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Kafkas „Prozess“: Aktuelle Ausstellung

Ein gleich zweifaches Jubiläum ist in diesem Jahr mit dem Prager deutschen Schriftsteller Franz Kafka verbunden. Vor genau 100 Jahren hat Kafka die Arbeit an seinem Roman „Der Prozess“ begonnen und vor 90 Jahren ist der Autor verstorben.
Zu diesem Anlass auch zwei erwähnenswerte Ereignisse bzw. Angebote: Saul Friedländers (Sürpris!) eindruckvolle, 2012 in den USA erschienene Studie über „Franz Kafka – Poet of Shame and Guilt“  wird nun von dtv als Taschenbuch angeboten (Hardcover 2012). Reiselustige Leser sollten einen Besuch der Prager Ausstellung erwägen…

„Franz Kafka  – Prozess 2014. Original und Verwandlung“Heike Gfrereis (Foto: Archiv des Literaturhauses Stuttgart)
Die Ausstellung ist im Altstädter Rathaus bis Ende Juni zu sehen.

Download zum Audiofile: MP3.

Die Ausstellung zeigt den Entstehungsprozess des berühmten Romans sowie die Kommentare von Künstlern aus der Gegenwart dazu. Zusammengestellt wurde die Ausstellung vom Deutschen Literaturarchiv Marbach b. Stuttgart. Radio Prag (Markéta KachlíkováRadio Prag) hat die Leiterin des Literaturarchiv-Museums, Heike Gfrereis (Foto: Archiv des Literaturhauses Stuttgart) nach Einzelheiten gefragt.

Kafkas „Prozess“ (Foto: Tschechisches Fernsehen)
Originalausgabe: „Der Prozess“

Franz Kafka (Foto: Tschechisches Fernsehen)

Frau Gfrereis, im Altstädter Rathaus in Prag findet zurzeit eine Ausstellung statt. Sie heißt „Franz Kafka Prozess 2014. Original und Verwandlung“. Die Ausstellung wurde vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach vorbereitet. Was genau zeigt die Ausstellung?

„Wir zeigen das komplette Manuskript, soweit es von Franz Kafkas Roman ‚Der Prozess‘ erhalten ist. Und zwar in Bildern, so dass man wirklich alle Seiten sieht, also nicht nur die Blätter, sondern über 300 Seiten. Man sieht, wie Kafka wirklich geschrieben hat. Man kann Satz für Satz den Romantext in der Handschrift nachlesen, was natürlich sehr reizvoll ist: Er hat ja auch gestrichen, und wie jeder andere Autor nach den richtigen Wörtern gesucht. Man erkennt, wie er am Text gearbeitet und sich manchmal auch verschrieben hat. Zum Beispiel verschreibt er sich immer wieder, wenn er den Namen seines Haupthelden Josef K. mit Franz, Franz Kafka, Franz K. verwechselt und F und K gehen ineinander über. So sieht man sehr viel von der Schreibweise, von der Denkweise von Franz Kafka in diesem Raum. Wir haben manche dieser Textseiten mit Kommentaren von prominenten Autoren versehen, von Künstlern, von Literaturwissenschaftlern, von Kritikern, und auch von prominenten Personen aus Prag selbst, denn es sind auch tschechische Künstler mit dabei, die die Seiten kommentieren. Wir haben uns gedacht, dass es sehr schön sei, gerade über das Manuskript diesen sehr oft interpretierten Text auch wieder für die Phantasie der Leser zu öffnen.

Kafkas „Prozess“ (Foto: Tschechisches Fernsehen)
http://img.radio.cz/pictures/c/ct/lidi/kafka_franz.jpg

Abb.: Originalausgabe des Buches um das es in der Prager Ausstellung geht: „Der Prozess“

Anhand dieses Manuskripts kann man den Entstehungsprozess des Romans verfolgen. Wie lange hat Kafka eigentlich daran gearbeitet?

„Kafka hat am 1. August 1914 angefangen, an diesem Roman zu arbeiten, also in jenem Monat, in dem der erste Weltkrieg ausbrach. Er kam dann sehr schnell ins Stocken und beendete die Arbeiten im Januar 1915 ganz, also gerade mal ein halbes Jahr später. Das Romanmanuskript ist nicht abgeschlossen, es ist ein Fragment, das eigentlich – so war Kafkas Wunsch – nach seinem Tod hätte zerstört werden sollen. Sein Freund Max Brod hat dies aber nicht gemacht, sondern bereits 1925, ein Jahr nach Franz Kafkas Tod, den Roman herausgegeben. Das heißt, wir kennen eigentlich nur einen unfertigen Text, der wirklich vor allem in den Sommermonaten 1914, also vor hundert Jahren entstanden ist.“

Wir sprechen ja von der Herausgabe des Werkes durch Max Brod. Wie entwickelte sich das weitere Schicksal des Manuskripts?

„Das Manuskript verließ Prag gemeinsam mit Max Brod, als er ins Exil nach Israel ging. Es kam dann irgendwann einmal bei Sotheby’s zur Versteigerung. Im Jahr 1990 konnte das Land Baden-Württemberg es dort erwerben und hat es als Dauerleihgabe dem Deutschen Literaturarchiv Marbach übergegeben.“

Ausstellung im Altstädter Rathaus (Foto: Tschechisches Fernsehen)
Die Ausstellung – multimedial.

Ausstellung im Altstädter Rathaus
(Foto: Tschechisches Fernsehen)

Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach verwahrt nicht nur dieses Manuskript, sondern den kompletten Nachlass von Franz Kafka.
Was alles befindet sich bei Ihnen in den Archivbeständen?

„Wir haben auch kleinere Erzählungen von Franz Kafka, zum Beispiel ‚Der Kübelreiter‘ oder ‚Der Dorfschullehrer‘. Daneben besitzen wir einige Briefe: Manche der berühmten Schriften sind komplett, vor allem an die Frauen, zum Beispiel die Briefe an Milena. Die Schriftstücke an seine Lieblingsschwester Ottla haben wir gemeinsam mit der Bodleian Library in Oxford erworben.


Dann gibt es noch Briefe zwischen Franz Kafka und seinem Freund Max Brod, sowie Aufzeichnungen von Kafkas weiterem Prager Freund Felix Weltsch. Wir besitzen auch Fotos von Franz Kafka bei uns im Bestand, auch angeblich eine Gabel aus seinem Reisebesteck, die er in einem Wirtshaus beim Kartenspiel verloren haben soll. Es gibt einen ganz kleinen Zettel in Steno, Kafka war ja Jurist und konnte daher auch die Kurzschrift, auf dem er sich einen Bibelpsalm notiert hat. Also es sind ganz unterschiedliche Dinge, die wir im Besitz haben.“

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Schir schehalamti – al Prag…

שיר שחלמתי…
מסע אל יהדות צ’כיה

פראג שוקקת התיירים היא אחת הערים היפות ביותר בעולם. כמעט כל תייר שמגיע לעיר מבקר גם ברובע היהודי המפואר והמרשים על שלל בתי הכנסת העתיקים שבו.
אבל מתברר שבצ’כיה ערים נוספות שלהן עבר יהודי מפואר,אך כיום בתי הכנסת המרשימים שבהן עומדים בשיממונם.
שלומי גולדברג וצוות הערוץ הראשון יצאו למסע בעקבות יהדות צ’כיה שהייתה בשיא פריחתה הרוחנית והתרבותית בתקופה שלפני השואה. בכל עיר ועיירה היוו היהודים חלק נכבד מתושבי העיר,הרובע היהודי הפך לחלק מרכזי בכל עיר,ובתי כנסת גדולים ומפוארים בלטו בנוף המקום.
בסרט מרגש זה, מובא סיפורה של יהדות צ’כיה בערים הגדולות פראג ופילזן לצד העיירות הקטנות צ’סקי קרומלוב, מיקולוב ומחנה הריכוז טרייזינשטאט. בסרט תמונות מרהיבות מנופה של צ’כיה מלאת החיים על שלל אתרי התיירות שבה, תעשיית הבירה הפורחת ואירועי התרבות הרבים, לצד תמונות של שרידי היסטוריה יהודית מפוארת בת 1000 שנים. יהדות צ’כיה הושמדה כמעט כולה בשואה ,ואלה שנותרו בחיים עלו ברובם לישראל והיוו עמוד תווך בהקמת המדינה.
כיום, צ’כיה היא מידידותיה הטובות של ישראל באירופה.תסריט,בימוי והגשה: שלומי גולדברג .
מפיק : מיקי קליין.
צלם: אריה שלזינגר.
קול:דני לוי.
עריכה: טליה סלע.