20. Jüdisches Filmfestival Berlin & Potsdam

Auch in seinem Jubiläumsjahr präsentiert das Jüdische Filmfestival Berlin & Potsdam ein umfangreiches Programm, das Länder und Zeiten, filmische Formen und Perspektiven übergreifend unterschiedlichste Einblicke in jüdische Lebenswelten bietet. Vom 30. März bis zum 13. April laufen 33 Filme, darunter eine Weltpremiere, sieben Europa- und 14 Deutschland-Premieren. Im Kino Arsenal werden 26 Filme des Festivals zu sehen sein. Neben Filmen von renommierten israelischen Regisseuren sind auch zahlreiche Filme von jungen in Berlin lebenden israelischen Filmemachern dabei. Neben den Produktionsländern Israel und Deutschland werden Filme aus Frankreich, den USA, Großbritannien, Argentinien, Niederlande, Norwegen und Kanada gezeigt – vier Produktionen kommen aus Polen…

Programm

Do 3.4., 19h, Einführung: Eldad Beck
BANANOT   Cupcakes   Eytan Fox   Israel/Frankreich 2013   OmU 90‘
Quietschbunte Parodie auf die Welt der Casting-Shows: Eine frisch verlassene Konditorin und ihre Freunde werden mit einem selbstkomponierten Song über Nacht in eine glitzernde Glamourwelt katapultiert. Ein Rausch aus Farben, Kuchen und Popmusik.

Do 3.4., 21h
MI MEFAHED MEZEEV HARA   Big Bad Wolves   Aharon Keshales, Navot Papushado   Israel 2013
Düster-gewalttätiges, rabenschwarzes Märchen: Im Keller eines Landhauses nimmt der Vater eines getöteten Mädchens Rache an ihrem potentiellen Mörder – der Dritte im Bunde ist ein Polizist, der gefesselt Zeuge der Ereignisse wird.

Fr 4.4., 19h, zu Gast: Dariusz Jablonski, Einführung: Kornel Miglus
POKŁOSIE   Aftermath   Władysław Pasikowski   Polen 2012   OmU 107’
Nach dem Tod ihres Vaters beschäftigen sich zwei Brüder mit der Geschichte ihres Heimatdorfes, dessen jüdische Bevölkerung Anfang der 40er Jahre von ihren polnischen Nachbarn ermordet wurde. Die Aufarbeitung stößt im Dorf 70 Jahre nach der Tat auf unverhohlenen Widerstand.

YouTube Preview Image

Fr 4.4., 21.30h JFFB Classics
MARS TURKEY   Clean Sweep   Oded Davidoff   Israel 2001   OmE 92’
Atemberaubende Thrillerkomödie, Dreiecksgeschichte und Geschlechterschlacht um die Geheimagentin Aya, ihren Liebhaber und Polizei-Chef Reuven sowie den berüchtigten Mafiaboss Patrick.

Sa 5.4., 19h, zu Gast: Amit Epstein
GLOOMY SABBATH   Amit Epstein   Deutschland 2013   dt. OF 16‘
WAKOLDA   Lucía Puenzo   Argentinien 2013   OmE 90‘
GLOOMY SABBATH: An ihrem Sterbebett nimmt Christians Großmutter ihn mit auf eine fröhlich-bunte Revue durch ihr Leben. Doch was hat es mit dem Gemälde auf sich, aus dessen Erlös erst kürzlich seine Wohnung finanziert wurde?
Patagonien, 60er Jahre: Während eines Unwetters findet ein deutscher Arzt in WAKOLDA Unterschlupf bei einer einheimischen Familie. Rasch entsteht eine enge Beziehung zum neuen Untermieter und niemand schöpft Verdacht, als dieser vorschlägt, eine der Töchter zu behandeln.

Sa 5.4., 21.30h
PUR   Anat Vovnoboy   Israel 2013   OmE 13‘
LES INTERDITS   Friends from France   Anne Weil, Philippe Kotlarski   F/RUS/CDN/D 2013   OmU 90‘
PUR zeigt seltenes Archivmaterial von privaten Purim-Festen in der UdSSR gerahmt von Interviews mit den Beteiligten, die 30 Jahre später von den Schikanen und Repressionen berichten, denen zur Ausreise entschlossene Juden in der Sowjetunion ausgesetzt waren.
Während einer Reise nach Odessa Ende der 70er Jahre nehmen Jérôme und Carole in LES INTERDITS Kontakt zu sowjetischen Juden auf, die in der Folge ihrer Ausreiseanträge in politische Bedrängnis geraten sind. Dabei entdecken sie eine Welt jenseits aller sozialistischen Klischees.

So 6.4., 19h, zu Gast: Santje Kramer, Marga Bosch, Jaron Borensztajn, Takayuki Miyashita, Moderation: Sabine Porn
FELIX TIKOTIN – A LIFE DEVOTED TO JAPANESE ART   Santje Kramer   Niederlande 2013   OmE 76‘
Vergleichbar mit den Entdeckungen, die man im Tikotin-Museum in Haifa machen kann, ist auch die Geschichte der Person hinter dieser einmaligen Sammlung voller Überraschungen: Bereits Anfang der 20er Jahre beginnt der einstige Architekt Tikotin, japanische Kunst zu sammeln. Trotz Flucht und Krieg kann er seine Sammlung retten und vergrößern, seine Familie und Geschäftspartner haben dabei allzu oft das Nachsehen.

So 6.4., 21h, zu Gast: Benyamin Reich
BLACK STARS   Benyamin Reich   Deutschland 2014   dt. OF 15‘
LONELY PLANET   Edan Zeira   Israel/RUS 2011   OmE 87‘
BLACK STARS: Persönliche Reise in die Geschichte des Judentums von der Vergangenheit in Osteuropa bis zur Gegenwart.
Eine Filmcrew begibt sich in LONELY PLANET auf die Reise nach Sibirien und die Suche nach „Mishka“ Zilberstein, der aus dem Ghetto geflohen und im Wald in einem Wolfsrudel überlebt haben soll. Je länger die Suche nach Mishka dauert, desto flüchtiger wird seine Existenz.

Mo 7.4., 19h, zu Gast: Elsa Kvamme
YOU ARE ME   Peter Speyer   Großbritannien 2013   OF 12’
TRIKKEN TIL AUSCHWITZ   The Tram to Auschwitz   Elsa Kvamme   Norwegen 2013   OmU 66‘
Auf einer Londoner Parkbank entsteht in YOU ARE ME eine vorsichtige Beziehung zwischen einem Holocaust-Überlebenden und einem Flüchtling aus Ruanda.
Samuel Steinmann ist einer der wenigen norwegischen Juden, die den Holocaust überlebt haben. Anhand seines Schicksals skizziert Kvamme in TRIKKEN TIL AUSCHWITZ die Judenverfolgung in Norwegen.

Mo 7.4., 21h, zu Gast: Matthias Karch
SUKKOT IN WARSAW   Dmitriy Khavin   USA/Polen 2013   OF 21‘
SUKKAH CITY   Jason Hutt   USA 2013   OF 67‘
Jüdisches Leben in Warschau. Die Kinder und Enkel von Holocaust-Überlebenden feiern das Laubhüttenfest in SUKKOT IN WARSAW.
Wie baut man eine Sukka? Ein Architektur-Wettbewerb soll Antworten geben. Hutt begleitet in SUKKAH CITY die Architekten-Teams von den Entwürfen zur Ausstellung der fertigen Laubhütten auf dem Union Square in New York.

Di 8.4., 19h, zu Gast: Mooly Landesman
SAGA OF A PHOTO   Mooly Landesman   Irland/Deutschland 2013   OmU 82‘
Ausgehend von einem Hochzeitsfoto ihrer Großmutter und anhand von Privataufnahmen, Wochenschauen und nachgestellten Szenen fächert Landesman das Leben von Margot Klausner auf, einer der wichtigsten Frauen der israelischen Kulturszene.

Di 8.4., 21h, zu Gast: Francine Zuckerman
JESTESMY TU   We are Here   Francine Zuckerman   Kanada/Polen 2013   OmE 82‘
Wie lebt man seine jüdische Identität in einem Land, von dessen einst drei Millionen Juden über 90 Prozent im Holocaust ermordet wurden? Regisseurin Zuckerman entwirft das Bild eines behutsamen Neubeginns jüdischen Lebens in Polen.

Mi 9.4., 19h, zu Gast: Yael Reuveny, Moderation: Sabine Porn
SCHNEE VON GESTERN   Yael Reuveny   Israel/Deutschland 2013   OmU 96‘
Rekonstruktion des Lebenswegs von Feiv’ke Schwarz, der den Holocaust überlebt, sich im brandenburgischen Schlieben niederlässt, dort eine Familie gründet und Ende der 80er Jahre stirbt, ohne jemals wieder Kontakt zu seiner einzigen Schwester in Israel aufgenommen zu haben. Reuveny begibt sich auf die Suche nach ihrem Großonkel, stößt auf Skepsis und Unverständnis sowie eine deutsche Familie.

Mi 9.4., 21.30h, Einführung: Kornel Miglus
IDA   Paweł Pawlikowski   Polen 2013   OmU 80‘
Kurz vor ihrer Ordination erfährt die junge Novizin Ida, dass ihre Eltern Juden waren. Eine Reise durch das düstere sozialistische Polen der 60er Jahre und die Rekonstruktion von Idas Herkunft.

Do 10.4., 18.30h, zu Gast: Cindy Kleine, Moderation: Peter Stephan Jungk
ANDRÉ GREGORY: BEFORE AND AFTER DINNER   Cindy Kleine   USA 2013   OF 108’
Bewegender wie unterhaltsamer Dokumentarfilm über den renommierten amerikanischen Schauspieler und Theaterregisseur André Gregory sowie sein Leben und Wirken jenseits des Mainstreams.

YouTube Preview Image

Do 10.4., 21h, zu Gast: David Shadi, Einführung: Peter Stephan Jungk
GENTLEDOG   David Shadi   Israel 2012   OmE 10‘
KIDON   Emmanuel Naccache   Frankreich/Israel 2013   OmE 89‘
Ein Mann in Erwartung einer Liebesnacht sieht sich in GENTLEDOG dem eifersüchtigen Hund seiner neuer Freundin ausgesetzt, dessen Beschützerinstinkt lupenreinem Machismo weicht.
KIDON ist eine Agentenkomödie um vermeintliche Mossad-Agenten und den Mord an einem Hamas-Vertreter in einem Hotel in Dubai.

Fr 11.4., 19h, Einführung: Sabine Porn
AVODA ARAVIT   Arab Labor, Shay Capon, Jacob Goldwasser   Israel 2013   OmU 90’
In bewährter Tradition präsentiert das Jüdische Filmfestival die besten Teile der jüngsten 4. Staffel der gefeierten israelischen Kultserie von Drehbuchautor und Schriftsteller Sayed Kashua.

Fr 11.4., 21h, zu Gast: Ester Amrami
ANDERSWO   Ester Amrami   Deutschland 2014   OmE 87‘
Seit einiger Zeit studiert Noa in Berlin. Lange hat sich ihre Unbeschwertheit in der neuen Stadt gehalten, doch verschiedene Rückschläge sorgen für Missstimmung. Ferien im heimischen Israel sollen helfen. Doch auch hier stellen sich bald Alltag und Probleme ein. Als ihr deutscher Freund zu Hause auftaucht, prallen die bis dato getrennten Lebenswelten aufeinander.

YouTube Preview Image

Sa 12.4., 19h
LISHKA 06   Bureau 06   Yoav Halevy   Israel 2013   OmE 58’
Der Titel des Films verweist auf die Sonderermittlergruppe der israelischen Polizei, deren Aufgabe darin bestand, die Anklage der israelischen Staatsanwaltschaft gegen Adolf Eichmann auf das Genaueste zu prüfen. Der Dokumentarfilm zeigt die Menschen des Bureau 06 und das Ausmaß der emotionalen und psychischen Belastung ihrer Arbeit.

Sa 12.4., 20.30h
PLASTALINA   Fragile   Vidi Bilu   Israel 2013   OmE 104‘
Jerusalem vor dem Sechstagekrieg. Die Mitglieder einer Kleinfamilie gehen ihre eigenen Wege: Der Familienvater Eli verschanzt sich hinter seiner Arbeit, die elfjährige Michal erkundet ihre Umwelt, ihre depressive Mutter Ruthy verlässt kaum das Bett. Als sie sich endlich aus ihrer Lethargie befreit, drohen die fragilen Familienstrukturen endgültig zu zerbrechen.

Das Jüdische Filmfestival Berlin & Potsdam beginnt am 30. März mit einer Festivalgala im Hans Otto Theater in Potsdam und findet neben dem Kino Arsenal auch im Thalia Potsdam, Filmkunst 66, Eiszeit Kino und im Kino Neues OFF statt. Das Festival endet am 13. April.

Eine Veranstaltung von Welser 25 – Freundeskreis des jüdischen und israelischen Films e.V. mit Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds, der Lotto Stiftung Berlin, des Medienboards Berlin-Brandenburg, des Landes Brandenburg, der Investitionsbank des Landes Brandenburg und des Zentralrates der Juden in Deutschland.

Für weitere Informationen zum Festival: www.jffb.de