Idan Raichel & Band in Freiburg

Der 6. September 2014 bleibt bei mir als kulturelles und friedliches Highlight in Erinnerung. Endlich war es soweit, Idan Raichel live in Freiburg. Nach Deutschland kommt er öfters, nur die ca. 220 000 Einwohnerstadt im Süden Deutschlands hat es da schon etwas schwieriger mit Besuchen von ihm…

Von Alexander Waldmann

Wer nicht weiß, von wem ich schreibe: Idan Raichel. Israelischer Texter, Komponist und Musiker. Für mich ein Virtuose der neuen Generation am Piano. Vater von einem Kind, verheiratet mit einer Frau aus Wien, seine Großmutter Deutsche, Berlinerin (wir sehen mal wieder, wie viel Kultur im zweiten Weltkrieg zerstört wurde und auch Jahrzehnte danach daran erinnert werden muss). Mit neun begann er Akkordeon zu spielen und lernte in den weiteren Jahren das Jazz-Piano. Soviel zur musikalischen Entwicklung.

Um 20:00 Uhr ging es los. Bereits ab 19:00 Uhr füllte sich das „Freiburger Jazzhaus“. Ich würde sagen gut besucht. Die Stimmung war wie zu erwarten angenehm, entspannt, ruhig und wer die Musik von Idan Raichel kennt, auch ein wenig spirituell. Also alles um letztlich in sich zu kehren und sich von Idan Raichel & Band begleiten zu lassen. Einfach mal nur zuhören, auch wenn man nicht jedes Wort versteht, bei Idan Raichel versteht man es eben doch. Musik wirkt ja bekanntlich im Herzen, das tut sie wirklich.

Der erste Song war „In Stiller Nacht“. Ein Deutscher Text den er mit Andreas Scholl aufgenommen hat. Eine gute Einführung in das Konzert. Mit jedem Song steigerte sich die Stimmung. Mal wurde es schneller, mal sehr nachdenklich. Aber immer der schöne und unverwechselbar friedliche israelischer Idan-Raichel-Sound mit äthiopischen, afrikanischen und karibischen Sounds gepaart.

Das hat man dann auch bei „Mima’amakin“ (Out Of The Depths) gemerkt. Die Israelin mit äthiopischen Wurzeln Cabra Casay kam hinzu und sang den Refrain. Die affinen Bewegungen von ihr sahen aus wie einstudiert, waren sie aber nicht. Schaute man sich um, waren alle nur perplex, weil es eben noch schöner wurde. Das wusste Idan Raichel und hat am Piano weitergespielt als gäbe es kein Morgen. Cabra Casay blieb, auch für „Sabe Deus“ (God Knows). Spätestens hier waren die Menschen, die „nahe am Wasser“ gebaut sind, dann endgültig am Ende. An Schönheit in Klang und Visuellem nicht zu überbieten.

Ganz am Ende (das Konzert ging gefühlte 10 Minuten weil es so gut war) gab es dann nochmal eine totale Action. Cabra Casay mit „Ayal Ayale“, das Publikum sang einen Teil mit und die Stimmung ging nochmal nach oben. Ein guter energievoller Abschluss also.

Idan Raichel erklärt, dass er mit seinem künstlerischen Wirken den Staat Israel repräsentieren möchte. Es war eine gute Präsentation. Eine bessere gibt es nicht.

Idan Raichel im Web: http://www.idanraichelproject.com/en/

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