Leben im Widerspruch

Nirgends lässt sich so prächtig leiden wie in Wien. Und das ist gut so…

Von Peter Stiegnitz

Die Wurzel des Wiener Leids und Lieds liegen in der Unbestimmtheit der eigenen Herkunft. Germanen und Gallier, Kelten und Kirgisen, Magyaren und Mongolen, Juden und Zigeuner und von den zahlreichen Nord- und Südslawen ganz zu schweige, frischten zwar das Blut dieser Stadt auf und katapultieren sie einst zur Kunst-Großmacht hinauf, beraubten sie jedoch einer mehr oder weniger geschlossenen und geradlinigen Ahnenreihe. Der wohl böswilligste unter den Zugewanderte, ein gewisser Adolf Hitler aus Braunau hasste deshalb diesen Ort des „Rassenbabels“ und wollte Linz zur Metropole seiner Ostmark emporhässlichen.

So ganz unrecht hatte Herr Hitler allerdings nicht. Wien entstand, ohne dabei eine Multikulti-Metropole zu sein, aus allen mögliche Rassen und Religionen. Da fast alle „Zugereisten“ der Doppel-Loyalität frönten – nach außen hin „gute Wiener“, im Herzen der jeweiligen Herkunft treu – entstand in Wien eine Intra-, doch nie eine Multikultura­lität. Genau diesen Weg schlugen auch die rund 600.000 „Neu-Österreicher“ nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Nur die hier lebenden Türken verzichten – trotz österreichischer Staatsbürgerschaft – auf die Integration und schließen sich in freigewählten Ghettos zusammen. Die Religion ist ihre Generalentschuldigung: Der Islam kann – im Gegen­satz zum Judentum – mit dem Christentum nicht viel anfangen; eine gegenseitige kulturelle Bereicherung ist nahezu unmöglich.

Kulturen kennen nicht nur positive, sondern auch negative Gemeinsamkeiten. So fanden, um unserem Thema gerecht zu werden, Juden und Wiener auch in der gemein­samen Ermangelung echter Identitäten zueinander. „Wir (Juden und Österreicher) hatten Identitätsprobleme. Ich, der ich aus einem fragmentarischen Österreicher einen ganzen Juden machen musste – und das kleine, arme Übrigbleibsel des Habsburgerreichs, das nicht wusste, was es auch sich machen sollte“ – formuliert diese negative Gemeinsam­keit der aus Wien 1938 emigrierte US-Rabbiner Joshua O. Haberman.

Am Anfang jeder psychischen Verkrampfung stehen Identitätsschwierigkeiten. Erlebte Begriffe wie „Heimat“, „Zugehörigkeit“, „Vaterland“, „Muttersprache“ und Ähnliches mehr gewähren jedem Menschen das sichere Gefühl, in einer kulturellen „Eigentums­wohnung“ zu leben und nicht nur in einer „Untermiete“ vegetieren zu müssen.

Diese Psycho-Verkrampfung allein genügt vielen in Österreich lebenden „Diaspora-Juden“ nicht. Sie suchen – um ihre innere Zerrissenheit und ihr Unglücklich­sein auch künstlich am Leben zu erhalten – nach immer neuen Beweisen der „Naziver­seuchung“ Österreichs. Dazu gehört z.B. die – nur zum Teil richtige – Behauptung, dass in österreichischen Schulen „kein zeitgeschichtlicher Unterricht“ erfolgt und das des­halb, weil ein Gutteil der Nachkriegslehrer allesamt „verkappte Nazis“ waren.

Das auch dieses Vorurteil nicht stimmt, beweist der aus Wien 1938 emigrierte Gründer und Direktor des Instituts für deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv, Walter Grab: „In der Schule gab es keine Antisemiten. Die Gymnasiallehrer waren entweder Sozialdemokraten oder Altliberale, die im Geist des toleranten Vielvölkerstaats aufge­wachsen waren; der Primus unserer Klasse war der Sohn des Rabbiners des Müllner-Tempels am Alsergrund.“

Natürlich ist Antisemitismus in Wien in Geschichte und Gegenwart kein unbekanntes Phänomen. Schon aus diesem Grund, und erst recht um die Güter der geraubten „Arisie­rung“ nicht rückerstatten zu müssen, waren die österreichischen Juden, diese Reemi­granten, nach dem Zweiten Weltkrieg in der „alten Heimat“ alles andere als willkom­men.

Da fällt mir der alte Witz aus meiner ungarischen Jugend ein: „Ich bin ein ‚stolzer Jude’; wenn ich nämlich nicht stolz bin, bin auch ein Jude“; – Warum also nicht? Wenn mich meine Umgebung immer wieder an meine „Jüdischkeit“ erinnert, dann will ich diese auch erleben und erdulden.

Das große Problem der Diaspora-Juden ist ihre Empfindlichkeit, die wir zur „Hellhörig­keit“ emporstilisieren. Wir erblicken hinter jedem davonfahrenden Bus, dessen Tür vor unserer Nase zugeschlagen wird, eine böswillige antisemitische Aktion. Was kann allerdings der arme Busfahrer dafür, dass uns, „DJs“, seit Jahrhunderten und Jahr­tausenden nahezu alle „Türen“ vor unserer Nase zugeschlagen und wir immer wieder in die Flucht geschlagen wurden?

Drei Generationen der Diaspora-Juden kämpfen und krämpfen mit ihrer „Jüdischkeit“. Die erste (Jahrgänge 1910-1920) hat Holocaust und Emigration als erduldende Opfer er-, und wenn sie viel Glück hatte, auch überlebt. Die Generation ruderte nach der Befreiung von der Nazi-Barbarei möglichst weit weg von all dem, was man mit „Judentum“ in Verbindung bringen konnte. So verstand z.B. mein Vater (seligen Angedenkens) nicht, warum ich in Wien als 22-jähriger Student (wieder) Mitglied der jüdischen Kultusgemeinde wurde.

Die zweite Generation, die der heute 60-Jährigen (plus-minus zehn Jahre) fanden zag­haft zu ihren „jüdischen Wurzeln“. Diese zweite Generation, die Holocaust und Emigration als Kinder erlebten oder knapp nach dem Krieg geboren wurden, wurde in die ungute Rolle eines „Sozial-Puffers“ gezwungen. Sie verstanden die Ahnungs- und Widerstandslosigkeit ihrer Eltern nicht, wie wollten nicht begreifen wie Hundert­tausende und Millionen Menschen ohne Widerstand in den sicheren Tod gingen. Die Entschuldigung ihrer Eltern („Widerstand wäre zwecklos gewesen …!“) wollten und konnten sie nicht akzeptieren. Sie brachten allerdings auch nicht sehr viel Verständnis für die damalige menschenunwürdige Situation ihrer Eltern auf.

Mitglieder dieser zweiten reemigrierten Generation kamen als junge Menschen mit ihren vertriebenen Eltern in die „alte Heimat“, nach Österreich, zurück, wo sie kaum jemand mehr haben wollte. Eine psychologisch zwar verständliche, doch genau genommen eine furchtbare, tief-belastende, neurotisierende Situation. Das einzig Gemeinsame der Reemigranten war ihr fehlendes „jüdisches Bewusstsein“. Daher lebten die assimilierten, manchmal auch getauften Familien in der Selbstlüge der „geläuterten Österreicher“, die – laut Moskauer Deklaration von 1943 – selbst „Opfer Hitlers“ waren. Vergessen die einstige Demütigung der Juden, das Straßenwaschen mit den eigenen Zahnbürsten, das Verhöhnen durch die „lieben Wiener“, das Ausrauben durch die „Ariseure“. Die „Heimgekehrten“ wollten nichts anderes als leben, möglichst gut leben, „Geschäfte in Wien, Ferien in Israel“ machen, wie das Ruth Beckermann formulierte.

Wien, dieses große Kind des Hasses, der Liebe, der Verdrängung spickte aus den Reihen der Reemigranten einige – gar nicht so wenige – heraus und beförderte sie ziemlich hoch (z.B. im öffentlichen Dienst) hinauf. Auch als Selbstständige und Frei­berufler wurden sie – als „Herzeige-Juden“ – mit lukrativen Aufträgen verwöhnt und von ihrer „arischen Konkurrenz bevorzugt behandelt. Dass sie ihre rasche Karriere, ihre hohen Ämter und leitenden Funktionen, ihre gut gehenden Geschäfte ausschließlich auf die eigene Tüchtigkeit zurückführten, das ist psychologisch leicht verständlich.

Mit Waldheim am Anfang, mit Haider in der Mitte (und wo ist das Ende?) erwachte im Herzen der mittlerweile saturierten zweiten Generation ihr „jüdisches Selbstbewusst­sein“.

Die meisten sozialpsychologischen Begriffe, vor allem die das „Selbstbewusstsein“ und der „Identifikation“, stehen oft auf tönernen Füßen. Erst recht im Leben der zweiten jüdischen Diaspora-Generation. Meist als Kinder assimilierter, getaufter oder kommu­nistisch-atheistischer Eltern fanden sie den wirklichen Zugang zur jüdischen Religion nicht und blieben daher im formellen Bereich zu den hohen Feiertagen hängen.

Stärker als die Religion, doch nicht minder illusionistisch sind die zionistischen „Wurzeln“, aus denen die zweite Generation ihre „Jüdischkeit“ zu ernähren hoffte. Abgesehen vom guten Gefühl, ein Land zu haben, das jeden vor dem Antisemitismus flüchtenden Juden aufnehmen muss, kann eine wirklich innere Bindung zum Land Israel, das – vielleicht – vor zweitausend Jahren die „uralte Heimat“ war, nicht geknüpft werden.

Religion ohne religiöse Tradition, Zionismus ohne wirkliches Heimatgefühl sind weitere Elemente, aus denen viele Kontinental-Juden ihr widersprüchiges Leben diktiert bekommen.

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Meine geliebten Brüder!

 

„Der schaut aus wie eine ‚Stürmer’-Figur …“ Dieser Satz aus meiner Budapester Kind­heit, mit dem wir, „assimilierte Juden“, unsere orthodoxen Schicksalsgenossen ab­stempelten, prägte sich tief in meine Erinnerung ein. Stimmt es wirklich, dass manche Mitglieder (verfolgter) Minderheiten so, wie die eigene Karikatur, aussehen? Ohne Zweifel und Absicht benehmen sich gar nicht so wenige Zigeuner und Juden – leider – so, wie das von ihren unerbittlichen, intoleranten Gegnern dargestellt wird.

 

Weit wichtiger als diese oberflächliche, höchstgradig masochistische Selbst-Anglei­chung an das von ihren Verfolgten entworfene Bild ist die „Bewusstseinshaltung“ in der jüdischen Diaspora. Während allerdings zahlreiche historische Studien die jüdischen Identitäten der k.u.k.-Monarchie ausführlich darlegen, gehen solche Arbeiten aus der Gegenwart der Diaspora-Juden noch ab.

 

Die sozio- und psychohistorischen Methoden damaliger und heutiger Untersuchungen könnten deckungsgleich verlaufen. Einerseits wurden (für damalige Zeiten) und sollten (für die Gegenwart) die Anpassung an die nicht jüdische Gesellschaft (und die) damit verbundenen Identitätsprobleme genauso durchleuchtet werden, wie der Einfluss gesell­schaftlich vorherrschender Bilder über Juden auf deren Selbstverständnis.

 

Etwas einfacher formuliert: Das Fremdbild prägt immer das Eigenbild. Besonders starke Persönlichkeiten – so genannte „Robinson-Typen“ – können auf die Meinung ihrer näheren und entfernteren Umgebung verzichten. Sie wissen was sie wollen und gehen erhobenen Hauptes, die sozialen Stolpersteine negierend, ihren eigenen Weg; selbst dann, wenn dieser in einer Sackgasse mündet.

 

Die meisten Menschen, darunter bedeutend mehr Männer als Frauen, sind jedoch aus einem anderen Holz, sie sind keine Helden, die einem Robinson gleich auf sich allein gestellt überleben können. Wir, alltägliche Menschen in Minderheiten und Mehrheiten, resonieren aufmerksam auf die Meinung und Einstellung unserer Umgebung und freuen uns über jedes Lob und regen uns maßlos über jede Kritik auf.

 

Mit anderen Worten, vielleicht noch einfacher formuliert: Je labiler der Mensch in seiner sozialen Umgebung verankert ist, desto ängstlich-intensiver hört er auf die Meinung anderer. Schicksalsgemeinschaftliche Minderheiten, die keine kommerziell-kulinarisch-folkloristische Stabilität, wie z.B. die Kroaten und Ungarn im Burgenland, genießen, lassen sich in vielfacher Hinsicht von ihrer Umgebung beeinflussen. Groteskerweise hören sie vor allem auf ihre Gegner und Hasser.

 

Im Gegensatz zur Physik, wo Druck immer Gegendruck erzeugt, fühlen sich daher gar nicht so wenige Diaspora-Juden der Meinung ihrer Gegner hilflos ausgeliefert. Statt dass die Menschen auf den Hass, der sie trifft, mit einem entsprechenden Gegenhass reagieren, transportieren sie die von außen kommende Ablehnung in die eigene Gruppe, in die eigene Seele und werden so zum Werkzeug und Vollstrecker ihrer Feinde. So  und nur so ist die anti-jüdische (wenn auch keine antisemitische) Haltung eines Karl Kraus oder eines Bruno Kreisky verständlich. Während Kreisky mit allen Mitteln gegen den Juden Simon Wiesenthal ankämpfte, reichte er freudig dem Ex-SS-Offizier Friedrich Peter die Hand. So ist es kein Zufall, dass der „Jude“ Bruno Kreisky zu den absoluten Lieblingsfiguren der (Durchschnitts-)Österreicher avancierte.

Genauso wie Kinder aus Akademikerfamilien, im Gegensatz zu ihren Mitschülern und –Studenten aus Arbeiterfamilien es leichter haben, weil sie „mit Büchern“ aufwuchsen, genauso wird das Hirn orthodox-jüdischer Kinder zahlreiche Generationen durch das Studium heiliger Schriften und ihrer Kommentare geschärft. Diese extreme Bindung zum „Studium“ finden wir in assimilierten jüdischen Familien nicht mehr wieder; ihre Kinder unterschieden sich kaum von den Sprösslingen adäquater christlicher Familien.

Meine Brüder!

Die nicht-religiöse jüdische Tradition, das Aufrechterhalten des jüdischen Selbst­bewusstseins in der Diaspora ist diffizil und von äußeren Einflüssen und Bedingungen abhängig. Den Weg der Assimilation, also den der vollständigen Aufgabe jüdischer Tradition und jüdischen Glaubens und Lebens gingen bis zum Holocaust in Österreich, Deutschland, aber auch in den großen mittel- und westeuropäischen Städten (Wien, Berlin, Prag, Warschau, Budapest, usw.) sehr viele jüdische Familien. Auch die Zahl der so genannten „Mischehen“ – allerdings mehr in Wien als in Budapest – wuchs ständig an.

Der Holocaust, die brutale Ermordung sechs Millionen unschuldiger Opfer, wirkt heute auch auf die „Mischehen“. Allerdings wird nicht der jüdische Teil „christlich“, sondern eher umgekehrt. „Mischehen“ gehen, jüdischerseits, natürlich nur Menschen ein, die sich von der jeweiligen religiösen Tradition vollends losgesagt haben. Auch die Juden in den Mischehen basteln verzweifelt an ihrer (Schein-)Identität, die so stark sein kann, dass der christliche Teil des gemischten Doppels „judaisiert“ wird. Der christliche Teil in diesen „Mischehen“ huldigt, wenn auch unbewusst, einer moralischen Wiedergut­machung.

Nichts stört Juden so sehr wie der Antisemitismus. Diese Binsenweisheit formt seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten bis zum heutigen Tage – und sicherlich grenzenlos weiter – das gesamte Leben der Juden in der Diaspora. Natürlich ist der Judenhass kein Produkt nationalsozialistischen Ungeistes, er ist nur die absolute, blutige Pervertierung eines fast zweitausend Jahre alten christlichen Hasses gegen das Volk ihres Messias Jesus Christus.

So ist es verständlich, dass die Status-Sicherheit der Juden überwiegend vom echten und noch mehr vom eingebildeten Antisemitismus gelenkt und geformt wird. Auch und erst recht – im Shoah-Schatten – in Österreich und in Deutschland, obwohl die Angst vor Antisemitismus in beiden Ländern gutteils zu unrecht grassiert. Genau das zeigt eine Studie der in Wien beheimateten und außerordentlich kritischen „Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ (EUMC), ein so genanntes „Eurobarometer“, mit dem die europäische Toleranz gegenüber Andersgläubigen aus­gelotet wird. Der EU-Durchschnitt der tolerant eingestellten Menschen, die sich durch die Anwesenheit von Andersgläubigen nicht beunruhigt fühlen, beträgt 82,0 Prozent. In Österreich liegt dieser Anteil bei 82,3 Prozent, also knapp über dem EU-15-Durch­schnitt. Der deutsche Anteil mit 75,7 Prozent liegt etwas unterhalb des EU-15-Wertes.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Arbeit des Hamburger Politologen Frank Decker: „Der europäische Vergleich zeigt: „Wo populistische Parteien dem Ressenti­ment eine Stimme geben, wird die Gewalt am ehesten im Zaum gehalten“. Die politi­sche Praxis zeigt wie erfolgreich – wenn auch unter Umständen unbeabsichtigt – Rechtspopulisten Rechtsextreme zurückdrängen. Während in Österreich die FPÖ den politischen Boden unter den Füßen der Rechtsextremen wegzog, gelingt es in Deutsch­land – und nicht nur im Osten – den Linken keineswegs, den rechtsextremen „Vor­marsch“ zu stoppen. Ganz im Gegenteil. Während also in Deutschland der linke Wind die rechtsextremen Segel aufbläst, nimmt in Österreich der rechte Wind die Kraft aus den rechtsextremen Segeln.

Meine geliebten Brüder!

Auf meinen Spruch – „Es ist nicht leicht, ein Jude zu sein …!“ – erwidert meine (nicht-jüdische) Frau: „Es ist aber auch nicht leicht, ein Nicht-Jude zu sein …“, wobei wir beide kein Urheberrecht auf diese Sätze geltend machen können. Da wir Juden in der Diaspora, erst recht in den einstigen „Täter-Ländern“ ein Leben voller Widersprüche führen, ist es auch nicht leicht – außer man ist ein erklärter Antisemit – uns zu begeg­nen, mit uns auszukommen. Es gehört viel Liebe, noch mehr Verständnis und erst recht ein unendlich großes Einfühlungsvermögen dazu, uns aus unserem virtuellen Ghetto herauszulocken.

Ich frage mich oft: Wie soll man uns, unser Leben in Widersprüchen, verstehen, wenn wir es selber nicht begreifen …

Der Autor Peter Stiegnitz ist Soziologe, Überlebender des Holocaust; sein Buch „Auf allen Stühlen – Der Weg der assimilierten Juden“ ist jetzt im Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra, erschienen.