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Israelischer Arzt entsetzt über Leiden syrischer Kinder

Syrische Scharfschützen zielen im Bürgerkrieg auf Kinder, um diese zu lähmen. Zu dieser Auffassung kommt ein israelischer Arzt, nachdem er mehrere kleine Patienten aus Syrien mit „speziellen Verletzungen“ behandelt hat…

eh, israelnetz v. 16.03.2014

Joav Hoffman hat eine hohe Stellung auf der Kinderintensivstation des Westgaliläischen Krankenhauses in der nordisraelischen Küstenstadt Naharija. Seit dem vergangenen Juli hat sie 25 schwer verletzte syrische Kinder im Alter zwischen wenigen Monaten und 17 Jahren aufgenommen. Nach einiger Zeit fiel ihm auf: Bei sechs Patienten deuteten die Wunden darauf hin, dass jemand die Kinder absichtlich durch Schüsse lähmen wollte.

„Die Verletzungen sind sehr speziell“, erläuterte Hoffman seine Beobachtungen gegenüber der Onlinezeitung „Times of Israel“. „Schussverletzungen von einer einzelnen Kugel im Lendenwirbelbereich, in der Nähe der Wirbel 2 und 3. Diese Schüsse sollen nicht töten, sondern Leid verursachen. Sie führen bei den syrischen Bedingungen zur Lähmung oder zu einem langsamen Tod.“

Der Arzt hat solche Verletzungen nach eigenen Angaben noch nie außerhalb des Schlachtfeldes gesehen. Seine Mitarbeiter hätten erst an einen Zufall geglaubt. Doch mittlerweile seien sie erschüttert darüber, dass Kindern so etwas angetan werde. Wenn ein syrisches Kind gelähmt bleibt, erhält es in Naharija einen gespendeten Rollstuhl.

Die Kinder werden durch die israelische Armee nach Naharija gebracht, das zehn Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt ist. Seit März 2013 wurden dort 230 syrische Bürgerkriegsopfer behandelt. Viele kamen in die neue Abteilung für Neurochirurgie. Die meisten Jungen und Mädchen haben in Syrien keine oder kaum eine medizinische Versorgung erfahren. Oft leiden sie infolge der Explosionen an multitraumatischen Störungen.

Ein dreijähriges Mädchen hat seinen Zwillingsbruder verloren, als das Haus der Familie in Dara‘a am 19. Februar von Regierungstruppen bombardiert wurde. Die kleine Syrerin erlitt eine schwere Kopfverletzung. Mit ihrem Vater wurde sie von der Freien Syrischen Armee aufgegriffen. Dieser bereitet sich nun darauf vor, mit seiner Tochter in die Heimat zurückzukehren. „Die Behandlung hier ist ausgezeichnet“, lobte er das israelische Krankenhauspersonal.

Seit Februar 2013 haben Ärzte und Pfleger in Israel deutlich über 1.000 Syrer behandelt. Von ihnen wurden 700 in einem Feldlazarett versorgt, das die Armee nahe der Grenze errichtet hat. Die anderen Patienten wurden in zivilen Krankenhäusern in Nordisrael aufgenommen.