Hamas als „Frontlinie“ des palästinensischen Widerstands gegen Israel

Iranischer Offizieller sagt gegenüber einer Website der Hamas: Wir sind bereit, auch die Palästinenser im Westjordanland zu bewaffnen…

Auszüge aus einem Artikel von Amira Hass, Haaretz, 21.12.2014
Übersetzung: Daniela Marcus

Der Iran sei bereit, die Palästinenser im Westjordanland zusätzlich zur Hamas im Gazastreifen zu bewaffnen, sagte am Wochenende (…) Nasser A-Sudani, Leiter des Palästinakomitees des iranischen Parlaments, gegenüber a-risalah.net –einem bekannten Sprachrohr der Hamas− in einem Interview, das am Samstagabend veröffentlicht wurde.

A-Sudani sagte der Website, dass selbst während der jüngsten Abkühlung in der Beziehung zwischen Teheran und Hamas –aufgrund der Unterstützung der syrischen Opposition gegen Assad durch die Hamas− der Iran die militärische Hilfe für Gaza nicht komplett eingestellt habe. Nun beabsichtige die Islamische Republik, diese Beziehungen wieder zu stärken und zwar zusätzlich durch finanzielle Hilfe, sagte A-Sudani. Ein demnächst stattfindender Besuch des politischen Chefs der Hamas, Khaled Meshal, in Teheran soll auch dazu beitragen, die Beziehungen zu verbessern.

Dieser Artikel zeigt den jüngsten Schritt einer Serie von Aktionen, die dazu dienen, die Beziehungen zwischen dem Iran und der Hamas wieder in Ordnung zu bringen. Während der Militärparade der Hamas am vergangenen Sonntag, dankte Hamas-Sprecher Abu Obeida dem Iran für die militärische und finanzielle Unterstützung, die er über die Jahre hinweg geleistet habe.

Ali Barakeh, ein Vertreter der Hamas im Libanon, sagte am Freitag gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, ein Besuch von Hamas-Vertretern in Teheran vor etwa zwei Wochen, der dazu gedient habe, den Besuch von Meshal vorzubereiten, kennzeichne „einen neuen Anfang“ in den Beziehungen zwischen der Hamas und dem Iran. Auch das ranghohe Hamas-Mitglied Mousa Abu Marzouk sagte kürzlich gegenüber Reuters in Gaza: „Die Beziehungen zwischen der Hamas und dem Iran sind wieder normal“.

Der Oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, bezeichnet die Bewaffnung der Palästinenser ebenfalls als einen wichtigen Schritt in seinem Plan, Israel zu zerstören. Khamenei, der seinen Stufenplan über Twitter mitteilte, schrieb, dass es eine Bewaffnung von Westjordanland und Gazastreifen gebe.

Gemäß dem Artikel auf der Website a-risalah.net, sagte A-Sudani (…), der Iran betrachte die Hamas als die „Frontlinie“ im Kampf gegen Israel. „Israel zu zerstören wird nur durch die Bewaffnung der Palästinenser, auch derjenigen im besetzten Westjordanland, möglich sein“, sagte A-Sudani und fuhr fort, dass sein Land trotz Israels Angriffsdrohungen an der Seite des „palästinensischen Widerstands“ stehen werde.

A-Sudani sagte auch, sein Land sei bereit, zwischen Ägypten und der Hamas zu vermitteln, wenn es gefragt werde. (…) Die Vereinigten Islamischen Parlamente hätten eine Kommission aus 16 Staaten geschaffen, die das Ziel verfolgten, Ägypten dazu zu bringen, den Rafah-Übergang wieder zu öffnen und das Senden von Aufbauhilfe in den Gazastreifen zu erlauben, sagte A-Sudani.

Er gab zu verstehen, dass sein Land weiterhin die Shoah als „Betrug“ zurückweise, doch Präsident Hassan Rohani hätte entschieden, Schweigen in dieser Sache helfe der Verteidigung der Palästinenser und würde die Beziehungen zum Westen verbessern.

3 Kommentare zu “Hamas als „Frontlinie“ des palästinensischen Widerstands gegen Israel

    • Hallo Ente,

      die Türkei unter Erdogan und dessen Partei geht stramm in ein islamistisches, also faschistisches Regime über, was aber seit Anbeginn seiner Machtstellung in der Türkei klar war, auch für die EU und NATO. Die Türkei als „Retter“ des Islams und die politische Kraft: der Wunschtraum dieses Herren.

      Und da Israel immer der Feind der Islamisten sein wird, werden immer Abkühlungen zwischen den islamistischen Parteien überwunden werden. Die Hamas hat seit langem Unterstützung jeglicher Art vom Iran erhalten. Und was sagte im ARD Weltspiegel vor Weihnachten ein Hamas Vertreter bezüglich Neuaufbaues des Gaza Streifens: Priorität haben die Hamas Verteidigungsanlagen, also Tunnel usw.

    • Zweistaaten-Lösung!

      Hallo Ente: was wird der neue Staat der Palästinenser mit Hilfe anderer islamischer Staaten als erstes machen.

      Vielleicht ein Angriff auf Israel mit Hilfe des „zivilen Iranischem Atomprogramms“.

      Wer meint, dass bei den eingesetzten Zentrifugen im Iran sein Atomprogramm rein ziviler Natur ist, ist ein Idiot oder Antisemit, der die Auslöschung Israels gerne im Kauf nimmt.

      Ich befürworte eine Zweistaaten-Lösung, jedoch unter gänzlich anderer Politik auf beiden Seiten, die die Staaten friedlich anerkennt.

      Kyniker

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