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Zum Tod von Shlomo Lahat

Gestern starb der langjährige ehemalige Bürgermeister Tel Avivs, Shlomo „Tschitsch“ Lahat. Lahat wurde 1927 als Salo Lindner in Berlin geboren und wanderte nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gemeinsam mit seiner Familie 1933 ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina aus. Er diente viele Jahre in der Armee, wo er bis zum Generalmajor aufstieg. 1974 wurde er zum Bürgermeister von Tel Aviv-Jaffo gewählt – ein Amt, das er bis 1993 innehatte…

Shlomo LahatEines seiner wichtigsten Verdienste war die Verwandlung der Stadt in ein kulturelles und touristisches Zentrum. So veranlasste er die kostenlose Öffnung von Museen und Zoos an Samstagen und gestattete die Öffnung von Restaurants und Kinos, was maßgeblich zur Entwicklung hin zu einer „Stadt, die niemals schläft“ beitrug.

Er entwickelte die Tel Aviver Strandpromenade, die so zu einer Vergnügungsmeile wurde und seither seinen Namen trägt. Er investierte in das Stadtzentrum, was viele junge Einwohner zurückzog, die in die Außenbezirke abgewandert waren. Unter seiner Leitung wurde Tel Aviv zu der jungen und kulturellen Stadt, die sie heute ist.

Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai würdigte Lahat mit den Worten:
„Mit dem Tod von Shlomo „Tschitsch“ Lahat hat die Stadt nicht nur einen ihrer Liebsten verloren, sondern auch einen der Menschen, die Tel Aviv-Jaffo zu dem gemacht haben, was es heute ist – ein internationales Zentrum für Kultur, Kunst und Wirtschaft.

Tschitsch war nicht nur einer der besten Bürgermeister, die Tel Aviv in seiner 105-jährigen Geschichte hatte, sondern auch einer der wichtigsten.

Die Bedeutung, die er den drei Gebieten – Bildung, Sozialwesen und Kultur – beimaß, machte jedes dieser Gebiete zu einem Juwel, was Tel Aviv um Lichtjahre voran brachte und es in eine Quelle der Inspiration verwandelte.

Dies ist das Vermächtnis, das Tschitsch den Bürgermeistern, die auf ihn folgten, hinterließ – ein Vermächtnis, dessen Wahrung ich als persönliche Verpflichtung verstehe.

„Lahat“ ist das hebräische Wort für „Leidenschaft“. Dies ist eine wunderbare Verbindung zwischen Tschitsch und seinem Namen. Er war ein Mann der Leidenschaft – Leidenschaft für Arbeit und Liebe – für die Stadt und ihre Bewohner. Jeder, der mit ihm zusammenarbeitete, wurde von seiner Leidenschaft angesteckt, dies war eines seiner Erfolgsgeheimnisse.

Mit seinem Tod habe ich die Person verloren, die „mein Bürgermeister“ war.

Tschitsch – die Stadt, die niemals schläft, die Du geschaffen hast – hält heute inne und verneigt ihr Haupt in Deinem Gedenken. Wir sprechen der Familie unser Beileid aus.“

Stadt Tel Aviv, 2.10.14, Newsletter der Botschaft des Staates Israel