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Steigbügelhalter der Mullahs

Deutsche und österreichische Wirtschaftslobbyisten können es einfach nicht lassen: Immer, wenn es darum geht, die Ajatollahs im Iran über das in Europa ohnehin übliche Maß durch einen Ausbau der Handelsbeziehungen zu unterstützen, sind sie ganz vorne mit dabei…

Von Stephan Grigat

Heute erklärte die Österreichische Wirtschaftskammer in Wien bei ihrem ausgebuchten Seminar „Iran im Fokus“ Unternehmen, wie sie trotz der in zahlreichen Bereichen weiterhin bestehenden Sanktionen hervorragende Geschäfte mit der antisemitischen Diktatur in Teheran machen können. Das Bündnis STOP THE BOMB demonstrierte vor der WKO dagegen. Morgen wartet die Deutsch-Iranische Handelskammer in Hamburg mit einem ganz ähnlichen Seminar auf, bei dem die DIHK die Öffentlichkeit so scheut, das der Veranstaltungsort bis zuletzt geheim gehalten wurde.

Die DIHK, die sich nach dem fatale Atomabkommen von Genf vor lauter Freunde über neue Geschäftsmöglichkeiten gar nicht mehr einkriegen konnte, hat sich einen ganz besonderen Gast für ihr Event eingeladen: Seyed Mehdi Miraboutalebi, der mittlerweile für das iranische Industrie- und Handelsministerium tätig ist. In seiner Zeit als Botschafter des iranischen Regimes in Frankreich suchte er die Nähe von Rechtsradikalen, bei denen er mit seiner Agitation gegen „das zionistische Regime, das man Israel nennt“ naturgemäß sehr gut ankam.

Wieder einmal sind es ausgerechnet die beiden Nachfolgestaaten des Nationalsozialismus, in denen mit besonderer Verve Reklame für das Milliardenbusiness mit einem Regime gemacht wird, das dem Staat der Shoahüberlebenden und ihrer Nachkommen ein ums andere mal und bis zum heutigen Tag mit der Auslöschung droht. Gerade die radikalsten und brutalsten Kräfte des Regimes wie die iranischen Revolutionswächter werden durch jene Geschäfte, für welche die WKO und die DIHK Werbung machen, gestützt. Es wird geschätzt, dass die Revolutionswächter, die auch das Nuklearwaffen- und Raketenprogramm kontrollieren, mittlerweile bis zu 80 Prozent des Außenhandels in ihrer Hand haben.

Wer wie die WKO und die DIHK Werbung dafür macht, die Geschäfte mit dem Israelhasser-Regime zu intensivieren, ist mitverantwortlich dafür, dass sich die Ajatollahs und Revolutionswächter in Teheran weiter an der Macht halten können. Die Projekte der Ajatollahs – sei es das Nuklearprogramm oder die Unterdrückung der Bevölkerung – werden maßgeblich aus den Einnahmen des Außenhandels finanziert. Jener Teil der iranischen Bevölkerung, der seit Jahren den Sturz des Regimes herbeiwünscht, wird sicher nicht vergessen, wer heute den Steigbügelhalter für die Machthaber im Iran spielt.