Veranstaltungshinweise für Landshut und Regensburg

Karl Pfeifer auf Lesereise…

Völkisches Krisenmanagement in Ungarn
Zur antisemitischen und antiziganistischen Entwicklung in der ungarischen Gesellschaft

Vortrag und Diskussion mit Karl Pfeifer, Wien

Seit dem Regierungswechsel von der sozialdemokratischen Partei (MSZP) zur rechten Fidesz-KDNP von Ministerpräsident Viktor Orbán 2010 ist in Ungarn Ethnonationalismus zunehmend strukturierendes Moment der offiziellen Politik geworden. Mit einer 2/3 Mehrheit im Parlament konnte Orbán ein neues Grundgesetz und ca. 800 neue Gesetze beschließen lassen, auch die Wahlgesetze wurden so umgeschrieben, dass 2014 Fidesz-KDNP mit 44% der abgegebenen Stimmen eine 2/3 Mehrheit im Parlament erreichte. Während auf dem Gebiet der Politik die Fidesz-KDNP mit der rechtsextremistischen Jobbik-Partei konkurriert, gibt es weitgehende ideologische Übereinstimmung zwischen den beiden Parteien.

Die Regierung versucht sich im Ausland als „Beschützer der Juden“ und „Förderer der Roma“ darzustellen, in Wahrheit verwirklicht sie im Inland oft Jobbiks Vorschläge. Einige Fidesz kontrollierte Medien betreiben offene rassistische Hetze. Neonazibanden können in Ungarn in dicht von Roma bewohnten Orten unbehelligt aufmarschieren und deren BewohnerInnen bedrohen und schikanieren. In der Wirtschaftspolitik wird eine regressive Nationalisierungsstrategie verfolgt, die mithilfe antisemitischer Töne Stimmung gegen „das Finanzkapital“ macht. Währenddessen geht Orbáns Regierung gegen die Armen der Gesellschaft, insbesondere gegen Obdachlose und Roma, vor. Alles im Interesse einer kleinen Gruppe von Oligarchen, die Orbán nahestehen.

Der Journalist Karl Pfeifer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Wiedererstarken von Antisemitismus und Antiziganismus in Europa. In Wien gehört er dem Kuratorium des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW) an und recherchiert dort zu neonazistischen Bewegungen. Er war jahrelang Redakteur der „Gemeinde“, des Organs der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, und Korrespondent des israelischen Radios. Im Frühjahr 2013 veröffentlichte er sein autobiografisches Buch „Einmal Palästina und zurück“.

Dienstag, 13.05.14 Beginn: 19.30 Uhr
Infoladen Landshut, Alte Bergstraße 146, Landshut
Veranstalter: VVN-BdA KV Landshut, DGB-Jugend Landshut
V.i.s.d.P. G. Stöckl, Alte Bergstraße 146, 84028 Landshut

Lesung und Diskussion
Karl Pfeifer: Einmal Palästina und zurück – ein jüdischer Lebensweg

Karl Pfeifer, geboren 1928 in Baden bei Wien, flieht als Zehnjähriger mit seinen Eltern vor den Nazis nach Ungarn und tritt dort der illegalen sozialistisch-zionistischen Jugendorganisation Schomer  hazair bei. Mit einem der letzten Kindertransporte gelangt er im Januar 1943 über Rumänien, Bulgarien, Istanbul, Ankara und Beirut nach Haifa. Nach drei Jahren Erziehung im Kibbuz schließt er sich mit siebzehn der Palmach an und kämpft im israelischen Unabhängigkeitskrieg. 1951 kehrt er zurück nach Wien. Bis heute arbeitet er als Journalist und ist einer der besten Kenner der ungarischen Verhältnisse. Karl Pfeifer liest aus seinen jüngst erschienenen Erinnerungen und berichtet vom Antisemitismus in Ungarn, der jüdischen Selbsthilfe, einer abenteuerlichen Bahnfahrt und den  Schwierigkeiten beim Aufbau Israels.

Mittwoch, 14.05.14 Beginn: 19.30 Uhr
Haus International, Rochuskapelle, Am Orbankai 3-4, Landshut

„EINMAL PALÄSTINA UND ZURÜCK. EIN JÜDISCHER LEBENSWEG.“
LESUNG UND DISKUSSION

Referent: Karl Pfeifer
Donnerstag 15.05.2014 um 19.00 Uhr im L.E.D.E.R.E.R. e.V.

Als 1938 das Leben jüdischer Bürger unter der nationalsozialistischen Herrschaf auch in Österreich zunehmend erschwert wurde, gelingt Karl Pfeifer mit knapper Not gemeinsam mit seinen Eltern die Flucht ins Ausland. Von Baden bei Wien erreichen sie Budapest, Karl ist gerade 10 Jahre alt. Vier Jahre später ist aber auch dort die Lage nicht mehr sicher. Noch miten im Zweiten Weltkrieg landet der 14-jährige Karl – nun bereits ohne Familie und auf sich allein gestellt – im britischen Mandatsgebiet Palästina. Im Kibbuz kümmert man sich um ihn und er erhält Unterricht. 1946 trit Karl Pfeifer einer Eliteeinheit der „Hagana“ bei und kämpf im israelischen Unabhängigkeitskrieg. 1951 kehrt Karl Pfeifer auf abenteuerlichem Weg über die Schweiz und Frankreich nach Österreich zurück und arbeitet seit 1979 als Journalist.

Der Vortrag konzentriert sich auf die wichtigsten politischen Ereignisse aus der Zeit des Nationalsozialismus und seiner Judenverfolgung sowie der Gründung des Staates Israel. Vor der Folie des historischen Hintergrunds zeigt es ein bewegtes Leben in stürmischen Zeiten.

Es freut sich auf Euer/ Ihr Kommen,
JIGRA // JUGENDINITIATIVE GEGEN
RASSISMUS UND ANTISEMITISMUS
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