Fernsehtipps für die Feiertage

Vom 16. bis 31. Dezember 2014…

Di, 16. Dez · 22:05-23:34 · arte
Ein Hauch von Freiheit – Schwarze GIs, Deutschland und die US-Bürgerrechtsbewegung

Sie kamen nach Deutschland, um das Land von Rassismus und Unterdrückung zu befreien. Doch in der eigenen Armee, aber auch in ihrer Heimat herrschte strikte Rassentrennung: Die 90-minütige deutsch-amerikanische Koproduktion „Ein Hauch von Freiheit“ erzählt die Geschichte afroamerikanischer Soldaten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland stationiert waren. Von der deutschen Bevölkerung als Repräsentanten einer Siegermacht akzeptiert, erfuhren sie hier zum ersten Mal eine Art Gleichberechtigung. Sie konnten dieselben Orte betreten wie Weiße, Beziehungen zu weißen Frauen – im eigenen Land undenkbar – waren an der Tagesordnung. Der ehemalige US-Außenminister Colin Powell erinnert sich mit Blick auf seine Zeit in Deutschland an diesen „Hauch von Freiheit“. Umso größer der Schock nach der Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg. Zurück in den USA ereilte die schwarzen US-Armeeangehörigen das gleiche Schicksal wie vor dem Krieg: Rassentrennung und Diskriminierung waren ihr Alltag. In Deutschland hatten die Soldaten das Gegenteil erlebt. Diese Erfahrung der Freiheit verschaffte der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung massiven Auftrieb. Eine Ironie der Geschichte. Ausgerechnet in den Ruinen Nazi-Deutschlands wurde ein Grundstein gelegt für die Überwindung der Rassentrennung in den USA. Veteranen des Zweiten Weltkriegs erinnern sich in dem Dokumentarfilm von Dag Freyer an ihre Zeit in Deutschland und ihr politisches Engagement im eigenen Land. Etwa Leon Bass, der als junger Mann bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald dabei war und noch heute seine Stimme gegen Rassismus und Diskriminierung erhebt. Oder Harold Linton, der in Zeiten des Kalten Krieges für seine Rechte und die Liebe zu einer deutschen Frau kämpfte. Colin Powell spricht in einem seiner persönlichsten Interviews über seine Stationierung in Gelnhausen. Auch der Kongressabgeordnete John Lewis äußert sich erstmals über seine schwere Reise aus der Unterdrückung in die Freiheit. Diese Reise begann 1945 in Deutschland.

Mi, 17. Dez · 03:15-04:45 · 3sat
Die Rückkehr des Tanzlehrers (2/2)

Molins Nachbar, der jüdische Stargeiger Jonas Andersson, wird getötet. Während die örtliche Polizei von einem Doppelmord ausgeht, stößt Lindman in Molins Haus auf ein Geheimpapier höchst brisanten Inhalts. Es weist seinen verstorbenen Kollegen als Mitglied einer militanten neonazistischen Organisation aus, deren Einfluss bis in die Spitzen der schwedischen Gesellschaft reicht. Um unerkannt zu bleiben, hetzen sie Lindman einen Killer auf den Hals. Zweiter Teil der zweiteiligen Henning-Mankell-Verfilmung „Die Rückkehr des Tanzlehrers“ von Urs Egger, die mit Stars wie Veronica Ferres, Tobias Moretti und Maximilian Schell hervorragend besetzt ist.

Mi, 17. Dez · 08:30-08:56 und 17:05-17:31 · arte
X:enius: Synagogen – Prachtvolle Zeugnisse jüdischen Lebens

Die Sendung „X:enius“ ist das werktägliche Wissensmagazin auf ARTE. 26 Minuten Sendezeit sind einem besonderen Thema aus dem Alltagsleben und der großen Welt der Naturwissenschaft und Forschung gewidmet. Mit ihrem Wissensmobil touren die Moderatoren durch Europa, immer auf der Suche nach dem Wissen, das die Welt bewegt. Unorthodoxe Fragestellungen sind dabei ebenso zu erwarten wie spannende Begegnungen mit den führenden Köpfen der Wissenschaft. „X:enius“ ist Roadmovie, Schatzsuche und Wissenssendung zugleich. Noch vor einhundert Jahren prägten Synagogen das Stadtbild deutscher Städte. Monumentale Prachtbauten, nicht selten erschaffen von christlichen Stararchitekten. Doch im Zuge der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten wurden nahezu alle Synagogen zerstört – und mit ihnen fast die gesamte jüdische Kultur. „X:enius“ begibt sich mit beeindruckenden Bildern auf die Spur dieser Synagogen – vom Mittelalter bis heute. Die „X:enius“-Moderatoren Emilie Langlade und Adrian Pflug zeigen archäologische Funde, die bis in eine mittelalterliche Synagoge führen, sie erinnern an die Reichspogromnacht 1938 und besuchen eine liberale jüdische Gemeinde in München, die bald eine eigene Synagoge bauen möchte. Wie gestalten Juden heute in Deutschland ihr Gemeindeleben? Die beiden „X:enius“-Moderatoren sprechen mit einem Rabbiner und Kindern über ihren Glauben. Ein Team der Technischen Universität Darmstadt lässt die Synagogen, die im Dritten Reich zerstört wurden, wiederauferstehen – zumindest per Computer. Die virtuellen Bilder zeugen von der einstigen Pracht und Schönheit der Synagogen in Deutschland. „X:enius“ stellt das ungewöhnliche Projekt vor.

Mi, 17. Dez · 21:45-22:37 · arte
Unter dem Hammer der Nazis – Die geheimen Akten des Adolf W.

März, 2013: Im Keller des Münchner Auktionshauses Neumeister wird ein sensationeller Fund gemacht: 44 Versteigerungskataloge von 1936 bis 1944. Es sind die persönlichen Exemplare des Auktionators Adolf Weinmüller. Darin enthalten: seine handschriftlichen Anmerkungen zu über 33.000 versteigerten Objekten. Katrin Stoll, die Inhaberin des Auktionshauses Neumeister, ahnt: „Wir haben eine Leiche im Keller gefunden.“ 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs will die mutige Frau mit Hilfe der Unterlagen Licht in das System Kunstraub bringen und Transparenz schaffen. Die detektivische Arbeit beginnt. März, 2013: Im Keller des Münchner Auktionshauses Neumeister wird ein sensationeller Fund gemacht: 44 Versteigerungskataloge von 1936 bis 1944. Es sind die persönlichen Exemplare des Auktionators Adolf Weinmüller. Darin enthalten: seine handschriftlichen Anmerkungen zu über 33.000 versteigerten Objekten. Niemals zuvor wurden solche Informationen entdeckt. Katrin Stoll, die Inhaberin des Auktionshauses Neumeister, ahnt: „Wir haben eine Leiche im Keller gefunden.“ Sie trifft eine mutige Entscheidung und lässt die Geschichte des eigenen Unternehmens aufarbeiten. Wie tief war Adolf Weinmüller in den Kunstraub der Nazis verstrickt? Eine spannende Spurensuche beginnt. Der größte und brutalste Kunsträuber der Geschichte ist Adolf Hitler, kein Kunstwerk ist vor dem Zugriff des Diktators sicher. Jüdische Kunsthändler müssen Deutschland fluchtartig verlassen – einer davon ist Siegfried Lämmle. Heute leben seine Nachkommen in den USA. Die Hoffnung, etwas von der gestohlenen Kunst wiederzubekommen, haben sie vor vielen Jahren aufgegeben. Nach Ausbruch des Krieges ist die Kunst in ganz Europa in Gefahr. Hitler hat eine größenwahnsinnige Idee: Er will die größte Kunstsammlung der Welt. Einer der letzten sogenannten Monuments Men ist Harry Ettlinger. Die alliierte Sondereinheit ist einzigartig in der Geschichte. Ihr Auftrag: Sie sollen die Raubkunst der Nazis aufspüren und ihren rechtmäßigen Besitzern übergeben. 70 Jahre später erfahren die Nachkommen der jüdischen Opfer, auch die Enkelin Siegfried Lämmles, erstmals von dem gesamten Umfang des Raubes. Mit Hilfe der Weinmüller-Akten gibt es nun wieder die Hoffnung, von dem Gestohlenen etwas zurückzubekommen.

Mi, 17. Dez · 22:45-23:45 · ARD-alpha
Planet Wissen: Von Beruf Nahost-Reporter

Am Karfreitag 2013 sorgte der Mann, der uns sonst Nachrichten aus dem Nahen Osten liefert, selbst für Schlagzeilen: Bei einem Hinterhalt wird der langjährige ARD-Korrespondent Jörg Armbruster in Syrien lebensgefährlich verletzt. Er überlebt nur dank eines syrischen Arztes und seines Kollegen Martin Durm. In „Planet Wissen“ berichten die beiden Reporter von dem Hinterhalt und ihrer waghalsigen Flucht aus Syrien. Sie erklären, wie Journalisten für Krisengebiete ausgebildet werden, was Auslandskorrespondenten antreibt und warum der Nahe Osten einen nie mehr loslässt.

Do, 18. Dez · 18:00-18:30 · PHOENIX
Gewalt im Namen Gottes

Adnan Maral ist Schauspieler. Viele kennen ihn aus der Erfolgsserie „Türkisch für Anfänger“. Adnan Maral ist liberaler Muslim. Er befürchtet, dass sich die feindseligen Gräben zwischen den Religionsgemeinschaften angesichts der weltweiten Glaubenskriege auch hier in Deutschland vertiefen. Überall im Land trifft Adnan Maral Menschen, deren Lebenswerk in Gefahr ist: der jüdische Rabbi Alter, der in Berlin auf offener Straße zusammengeschlagen wurde; muslimische Eltern in Hamburg, die sich Sorgen um ihre Söhne machen, die als „Gotteskrieger“ nach Syrien verschwinden; der evangelische Bischof Heinrich Bedford-Strohm, der für Vertrauen und Frieden statt Misstrauen und Hass zwischen den Religionen wirbt. Der Schauspieler Adnan Maral zeigt uns auch seine persönliche Vision einer friedlichen Co-Existenz der Religionen: Das Projekt „House of One“ in Berlin. Am Ende seiner Reise hat Adnan Maral eine eigene Antwort auf die Frage gefunden, ob die Glaubenskriege schon Deutschland erreicht haben.

Do, 18. Dez · 23:45-00:30 · RBB Berlin
Der Pianist Menahem Pressler

Er war das Herz und die Konstante des weltweit gefeierten Beaux Arts Trios, das über 50 Jahre lang Maßstäbe für die Kammermusik setzte. „Es gab fünf Geiger, es gab drei Cellisten, aber es gibt nur einen Menahem Pressler“, resümiert Daniel Hope, der als Geiger das Trio in den letzten sechs Jahren begleitete. 2008 löste sich das Trio auf, aber wer dachte, Menahem Pressler würde sich nun zur Ruhe setzen, wurde eines Besseren belehrt: Mit 85 Jahren startete der Ausnahmekünstler noch einmal durch, nahm seine Solokarriere wieder auf und spielt seitdem mit den größten und besten Orchestern der Welt. „Dass ich jetzt in meinem Alter noch einmal eine Solokarriere mache, das ist ein Wunder“, sagt Menahem Pressler selbst. Menahem Pressler hat ein bewegtes Leben. Mit 16 Jahren musste der gebürtige Madgeburger aus Deutschland vor den Nazis fliehen, seine Familie entkam nur knapp der Deportation. Sein Weg führte über Israel nach Amerika. Dort begann er seine Karriere als Pianist, begegnete all den großen Meistern seiner Zeit, ging mit Bruno Walter ins Konzert, trank mit Alma Mahler Samstags Tee und zählte Franz Waxmann zu seinem engen Freundeskreis. Mit seinen 91 Jahren stößt er ein Fenster in die Vergangenheit auf und ist doch, mit dem IPad unter dem Arm, ganz im 21. Jahrhundert angekommen. Seine tief empfundene Liebe zur Musik und die Musik selbst scheinen sein Jungbrunnen zu sein. Unermüdlich reist er um die Welt, um Konzerte zu spielen, CDs aufzunehmen, junge Musiker in Meisterkursen zu unterrichten. Sein Alter merkt man ihm nicht an, wenn er mit einem spitzbübischen Lächeln ein Lob ausspricht oder mit großer Strenge kritisiert. Pressler wird nicht müde, seinen Zugang zur Musik jedem Menschen nahe zu bringen. Sein einzigartiger Ton lässt Musikerkollegen wie Daniel Harding oder Leonidas Kavakos ins Schwärmen geraten. „Jeder sollte ihn mindestens einmal in seinem Leben gehört haben“, empfiehlt auch Raphaël Merlin, der Cellist des Quatuor Ebène. Nach seinem bewegenden Debut bei den Berliner Philharmonikern im Januar 2014 hat das Orchester Menahem Pressler erneut eingeladen: er wird der Solist im Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker sein.

Fr, 19. Dez · 21:45-22:15 · ARD-alpha
Landauer – gefeiert, verbannt, vergessen

Der Bayer und Jude Kurt Landauer war legendär und vielleicht der wichtigste Präsident des FC Bayern München. Doch vieles in seiner Lebensgeschichte liegt bis heute im Dunkeln. Der Filmautor Nick Golüke schließt diese Lücken und beschreibt erstmals das einzigartige und exemplarische Leben Kurt Landauers mit seiner grundlegenden Bedeutung für die Geschichte des FC Bayern und des deutschen Fußballs und seiner Wirkung bis in die heutige Zeit. Das bis heute der Öffentlichkeit fast unbekannte Leben Kurt Landauers ist die unglaubliche Heldengeschichte eines Mannes, der seine persönlichen Gefühle zurückstellt für das Wohl eines Vereins und das eines Landes, in dem er in ein Konzentrationslager gesteckt wurde, in dem seine Geschwister ermordet wurden und wo ihm alles genommen wurde – nur eines nicht: sein Fußball, sein FC Bayern. Nick Golüke beschreibt dieses dramatische Leben zwischen Triumph und Verfolgung, Konzentrationslager, Exil und Heimkehr, Vergessen und Wiederentdeckung. Er erzählt eine jüdische Biografie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus und geht der Frage nach, warum so viele Stationen dieses Lebens so lange im Dunkeln geblieben sind. Dabei versucht der Filmautor sich dem zwiegespaltenen Verhältnis des FC Bayern München zu seinem vielleicht größten Präsidenten zu nähern und der Frage, warum der Verein so lange den Mantel des Schweigens über diesen zentralen Zweig seiner Geschichte gebettet hat.

Fr, 19. Dez · 22:15-22:45 · ARD-alpha
Landauer – der Talk

Der Fußball heute hat einen gesellschaftspolitischen Charakter, ist in vielem ein Spiegel der Gesellschaft, so auch in Punkto Toleranz? Dominik Vischer diskutiert mit seinen Gästen, dem Präsidenten des Bayerischen Fußballverbandes Dr. Rainer Koch, Robby Rajber, dem Präsidenten des jüdischen Fußballvereins TSV Maccabi München und Dietrich Schulze-Marmeling, unter anderem Autor des Buches „Der FC Bayern und seine Juden“ über das Thema Fußball und Toleranz. Die Runde geht der Frage nach, wie Kurt Landauer in Vergessenheit geraten konnte, beschäftigt sich mit dem „Erbe Landauers“ für die heutige Zeit – der Toleranz als Mittellinie eines Spiels, welches im Laufe der Jahrzehnte auch zum gesellschaftspolitischen Phänomen wurde. Kurt Landauer gewann mit dem FC Bayern die erste deutsche Meisterschaft, dachte, lebte den FC Bayern – und wurde vergessen. Weil er Jude war? Weil ein Verein, eine Stadt kein schlechtes Gewissen ertrug? Was bedeutet das Schicksal Landauers in der heutigen Zeit?

Fr, 19. Dez · 22:45-22:55 · ARD-alpha
Glück gehabt? – Kurt Landauer und die Judenverfolgung

Er führte die Bayern zum ersten Meistertitel und doch hätte er beinahe, wie viele andere Juden zu dieser Zeit, sein Leben verloren. Dean ist Abiturient und spielt Fußball beim jüdischen Club Maccabi Haifa München. Und er ist Fan des F.C. Bayern München. Kein Wunder, dass dieser Verein auch Thema seiner Facharbeit wird. Dabei erfährt er, dass ausgerechnet der Präsident, der seine Bayern zum ersten Meistertitel im Fußball führte, nach der Machtergreifung Hitlers ins KZ gesteckt wurde! Dean ist erschrocken und macht sich auf, die Geschichte Karl Landauers zu erforschen. Er trifft dabei auf den Filmemacher Hans Steinbichler, der sich intensiv mit dem legendären Bayern-Präsidenten beschäftigt hat und einen Kinofilm über dessen Leben gedreht hat. Am Beispiel des Schicksals von Karl Landauer lernt er die menschenverachtende Ideologie der Nazis kennen und erfährt , wie systematisch die jüdische Bevölkerung verfolgt wurde.

Sa, 20. Dez · 14:15-15:00 · PHOENIX
Inglourious Basterds – Die wahre Geschichte

Fred Mayer hatte seine Heimatstadt Freiburg 1938 verlassen müssen, weil er Jude war. Mit seiner Familie emigrierte er in die Vereinigten Staaten, wo er sich freiwillig zur US-Armee meldete, um den Kampf gegen die Nazis aufzunehmen. Als Einzelkämpfer und Agent des US-Auslandsgeheimdienstes OSS wurde er im Februar 1945 auf eine lebensgefährliche Mission geschickt: Mit dem Fallschirm sollte er über Österreich abspringen, um hinter den feindlichen Linien Informationen über die so genannte „Alpenfestung“ zu sammeln, das gefürchtete Rückzugsgebiet für Nazis und Wehrmacht. Fred Mayer und seine beiden Kameraden – Hans Wijnberg, ein holländischer Jude, und Franz Weber, ein zu den Amerikanern desertierter Wehrmachtsoffizier – sollten diese Festung infiltrieren. Der Coup gelang. Fred Mayer bewegte sich, als deutscher Offizier verkleidet, wochenlang unerkannt in den Offizierskasinos von Innsbruck und Umgebung. So sammelte er wertvolle Erkenntnisse, die sein Funker Wijnberg an die Alliierten weitergab, bis er im April 1945 enttarnt wurde. Die Gestapo folterte Fred Mayer tagelang – vergeblich. Als Anfang Mai die amerikanischen Truppen vor den Toren Innsbrucks standen, erkannten seine Peiniger, dass ihre Zeit abgelaufen war und ihnen eine Geste des guten Willens den Übergang in die Nachkriegszeit womöglich erleichtern würde. Für Fred Mayer war das die Rettung. Auf Bitten der Nazis handelte er am Ende die kampflose Übergabe der Stadt mit der US-Armee aus. „ZDF-History“ zeigt die wahre Geschichte von Fred Mayer und Hans Wijnberg, die im Interview von ihrem abenteuerlichen Einsatz als Agenten in der „Alpenfestung“ berichten. Ihre abenteuerliche Geschichte beweist einmal mehr, dass die Realität mindestens so spannend sein kann wie die fiktionale Geschichte des Films „Inglourious Basterds“, mit dem Starregisseur Quentin Tarantino Furore machte.

So, 21. Dez · 09:45-10:15 · HR
Gespräche unterm Weihnachtsbaum (4): Meinhard Schmidt-Degenhard im Gespräch mit Julian-Chaim Soussan, Rabbiner in Frankfurt

An diesem vierten Advent und zugleich am fünften Tage des jüdischen Chanukka-Festes ist der Frankfurter Rabbiner Julian-Chaim Soussan zu Gast. Die Lichter der Frankfurter Skyline am Abend findet er besonders beeindruckend. Aber nicht deswegen zog es ihn nach Frankfurt. „Frankfurt ist ein Geschenk“, sagt Rabbiner Julian-Chaim Soussan: „Die Gemeinde hier ist Maßstab für alle deutschen Gemeinden, hervorragend in Infrastruktur, Organisation.“ Seit einem Jahr kümmert sich der orthodoxe Rabbi Soussan in der jüdischen Gemeinde in Frankfurt vor allem um Jugendarbeit, Erziehung und Bildung. Das Lichterfest Chanukka im Schatten der Skyline dürfte eine willkommene Gelegenheit für den neuen Rabbi sein, jüdisches Leben selbstbewusst in Frankfurt zu praktizieren. Das feierliche Entzünden einer Chanukka-Kerze auf dem Balkon der Alten Oper in Frankfurt gehört mittlerweile zur Tradition in der Mainmetropole – mit anschließendem Gesang, Tanz, Gebäck und Geschenken für Kinder. Das jüdische Fest Chanukka wird dieses Jahr vom 17. Dezember bis zum 24. Dezember gefeiert. Es erinnert an einen Triumph und an ein Wunder zugleich: an das Ende der Seleukidenherrschaft, die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem und an das Wunder, dass ein verbliebenes Tröpfchen Restöl acht Tage lang brannte, bis neues Öl geweiht werden konnte. Rabbiner Julian-Chaim Soussan, 1968 in Schluchsee bei Freiburg geboren, ist Sohn des sephardischen Rabbiners Benjamin Soussan. Mit 35 Jahren erhielt er seine Ordination und war einer der jüngsten Rabbiner in Deutschland. Nach Stationen in Düsseldorf und Mainz ist Soussan nunmehr seit einem Jahr an der jüdischen Gemeinde in Frankfurt tätig. Für viele Mitglieder der Gemeinde, aber auch für Außenstehende verkörpert er wie kaum ein anderer Rabbiner ein Judentum, das modern und orthodox zugleich ist. Mit Rabbiner Julian-Chaim Soussan spricht Meinhard Schmidt-Degenhard über das Wunder von Chanukka, darüber, wie Juden dieses Fest feiern und über sein Engagement im interreligiösen Dialog.

So, 21. Dez · 12:05-13:25 · MGM
Zelig

Der kleine jüdische Angestellte Leonard Zelig (Woody Allen) ist ein Mann ohne Identität. Er kann sich chamäleonartig an seine Umwelt anpassen. Das geht sogar so weit, dass er die physischen Eigenschaften bestimmter Personen annehmen kann. – Woody Allens fiktive Biografie: eine brillante Persiflage auf die Gesellschaft, die Filmindustrie und Dokumentarfilme.

Di, 23. Dez · 01:15-02:45 · RBB Berlin
Ein Fall für Annika Bengtzon – Nobels Testament

Auf der exklusiven Nobelpreis-Gala geben sich prominente Wissenschaftler aus der ganzen Welt ein einzigartiges Stelldichein. Reporterin Annika Bengtzon (Malin Crépin) soll über das glamouröse Großereignis berichten, doch daraus wird nichts. Auf dem Höhepunkt der Festivität wird ein blutiges Attentat verübt – direkt vor Annikas Augen. Während in allen Redaktionen die Drähte heiß laufen, darf ausgerechnet Annika als Tatzeugin über den tödlichen Zwischenfall nicht berichten: Caroline von Behring (Anna von Rosen), Vorsitzende des Nobelpreiskomitees, erliegt noch am Tatort ihren schweren Verletzungen, das Leben des israelischen Professor Aaron Wiesel (Jackie Jakubowski) hängt an einem seidenen Faden. Da der jüdische Wissenschaftler für seine umstrittene Stammzellenforschung den Nobelpreis für Medizin erhielt, ist das Attentat auf ihn offenbar politisch motiviert. Während alle Ermittlungen in diese Richtung laufen, vermutet Annika, dass Caroline von Behring nicht zufällig in der Schusslinie war. Ein Gespräch mit deren Kollegin Birgitta Larsén (Ia Langhammer), die anscheinend mehr weiß, als sie sagt, erhärtet den Verdacht. Kurz darauf meldet sich der junge Laborant Isaksson (Karl Linnertorp), der Annika Informationen über den Attentäter verkaufen will. Dazu kommt es nicht, denn der Chemiker stirbt bei einem mysteriösen Unfall. Die Reporterin ist auf der richtigen Spur, ahnt aber nicht, dass sie in Lebensgefahr schwebt.

Mi, 24. Dez · 19:15-19:45 · 3sat
Alltag in der Geburtsstadt Christi

Wie sieht der Alltag in Bethlehem aus? Da ist Jeman, der direkt an der israelischen Mauer einen bei Touristen beliebten Shop eröffnet hat. Burkhard wiederum leitet das Institut Lifegate, das behinderten palästinensischen Kindern Therapien anbietet. Paolo ist es, der mit seinem Team die geschichtsträchtige Geburtskirche renoviert. In der Dokumentation „Alltag in der Geburtsstadt Christi“ führt Richard C. Schneider im Blog-Stil durch die Stadt Bethlehem und stellt Menschen und ihren Alltag vor.

Fr, 26. Dez · 20:15-23:15 · RTL2
Schindlers Liste

Der Film erzählt von dem Geschäftsmann Oskar Schindler, der über tausend Juden vor dem Tod durch die Nazis rettete indem er sie in seinen Rüstungsfabriken beschäftigte. ‚Schindlers Liste‘ beruht auf einer wahren Geschichte, wurde in schwarz-weiß und an vielen originalen Schauplätzen gedreht und hat kontroverse Diskussion nach sich gezogen.

Mi, 31. Dez · 20:15-21:36 · arte
Gelobtes Land (1/4)

Die 18-jährige Erin reist mit ihrer Freundin Eliza nach Israel. Während ihre Freundin den israelischen Wehrdienst antritt, vertieft sich die junge Britin in das Tagebuch ihres Großvaters, der als britischer Mandatssoldat im Palästina der Nachkriegsjahre stationiert war. Aber auch von den alltäglichen Grausamkeiten der Realität eines vom Frieden weit entfernten Landes bleibt Erin nicht verschont. Unmittelbar bevor die 18-jährige Erin nach dem Abitur mit ihrer Freundin Eliza nach Israel aufbricht, fällt ihr das Tagebuch ihres todkranken Großvaters Len in die Hände. Sie ist fasziniert vom gefahrvollen Soldatenleben des alten Mannes, den sie kaum kennt. Fassungslos liest sie von den dramatischen Erlebnissen des Großvaters während der britischen Friedensmission nach dem Zweiten Weltkrieg in Palästina. Als Eliza ihren Wehrdienst beginnt, wird Erin, die von nun an auf sich allein gestellt ist, Zeugin der undurchschaubaren Komplexität des Lebens im heutigen Israel sowohl für Juden als auch für Araber. Erin taucht tiefer in das Tagebuch ein und stößt dabei auf die heute noch unbequemen Wahrheiten aus der Zeit des britischen Mandats, in der ihr Großvater in Palästina war, und die Gewalt und Grausamkeit, die er in den 40er Jahren miterleben musste. Im Haifa der Gegenwart geht ein Riss durch die Familie der Freundin: Elizas Bruder Paul kämpft militant gegen die Palästinenserpolitik seines Landes. Er macht Erin mit dem palästinensischen Omar, einem Aussteiger aus dem bewaffneten Untergrundkampf der Al-Aksa-Brigaden, bekannt. Mit Unterstützung der beiden lernt Erin auch die schockierenden Zustände jenseits der Checkpoints und der Mauern, die die palästinensischen Dörfer abschirmen, kennen. Peter Kosminskys „Gelobtes Land“ lässt den abenteuerlichen Auslandstrip einer jungen Frau zu einer Wahrheitssuche vor der Kulisse des komplexen und anscheinend unlösbaren Nahostkonflikts geraten.