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Die letzte Zuflucht eines Halunken

Faschistische Schriftsteller als Pflichtlektüre in Ungarn…

Von Karl Pfeifer

Der heutige Standard berichtet: „Ein Signal dafür sollte die Abstimmung über den künftigen Kulturkommissar Tibor Navracsics sein. Er hatte sich in schriftlichen Nachfragen an den zuständigen Ausschuss von den unter Fidesz-Premier Viktor Orbán erlassenen, grundrechtlich umstrittenen ungarischen Mediengesetzen distanziert. Er sei an deren Zustandekommen nicht beteiligt gewesen, sie hätten auch „nicht meinen persönlichen Überzeugungen entsprochen“, schrieb Navracsics.
Der Kulturausschuss stimmte am Abend über ihn ab. Dabei wurde dem früheren ungarischen Justiz- und Außenminister die Eignung als Kommissar im Prinzip attestiert. Gleichzeitig sprach sich eine Mehrheit des Ausschusses dafür aus, dass der Ungar eine andere Ressortzuständigkeit als jene für Kultur, Jugend, Sprachen und Bürgerrechte erhalten solle.“

Die Budapester Tageszeitung „Népszabadság“ schreibt heute im Detail über die Befragung von Navracsics in Brüssel: Wird nun auch nach Cecile Tormay und József Nyirő [faschistische Schriftstellerin, Nazistischer Propagandist und Schriftsteller K.P.] Mein Kampf zur Pflichtlektüre in ungarischen Schulen?

Der Kandidat beteuerte seine guten Beziehungen zu den jüdischen Organisationen in Ungarn und wie wichtig das Judentum im politischen und kulturellen Leben in Ungarn sei. Dann warf er seine letzte Trumpfkarte, unter seinen Ahnen gab es auch Juden, Kroaten, Slawen.

Was hat die wahre oder vorgebliche Abstammung mit der Tatsache zu tun, dass in Ungarn literarisch unbedeutende faschistische Schriftsteller Pflichtlektüre sind?

Die Erwähnung der Abstammung ist die letzte Zuflucht eines Halunken.