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Grossgesichtiges Kind

Finissage und Buchvorstellung in Wien…

In einer Anstalt lief ein Kind auf Gängen und Treppen umher, es streifte an Gittern und Geländern vorbei. Das Gebäude verschluckte die Geräusche, die es verursachte, genauso wie das Schreien der Irren oder das Knarren altgewordenen Linoleums. Manche Plätze sollte das Kind meiden.

Später, als Erwachsene, wird sie wieder in einer Klinik sein; jetzt ist sie Patientin, Krebspatientin. Sie beobachtet das Vorfahren von Bestattungswagen.  Es ist eilig, daß sie das Gelände wieder verlassen, sagt der Pförtner. Er wird sich später um die Ausgabe der Fahrräder kümmern.

Eine Welt der Anstalten. Nach den Nazijahren. Zum Fürchten. Und wohl zum Fürchten auch der Radiodieb, der in der Anstalt über das Kind zu wachen hatte. Dabei liebte das Kind den Kindermann. Jahre später weiß es die Frau ganz genau.

Großgesichtiges Kind: eine Erzählung von Esther Dischereit, Verlag De Gruyter, Edition Angewandte, Bestellen?

Aus den Partikeln vom grossgesichtigen Kind, Dischereits Installation, die in der TON_passage im MuseumsQuartier Wien zu hören ist, – 24.8.−22.11.2014 −, entwickelte die Autorin eine Erzählung.

Esther Dischereit: GROSSGESICHTIGES KIND
Sprecher: Markus Meyer, Wien
Sprecherin: Esther Dischereit, Berlin/Wien
Musik: Frank Wingold, Köln
Video: Riccardo Ajossa, Rom

Mi. 19. November 2014, 19 Uhr
Raum D, quartier21, Museumsplatz 1, Wien
Eintritt frei

Einführung: Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien

Eine Veranstaltung der Universität für angewandte Kunst Wien, Edition Angewandte, des Verlags DE GRUYTER, Berlin, in Zusammenarbeit mit TONSPUR für einen öffentlichen raum Wien. Dank an das MuseumsQuartier Wien.

www.dieangewandte.at
www.estherdischereit.de
www.tonspur.at