Tante Edna, eine alte Jungfer, die nicht tolerieren kann, dass eine „Schickse“ sich ihr geliebtes „Bubbele“ geangelt hat. Sie ist es auch, die belauscht, dass Zahra mit Nachnamen Abdullah heißt – nur leider kann sie das nicht mehr beweisen, denn Bennis Oma hat Zahras Pass verschwinden lassen. So müssen Zahra und Benni gezwungenermaßen übers Wochenende bleiben, an dem Edna nichts unversucht lässt, Zahra zu überführen. Vater Ephraim versucht ungelenk, sich seinem Sohn anzunähern, der vor drei Jahren nach einem Streit mit ihm die Familie und Israel verließ. Zwischen Zahra und Benni beginnt es zu kriseln, denn Zahra erkennt langsam ihren Freund nicht mehr wieder. Die Situation eskaliert.

Mi, 4. Nov · 22:00-22:45 · 3sat
3sat thema: Rechts – extrem – gefährlich – V-Mann-Land

Niemand ahnte, dass der bekannte Neonazi zugleich ein V-Mann, ein Informant des Verfassungsschutzes war. Heute lebt er anonym, gibt aber erstmalig ein Interview – maskiert. Eine Vergangenheit die ihn auch in das Umfeld des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) führte. Ein anderer ehemaliger Informant fragt sich, ob er die Mordserie hätte verhindern können. Dem Verfassungsschutz habe er wichtige Hinweise zur Ergreifung der NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe geliefert, doch es passierte nichts. Seit Jahren lebt er im Ausland, versucht, die eigene Vergangenheit zu vergessen. Doch dann fliegt er auf. Nun will er wissen, warum er die rechtsextreme Szene nicht nur im Staatsauftrag beobachten, sondern maßgeblich mit aufbauen sollte. V-Leute waren von Beginn an im deutschen Rechtsextremismus in Führungspositionen. Skandale gab es immer wieder. Aber so wie nach dem Auffliegen der drei NSU-Terroristen standen V-Leute noch nie in der Kritik. Waren sie wichtige Informanten oder vor allem Neonazis aus Überzeugung, die den Staat an der Nase herumführten? Warum wurden NSU-Akten, die V-Leute betreffen, im großen Stil vernichtet? Was sollte hier vertuscht werden? Wie denken ehemalige V-Leute heute über ihre Zeit in der Naziszene? Was sagen ihre V-Mann-Führer dazu? Was bedeutet es, von Geheimdienst und Neonaziszene bedrängt zu werden. Muss das V-Mann-System, das auch mit Kriminellen und Vorbestraften arbeitet, reformiert oder gar abgeschafft werden?

Mi, 4. Nov · 23:00-23:45 · BR
Die vergessene Mission

Eine abenteuerliche Episode des Ersten Weltkrieges: Eine bayerische Fliegerstaffel kämpfte gemeinsam mit der türkischen Armee an der Palästinafront. Im Rahmen des deutschen Unternehmens „Pascha“, der Unterstützung der türkischen Verbündeten gegen Briten und Araber, hat die königlich-bayerische Fliegertruppe 304 in Palästina bis 1919, also über die deutsche Kapitulation hinaus, Einsätze geflogen. Diese dienten vor allem der Luftaufklärung. In dieser Dokumentation werden die Planung und der Verlauf dieses Einsatzes gezeigt und auch die vielschichtige Motivationslage der Beteiligten aufgedeckt, meist bayerische Soldaten jüdischen Glaubens. Erinnerung an eine exotisch und abenteuerlich anmutende Episode des Ersten Weltkrieges. Die königlich-bayerische Fliegertruppe 304 hat in Palästina bis 1919 Einsätze geflogen, die vor allem der Luftaufklärung dienten. In der Dokumentation werden die Planung und der Verlauf dieser abenteuerlichen Unternehmung nachgezeichnet. Eine abenteuerliche Episode des Ersten Weltkrieges: Eine bayerische Fliegerstaffel kämpfte gemeinsam mit der türkischen Armee an der Palästinafront. Im Rahmen des deutschen Unternehmens „Pascha“, der Unterstützung der türkischen Verbündeten gegen Briten und Araber, hat die königlich-bayerische Fliegertruppe 304 in Palästina bis 1919, also über die deutsche Kapitulation hinaus, Einsätze geflogen. Diese dienten vor allem der Luftaufklärung. In dieser Dokumentation werden die Planung und der Verlauf dieses Einsatzes gezeigt und auch die vielschichtige Motivationslage der Beteiligten aufgedeckt, meist bayerische Soldaten jüdischen Glaubens.

Do, 5. Nov · 00:25-01:45 · 3sat
3sat thema: Rechts – extrem – gefährlich: Deutsche Pop Zustände – Eine Geschichte rechter Musik

Ein Dokumentarfilm über das Zusammenspiel von Popkultur und rechter Ideologie, der die Entwicklung nationalistischer Musik seit den späten 1970er Jahren in Deutschland reflektiert. Jahrzehntelang galt Popkultur als modern und emanzipatorisch, längst aber ist sie Teil der gesellschaftlichen Mitte und hat sich merklich nach rechts geöffnet: Die Übergänge zwischen Mainstream und neonazistischen Ideologien sind inzwischen fließend. Im ersten Bekennervideo des NSU werden die Songs „Am Puls der Zeit“ und „Kraft für Deutschland“ der populären Rechtsrock-Band „Noie Werte“ zur musikalischen Untermalung des Gezeigten verwendet. Musik spielte im NSU um Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe eine zentrale Rolle. Von ihnen ist bekannt, dass sie in der subkulturell geprägten neonazistischen Szene politisiert wurden und häufig auf Konzerte gingen. Die rechtsextreme Musikszene, speziell das Netzwerk um „Blood & Honour“, hat später die untergetauchten mutmaßlichen NSU-Terroristen unterstützt. Die Szene baut zunehmend auf die mobilisierende Wirkung der Musik. Eine Idee, die sich auch die NPD zu eigen machte: Seit 2004 sucht sie „die Herzen von Jugendlichen durch Musik zu erobern“, indem sogenannte Schulhof-CDs an deutschen Schulen verteilt werden. Bis heute beschreiben diese CDs sehr genau den ideologischen Ist-Zustand rechter Musik. Der Dokumentarfilm von Dietmar Post und Lucía Palacios zeichnet diese Entwicklungen nach und stellt Verbindungen zu sozialen und politischen Entwicklungen in Deutschland seit den späten 1970er Jahren bis in die Gegenwart her. Ähnlich wie in ihrem von ZDF/3sat koproduzierten pop-historischen Dokumentarfilm „Monks – The Transatlantic Feedback“, der 2008 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, arbeiten die Autoren auch in ihrem neuen Film mit Gesprächen und akribisch recherchiertem Archivmaterial. Für ihren Film haben sie Poptheoretiker und Soziologen, Musiker und Label-Vertreter sowie einen Aussteiger aus der rechten Szene und einen Ausstiegsberater mit einer umfangreichen Sammlung musikalischer Beispiele besucht und diese von ihnen analysieren, kommentieren und einordnen lassen.

Do, 5. Nov · 23:00-00:25 · NDR Hamburg
Familie verpflichtet

Das glücklich lebende Schwulen-Pärchen David und Khaled würde nur zu gerne öffentlich heiraten – wäre da nicht Khaleds arabischstämmige Familie, insbesondere sein homophober Vater Aledrissi. Auch Davids Mutter Lea, die zurück zum Glauben gefunden hat und sich als Geschäftsführerin der jüdischen Gemeinde engagiert, sorgt für Ärger. Als plötzlich auch noch die schwangere Sarah vor der Tür des Pärchens steht und behauptet, dass Kind sei von Daniel, droht alles außer Kontrolle zu geraten.

Fr, 6. Nov · 00:45-02:15 · SWR BW
Das Meer am Morgen

Frankreich, im Kriegsjahr 1941: Nachdem die deutschen Truppen ein Jahr lang wie „Gott in Frankreich“ lebten, wird in Nantes ein deutscher Offizier auf offener Straße erschossen. Die Attentäter können unerkannt entkommen. Der Führer in Berlin ordnet umgehend die Exekution von 150 französischen Geiseln als Vergeltung an. In der deutschen Kommandantur im Pariser Hotel Majestic werden der Schriftsteller Ernst Jünger und der General Otto von Stülpnagel mit der Sache befasst. Die hinzurichtenden Geiseln sollen auch aus dem Internierungslager Choisel in der Bretagne ausgewählt werden. Dort wird unter anderem der 17-jährige Guy Môquet festgehalten: Er hatte in einem Kino Flugblätter verteilt. Gemeinsam mit 26 Mithäftlingen steht Guy auf der Liste der zu Exekutierenden in Châteaubriant. Am Atlantikwall wird der junge Wehrmachtssoldat Heinrich zu Schießübungen mit scharfer Munition verpflichtet. Das packende historische Drama von Volker Schlöndorff lässt die Abläufe der angekündigten Ermordung französischer Geiseln tatsachengetreu lebendig werden. Er ist inspiriert von erst kürzlich entdeckten Berichten Ernst Jüngers, einer frühen Erzählung von Heinrich Böll sowie zeitgenössischen Dokumenten. Die Massenerschießung und das Alter des jüngsten Opfers verursachten eine enorme Empörung im Land. General Charles de Gaulle rief im Radio zu einem landesweiten fünfminütigen Generalstreik auf. Guy Môquet wurde 1924 in Paris geboren. Sein Vater war ein Abgeordneter der kommunistischen Partei. Selbst Mitglied der kommunistischen Jugend wurde der 16-jährige Guy 1940 von der französischen Polizei festgenommen. Trotz seines Freispruches blieb er in Haft und wurde im Mai 1941 in ein Internierungslager nach Châteaubriant überführt. Nachdem am 20. Oktober 1941 der deutsche Oberstleutnant Karl Hotz erschossen wurde, ließ Hitler innerhalb eines Tages Guy und 26 Mithäftlinge in Châteaubriant als Vergeltungsmaßnahme exekutieren. Als Andenken an den damals 17-Jährigen trägt seit 1946 eine Metrostation in Paris seinen Namen. Sein in Frankreich berühmter Abschiedsbrief an seine Familie soll alljährlich an seinem Todestag in allen französischen Schulen verlesen werden.

Fr, 6. Nov · 01:20-02:55 · HR
Die Wohnung

Eine Wohnung in Tel Aviv, ein Stück Berlin mitten in Israel. 70 Jahre lang hat Gerda Tuchler hier mit Ehemann Kurt gelebt, nachdem das Ehepaar in den 30er-Jahren aus Deutschland fliehen musste. Weggeworfen haben sie nichts. Als Gerda Tuchler mit 98 Jahren starb, traf sich die Familie zur Wohnungsauflösung. Regisseur Arnon Goldfinger will die Wohnung seiner Großeltern und die darin konservierte Welt, filmisch festhalten – bevor sie für immer verschwindet. Doch inmitten unzähliger Briefe, Fotos und Dokumente entdeckt er Spuren einer unbekannten Vergangenheit: Die jüdischen Großeltern waren eng befreundet mit der Familie des SS-Offiziers Leopold von Mildenstein. Sogar über das Ende des Zweiten Weltkriegs hinaus. Die über Generationen im Verborgenen gehaltene Geschichte verstört und schmerzt. Und dennoch nimmt Filmemacher und Enkel Arnon Goldfinger zusammen mit seiner Mutter den Kampf auf – mit Wut und Mut gegen die Kisten, den Staub, die Antiquitätenhändler, die Familie, die Vergangenheit und die Gegenwart, Verdrängung und Wahrheit. Wie bei einer Zwiebel wird sorgsam Schicht um Schicht dieser unglaublichen Geschichte freigelegt. Ergebnis dieses Prozesses ist eine unglaubliche Saga, die den Zuschauer nicht nur in die Geschichte einer Familie hineinzieht, sondern auch in die vielschichtigen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland. Ein faszinierendes Dokument, das einen neuen, nachdenklichen Blick darauf wagt, wie die zweite und dritte Generation von Holocaust-Überlebenden mit Erinnerung und Geschichte umgeht und darauf, wie komplex die Beziehungen zwischen den Israelis und den Deutschen seit dem Zweiten Weltkrieg sind. Außerdem rührt der Film an Fragen der Identität und Zugehörigkeit, der Verdrängung und des Gedenkens und schafft es, daran zu erinnern, wie wichtig diese Fragen sind.

Fr, 6. Nov · 21:15-23:15 · ZDFneo
Glauben ist Alles!

Priester Brian (Edward Norton) und Rabbi Jake (Ben Stiller) treffen ihre Jugendfreundin Anna (Jenna Elfman) wieder und hegen schon bald romantische Gefühle für die junge Frau. Jake steht vor der Beförderung in seiner jüdischen Gemeinde, es fehlt nur noch eine Ehefrau. Das Problem scheint gelöst, als er sich in Sandkastenfreundin Anna verliebt. Nur dumm, dass sein bester Freund, Priester Brian, ebenfalls erneut für Anna entflammt ist. Die 80er Jahre in der Upper West Side von New York. Die Siebtklässler Jake (Sam Goldberg), Brian (Michael Roman) und Anna (Blythe Auffarth) verbringen jede Minute ihrer Freizeit miteinander, setzen sich erfolgreich gegen Angriffe ihrer Mitschüler zur Wehr, bestehen zahlreiche Abenteuer gemeinsam und sind immer füreinander da. Plötzlich erfährt die unbeschwerte Freundschaft ein jähes Ende, als ihr bester Kumpel Anna mit ihrer Familie ganz unerwartet an die Westküste zieht. Jake und Brian bricht dieser Verlust fast das Herz, vorbei ist’s mit der Jugendliebe. Rund 20 Jahre später. Brian, der immer noch im Big Apple lebt, bekommt ganz unerwartet einen Anruf von Anna. Sie kündigt an, dass sie sich demnächst beruflich für einige Wochen in New York aufhalten wird und bittet darum, vom Flughafen abgeholt zu werden. Brian und Jake, die immer noch eine tiefe Freundschaft verbindet, sind außer sich vor Freude. Gemeinsam und voller Erwartungen machen sie sich auf den Weg zum Flughafen. Kaum dort angekommen, verfallen die beiden jungen Männer sofort wieder den Reizen ihrer Freundin aus Jugendtagen. Die Gefühle der beiden brennen schnell wieder lichterloh für die freche Anna, inzwischen eine erfolgreiche und zudem bildhübsche Geschäftsfrau. Nicht minder erfolgreich – und mit Leib und Seele ihrem Beruf, genauer gesagt, ihrer Berufung verfallen – sind auch Brian und Jake. Brian steht, trotz unkonventioneller Kleidung wie zerschlissener Jeans und ausgetretener Turnschuhe, auf gutem Fuß mit den Mitgliedern seiner Gemeinde – nicht zuletzt wegen seiner exzellenten Spanisch-Kenntnisse und der tatkräftigen Unterstützung seines Mentors und väterlichen Freundes Pater Havel (Milos Forman). Unter den kritisch-wachsamen Augen seiner Vorgesetzten, dem wohlmeinenden Rabbi Lewis (Eli Wallach) und dem etwas altmodischen, traditionsbehafteten Larry Friedman (Ron Rifkin) lockt Jake seine Schäfchen erfolgreich mit etwas unkonventionellen Methoden wie einem Gospel-Chor in die Synagoge. Als Junggeselle ist der attraktive Jake obendrein ein heißbegehrter Mann. Es vergeht kaum ein Abend, an dem er nicht mit einer potenziellen Heiratskandidatin ausgeht und dies nicht immer ganz freiwillig. So etwa mit der durchtrainierten und stets lustvollen Athletin Ali Decker (Lisa Edelstein) oder der ständig unter Termindruck stehenden Nachrichtensprecherin Rachel (Rena Sofer), Tochter des einflussreichen Gemeindemitglieds Bonnie Rose (Holland Taylor). Die harmonische Dreiecksfreundschaft bekommt jedoch plötzlich eine völlig andere Wendung: Zwischen Jake und Anna funkt es. Vorläufig bewahren sie ihr Geheimnis für sich, um Brian nicht zu verletzen. Richtig kompliziert wird die ganze Situation jedoch, als aus der vermeintlichen Affäre echte Liebe wird. Anna beschließt spontan, beruflich etwas kürzerzutreten und vorerst nicht mehr nach Kalifornien zurückzukehren. Für Rabbi Jake ist es jedoch unvorstellbar, eine Nicht-Jüdin zu heiraten, auch um seine geliebte, exzentrische Mutter Ruth (Anne Bancroft) nicht vor den Kopf zu stoßen. Die hat es nämlich nie richtig verwunden, dass ihr ältester Sohn sich außerhalb ihres Glaubens vermählt hat. Es kommt zwischen Jake und Anna zu einem heftigen Streit – und zu allem Überfluss erfährt auch noch Brian von der Romanze und auch seine Gefühle für Anna sind alles andere als platonisch.

Sa, 7. Nov · 00:15-01:45 · WDR
Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte

Ein Foto, das drei Männer in einem Berliner Gerichtssaal abbildet, als Ausgangspunkt für einen Film: Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler Anfang der 70er Jahre. Mahler ist der Angeklagte, die beiden anderen sind seine Verteidiger. Damals sind alle drei Anwälte der linken außerparlamentarischen Opposition. Sie kritisieren die Macht der Altnazis in der jungen Bundesrepublik und die US-amerikanische Vietnamkriegspolitik. Die drei Anwälte wollen den Staat verändern. Uneins sind sie sich über den Weg dorthin. Horst Mahler hat sich der RAF angeschlossen, die beiden anderen kämpfen mit Worten. Heute ist der eine SPD-Bundesinnenminister a. D., der andere ist das linke Gewissen der Grünen im Bundestag und der Dritte einer der Anführer der rechten Szene. Sie decken das ganz politische Spektrum der Bundesrepublik ab: Ströbele ist der unbeirrbare Linke, Schily der Bürgerliche in der konservativen Mitte, Mahler der Rechtsextreme. Schily und Ströbele gehen sich aus dem Weg, Mahlers Nähe meiden sie beide. Der Film verfolgt die Biografien von drei Männern, die einer Generation angehören und die sich in derselben bundesdeutschen Wirklichkeit entwickelt haben. Die Regisseurin Birgit Schulz untersucht, was diese Männer geprägt hat, was sie in Bezug auf ihre politischen Ideale verbunden hat, und an welchen Punkten die drei unterschiedliche Wege eingeschlagen haben, um am Ende Gegner zu werden. Dabei verübeln alle drei dem jeweils anderen den Weg aus der gemeinsamen Geschichte. Der Film erzählt zunächst von großen Lebensträumen, dann von Entfremdungen, Verletzungen und aufgekündigten Beziehungen und zu guter Letzt von neuen Träumen. Während der Dreharbeiten wurden die drei mehrere Tage lang interviewt. Im Verlauf der Gespräche kommt es dabei zu vielen intimen und berührenden Aussagen, die diese deutsche Geschichte in die Tiefe führen. Fast erscheint was in den einzelnen Biografien auf den ersten Blick widersprüchlich aussieht, im Verlauf des Films logisch. Denn in sich und getrennt voneinander haben alle drei Lebensläufe eine gewisse Konsequenz – zumindest behauptet jeder der drei, sich treu geblieben zu sein …

So, 8. Nov · 08:50-09:35 · WDR
Jazzline: Avishai Cohen Quintet

Der seit 1992 in New York lebende israelische Kontra- und E-Bassist Avishai Cohen wurde als Gründungsmitglied des Chick Corea Sextetts bekannt. Neben seiner Arbeit mit Chick Corea gehören Aufnahmen und Auftritte mit Herbie Hancock, Wynton Marsalis, Brad Mehldau, Joshua Redman, Paquito D’Rivera, Roy Hargrove und dem London Philharmonic Orchestra zu seinen musikalischen Aktivitäten. Avishai Cohens Spielweise bewegt sich zwischen nahöstlicher Musik, Latin, Blues und Klassik und reflektiert auf musikalische Weise Orte, Menschen und Emotionen, die er bei zahlreichen Tourneen und Reisen auf der ganzen Welt über viele Jahre hinweg kennen gelernt hat.

So, 8. Nov · 12:15-13:05 · SWR BW
Goldschmidts Kinder – Überleben in Hitlers Schatten

Berlin 1935. Unter großen persönlichen Risiken gelingt es der Lehrerin Leonore Goldschmidt, mitten in Nazideutschland eine jüdische Schule zu gründen. In den nationalsozialistischen Schulgesetzen findet sie ein Schlupfloch und widersteht allen Repressalien durch die SA. Für viele jüdische Kinder Berlins wird die Goldschmidt-Schule zum letzten Zufluchtsort vor dem wachsenden Rassismus. Auf dem Lehrplan steht vor allem Englisch, als Voraussetzung für ein Leben im Exil. Nach der Pogromnacht 1938 eskaliert die Lage der Juden in Deutschland: Viele Goldschmidt-Schüler fliehen mit ihren Familien. Im September 1939 muss Leonore Goldschmidt die Schule schließen. Sie geht ins Exil nach England. Der Film erzählt die bislang weitgehend unbekannte Geschichte einer mutigen und listigen Frau, die für viele jüdische Kinder Berlins zum Schutzengel wurde. Vor allem aber lässt die Dokumentation nacherleben, wie Rassismus und Antisemitismus in die Gesellschaft einsickerten und die Seelen der jüdischen Kinder peinigten. Schüler, die überlebt haben, heute alle weit über 80 Jahre alt, berichten in berührenden Statements, wie sehr sie unter Ausgrenzung und Drangsalierungen litten. Aus allen Aussagen aber spricht tiefe Dankbarkeit für eine Frau, die eine „Oase inmitten der Hölle“ schuf und „ihre“ Kinder vorbereitete auf ein neues Leben im Exil. Für die Dokumentation hat die Familie Goldschmidt ihr Archiv mit zahlreichen Fotos, Briefen, Tagebüchern und anderen Dokumenten geöffnet. Leonore Goldschmidts Enkel David erzählt von seiner Großmutter, die 1983 verstorben ist. Außerdem können die Autoren auf einen Dokumentarfilm zurückgreifen, den der amerikanische Journalist Julien Bryan 1937 in der Goldschmidt-Schule gedreht und aus Deutschland herausgeschmuggelt hat. Er zeigt unter anderem die Zeitzeugen, die in der Dokumentation zu Wort kommen. So entsteht ein dichtes und emotionales Bild vom Leben in der Goldschmidt-Schule, einer einzigartigen Institution im Schatten des Naziterrors.

Mo, 9. Nov · 08:30-09:00 · RBB Berlin
Synagogen

Vor einhundert Jahren prägten Synagogen das Bild der großen deutschen Städte: Jüdische Gotteshäuser im orientalischen, neoromanischen oder neogotischen Stil, gebaut zumeist von christlichen Stararchitekten. Sie waren Ausdruck des wachsenden Selbstbewusstseins der jüdischen Gemeinden, aber auch des toleranten Miteinanders zwischen Juden und Christen – nach mehr als 1.500 Jahren der Verfolgung und Diffamierung. * 1.700 Synagogen in einer Nacht zerstört Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 ändert sich alles. Hitler setzt eine gigantische Maschinerie der Hetze und des Hasses gegen die jüdische Bevölkerung in Gang und findet Millionen von Erfüllungsgehilfen. In nur einer einzigen Nacht werden mehr als 1.700 Synagogen zerstört, wird fast die gesamte jüdische Kultur in Deutschland vernichtet. * Von den Pestpogromen bis zur Reichspogromnacht Der Architekturstudent Marc Grellert will sich damit nicht abfinden. Unterstützt von Professor Manfred Koob, Experte der virtuellen Konstruktion historischer Monumente, bauen Forscher und Studenten der TU Darmstadt zerstörte Großsynagogen im Rechner wieder auf. Augenzeugen erinnern sich, wie „ihre“ Synagoge ausgesehen hat. * Augenzeugen erinnern an die finsteren Tage vor 75 Jahren Der Film erzählt in eindrucksvollen Bildern und cineastischen Inszenierungen die Geschichte der Synagogen, aber auch der jüdischen Gemeinden in unserem Land. Von den mittelalterlichen Pestpogromen bis zur Reichspogromnacht, dem Terrorakt nationalsozialistischer Willkür. Bewegende Augenzeugenberichte erinnern an die Tage vor 75 Jahren, die zu den dunkelsten in der Geschichte unseres Landes gehören.

Mo, 9. Nov · 19:30-21:00 · Einsfestival
Hannas Reise

Für ihre Karriere braucht die ehrgeizige Hanna den Nachweis, dass sie sich ehrenamtlich engagiert hat. Sie versucht zwar sich durchzuschummeln, aber ihre Mutter Uta, Leiterin von „Aktion Friedensdienste“ für Israel, sorgt dafür, dass Hanna tatsächlich ein soziales Praktikum antritt. Sie bekommt eine Stelle in einem Behindertendorf in Tel Aviv. In Israel angekommen, stößt Hanna mit ihrer überheblichen Art bei allen auf Unverständnis. Auch ihr Betreuer Itay lässt sie zunächst mit Holocaustwitzen und zynischen Sprüchen auflaufen. Doch nach und nach beginnt sich Hanna einzuleben und die Welt durch Itays Augen zu sehen. Als Push für ihre berufliche Karriere braucht die ehrgeizige Hanna den Nachweis, dass sie sich ehrenamtlich engagiert hat. Soziale Kompetenz ist gefragt. Etwas, was in ihrem Leben bisher keine große Rolle spielte. Und so versucht sie, sich durchzuschummeln. Aber ihre Mutter Uta, Leiterin von „Aktion Friedensdienste“ für Israel, lässt das nicht zu und sorgt dafür, dass Hanna tatsächlich ein soziales Praktikum antritt, indem sie ihr eine Stelle in einem Behindertendorf in Tel Aviv vermittelt. Hanna bleibt keine Wahl. Wütend, widerwillig und voller Vorurteile macht sie sich auf die Reise. In Israel angekommen, stößt Hanna mit ihrer überheblichen Art bei allen auf Unverständnis: Ob in ihrer vollgemüllten WG mit dem „Wiedergutmachungsdeutschen“ Carsten und der Politaktivistin Maja, ob im Umgang mit den Behinderten bei der Arbeit oder auch bei den Treffen mit „ihrer“ Holocaustüberlebenden Gertraud. Auch Itay, der Betreuer, dem sie zugeteilt wurde, lässt sie zunächst mit Holocaustwitzen und zynischen Sprüchen auflaufen. Und zugleich beginnt er eine Flirtoffensive, der Hanna sich immer weniger entziehen kann. Nach und nach lernt Hanna, die Welt durch Itays Augen zu sehen. Doch die Gegensätze ihrer Herkunft stehen immer wieder zwischen den beiden. Unüberwindlich scheinen die Schatten der Vergangenheit und der gefährlichen Gegenwart Israels, einem Land, in dem Krieg zum Alltag gehört – bis die beiden erkennen, dass allein ihr Zusammensein zählt.

Mo, 9. Nov · 23:30-00:00 · BR
Vor Ort – Die Reportage

Anlässlich der Eröffnung des Israelischen Konsulats in München eine Reportage über den Generalkonsul, die deutsch-israelischen Beziehungen und das „Braune Viertel“.

Di, 10. Nov · 00:40-02:25 · MDR Sachsen
Hannah Arendt

Hannah Arendts Denken veränderte die Welt. Ihre gesellschaftspolitischen Schriften über totalitäre Systeme und Demokratie prägen bis heute unsere Sichtweise auf das 20. Jahrhundert und sind aus unserem Verständnis für politische Zusammenhänge – auch der aktuellen – nicht mehr wegzudenken. Als die jüdische Philosophin Hannah Arendt 1961 in Jerusalem den Gerichtssaal betritt, um über den Prozess gegen den Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann zu berichten, erwartet sie, auf ein Monster zu treffen. Stattdessen erlebt sie einen Niemand. Die geistlose Mittelmäßigkeit Eichmanns passt nicht zum abgrundtief Bösen seiner Taten. Hannah Arendt (Barbara Sukowa) ist aus Nazideutschland geflohen und lebt mit ihrem Mann Heinrich (Axel Milberg) schon seit 20 Jahren im amerikanischen Exil. Ihre New Yorker Wohnung ist Treffpunkt immigrierter jüdischer Intellektueller, die sich um die Aufarbeitung der Shoa bemühen. Die überraschende Nachricht von der Ergreifung des NS-Kriegsverbrechers Adolf Eichmann elektrisiert die Totalitarismusforscherin, die schon mehrfach über den deutschen Faschismus publiziert hat. Im Auftrag der Zeitung „The New Yorker“ reist sie nach Jerusalem, um über den Prozess zu berichten. Als sie 1961 in Jerusalem den Gerichtssaal betritt, erwartet sie, auf ein Monster zu treffen, und ist zunächst irritiert. Die geistlose Mittelmäßigkeit des Bürokraten, der keine Reue zeigt, passt scheinbar gar nicht zur unvorstellbaren Grausamkeit seiner Taten. Sie sieht in dem Massenmörder einen Beamten, der die Ermordung der Juden mitleidslos wie eine ihm auferlegten Pflicht erfüllte. Dieser Widerspruch beschäftigt Hannah Arendt sehr. Zurück in New York liest sie hunderte Prozessakten, recherchiert, diskutiert mit ihrem Mann Heinrich Blücher und ihren Freunden. Im Februar 1963 erscheint ihre Artikelserie mit dem Titel „Eichmann in Jerusalem“, deren provozierende These von der „Banalität des Bösen“ für weltweite Empörung sorgt. Die Reaktionen sind verheerend und niederschmetternd. Hannah Arendt wird geächtet und angefeindet. Das Unverständnis einiger ihrer Freunde trifft sie hart. Trotz einer beispiellosen Hetzkampagne verteidigt die Denkerin ihre Interpretation, wonach ganz normale Menschen zu Gräueltaten unvorstellbaren Ausmaßes fähig sind. Sie bleibt konsequent bei ihrer Haltung, kämpft und scheut keine Auseinandersetzung, wenn es um für sie so wichtige Themen wie Totalitarismus und Macht geht. Denn sie will verstehen. Auch wenn das bedeutet, „dahin zu denken, wo es weh tut“. Der Vorwurf, sie würde einen der Hauptverantwortlichen für den Holocaust verteidigen, führt aber auch zum Bruch mit nahen Freunden wie Hans Jonas (Ulrich Noethen) und Kurt Blumenfeld (Michael Degen).

Di, 10. Nov · 15:00-16:05 · BR
Eröffnung des israelischen Generalkonsulats

Live aus München

Di, 10. Nov · 16:35-17:01 · arte
Verschollene Filmschätze: 1940. Eva Braun filmt Hitler

„Verschollene Filmschätze“ ist eine Sammlung bedeutender historischer Aufnahmen. Seit mehr als einem Jahrhundert dokumentieren Bild und Film die wichtigsten Geschehnisse der Weltgeschichte. Seit ihrer Erfindung war die Kamera bei allen entscheidenden und bedeutenden Ereignissen dabei. ARTE zeigt die Reihe „Verschollene Filmschätze“ vom 2. November bis 27. November jeweils wochentags gegen 16.00 Uhr, mit insgesamt zehn neuen Folgen in Erstausstrahlung. Heute: 1940. Eva Braun filmt Hitler Berlin, Samstag, 6. Juli 1940: ein wichtiger Tag in der Geschichte des Dritten Reiches. Aufrecht in seinem Mercedes stehend lässt sich Reichskanzler Adolf Hitler von der Menge als Held feiern. Seit mehreren Wochen halten seine Truppen Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Niederlande besetzt. Die einzigen Farbaufnahmen seiner Ankunft in der Reichskanzlei stammen von seiner Geliebten Eva Braun, der er die Kamera selbst geschenkt hat und die die Erlaubnis hatte, von einem Fenster der Reichskanzlei aus zu filmen. Die meisten ihrer Amateurfilme drehte Eva Braun auf dem Berghof, Hitlers luxuriöser Sommerresidenz in den bayerischen Alpen. Ihr Verhältnis wird geheim gehalten – offiziell gilt Eva Braun als eine von Hitlers Sekretärinnen. Sie ist 23 Jahre jünger als er. Sie dreht Bilder von Freunden, von der Familie, von Ausflügen. Im Mittelpunkt stehen Hitler und einige der wichtigsten Drahtzieher des Nazi-Regimes. Was verraten die Aufnahmen über das Verhältnis des Führers zu seinen engsten Mitarbeitern, Ministern und Gästen? Durfte Eva Braun wirklich unzensiert filmen, wann und wie sie wollte?

Di, 10. Nov · 22:55-23:48 · arte
Die Grauen der Shoah, dokumentiert von sowjetischen Kameramännern

Das Bild, das wir von der Shoah haben, sind ausgemergelte Körper und zerlumpte Menschen mit leerem Blick hinter Stacheldrahtzäunen. Die Aufnahmen sowjetischer Kameramänner von der Befreiung der Konzentrationslager sind die einzigen Relikte der Geschichte dieses Verbrechens. Doch die gleichen Kameraleute haben – da, wo sie waren – auch eine andere Version der Shoah erlebt und von 1941 an deren Spuren dokumentiert. Versteckte, geheim gehaltene, mitunter vernichtete Filme. Im Gegensatz zu den Aufnahmen in Deutschland zeigt das unveröffentlichte Material eine andere Seite der Geschichte. Die weltbekannten Filmaufnahmen von der Befreiung der Konzentrationslager waren lange die einzigen Dokumente, die der Shoah im kollektiven Gedächtnis ein Gesicht gaben und den Horror ansatzweise greifbar machten. Doch was wissen wir von den drei Millionen Juden, die auf sowjetischem Boden ums Leben kamen? Nach Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes 1939 hatte die UdSSR die baltischen Länder und den östlichen Teil Polens annektiert. In diesen Ländern und in der Ukraine werden sich die größten Massaker abspielen: Millionen sowjetischer Zivilisten werden ermordet und mit ihnen die ganze jüdische Bevölkerung. In den von der Wehrmacht eroberten Gebieten betreiben sogenannte Einsatzgruppen aus Polizei und Waffen-SS eine mörderische Jagd ohnegleichen. Die Bilder, die bei der Öffnung der sowjetischen Archive rund 60 Jahre nach Kriegsende ans Licht kamen, enthüllen nun das ganze Ausmaß dieses Dramas. Zusammen mit deutschen, litauischen und ukrainischen Aufnahmen erzählen sie vom Holocaust jenseits der offiziellen Geschichtsschreibung und von diesem vergessenen Massenmord am jüdischen Volk. Ab 1941 wurden sowjetische Kameramänner an die Front geschickt, um das festzuhalten, was Stalin den „großen vaterländischen Krieg“ nannte. Ihre Bilder sollten das sowjetische Volk davon überzeugen, gemeinsam gegen den Nationalsozialismus zu kämpfen. Ununterbrochen und bis zum Kriegsende filmten diese Männer die Gräueltaten des Feindes – zur Bewahrung der nationalen Einheit wurde jedoch verschwiegen, dass die jüdische Bevölkerung zu den ersten Opfern der Besatzer gehörte.

Mi, 11. Nov · 08:30-09:00 · RBB Berlin
Ich stand auf Schindlers Liste

Vor 70 Jahren im polnischen Krakau war Michael Emge ein hoffnungsvoller Geiger – bis die Nazis kamen. 1943 deportierten die Deutschen den 14-Jährigen und seine Familie in das KZ Plaszow. Gerettet wurde er durch „Schindlers Liste“. „Ich wollte das alles verdrängen und vergessen“, sagt Michael Emge (80). Dass er seine Geschichte vor der Kamera erzählt, ist einem zwölfjährigen Mädchen zu verdanken. Judith studiert im 4. Semester Geige an der Musikhochschule Köln, im Förderprogramm für Hochbegabte. Als Judith und Emge sich begegnen, beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft: „Ich hörte Judith spielen und habe geweint“, erzählt Emge. „Ich wollte das alles verdrängen und vergessen“, sagt Michael Emge (80). Dass der gebürtige Pole seine unfassbare Geschichte in diesem Film nun doch zum ersten Mal vor der Kamera erzählt, ist einem zwölfjährigen Mädchen zu verdanken. Judith studiert im 4. Semester Geige an der Musikhochschule Köln, im Förderprogramm für Hochbegabte. Als Judith und Emge sich begegnen, beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft: „Ich hörte Judith spielen und habe geweint“, erzählt Emge. Vor 70 Jahren im polnischen Krakau war auch er ein hoffnungsvoller Geiger – bis die Nazis kamen. 1943 deportierten die Deutschen den 14-Jährigen und seine Familie in das KZ Plaszow. Gerettet wurde er durch „Schindlers Liste“. Doch über seine eigene Rettung hat Emge sich niemals richtig freuen können. Die zwölfjährige Judith ist tief beeindruckt von Emges Schicksal und will mehr darüber wissen. Sie bittet Michael Emge, mit ihr nach Polen zu reisen. Zögernd sagt der alte Mann zu. Zum ersten Mal seit über 50 Jahren sieht er die Orte wieder, die sein Leben für immer verändert haben. Seinen Entlassungsschein aus Schindlers Fabrik hat Michael Emge heute noch. Doch den Namen „Emge“ sucht man auf Schindlers Liste vergeblich. Er hat so viele schlechte Erfahrungen gemacht, dass er seine wahre polnische Identität im Fernsehen nicht öffentlich preisgeben will.

Mi, 11. Nov · 23:00-23:45 · BR
Wunde und Narbe (1/2)

Avi Primor wurde 1935 in Israel geboren, seine Mutter war 1932 aus Deutschland emigriert und verlor durch den Holocaust ihre deutsche Familie. Während seiner Kindheit erfuhr Avi Primor so gut wie nichts über Deutschland. Erst nach und nach erlangte er Kenntnisse und traf mit Deutschen zusammen. Das er ausgerechnet in diesem Land einmal Botschafter (1993-1999) werden hätte er sich als junger Mann nicht vorstellen können. Dieter Kronzucker wurde 1936 in München geboren, war Korrespondent der ARD in Indochina und Moderator. Wissen, Erfahrungen und Neugierde machen ihn zu einem kongenialen Partner für den weltgewandten Diplomaten. Avi Primor wurde 1935 in Israel geboren, seine Mutter war 1932 aus Deutschland emigriert und verlor durch den Holocaust ihre deutsche Familie. Während seiner Kindheit erfuhr Avi Primor so gut wie nichts über Deutschland. Erst nach und nach erlangte er Kenntnisse und traf mit Deutschen zusammen – mit durchaus ambivalenten Empfindungen. Das er ausgerechnet in diesem Land einmal Botschafter (1993-1999) werden, diese Sprache lernen würde, hätte er sich als junger Mann nicht vorstellen können. An ausgesuchten Orten wie Bonn, Frankfurt, Berlin, Buchenwald und München wird die schwierige Geschichte der deutsch-israelischen Beziehungen durch die erlebten Geschichten von Avi Primor lebendig. Dieter Kronzucker wurde 1936 in München geboren, war 1968/69 Korrespondent der ARD in Indochina, moderierte den Weltspiegel und später das „heute journal“. Umfassendes Wissen, Erfahrungen und unstillbare Neugierde machen ihn zu einem kongenialen Partner für den weltgewandten Diplomaten. Wie wurden in Israel, wie in Deutschland die Beziehungen wahrgenommen, wie hat sich diese Wahrnehmung verändert. Jerusalem, Masada, Tel Aviv – welche Orte sind für Avi Primor in Israel wichtig, um Dieter Kronzucker und dem deutschen Zuschauer einen tieferen Einblick in die Ursachen der anfänglich massiven israelischen Vorbehalte gegen diplomatische Beziehungen zu geben?

Do, 12. Nov · 08:30-09:00 · RBB Berlin
„Mein Himmel ist voller Musik …“ Die israelische Komponistin Ella Milch-Sheriff

Ella Milch-Sheriff wuchs in Israel mit dem Schweigen ihres Vaters auf. Erst als sie sein Tagebuch liest, erfährt sie von seinem grausamen Geheimnis. „Der Himmel ist leer“ hatte Baruch Milch 1942 in Polen in sein Tagebuch gekritzelt, nachdem die Deutschen seine junge Frau und seinen kleinen Sohn ermordet hatten. Das Leben des erfolgreichen jungen Arztes in Ostpolen war zu Ende – er hat überlebt, nicht gelebt. Er wurde ein Anderer. Seine Tochter Ella übersetzt seine Geschichte in ihre Sprache: die Musik. „Mein Himmel ist nicht leer – er ist voller Musik“ erzählt sie der Filmemacherin Aneta Panek. Ein Porträt. Ein Schlager plätschert aus den Lautsprechern am Strand von Tel Aviv. Lachende, Ballspielende, flirtende junge Menschen. Eine mädchenhafte blonde Frau spaziert am Meer. Eine harsche Melodie verdrängt den Schlager. Es ist die Musik, die sie in ihrem Kopf hört. Es ist das Lied, das sie für ihren Vater geschrieben hat. „Der Himmel ist leer“ hatte der verzweifelte Baruch Milch in sein Tagebuch gekritzelt, 1942, nachdem die Deutschen seine junge Frau und seinen kleinen Sohn ermordet hatten. Das Leben des erfolgreichen jungen Arztes in Ostpolen war zu Ende – er hat überlebt, nicht gelebt. Er wurde ein Anderer. Dieser Überlebende gründete in Israel eine neue Familie. Aber er sprach nicht über das was geschehen war. Seine Tochter Ella wuchs mit seinem Schweigen und der vermeintlichen Kälte der Eltern auf, die sie nicht verstand, bis Dr. Milch seiner 13-jährigen Tochter sein Tagebuch in die Hand drückte. Ella erfährt von seiner ersten Familie und von dem unvorstellbaren Grauen, das er durchlebte. Sie erfährt von seinem Geheimnis und sie gibt schließlich diesem schwierigen, schweigenden Vater eine Stimme: in der Sprache, die die heute 56-Jährige am besten beherrscht: der Musik! Mit der Oper „Baruchs Schweigen“ hat sie seine Geschichte und ihre Kindheit verwoben und in Musik übersetzt. Die Filmemacherin Aneta Panek hat die Künstlerin begleitet: in Tel Aviv, nach Braunschweig zur Uraufführung von „Baruchs Schweigen“, nach Ostpolen, auf den Spuren ihres Vaters. Für die Geschichte der Musikerin hat sie assoziative und poetische Bilder gefunden, Film und Musik entfalten eine Sogwirkung. Ella Milch-Sheriff ist eine „Sabra“: Die in Israel Geborenen nennen sich nach der Kakteen-Frucht – außen stachelig und innen süß. In Israel ist die Musikerin und Komponistin von Konzerten, Kantaten, Opern, sehr bekannt. Sie hat u.a. in Berlin studiert, und Deutsch ist eine der vielen Sprachen, die sie spricht. Mit den jungen Sängerinnen und Sängern in Braunschweig probt sie die Szene, in der ihr Vater die „10 Gebote“ formuliert: So hat er sie in sein Tagebuch notiert, als er vom Massaker an seiner Familie erfuhr. Sie singen mit Geisterstimmen: „Du sollst keinen anderen Gott haben als dich selbst“, „Tu nur, was dir selbst nutzt“, „Vertraue keinem“ und: „Glaube nicht – der Himmel ist leer!“. Bei der Premiere verwandelt sich die Braunschweiger Bühne in das polnische Totenhaus von 1942. Was Historiker oder Publizisten häufig als „unfassbar“ beschreiben, hat an diesem Abend die Köpfe und Herzen der Zuschauer erreicht. „Mein Himmel ist nicht leer, mein Himmel ist voller Musik“, sagt Ella Milch-Sheriff in Tel Aviv, am Grab ihrer Eltern. Und lächelt. Versöhnt.

Fr, 13. Nov · 16:35-17:20 · Einsfestival
Sababa – Israelis und ihr Berlin

Mehr und mehr Israelis zieht es nach Berlin. Über 20.000 leben in der Stadt. Oft sind es Künstler, Schriftsteller, Musiker, Maler, Schauspieler. Warum sind sie gekommen, was suchen sie, was finden sie hier? Welche Orte in Berlin faszinieren sie, wo spüren Israelis Fremdheit und Anderssein? Und wo prägen sie das kulturelle Leben? Ein anderer Blick auf Berlin, auf was ist und was war. Geschichte und Geschichten, vorgestellt und erzählt von der israelischen Schauspielerin und Stadtführerin Shlomit Lasky. Mehr und mehr Israelis zieht es nach Berlin. Über 20.000 leben in der Stadt. Oft sind es Künstler, Schriftsteller, Musiker, Maler, Schauspieler. Warum sind sie gekommen, was suchen sie, was finden sie hier? Viele sagen, am Anfang seien sie von den Partys begeistert gewesen, später haben sie sich mit israelischen Freunden darüber unterhalten, wo es den besten Hummus gibt, irgendwann aber konnte niemand mehr durch diese Stadt gehen, ohne daran zu denken, dass von Berlin das Morden, die Shoah, ausging. Und dennoch ist Berlin für viele Israelis zu dem Ort geworden, an dem sie leben wollen. Wir wollen von dem „Dennoch“ erzählen. Wir wollen fragen, was macht das Leben aus? „Sababa“ – was so viel heißt, wie ein großer Spaß. Was sind die Orte, die speziell sind, die Israelis faszinieren, die es nur in Berlin gibt? Die für sie eine Geschichte haben, auch eine Spannung von Fremdheit und Anderssein? Geschichte und Geschichten, vorgestellt und erzählt von der israelischen Schauspielerin und Stadtführerin Shlomit Lasky.

Sa, 14. Nov · 18:00-18:30 · HR
Der Sohn des Nazis

Die Geschichte des Bernd Wollschlaeger klingt unglaublich. 1958 im beschaulichen Bamberg geboren, ist für den kleinen Bernd die Welt zunächst noch in Ordnung. Allenfalls die Besuche der Kriegskameraden seines Vaters, bei denen die „gute alte Zeit“ beschworen wird, kommen ihm merkwürdig vor. Als er in der Schule dann zum ersten Mal vom Holocaust hört, beginnt er Fragen zu stellen. Was er dabei erfährt, erschüttert ihn bis ins Mark: Bernds Vater war ein überzeugter Nazi, der als Panzerkommandant an vorderster Front seine Angriffe fuhr: beim Einmarsch in Polen, bei der Besetzung Frankreichs wie bei der Invasion Russlands. Das Ritterkreuz, das „sein Führer“ ihm dafür angeheftet hat, hütet er wie ein Heiligtum. Bernd Wollschlaeger knüpft Kontakte zur kleinen jüdischen Gemeinde in Bamberg. Sie wird seine zweite Familie, bis ihm sein Vater ein Ultimatum stellt: „Die oder wir“. Zur Entscheidung gedrängt, trennt sich Wollschlaeger von seiner Familie. Er tritt zum Judentum über, emigriert nach Israel, wird Arzt und wandert schließlich weiter in die USA aus. Seine Familiengeschichte macht er selbst gegenüber seiner Frau und seinen Kindern zunächst zum Tabu, hält sie für seine Privatsache. Inzwischen allerdings ist der Kampf gegen Rassenhass und für eine Verständigung zwischen den Völkern und Religionen Bernd Wollschlaegers großes Thema geworden. Vor dem Hintergrund seiner eigenen Geschichte hält er dazu überall auf der Welt leidenschaftliche Vorträge. Nur dort, wo diese Geschichte vor über dreißig Jahren begann, hat er sie noch nie erzählt: in Deutschland. Fast siebzig Jahre nach dem Holocaust und in einer Zeit, in der in Europa ein neuer Antisemitismus ausbricht, hat Filmautor Uri Schneider Bernd Wollschlaeger auf der Reise in seine Heimatstadt Bamberg begleitet. Ein Film über eine Reise voller überraschender Begegnungen: Wollschlaegers Schwester Helga wollte die Wahrheit über ihren Vater nie wissen; die Beschäftigung mit der Vergangenheit hilft ihr, eine neue Beziehung zu ihrem Bruder aufzubauen. In einer Bamberger Schule spricht Wollschlaeger vor Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft: Sie können überhaupt nicht verstehen, was Fremdenhass bedeutet. Und ein Militärexperte enthüllt schließlich ein bis dahin gehütetes Geheimnis: Kriegskameraden von Bernd Wollschlaegers Vater haben einst die für Juden heiligen Torarollen zerschnitten, um mit ihnen die Vergaser ihrer Panzermotoren abzudichten. So zeichnet der Filmemacher Uri Schneider das Porträt eines Menschen, der mit den Dämonen der Vergangenheit ringt – bis heute.

Sa, 14. Nov · 20:15-20:45 · SWR BW
Fluchtwege – als jüdische Flüchtlinge in die Schweiz wollten

Annette Bloom wird 1944 eines Tages von ihrem Chef in einer Firma in Grenzach-Wyhlen gerufen. „Die Gestapo hat nach Ihnen gefragt, Sie müssen in ein Lager.“ „Ich wusste natürlich, was das für mich als Jüdin bedeutet“, erzählt die heute 91-Jährige. Sie verließ Südbaden über die grüne Grenze Richtung Schweiz, wo sie heute noch lebt. Für den Film sucht sie noch einmal den Grenzabschnitt auf, über den sie geflohen ist. Die Geschichte der jüdischen Fluchtwege im Dreiländereck zwischen Weil am Rhein, Grenzach-Wyhlen, Lörrach und Basel ist bisher wenig aufgearbeitet. Deswegen haben Schüler des Hans-Thoma-Gymnasiums in Lörrach begonnen, zusammen mit dem SWR zu recherchieren. Bis 1938 gelangten verfolgte Juden noch relativ ungehindert in die Schweiz, doch dann machte die Alpenrepublik ihre Grenzen dicht. Aber es gab Schlupflöcher in die Schweiz. Die Schüler erfahren, dass sich mutige Grenzwächter gegen die offizielle Politik der Berner Regierung stellten. Sie ließen die Verfolgten über die Grenzen nach Basel und schickten sie nicht wieder zurück. Zwei Wochen waren die Schüler mit dem Kamerateam auf Spurensuche. Entstanden ist ein Dokumentarfilm, der zeigt, wie damals Flüchtlinge alles aufgaben, um zu überleben.

Sa, 14. Nov · 22:50-00:30 · BR
Zaytoun

Libanon, 1982: Auf den ersten Blick verbindet den palästinensischen Flüchtlingsjungen Fahed und den über Beirut abgeschossenen israelischen Kampfpiloten Yoni nichts. Doch ein Zufall macht aus den Feinden Weggefährten. Beide wollen zurück nach Israel und begeben sich auf den Weg durch ein vom Krieg zerrissenes Land. Heimat für beide, aus der der eine, Fahed, vertrieben wurde und für die der andere, Yoni, in einem unüberschaubaren Krieg kämpft. Während Yoni nur nach Hause will, versucht Fahed den letzten Willen seines verstorbenen Vaters zu erfüllen: Den letzten verbliebenen Olivenbaum der Familie zurück in ihr palästinensisches Heimatdorf zu bringen. Während sie anfangs lediglich der Wille zu überleben aneinander bindet, entwickelt sich aus ihrer durch tiefes Misstrauen geprägten Feindschaft allmählich eine Freundschaft.

So, 15. Nov · 00:30-02:05 · BR
Das Schwein von Gaza

Schweine sind unreine Tiere. Das ist einer der wenigen Punkte, in denen sich Juden und Muslime in Gaza einig sind. Und deswegen hat der palästinensische Fischer Jafaar auch ein großes Problem, als ihm eines Tages plötzlich ein Eber ins Netz geht. Er muss das Hängebauchschwein so schnell wie möglich loswerden – aber wie? Weder der deutsche UN-Funktionär noch sonst jemand hat Interesse an dem Tier. Doch dann ergibt sich eine sehr ungewöhnliche Möglichkeit, mit dem Schwein Geld zu verdienen. Jafaar ist ein mittelloser palästinensischer Fischer, der im Gazastreifen lebt und nur selten einen guten Fang macht. Eines Nachts geht ihm während eines heftigen Sturms dann doch etwas ins Netz. Doch dieser Fang ist kein großer Fisch, sondern ein Hängebauchschwein, genauer: ein Eber. Jetzt hat Jafaar ein Problem, denn Schweine gelten in Gaza als unreine Tiere. Das ist einer der wenigen Punkte, in denen sich die hier lebenden Juden und Muslime einig sind. Und so tut Jafaar alles, um das Schwein loszuwerden. Doch er bringt es nicht übers Herz, es zu töten. Der einzige Mensch, dem es aus religiösen Gründen nicht untersagt ist, Schweinefleisch zu essen, ist ein deutscher UN-Funktionär. Doch der will das Tier nicht haben. Und die Grenze nach Israel darf er mit dem Schwein nicht überqueren – ein Fischer, der Fleisch verkaufen will, das erscheint den Grenzern doch unglaubwürdig. Jafaar hat also alle Hände voll zu tun, das Schwein zu verstecken. Plötzlich aber ergibt sich eine unerwartete Möglichkeit, mit dem Schwein Geld zu verdienen: Eine Schweinezüchterin interessiert sich für das Tier – allerdings nur für seinen Samen.

So, 15. Nov · 02:05-03:50 · BR
Miral

Die Halbwaise Miral besucht das Dar-Al-Tifl-Institut, eine berühmte Mädchenschule in Ostjerusalem. Ihre charismatische Lehrerin Hind legt nicht nur großen Wert auf eine gute Ausbildung, sie erzieht ihre palästinensischen Schützlinge auch im pazifistischen Geist. Als Miral 16 wird und sich in einen PLO-Aktivisten verliebt, droht sie diese Ideale aus den Augen zu verlieren. Doch „Mama Hind“ kämpft um ihre verlorene Tochter. Jerusalem, in den späten 1980er-Jahren: Die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern und der Bombenterror prägen das Leben der jungen Miral, die in Ostjerusalem unter der Obhut ihres Vaters Jamal, eines gemäßigten Geistlichen, aufwächst. Nach dem Selbstmord ihrer Mutter Nadia muss Jamal seine Tochter schweren Herzens in ein Waisenhaus geben. Doch Miral hat Glück im Unglück, die Siebenjährige kommt in das renommierte Dar-Al-Tifl-Institut. Dessen Leiterin Hind Husseini eröffnet jungen Frauen nicht nur die Möglichkeit, eine gute Ausbildung zu erhalten, „Mama Hind“ erzieht ihre palästinensischen Schützlinge auch zu Menschlichkeit und Pazifismus. Als die 16-jährige Miral sich jedoch in den PLO-Aktivisten Hani verliebt, gerät sie in ein Dilemma: Soll sie an dessen Seite den Weg des bewaffneten Kampfes einschlagen oder weiterhin nach Mama Hinds pazifistischen Idealen leben?

So, 15. Nov · 11:30-12:15 · SWR BW
Paul Celan – Dichter ist, wer menschlich spricht

Die Dokumentation erzählt das Leben des großen jüdischen Dichters Paul Celan. Gepeinigt von den Erfahrungen des Holocaust wählt er 1970 in Paris den Freitod in der Seine. Diese Biografie – es ist die Geschichte eines unbedingt Liebenden, eines verzweifelt Suchenden nach Halt und Heimat. Erstmalig spricht der Sohn des Dichters, Eric Celan, vor der Kamera über seinen Vater und das schwierige, von Krisen überschattete Leben der Familie. Der jüdische Lyriker Paul Celan war zeitlebens auf der verzweifelten Suche nach Heimat und Halt. Sein Weg aus der Bukowina, dem ostjüdischen Buchenland, über Wien nach Paris ist der Weg eines anarchischen und sensiblen Charmeurs in die Dunkelheit eines unheilbaren Traumas: Unter den Erfahrungen des Holocaust leidend, wählt er 1970 mit noch nicht einmal 50 Jahren den Freitod in der Seine. Die Dokumentation erzählt die Geschichte eines unbedingt Liebenden, eines sehnsüchtig nach Verständnis und Verständigung Suchenden. Erstmalig spricht der Sohn des Dichters, Eric Celan, vor einer Kamera über seinen Vater über das schwierige, von Celans psychischen Krisen überschattete Leben der Familie. Mit der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, Tochter eines Kärntner Nazis, verbindet den jüdischen Dichter eine leidenschaftliche, unglücklich bleibende Liebe. Immer wieder sucht er Deutschland auf, das Land der Mörder, aber doch auch das Land jener Sprache, die er liebt und in der er schreibt. Zum einschneidenden Erlebnis wird ihm, der neugierig ist auf die junge Bundesrepublik, eine Lesung vor jungen Schriftstellern der „Gruppe 47“: Man verhöhnt seinen Vortragston, Vergleiche mit Goebbels und dem „Singsang wie in einer Synagoge“ muss er ertragen. Celan wagt sich dennoch weiter vor in Deutschland, seine „Angstlandschaft“, wo er das Gespräch mit dem nationalsozialistisch belasteten Philosophen Martin Heidegger sucht. Die Dokumentation von Ullrich H. Kasten und Hans-Dieter Schütt erzählt Celans Biografie als ein packendes Stück deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert. Reisebilder von Aufenthaltsorten des Dichters, Archivaufnahmen sowie Interviews mit dem Celan-Forscher Bertrand Badiou und Eric Celan verbinden sich zu einem bewegenden Porträt. Dies ist der bislang erste Film, der die Größe und die Tragik dieses Dichterlebens erfasst und in einem erzählerischen Sog vergegenwärtigt.

So, 15. Nov · 20:30-21:15 · ZDFinfo
Schindlers Liste – Eine wahre Geschichte

Oskar Schindler steht für Eigenschaften, die während der Nazi-Diktatur selten waren: Menschlichkeit und Mut. Steven Spielberg setzte ihm mit „Schindlers Liste“ ein filmisches Denkmal. Als Vorlage für Itzhak Stern, dem jüdischen Sekretär, diente das Leben von Mietek Pemper. Helene Hirsch, die Haushälterin des SS-Hauptsturmführers Amon Göth, heißt in Wirklichkeit Helene Rosenzweig. Der Film hat beide in ihrer Heimat besucht.

So, 15. Nov · 22:00-22:45 · ZDFinfo
Das Tagebuch der Anne Frank – Geschichte einer Familie

Zu ihrem 13. Geburtstag bekommt sie ihr ersehntes Tagebuch geschenkt, keinen Monat später muss Anne Frank mit ihren Eltern und ihrer Schwester ins Hinterhaus an der Prinsengracht 263 ziehen. Die jüdische Familie versteckt sich zweieinhalb Jahre lang vor Hitlers Häschern – bis zum Verrat im August 1944. Wie wurde das Tagebuch der Anne Frank zu einem Welterfolg?

So, 15. Nov · 23:25-00:37 · arte
18 Kühe zwischen zwei Fronten

1987: Als Reaktion auf die Besetzung des Westjordanlands kaufen die Bewohner des Städtchens Bait Sahur 18 Kühe und gründen eine eigene Milch-Kooperative. Das Projekt erweist sich als voller Erfolg und die Kühe werden zu regionalen Berühmtheiten – bis die israelische Armee sie zu einer Gefahr für die nationale Sicherheit erklärt. Es beginnt ein groß angelegtes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Kühe auf der Flucht vor ihren Verfolgern von Stall zu Stall geschafft werden. Ihre Milch wird in der Region von Bethlehem als „Intifada-Milch“ legendär. Der Film verbindet Stop-Motion-Animationen, Originalzeichnungen und Archivmaterial, um ein außergewöhnliches Kapitel in der Geschichte des Nahostkonflikts zu erzählen. 1987 kommt es zum ersten palästinensischen Volksaufstand. Die Bewohner des Westjordanlands verlangen lokale Alternativen zu israelischen Produkten. Auch eigene Milch, die sie bisher von einer israelischen Kooperative bezogen. Hier beginnt die Geschichte des Dokumentarfilms „18 Kühe zwischen zwei Fronten“. Daraufhin gründet eine Gruppe palästinensischer Intellektueller und Aktivisten in dem Städtchen Bait Sahur eine Milch-Kooperative. Keiner von ihnen ist Bauer, aber das spielt keine Rolle. Nachdem sie in einem israelischen Kibbuz 18 Kühe gekauft und in ihr Dorf gebracht haben, machen sich die frischgebackenen Kuhzüchter mit den Tieren vertraut und beginnen die Milch in der gesamten Region um Bethlehem zu vertreiben. Doch der Erfolg der Kooperative ruft die israelischen Behörden auf den Plan, die in der palästinensischen Milchproduktion eine Gefahr für die nationale Sicherheit sehen. Es beginnt eine wahre Verfolgungsjagd, ein groß angelegtes Katz-und-Maus-Spiel (oder vielmehr Soldat-und-Kuh-Spiel), bei dem die Kühe auf der Flucht vor ihren Verfolgern von Stall zu Stall geschafft, in Höhlen und sogar in Wohnungen versteckt werden. Ihre Milch wird als „Intifada-Milch“ legendär. Obwohl einige der Milchbauern festgenommen werden, kann die Milchproduktion mit Unterstützung der Bevölkerung eine Zeit lang aufrechterhalten werden. Der Film lässt israelische Militärs zu Wort kommen, vor allem aber die Aktivisten, die die Kooperative ins Leben gerufen haben, ihre Familien, ihre Freunde und alle, deren Leben durch diese wahre Geschichte verändert wurde. Humorvoll, intelligent und aufrichtig zeigt er die Kraft des friedlichen Widerstands und den Mut der Menschen in Palästina.