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Fasching oder Faschismus?

Mit „Sieg Heil“ zum Mausefallenrennen…

Von Jim G. Tobias

Kürzlich war es wieder so weit: Das berühmte Autorennen in der Kategorie „Die rasende Mausefalle“ wurde zum zweiten Mal durchgeführt. Entwickelt hat es die Staatliche Realschule im fränkischen Weißenburg: Es dürfen nur Modellautos an den Start gehen, die durch eine Mausefalle angetrieben werden. Im Grunde eine gewitzte Idee, den Schülern – im gewöhnlich drögen Physikunterricht – ein Prinzip der Mechanik näher zu bringen.

Als Höhepunkt der Faschingssaison gingen also letzten Freitag die selbst gebastelten Modellautos mit Mausefallenantrieb an den Start, wie die Süddeutsche Zeitung meldete. „Die Pausenhalle war voll, die Stimmung prächtig.“ Gespannt warteten Schüler, Lehrer und Eltern, wer diesmal den Sieg erringen würde. Die Schulleiterin wünschte allen Teilnehmern viel Glück und gab mit dem Ruf „Sieg Heil“ das Startsignal. Das Publikum reagierte mit Entsetzen. „Das sei ihr leider so rausgerutscht“, erklärte die Rektorin gegenüber der Süddeutschen, und wies jede Nähe zu rechtem Gedankengut oder gar dem Nationalsozialismus weit von sich.

Möglicherweise gehören solche verunglückten Äußerungen ja zum Bildungsauftrag der Schule, denn laut der Internetpräsentation soll an der Realschule Weißenburg der „Unterricht mit zeitgemäßen Methoden, die auch die Lebenswirklichkeit unserer Jungen und Mädchen berücksichtigen“ durchgeführt werden. Dem ist nichts hinzuzufügen: Denn leider gehört faschistoides und rassistisches Gedankengut zur deutschen Lebenswirklichkeit!

Für eine Stellungnahme war die Schulleitung nicht erreichbar. Es sind Faschingsferien in Franken – Helau!